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RISIKO MANAGER 22.2015

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8 Ausgabe 22/2015 Vier

8 Ausgabe 22/2015 Vier Dimensionen bei der Marktdatenanalyse t Abb. 02 sem Zusammenhang, nämlich die Kosten. Der Grund: Viele Institute verschwenden Geld durch überflüssige Lizensierungen. Sie zahlen also mehrfach für die gleichen oder für nicht benötigte Daten. Eine bestimmte Information wird eventuell in mehreren Abteilungen benötigt, aber bei genauerer Betrachtung fallen zeitliche und qualitative Anforderungen unterschiedlich aus. Oft werden gleiche Daten unabhängig von unterschiedlichen Abteilungen bezogen und nicht an einer Stelle zentral erhoben und qualitätsgesichert verteilt (siehe t Abb. 01). Beispiel einer Mehrfachlizensierung: Die Modified Duration einer Anleihe wird vom Portfoliomanager einer KVG, dem Verantwortlichen für das Treasury und der Reportingabteilung benötigt. Der Portfoliomanager braucht diese Kennzahl bereits vor einer Order, der Treasurer nach Einbuchung des Bonds in das Portfolio und die Reportingabteilung zum Monatsende für die Kundenberichte. Sie erfassen und speichern die Modified Duration in drei unterschiedlichen, nicht synchronisierten Systemen. So verwendet der Fondsmanager ein auf Bloomberg basierendes Excel-Sheet. Der Liquiditätsmanager nutzt ein Buchhaltungssystem mit Daten von Reuters und die Reportingabteilung eine Buchhaltungssoftware, deren Provider die Daten von einem weiteren Marktdatenanbieter bezieht. Somit ist die gleiche Kennzahl mehrfach lizensiert und wird von verschiedenen Providern bezogen – es fallen damit auch Kosten in mehrfacher Höhe an. Weichen die Basisinformationen der einzelnen Anbieter voneinander ab, existiert innerhalb des Instituts keine einheitliche Modified Duration für die Anleihe. Selbst zum gleichen Stichtag können somit unterschiedliche Werte für die Kennzahl im Haus verwendet werden. Neben den zusätzlichen Kosten für die Mehrfachlizensierung sind Missverständnisse in Bezug auf die Kennzahl somit vorprogrammiert. Und auch dies ist ein Beispiel aus der täglichen Praxis: Eine Bank stellt bei Wertpapiergeschäften Kurse, kauft ihre eigenen Kurse aber wieder über Marktdatenanbieter zurück. Überdies fallen für die gleichen Daten nicht selten mehrfach Lizenzkosten an, weil verschiedene Abteilungen diese bestellt haben. Neben Beispielen, die in den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Fachbereiche begründet sind, führen auch organisatorische Änderungen zu Mehrfach- oder Überlizenzierungen. Ein Mitarbeiter mit persönlichem Terminalzugriff beispielsweise wird zur Führungskraft befördert oder übernimmt eine neue Aufgabe. Die betroffene Abteilung überträgt das Terminal einem anderen Kollegen, um die Zugriffsrechte nicht zu verlieren – man weiß schließlich nie, wofür man diese noch brauchen kann. Nicht mehr benötigte Daten werden folglich weiter lizenziert und bezahlt. Es gilt also für die Institute, Lizenzverstöße zu vermeiden und gleichzeitig mit den Markt- und Stammdaten wirtschaftlicher umzugehen. Die Lösung ist ein

9 lizenzkonformes und passgenaues Marktdatenmanagement. Erster Schritt ist die Marktdatenanalyse Doch wie kann ein solches Marktdatenmanagement aussehen? Am Anfang steht eine Analyse des Ist-Zustands: Welche Abteilungen und Prozesse sind betroffen, welche Daten werden benötigt, welche Kosten fallen an, und welche Veränderungen sind notwendig? Da sich die Anbieter von Marktdaten sowohl in Qualität, Instrumentenabdeckung als auch Datenaktualität stark unterscheiden, ist es zumeist nicht einfach mit einem Austausch des Lieferanten getan. Es muss im Detail analysiert werden, welche Daten in welcher Frequenz benötigt werden und von welchen Abnehmern diese bezogen werden. Daraus ergeben sich für die Marktdatenanalyse vier verschiedene Dimensionen, die geprüft werden müssen: die lizenzkonforme Versorgung und Nutzung der Daten, der fachliche Bedarf an Markt- und Stammdaten, die Wirtschaftlichkeit und der Bereich Organisation/ Prozesse (siehe t Abb. 02). Dabei werden die folgenden Fragen gestellt: Welche Optionen existieren bei nicht lizenzkonformer Nutzung der Daten? Werden in der Aufnahme des Ist-Zustands Lizenzverstöße durch Mitarbeiter der Bank oder KVG, wie etwa die unzulässige Speicherung, Weitergabe oder Vervielfältigung von Daten, erkannt, gibt es mehrere Lösungen. So könnte das Institut auf eine alternative Quelle ausweichen, die Datenformate umstellen, angepasste Daten verwenden oder eine Nachlizensierung beantragen. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass bei Audits keine Lizenzverstöße vorliegen und damit keine Strafen zu zahlen sind. Was ist der fachliche Marktdatenbedarf? Die Analyse des fachlichen Marktdatenbedarfs zielt auf die beiden Dimensionen Verwendung und Versorgung. Sie untersucht also die Frage, ob das Institut die bezogenen Daten im Geschäftsprozess benötigt und in welchem Umfang. Möglicherweise tritt hier eine Über- oder Unterversorgung zutage. Eine Überversorgung bedeutet: Das Unternehmen nutzt beispielsweise zu viele Terminals oder diese sind zu üppig ausgestattet. Die Mitarbeiter dürfen also mehr Daten einsehen als sie benötigen. Die Bank oder KVG wird in solchen Fällen die Terminalausstattung je Nutzer anpassen. Auch können einzelne Abteilungen in vielen Fällen auf die bezogenen Echtzeitdaten verzichten – zeitverzögerte reichen aus und sind zu deutlich günstigeren Konditionen zu beziehen. Wie kann der Bedarf wirtschaftlich gedeckt werden? In zahlreichen Fällen genügt es also bereits, wenn den Mitarbeitern die kostengünstigeren verzögerten Daten anstelle der Echtzeitdaten zur Verfügung gestellt werden. Benötigen bestimmte Abteilungen unbedingt die Realtime-Daten, kann der Nutzer sie gegebenenfalls von alternativen Anbietern günstiger beziehen. Bei der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit stehen zudem folgende Fragen im Vordergrund: Können vorhandene Terminals und Marktdaten besser genutzt werden? Lassen sich kostengünstigere Terminals oder Provider einsetzen? Oft liefern kleinere Anbieter Daten zum Dax, MDax oder SDax in einer vergleichbaren Qualität wie ein Premiumterminal. Viele Mitarbeiter in Finanzinstituten arbeiten seit Jahren mit den ihnen vertrauten Terminals und wollen aus Gewohnheit darauf nur ungern verzichten. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass Banken oder KVGen durch den Umstieg von Premiumterminals auf alternative Terminals oder Provider je Terminal Beträge im fünfstelligen Bereich pro Jahr sparen können. Wie sind Arbeitsabläufe und Prozesse anzupassen? Die Dimension Organisation beziehungsweise Prozesse betrifft die Arbeitsabläufe sowie organisatorische Rahmenbedingungen des Finanzinstituts, wie zum Beispiel die Abgrenzung zwischen den Abteilungen oder das Vorhandensein eines zentralen (Marktdaten-)Einkaufs. Die Bank oder KVG sollte die Ist-Situation und Verträge in Abständen wiederkehrend prüfen, um Aktualität und Sicherheit zu gewährleisten. Die gerade beschriebene Analyse basiert auf einer Betrachtung der Datenflüsse im Unternehmen. Ausgehend von den Geschäftsprozessen wird untersucht, welche Bereiche Daten anliefern oder abnehmen. Die Untersuchung erfolgt dabei auf Ebene der Systemcluster des Front-, Middle- und Back Office. Anschließend wird ermittelt, Methodischer Ansatz von der Analyse bis zur Definition von Maßnahmen t Abb. 03

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