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RISIKO MANAGER 20.2015

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18 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung INTERVIEW Männer sind im Allgemeinen deutlich risikobereiter Interview mit Faris Al-Sultan, seines Zeichens Triathlonprofi, mehrfacher Ironman-Gewinner und Gewinner der Weltmeisterschaften auf Hawaii. Der Münchner Faris Al-Sultan ist eine der schillerndsten Gestalten des internationalen Triathlonsport. Er wird von Publikum und Konkurrenz gleichermaßen geschätzt für eine offensive Renngestaltung, klare Worte gegen Doping und seine „old school“ Rennbekleidung (Badehose und minimalistisches Oberteil). Zu seinen Palmarès gehören der Sieg beim Ironman Hawaii 2005, der Ironman Europameistertitel in Frankfurt am Main 2011 sowie eine Langdistanz-Bestzeit (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen) von unter acht Stunden. Mit 37 Jahren beendet er nun seine letzte Saison als Triathlonprofi. FIRM-Redaktion: Du genießt in den Medien das Image eines lockeren Draufgängers, der gerne beim Radfahren eine „all in“-Strategie riskiert. Gegen eine (zu) hohe Risikobereitschaft sprechen dagegen fast durchweg gute Rennergebnisse bei wichtigen Wettkämpfen, speziell auf Hawaii. Wie risikofreudig schätzt Du Dich selbst ein? Würdest Du sagen, dass Du ein riskantes Leben führst? Faris Al-Sultan: Nein, ich führe kein riskantes Leben. Das größte Risiko dürfte das Radfahren an sich sein, und ich fahre auf der Straße ohne Helm. Im Wettkampf hat sich die Risikostrategie dahingehend relativiert, dass ich in den letzten Jahren körperlich gar nicht mehr dazu in der Lage war, wirklich zu überziehen. Die „Verdieselung“ hatte schon zugeschlagen. FIRM-Redaktion: Welche Risiken im Wettkampf können durch eine gezielte Planung vermieden/minimiert werden, welche eher nicht? Welche technischen Hilfsmittel setzt Du dafür ein? Faris Al-Sultan: Bei einem Acht-Stunden-Rennen kann so ziemlich alles passieren, aber im Sport arbeitet man irgendwie genauso wie in der Mathematik mit Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit vom Hai gefressen zu werden, ist deutlich geringer als im Lotto zu gewinnen. Sie ist im Wettkampf also vernachlässigbar und auch nur schwer beeinflussbar. Hauptsächlich die Risiken „zu sterben“ und Pannen zu erleiden, lassen sich durch eine gezielte Ernährungsstrategie und Training beziehungsweise durch ordentliche Materialpflege deutlich minimieren. FIRM-Redaktion: Kannst Du uns zwei Situationen in wichtigen Rennen nennen, bei welchen Du spontan von einem vorher entwickelten Plan abgewichen bist? Faris Al-Sultan: Um ehrlich zu sein, im Sport ist es oft wie im Krieg: Der Plan zerfällt mit dem ersten (Start) Schuss, und es wird konstant improvisiert. Ich konnte mich oft auf mein Körpergefühl verlassen, aber ein interessantes Beispiel, dass das nicht immer funktioniert, war das Rennen auf Koh Samui in Thailand. Eine spezielle Distanz 4 km Schwimmen 120 km Radfahren und 30 km Laufen, das Ganze bei 33 Grad Wasser- und 36 Grad Lufttemperatur und immenser Luftfeuchtigkeit. Normalerweise hätte ich erwartet, mit einer Radleistung von etwa 300-310 Watt unterwegs zu sein, schließlich war ich in der Spitzengruppe unterwegs, bei der Nachrennanalyse habe ich dann festgestellt, dass es nur 250 Watt waren. Bildquelle: Michael Rauschendorfer FIRM-Redaktion: Du hast den Weltmeistertitel auf Hawaii sehr früh in Deiner Karriere gewonnen. Das war 2005 mit gerade einmal 27 Jahren. Retrospektiv betrachtet, war das eher Fluch oder Segen? Faris Al-Sultan: Ich war schon relativ trainingsalt, das heißt schon lange auf der Langdistanz unterwegs, daher war es zu einer erwartbaren Zeit, wenn man so vermessen sein will, im sportlichen Zusammenhang davon zu sprechen. Es war dahingehend ein Segen, dass ich den Hawaiisiegerbonus noch viele Jahre medial nutzen konnte. FIRM-Redaktion: Abbruch des Studiums, um Profisportler zu werden – für viele Eltern eine beängstigende Vorstellung. Inwiefern

19 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung 19 Ausgabe 20/2015 FIRM-Redaktion: Du hattest als langjährige Sponsoren unter anderem „Erdinger Alkoholfrei“ und „Abu Dhabi Tourism Authority“. Sind dies tatsächlich zwei Welten? Faris Al-Sultan: Ja natürlich. Erdinger war bereits viele Jahre im Triathlon und im Sportsponsoring tätig und hatte sehr klare Vorstellungen von der Arbeit mit Athleten. Die Tourismusbehörde hingegen hatte zunächst überhaupt keine Ahnung, wie man mit uns umgehen oder uns einsetzen soll. Bildquelle: Michael Rauschendorfer FIRM-Redaktion: Aus der Sicht potenzieller Sponsoren – was spricht für und gegen ein Engagement im Triathlonsport? Faris Al-Sultan: Sportsponsoring hat oft etwas mit Mäzenatentum zu tun und nicht unbedingt mit wirtschaftlichen Kriterien, aber wenn wir wirtschaftliche Kriterien ansetzen, dann hat der Triathlonsport eine innovations- und investitionsfreudige Klientel, die gut situiert ist. Die Fernsehpräsenz insbesondere im Langdistanzbereich ist leider eher mau. Es dürfte sehr von der Produktkategorie abhängen, ob ein Engagement sinnvoll ist oder nicht. FIRM-Redaktion: Mit Deinen langen Aufenthalten in den Vereinigten Arabischen Emiraten hast Du einen für Triathleten ungewöhnlichen Weg gewählt. Wie kam es dazu? Faris Al-Sultan: Persönliche Kontakte meines Vaters haben mich vor über 20 Jahren in die Emirate geführt. Und mein Training dort und die guten Bedingungen waren ein wesentlicher Faktor meines Erfolgs. Bildquelle: Michael Rauschendorfer könnte man aus Deiner Erfahrung entgegnen, dass eine Karriere als „selbstständiger Sportler“ besser auf eine zweite Berufslaufbahn vorbereitet als manches Studium? Faris Al-Sultan: Ob es wirklich besser ist, sei dahingestellt, aber da die Langdistanz nicht von staatlicher Seite gefördert wird, wird man sehr schnell selbstständig und lernt viele Seiten des Unternehmertums kennen, sofern man das will und nicht alles von Externen erledigen lässt. Verhandlungen mit Sponsoren, Mediengespräche, Saisonplanung, Materialbeschaffung, Finanzplanung und Steuern. FIRM-Redaktion: Neben sportlichem Erfolg – welche Eigenschaften muss ein Sportprofi mitbringen, um in einer Randsportart auch finanziell erfolgreich zu sein? Faris Al-Sultan: Intelligenz schadet nicht. Man sollte ein Gespür dafür entwickeln, was man wert ist, aber oft geht es nicht darum, sondern darum, was wo üblich ist. Ich habe mich auch oft unter Wert verkauft, manchmal bewusst, manchmal unbewusst. FIRM-Redaktion: Reputationsrisiko Doping. Wie geht man als erfolgreicher Ausdauersportler mit Vorurteilen wie „Die sind doch alle voll“ um? Faris Al-Sultan: Man kann seine Unschuld nicht beweisen, sondern nur aufklären, beispielsweise, wie und wie oft man kontrolliert wird oder wie sich die Leistung erklärt. FIRM-Redaktion: Warum scheuen viele Profis eine klare (öffentliche) Position zum Thema Doping – und warum scheinen auch viele Medien von diesem Thema überfordert? Faris Al-Sultan: Viele Profis beziehen ja Stellung, Robert Harting beispielsweise. Aber viele Athleten haben schlicht Angst, denn die Zeit im Sport erfolgreich zu sein, ist sehr begrenzt, und das Korsett durch die Verbände ist eng. Man mag keine Leute, die aus der Reihe tanzen. Und in vielen Sportarten sind die Athleten von der Förderung abhängig und objektive Leistungskriterien sind sekundär. FIRM-Redaktion: Sportordnung, Wettkampfrichter, Anti-Doping- Agenturen – die Regulierung im Triathlonsport. Welche Maßnahmen funktionieren gut, bei welchen gibt es Verbesserungsbedarf, um ein faires Rennen sicherzustellen? Faris Al-Sultan: Alles ist verbesserungswürdig im Sinne der Fairness, aber es bestehen einfach Interessenkonflikte. Wettkampfrichter sollten alle gut ausgebildet, motiviert und nach Möglichkeit selbst Sportler Bildquelle: Michael Rauschendorfer

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