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RISIKO MANAGER 20.2015

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20 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung Bildquelle: Michael Rauschendorfer sein, manchmal viel verlangt für eine undankbare Aufgabe mit 50 Euro Aufwandsentschädigung. Die Veranstalter lassen zu viele Athleten starten, aber dem stehen wirtschaftliche Interessen gegenüber, konstante Fixkosten bedeuten sinkende Grenzkosten mit jedem weiteren Athleten. Die Sportordnung ist oft komplex und reguliert Dinge, die unreguliert besser wären, da sie sich nur schwer überprüfen oder ahnden lassen. Beispielsweise muss der Reißverschluss vorne in Österreich überwiegend geschlossen sein. FIRM-Redaktion: Triathlon wird in der öffentlichen Wahrnehmung mit der Marke Ironman der World Triathlon Corporation (WTC) gleichgesetzt. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für eine Sportart, wenn ein kommerzieller Veranstalter ein Quasi-Monopol auf Veranstaltungen besitzt. Faris Al-Sultan: Das ist eine komplexe Frage. Einerseits bin ich ein Freund klarer Verhältnisse, und dafür ist es am besten, es gibt eine Firma, eine Serie und einen Weltmeistertitel, Ende. Von dem her wäre es am besten, wenn die ITU (Weltverband) sich um die Kurzdistanz, die WTC um Langdistanz und Mitteldistanz kümmern würde. Andererseits widerstrebt es mir und vielen anderen, einer privaten Firma das Wohl und Wehe des ganzen Sports in die Hand zu legen, die schlicht in erster Linie ihre kommerziellen Interessen verfolgt. Als Athlet war ich vom Umbau der WTC von unabhängigen, lizenznehmenden Veranstaltern zu einer zentral geführten Firma direkt betroffen, denn die teilweise guten Antrittsgelder wurden zu besserem Fahrtgeld eingedampft. FIRM-Redaktion: Die WTC wurde unlängst von Providence Equity Securities an den chinesischen Finanzinvestor Dalian Wanda verkauft. Nehmen wir an, Du wirst demnächst als externer Berater angestellt. Zu was rätst Du aus rein ökonomischen Gründen, und was wünscht sich Dein Sportlerherz? FIRM-Redaktion: Triathlon ist eine wachstumsstarke Sportart, aber in der öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung weit von König Fußball entfernt. Hättest Du Dir manchmal mehr mediale Aufmerksamkeit gewünscht, oder bemitleidest Du Fußballprofis gerade dafür? Faris Al-Sultan: Teils, teils. Fußball ist die Weltsportart. Was mich mehr gestört hat als Aufmerksamkeit und Gehälter für Spieler der Topkategorie, ist der Umstand, dass Leute in der fünften Liga echte Gehälter verdienen, während ein Triathlet auf demselben Niveau nicht mal einen Powerbar geschenkt bekommt. FIRM-Redaktion: Wie gewinnt man als Triathlet einen Bambi – und was bedeutet dies für Dich? Faris Al-Sultan: An sich eigentlich nicht viel, der Bambi ist ein Medienpreis und kein „Leistungspreis“. Aber im Gesamtzusammenhang ist es natürlich toll, denn er besagt, dass man positive Aufmerksamkeit mit seiner Leistung und seiner Persönlichkeit erzeugt hat, ganz ohne Brüste zu zeigen. Faris Al-Sultan: Das lässt sich problemlos verbinden. Da der bezahlte Preis sowieso völlig losgelöst von jedem reellen Zusammenhang mit dem Wert liegt, kommt ein „weiter so“ sowieso nicht in Frage. Die Expansion muss sofort in China und Indien fortgeführt werden, wo 2,5 Milliarden Menschen darauf warten, mit Triathlon in Berührung zu kommen. Die bestehenden Wettkämpfe müssen qualitativ dem höchsten Standard angepasst werden. Das quasi nichtexistente Beiprogramm um die Wettkämpfe muss verbessert werden. Das Merchandisingprogramm sollte verbessert und verkleinert werden. Bildquelle: Michael Rauschendorfer Bildquelle: Michael Rauschendorfer FIRM-Redaktion: Als Religion überhöht würde man für Triathlon die Weltmeisterschaft auf Hawaii als Gründungsmythos nennen. Aus Marketing-Sicht würde man von einer Unique Selling Position sprechen. Was macht den Wettkampf in Kailua-Kona für Dich so besonders? Faris Al-Sultan: Die Geschichte des Wettkampfs, die einzigartige Qualität der hawaiianischen Inseln, die Bedingungen und das Starterfeld.

firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung 21 Ausgabe 20/2015 FIRM-Redaktion: Irakische Wurzeln väterlicherseits, ein Studium der Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie lange Aufenthalte im mittleren Osten. Was ist Deine persönliche, sicherlich differenzierte, Sicht auf die aktuellen Flüchtlingsströme nach Europa? Faris Al-Sultan: Ich bin vom Denken her ein echter Germane, aber ich verstehe natürlich die Kultur und die Denkweise der Orientalen besser als ein „normaler“ Deutscher. Grundsätzlich ist aus deutscher Sicht die Sache völlig klar, auch wenn das nicht jedem Deutschen gefällt. Wir brauchen Zuwanderung. Und unser Grundgesetz gewährt ein Asylrecht, denn die Syrer flüchten vor einem Bürgerkrieg. Wie viele wir allerdings davon vertragen, ist zu diskutieren. Es ist schlicht unmöglich für uns, fünf Millionen Syrer zu integrieren. Aber Deutschland ist das reichste und innovativste Flächenland der Erde, es hat in völlig zerstörtem Zustand zwölf Millionen Vertriebene integriert, später EU-Ausländer, nach der Wende die gesamte ehemalige DDR wieder aufgebaut und ist dabei stets gewachsen und reicher geworden. Ich bin überzeugt davon, wir werden auch mit dem aktuellen Problem fertig. FIRM-Redaktion: Auch Deine Frau Ina Reinders war Triathletin. Gibt es eine unterschiedliche Risikowahrnehmung bei Frauen und Männern? Was ist Deine Beobachtung im- Sport oder auch im Alltag? Faris Al-Sultan: Männer sind viel größere Kindsköpfe als Frauen im Alltag wie im Sport und im Allgemeinen deutlich risikobereiter. FIRM-Redak tion: Euer Kind oder das Ende Deiner Profikarriere. Was ändert Dein Leben mehr? Faris Al-Sultan: Beides beeinflusst mein Leben sehr. Da mein Rücktritt noch nicht so lang her ist, kann ich das noch nicht abschließend feststellen. Bildquelle: Michael Rauschendorfer FIRM-Redaktion: Jugendtrainer, Verbandsarbeit, Seminare oder etwas ganz anderes? Was macht der Frührentner Faris Al-Sultan mit seiner neu gewonnenen Freizeit? Faris Al-Sultan: Vom oben genannten vermutlich alles. Darüber hinaus trainiere ich selber noch sehr gern, aber allzu konkret ist noch nichts. FIRM-Redaktion: Für Hobbysportler sind schon die schieren Distanzen beim Langdistanz-Triathlon beeindruckend. Was rätst Du Freunden, die dies einmal bewältigen möchten, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden? Faris Al-Sultan: Generell rate ich dazu, dem Körper Zeit zu geben, sich anzupassen. Sehnen, Knochen und Bänder brauchen deutlich länger als Muskeln oder das Herzkreislaufsystem, um sich anzupassen. Ein solides Training über mehrere Jahre mit steigenden Wettkampfdistanzen beugt Verletzungen und Enttäuschungen vor. FIRM-Redaktion: Politisch etwas unkorrekt wurdest Du im Radtraining oft ohne Helm gesichtet. Hat sich Deine Risikowahrnehmung mit der Geburt Deines Sohns geändert und wird er einmal Helmpflicht bekommen? Faris Al-Sultan: Er wächst mit Helm beim Radfahren auf. Für ihn wird es so normal sein, wie für uns das Autofahren mit Sicherheitsgurt. Ich fahre auf der Straße immer noch ohne Helm. Bildquelle: Michael Rauschendorfer Die Fragen stellte Matthias Scherer, Professor für Finanzmathematik an der Technischen Universität München (TUM) und Hobbytriathlet seit dem Jahr 2002. Der Münchner Triathlet Faris Al-Sultan wurde 1978 geboren und bestritt mit nur 16 Jahren seinen ersten Marathon. Im Alter von 19 Jahren absolvierte er seine erste Triathlon Langdistanz auf Lanzarote – eines der härtesten Rennen weltweit. Im Jahr 2000 wurde er in Kulmbach zum ersten Mal Deutscher Meister, viele weitere Titel folgten. Zu seinen größten Erfolgen gehören die Ironman Welt- und Europameisterschaftstitel aus den Jahren 2005 (Hawaii) bzw. 2011 (Frankfurt am Main). Im Mai 2015 verkündete er seinen Rücktritt vom Profisport. Zusammen mit Christoph Dirkes veröffentlichte er 2007 das Buch „Triathlon: Motivation – Wettkampf – Erlebnis – Vom richtigen Einstieg zum erfolgreichen Finish“.

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