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RISIKO MANAGER 20.2015

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6 Ausgabe 20/2015 zu

6 Ausgabe 20/2015 zu unterlegen. Optionsgeschäfte bilden ein wichtiges Segment am Gesamtmarkt für Finanzderivate, deren Preis risiken erstmals im Jahr 1996 in den „Marktrisikoregelungen“ [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 1996 und 2006] als bankaufsichtliches Schwerpunktrisiko aufgeführt sind. Sowohl die europäische als auch die nationale Aufsicht, das heißt die zum 31. Dezember 2013 aufgehobene Solvabilitätsverordnung (SolvV a. F.), fordern die Unterlegung von sämtlichen offenen Optionspositionen mit Eigenmitteln. Neben dem Preisänderungsrisiko von Optionspositionen (Delta-Faktor-Risiko) sind die Institute auch weiterhin dazu verpflichtet, Nicht-Delta-Risiken adäquat zu ermitteln und mit Eigenmitteln zu unterlegen. Zur Präzisierung der Verfahren hatte die European Banking Authority (EBA) gem. Art. 329 Abs. 3 CRR die Aufgabe, bis zum 31. Dezember 2013 einen technischen Regulierungsstandard (RTS) auszuarbeiten. Dieser Aufforderung ist die EBA am 17. Dezember 2013 mit dem Final Draft EBA/RTS/2013/13 nachgekommen [European Banking Authority 2013a], der als delegierte Verordnung Nr. 528/2014 am 12. März 2014 veröffentlicht wurde [EU- Kommission 2014a und 2014d]. Für die Berechnung der Eigenmittelanforderung für offene Optionspositionen stehen grundsätzlich vier Alternativen zur Wahl, die zunehmend komplexer sind. Der „vereinfachte Ansatz“ ist nur von Instituten anwendbar, die ausschließlich offene Wählerpositionen in ihren Optionsbüchern haben. Tritt ein Institut als Stillhalter auf, müssen die Optionspositionen durch exakt kompensierende gegenläufige Positionen abgesichert sein, um das vereinfachte Verfahren anwenden zu können. Für größere Optionsbücher, die in der Regel gekaufte und verkaufte Optionen beinhalten, sind zwei alternative Sensitivitätsmodelle vorgesehen: Delta-Plus- und Szenario-Ansatz. Über diese standardisierten Ansätze hinaus, kann eine Bank – nach vorheriger Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörden [BaFin 2014] – auch komplexere eigene Modelle zur Quanti fizierung von Optionsrisiken verwenden (t Abb. 01). Der vorliegende Beitrag aktualisiert die Ausführungen in Schulte-Mattler [1996a]. Im Mittelpunkt stehen die standardisierten Ansätze; zunächst werden einige für das Verständnis wichtige Grundlagen erörtert. Methoden zur Erfassung von Optionsrisiken nur gekaufte Optionen (Long Call, Long Put) vereinfachtes Verfahren stetige Optionen Marktrisiko bei Optionen Optionen Delta-Plus-Ansatz Eine Option ist ein bedingtes Termingeschäft, in dessen Rahmen der Optionsverkäufer einem Optionskäufer gegen Zahlung einer „Optionsprämie“ das Recht gewährt, ein Underlying zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Kauf option wird als „Call“ und eine Verkaufsoption als „Put“ bezeichnet. Für den Optionsverkäufer, auch „Stillhalter“ genannt, ist das Optionsgeschäft immer verpflichtend, während der Optionskäufer das Recht hat, seine Option auszuüben oder auch verfallen zu lassen. Das Datum, zu dem eine Option verfällt, bezeichnet man als „Fälligkeitsdatum“. Es ist Bestandteil eines jeden Optionsgeschäfts [Deutsch 2008, S. 54]. Zwei Seiten sind je Optionskontrakt gegeben: Long und Short. Auf der Long-Seite befindet sich jener Anleger, welcher die Option gekauft hat und auf der Short-Seite befindet sich dementsprechend jener Anleger, welcher die Option verkauft hat. Es gibt also die Sensitivitätsverfahren unstetige Optionen ge- und verkaufte Optionen (alle Calls und Puts) Szenario-Ansatz bankinterne Optionsmodelle t Abb. 01 Optionstypen Long Call, Short Call, Long Put und Short Put. Die Preisrisiken sind bei Optionen besonders wichtig, da Optionspreise auf nicht-lineare Weise auf Änderungen der zugrunde liegenden Parameter reagieren. Dies gilt beispielsweise für den Zusammenhang zwischen Optionspreis und dem Preis des der Option zugrunde liegenden Basisinstruments (Underlying). Die absolute Änderung des Optionspreises ist zwar stets kleiner als die absolute Preisänderung des Basisinstruments („Delta-Effekt“), die relative Veränderung des Optionspreises kann aber die relative Preisänderung des Basistitels um ein Vielfaches übertreffen. Optionspreise können daher großen Schwankungen unterliegen. Preisänderungsrisiken ergeben sich nur aus offenen Optionspositionen, das heißt, nur wenn sich auf Nettobasis ein Anspruch oder eine Verpflichtung aus einem Optionskontrakt auf Lieferung oder zur Zahlung ergibt. Um die aus Sicht der Bankenaufsicht erforderlichen Maßnahmen zur

7 Aktienoptionenportfolio t Abb. 02 Position 1 2 3 4 5 6 7 8 Anzahl (n) 1 20 -5 15 -10 -15 0,01 10 -10 Optionstyp Long Call Short Call Long Put Short Put Short Call Long Call Long Call Short Call Positionstyp Long Short Short Long Short Long Long Short Basiswert (Underlying) BMW BMW BMW BMW RWE SMI Wells Fargo IBM Währung EUR EUR EUR EUR EUR CHF USD USD Preis des Basiswerts 2 80 80 80 80 28 94.000 53 190 Ausübungspreis 3 72 92 70 90 35 95.000 45 185 In / At / Out of the Money (EUR) 4 8,00 12,00 -10,00 -10,00 7,00 -909,09 7,27 -4,55 Restlaufzeit 0,5 0,5 0,5 0,5 0,4 0,2 0,25 0,3 Volatilität 25% 25% 25% 25% 28% 15% 19% 22% Risikoloser Zinssatz 2% 2% 2% 2% 2% 3% 3% 3% Optionspreis 10,78 2,03 1,55 11,58 0,30 2.310,94 8,40 12,69 Delta 0,7706 0,2593 -0,1840 -0,6989 0,1300 0,4861 0,9678 0,6392 Gamma 0,0214 0,0229 0,0188 0,0246 0,0427 0,0001 0,0143 0,0164 Vega 0,1715 0,1832 0,1505 0,1970 0,0375 167,6064 0,0191 0,3896 Deltaäquivalent (Währung) 1.232,96 -103,72 -220,80 559,12 -54,60 456,93 512,93 -1.214,48 Deltaäquivalent (EUR) 4 1.232,96 -103,72 -220,80 559,12 -54,60 415,39 466,30 -1.104,07 Nettoposition pro Basiswert 1.467,56 -54,60 415,39 466,30 -1.104,07 1) Aufgrund der hohen Werte beim SMI-Kontrakt wird eine realitätsferne Anzahl von 0,01 angenommen. 2) Wert des SMI-Basiswerts ist aktueller Indexstand (9.400) * 10 CHF. 3) Wert des SMI-Ausübungspreises ist Forward Price des Index (9.500) * 10 CHF. 4) Annahmen: EUR/USD = EUR/CHF = 1/1,1 = 0,9091. Eigenmittelanforderung für das Delta-Risiko t Abb. 03 Position 1 2 3 4 5 6 7 8 Märkte Markt EU Markt CH Markt USA Nettoposition pro Basiswert 1.467,56 -54,60 415,39 466,30 -1.104,07 Spezifisches Risiko Anrechnungspflichtige Bruttopositionen beim spezifischen Risiko 1 1.522,16 0,00 1.570,37 Bruttogesamtposition (BGP) 2 3.092,53 EM-Anforderung für das spezifische Risiko = BGP * 8% 247,40 Allgemeines Risiko (Delta-Risiko) Anrechnungspflichtige Nettopositionen beim allgemeinen Risiko 1.412,96 415,39 -637,77 Nettogesamtposition (NGP) 2 2.466,12 EM-Anforderung für das allgemeine Risiko = NGP * 8% 197,29 Eigenmittelanforderung Delta-Risiko 197,29 1) Indexgeschäfte (wie SMI-Option) besitzen kein spezifisches Risiko. 2) Summe der absoluten Beträge. Absicherung der Risiken eines aus Optionen bestehenden Portfolios festzulegen, müssen zunächst die Risiken der offenen Optionspositionen in dem Portfolio quantifiziert werden. Nach der Addition dieser Teilrisiken zu einem Gesamtrisiko des Optionsportfolios kann eine Eigenmittelunterlegung festgelegt werden. Grundlage der Berechnung sind die Nettopositionen der Optionsgeschäfte. Die Nettoposition in einer Option oder einem Optionsschein ist gem. Art. 327 CRR der absolute Wert des Überschusses einer Kauf-(Verkaufs-)position über die Verkaufs-(Kauf-)position, also der absolute Betrag der Differenz aus aktivisch und passivisch wirkenden Positionen (Longund Short-Positionen) auf denselben Basiswert. So ist ein Long Put eine Short- Position (Optionswert steigt bei fallendem Wert des Basistitels) und ein Short Put eine Long-Position (Optionswert steigt bei steigendem Wert des Basistitels). Optionspositionen werden gem. Art. 329 CRR wie Positionen in deren Basiswert multipliziert mit dem Deltafaktor der Optionen auf eben jene behandelt (deltagewichtete Bemessungsgrundlage). Nachdem alle Nettopositionen unabhängig ihres Vorzeichens zum jeweiligen Devisenkassakurs in die Wäh-

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