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RISIKO MANAGER 21.2015

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RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

2 Ausgabe 21/2015

2 Ausgabe 21/2015 12./13. November 2015 Courtyard by Marriott Wien Messe 100 Euro Rabatt bei Anmeldung mit dem Code: BA6209-RM 22. Jahresforum Credit Risk 2015 Themen-Highlights » Neue Denkansätze im vorausschauenden Risikomanagement » Aktive Portfoliosteuerung: Planungsprozesse und Stresstests » Wettrüsten:Bankenvs.Regulator.WozusinddieinternenModellewirklichda? KONTAKT Sarah Gammel, gammel@businesscircle.at, T +43/(0)1/522 58 20-20 businesscircle.at

3 standpunkt Die dritte Deflationswelle rollt Die globale Wirtschaft steht innerhalb nur eines Jahrzehnts vor der dritten Welle einer Deflation. Die beiden ersten Wellen hatten ihren Ursprung in den Industriestaaten: Zunächst die von den USA ausgehende Immobilien- und Finanzkrise 2008/2009 und dann 2011/2012 das drohende Auseinanderbrechen der Eurozone. Die aktuelle Krise ist in vieler Hinsicht eine klassische Schwellenländerkrise, ähnlich der von 1997. Allerdings ist der Einfluss auf die Wirtschaft der entwickelten Länder diesmal deutlich größer. Deflationäre Preiseffekte bahnen sich ihren Weg zunächst durch Rohstoff- und andere Warenmärkte. Vor allem aber wird die geringere Kaufkraft in den Schwellenländern negative Folgen haben für den globalen Handel und das Wirtschaftswachstum insgesamt. Es wäre ein kostspieliger Fehler, wenn die Notenbanken in den USA und Großbritannien in diesem Umfeld die Zinsen wie geplant anheben würden. Denn die Probleme in den Schwellenländern würden sich dadurch vergrößern und die Weltwirtschaft weiter bremsen, was letztendlich auch negative Konsequenzen für die Finanzmärkte bedeuten würde. Die Notenbanken sollten deshalb geplante Zinserhöhungen zurückstellen. Die Märkte sind nicht in der Stimmung für politische Fehler, und die Fed sollte klar signalisieren, dass sie vorerst keine Zinsschritte erwägt. Die schwächeren Währungen in Ländern wie Brasilien, Russland, Indonesien, Malaysia und China sind klare Anzeichen für ein langsameres Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern. Auf der positiven Seite ist jedoch zu verbuchen, dass die Schwellenländer im Gegensatz zu ihrer Krise 1997 über größere Devisenreserven verfügen und viele der Staaten nun flexible Wechselkurse haben. Auch die Staatsschulden stellen kein großes Problem dar. Dennoch werden die Folgen der niedrigen Rohstoff- und Warenpreise deutlich ausfallen, das Schrumpfen der Kaufkraft in den Schwellenländern hat negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Dabei wird das Ausmaß größer sein als 1997, als die Schwellenländer noch nicht so stark in die Weltwirtschaft integriert waren. Dieses Mal dürfte die Schwäche der Schwellenländer die „Eiszeit“ global niedriger Zinsen verlängern. Autor: Torsten Johannsen, Direktor, Otto M. Schröder Bank AG. Griechischer Finanzsektor grundsätzlich gesund Die Notfallkredite der Europäischen Zentralbank (EZB) für griechische Banken waren keine Insolvenzverschleppung. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung, die am Forschungszentrum SAFE erstellt wurde, einer Kooperation des Center for Financial Studies (CFS) und der Goethe-Universität Frankfurt. Die EZB hatte griechischen Banken im Rahmen des Emergency-Liquidity-Assistance- Programms (ELA) in den letzten Monaten mehr als 90 Mrd. EUR an Liquiditätshilfen zur Verfügung gestellt, um Pleiten aufgrund der Krisenreaktion griechischer Bankkunden zu verhindern. Im Zuge dessen war der Vorwurf aufgekommen, die EZB betreibe „Insolvenzverschleppung“. Die Ökonomen Martin Götz, Rainer Haselmann, Jan Pieter Krahnen (Forschungszentrum SAFE, Goethe-Universität Frankfurt) und Sascha Steffen (ESMT) argumentieren dagegen, dass die griechischen Banken nach allen vorliegenden Daten mit ausreichend Kapital ausgestattet seien und damit als solvent gelten können. Die massiven Kapitalabflüsse in den letzten Monaten durch griechische Anleger seien allein auf die politische Unsicherheit zurückzuführen und nicht auf grundsätzliche Bedenken in Bezug auf das Geschäftsmodell einzelner Institute. Die Unterstützung durch die EZB sei daher im Sinne des „Kreditgeber der letzten Instanz“-Prinzips gerechtfertigt, da es gesunde Institute vor einer Insolvenz aufgrund nicht-rationalen Anlegerverhaltens bewahrt habe. „Dass die EZB die Obergrenzen für die ELA-Hilfen inzwischen wieder leicht zurückfahren konnte, unterstützt unsere Argumentation“, sagte Jan Pieter Krahnen. Die Frage nach der Solvenz der griechischen Banken ist aufgrund der besonderen Umstände der griechischen Schuldenkrise außerordentlich komplex. Da die griechischen Banken ihrem Staat in den letzten Jahren umfangreiche Kredite gewährt hatten, hängt ihre Solvenz aktuell von der Solvenz des griechischen Staats ab. Diese wiederum lag in den letzten Monaten in den Händen supranationaler Akteure wie insbesondere den europäischen Mitgliedstaaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Eine Insolvenz der Banken hätte die Funktionsfähigkeit der griechischen Wirtschaft und den Entscheidungsspielraum für ein Rettungspaket für Griechenland stark beeinträchtigt. Mit einer Beendigung der Liquiditätshilfen hätte die EZB den politischen Entscheidungsprozess auf supranationaler Ebene vorweggenommen. In ihrer Funktion als Kreditgeber letzter Instanz müsse die EZB die Solvenz nationaler Banken jedoch auf Grundlage des Status quo bewerten und nicht berücksichtigen, wie ihr Handeln den Entscheidungsprozess auf einer übergeordneten Ebene beeinflussen wird, meinen die Frankfurter Wissenschaftler. Deshalb habe es für den EZB- Rat keine andere Möglichkeit gegeben, als die ELA-Kredite weiter zu verlängern und auszuweiten, bis eine Entscheidung auf supranationaler Ebene getroffen war. Damit die Marktteilnehmer solch komplexe Situationen in Zukunft schneller angemessen beurteilen können, fordern die SAFE-Autoren die EZB auf, mehr Daten über die aktuelle Lage der Banken – zum Beispiel in Form von Stresstest-Ergebnissen – und mehr Informationen über ELA- Entscheidungen offenzulegen. Dies sei insbesondere angesichts der derzeitigen institutionellen Strukturen der Eurozone von Bedeutung, durch die Zentralbank in eine Position geraten kann, in der ihr Vorgehen als eine Vorwegnahme des politischen Entscheidungsprozesses interpretiert wird. Weitere Informationen sind auf der Website des SAFE Forschungszentrums (www.safe-frankfurt.de) in der Rubrik /Bank-Kultur verfügbar. Foto: © iStockphoto.com/dimitris kolyris

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