Aufrufe
vor 3 Jahren

RISIKO MANAGER 25-26.2015

  • Text
  • Banken
  • Frankfurt
  • Gleichung
  • Fonds
  • Deutsche
  • Risiken
  • Unternehmen
  • Bestimmung
  • Risikomanagement
  • Deutschland
RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

20 Ausgabe

20 Ausgabe 25-26/2015 vestorenkreises“ für die Bank sehr bedeutsam. Man möchte es nicht dem Zufall überlassen, wer zum Co-Investoren-Kreis gehört. Zu heterogen können Investoreninteressen sein, auch wenn es um ein gemeines Investment geht. Klassisches Beispiel: In einen homogenen Anleger-Club passen ein auf regelmäßige Liquiditätsflüsse aus dem Fonds angewiesener Sachversicherer und ein Versorgungswerk, das bereits über hohe Mittelzuflüsse verfügt und daher bzgl. des Fonds mehr Wert auf Substanzerhalt als auf Liquidität legt, weniger gut zusammen – es dürfte z. B. unterschiedliche Vorstellungen über die Verwendung des ausschüttungsfähigen Ertrags geben. Daher würde die Bank eigentlich am liebsten nur mit anderen Banken, die die gleichen Notwendigkeiten für das Depot A sehen, im Investorenkreis vereint sein. Darüber hinaus sind die Einflussmöglichkeiten beim Fondsdesign für die Bank wichtig, weil sie durch die Mitgestaltung der Investmentkriterien das Downside- Risiko begrenzen möchte. Konkret bedeutet dies, nur Einzelhandelsobjekte innerhalb der neun Metropolen des Landes X zu erwerben, da nur diese dauerhaft wirtschaftlich stabil bleiben werden. Dies ist bei beiden Fonds nicht möglich. Ferner kann ein Fonds nicht die bankenspezifischen Anforderungen an das Reporting bedienen. Beim gleichen Fonds konnte die immobilienspezifische Kompetenz des Asset Managers nicht überzeugend identifiziert werden. Gibt es strukturelle Alternativen? Die Bank könnte – bestenfalls zusammen mit anderen Banken, die das gleiche Investitionsinteresse haben – als Impulsgeber für die Initiierung eines auf die konkreten Ansprüche passenden Einzelhandelsimmobilienfonds agieren. Die Anleger würden damit eine gestaltende Rolle einnehmen. Das strukturelle Basis-Instrumentarium dafür wird seit einigen Jahren erfolgreich im Bereich der Master-Fonds-Mandate angewandt. Die getrennte Betrachtung und Mandatierung von KVG- und Asset-Management-Leistungen ermöglicht es dem Investor, die leistungsstärksten Adressen zu einer effizienten Wertschöpfungskette zusammenzuführen. Damit die Bank oder ein „Bank-Club“ die Driver-Seat-Rolle für die Gestaltung eines Fonds einnehmen kann, bedarf es eines KVG-Partners, der verschiedene Anforderungen erfüllt. Zum einen müssen selbstverständlich die aufsichts- und investmentrecht lichen Themen als KVG kompetent abgebildet werden. Zum anderen hilft eine fachliche Begleitung des Investors im Manager-Selektionsprozess, die jeweiligen Chancen und Risiken der in Frage kommenden Manageradressen zu verstehen und zu bewerten. Auch bei der späteren Anbindung des Asset-Managers an die Strukturen der Investitionsplattform sollte sich die KVG stets als aktiver und vorausschauender Interessenvertreter der Investoren positionieren. Ob eine reine Service-KVG solche Merkmale erfüllt, können die Anleger in Zuge eines Due-Diligence-Prozesses schnell herausfinden. Ferner ist es ratsam, eine unabhängig agierende KVG auszusuchen. Wenn eine Gesellschaft über das Administrationsgeschäft hinaus Leistungen im Immobilienmanagement anbietet, kann z. B. bei der Anbindung eines externen Managers ein nicht kalkulierbares Konfliktpotenzial entstehen. q Fazit „Risiken vermeiden durch Selbstgestaltung“, das ist das Fazit dieses Beitrags, der zeigt, wie sich der Anleger ein Stück weit unabhängiger von am Markt verfügbaren Immobilienfonds-Produkten machen kann. Dabei geht es nicht immer um die hundertprozentige Passgenauigkeit der Investitionsstrategie, sondern auch um die strukturellen, prozessualen sowie personellen Rahmenbedingungen, die über Erfolg oder Misserfolg eines Immobilienfonds entscheiden können. Diese Flexibilität wird im Wertpapierbereich seit Jahren durch Masterfondsstrukturen erreicht. Die Immobilienbranche nähert sich diesem Modell in den Bereichen der direkten und indirekten Anlage unaufhaltsam an und bietet Investoren die Möglichkeit, die performanceverantwortlichen Schlüssel-Partner und das Timing der Investition selbst zu bestimmen. Autor: Dr. Andreas Peppel, Director, Institutional Investment Partners (2IP). Anzeige Jetzt bestellen Oliver Everling (Hrsg.) Kommunalrating Finanzierung von Städten und Gemeinden sichern 2. Auflage ISBN 978-3-86556-445-0 Art.-Nr. 22489-1500 414 Seiten, gebunden 69,00 Euro Weitere Fachbücher in unserem Shop: www.bank-verlag-shop.de Bank-Verlag GmbH I Wendelinstraße 1 I 50933 Köln I Telefon: +49-221-5490-500 I E-Mail: medien@bank-verlag.de

Immer im Bilde mit 21 Fotonachlese 3. PRMIA Central Clearing Congress Zu dritten Mal veranstaltete die Professional Risk Managers' International Association (PRMIA) zusammen mit LCH.Clearnet und der Zeitschrift RISIKO MANAGER den „Risk Central Clearing & Collateral Congress“ beim Bank-Verlag in Köln. Ulrich Richter, Leiter Risikocontrolling, IKB Deutsche Industriebank AG. Stefan Fromme von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dr. Ralf Hannemann, Bereichsleiter Bankenaufsicht beim VÖB.

RISIKO MANAGER

 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.