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RISIKO MANAGER 20.2015

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16 Ausgabe 20/2015 [

16 Ausgabe 20/2015 [ buchbesprechung ] Peter Albrecht/Markus Huggenberger Finanzrisikomanagement – Methoden zur Messung, Analyse und Steuerung finanzieller Risiken Schäffer Poeschel, Stuttgart 2015, 583 Seiten, 49,95 Euro, ISBN 978-3-7910-3412-6. r Auch wenn von vielen Seiten behauptet wird, die Fixierung auf quantitative Methoden habe die Finanzkrise erst möglich gemacht: Wer Risiken messen will, um mit Risikokennzahlen sein Unternehmen zu steuern, der muss quantitative Methoden anwenden. Viele Probleme der Finanzkrise wurden in der Tat durch quantitative Modelle verursacht, aber vor allem deshalb, weil die Modelle zu einfach waren (beispielsweise zur CDO-Bewertung), weil keine Extremszenarien berücksichtigt wurden, oder weil aus den Modellresultaten keine beziehungsweise die falschen Schlüsse gezogen wurden („Solange die Musik spielt, muss man mittanzen“). Die Lehre daraus muss sein, dass wir nicht weniger, sondern mehr Mathematik in den Modellen brauchen, aber dazu begleitend auch Stresstests, die sich mit extremen Situationen auseinandersetzen, sowie eine starke Governance, die aus allen verfügbaren Daten die richtigen Handlungen ableitet. Dies wird auch ganz konkret von der Aufsicht eingefordert. Es wird auch verlangt, dass man sich der Schwächen und Grenzen der eingesetzten Modelle bewusst ist und ihnen nicht blind vertraut. Die Autoren des besprochenen Buchs sind sich dieser Anforderungen bewusst. Sie bieten dem Leser eine große Menge an Material, um ein im Sinn der Aufsicht angemessenes, quantitatives Risikomanagement in einem Finanzinstitut durchführen zu können. Dazu sollte der Leser allerdings sehr gute mathematische Kenntnisse insbesondere aus Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung mitbringen; das benötigte Wissen kann nicht, wie bei vielen Einführungstexten, „nebenbei“ aufgenommen werden. Sowohl von der fachlichen Tiefe als auch vom Umfang her kann man das Buch mit „Quantitative Risk Management“ von McNeil/Frey/Embrechts vergleichen, es stellt aber meines Wissens das erste deutschsprachige Buch mit diesem Anspruch dar. Nach dem einleitenden ersten Kapitel, das die Zielsetzung und Schwerpunkte des Buchs definiert, werden im zweiten Kapitel der zugrunde gelegte Risikobegriff sowie quantilbasierte Risikomaße wie Value at Risk (VaR) und Expected Shortfall vorgestellt. Schon hier wird mehr Mathematik benötigt als üblich, weil sich die Autoren nicht mit der vereinfachenden Annahme, dass die Verteilungsfunktion invertierbar ist, begnügen, sondern die verallgemeinerte Inverse verwenden, um das Quantil zu definieren. In diesem Kapitel wird auch ein Axiomensystem für Risikomaße vorgestellt, anhand dessen die Tauglichkeit der besprochenen Maße überprüft wird. Im dritten Kapitel wird auf unterschiedliche Berechnungsmethoden – parametrische Schätzung, historische Simulation und Monte-Carlo-Simulation – sowie das wichtige Thema Backtesting eingegangen. Es wird auch die VaR-Skalierung besprochen, die immer dann nötig wird, wenn eine bestehende VaR-Zahl auf ein höheres Konfidenzniveau oder auf einen anderen Zeithorizont skaliert werden soll. Die folgenden Kapitel befassen sich dann ausführlich mit der Messung der Risiken aus verschiedenen Risikoklassen, nämlich Markt-, Kredit-, Versicherungs- und operationelles Risiko. Ein Kapitel über Risikokapital und Kapitalallokation schließt den Hauptteil des Bands ab. Zu fast allen Kapiteln gibt es Anhänge, die mathematische Aspekte der Themen im jeweiligen Kapitel vertiefen. Außerdem sind zwei allgemeine Anhänge vorhanden, die sich intensiv mit Wahrscheinlichkeitsverteilungen auseinandersetzen. Einige Aufgaben sollen wahrscheinlich das Selbststudium unterstützen, sind aber ohne Lösungen gegeben. Der hohe mathematische Anspruch des Texts stellt für viele Leser wahrscheinlich eine hohe Hürde dar. Nichtsdestotrotz bietet das Buch eine Fülle von praktischen Beispielen und Methoden, sodass es auch als Nachschlagewerk verwendet werden kann. Es ist auf jeden Fall eine nützliche Quelle für jede Risikoabteilung. (Dr. Roland Stamm) rrrrq rrrrr rrrqq rrrrq

firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung 20 . 2015 Liebe FIRM-Leser, das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) veranstaltet in Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH und der Deutschen Gesellschaft für Versicherungs- und Finanzmathematik (DGVFM) am 10. November 2015 die 1. Konferenz „Zinsmodellierung in Theorie und Praxis“. Das Ziel der Konferenz ist es, den Dialog zwischen Forschung und Praxis zum Thema Zinsmodellierung zu unterstützen. Beleuchtet wird unter anderem der aktuelle Stand der Forschung sowie der Umsetzung in der Praxis. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen der Dialog und der Transfer zu unterschiedlichen Perspektiven. Die Konferenz findet in den Räumlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH in Frankfurt am Main statt. Mit der Konferenz leisten wir als FIRM einen wesentlichen Beitrag, um das Thema Zinsmodellierung aus unterschiedlichen Aspekten zu beleuchten. Gleichzeitig bieten wir Wissenschaftlern und Praktikern eine optimale Plattform zum Erfahrungsaustausch. An dieser Stelle möchten wir Wissenschaftler und Praktiker aus der Finanz- und Versicherungsbranche aufrufen, sich mit Vortragsbeiträgen an der Konferenz zu beteiligen. Die Vorschläge können unterschiedliche Aspekte der Zinsmodellierung thematisieren, unter anderem Modellierung im Niedrigzinsumfeld, Zinsprognose, Bewertung von Zinsprodukten, Risikomodellierung oder Modellierung von Risikoprämien. Die Einsendefrist, inklusive einer Kurzbeschreibung der geplanten Vorträge, endet am 7. Oktober 2015 (Poststempel oder Email-Eingang). Weitere Informationen erhalten Interessenten unter: www.firm.fm FIRM und die kooperierenden Institutionen freuen sich über Ihre Initiative und Beteiligung im Rahmen der 1. Konferenz zur „Zinsmodellierung in Theorie und Praxis“. INHALT 17 EDITORIAL 18 INTERVIEW 22 WISSENSCHAFT 23 REGULIERUNGSTRENDS 24 FIRM-NEWS UND TERMINE HERAUSGEBER Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. MAIN TRIANGEL Zum Laurenburger Hof 76 D 60594 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 94 41 80 97 Telefax: +49 69 94 41 80 19 Internet: www.firm.fm E-Mail: info@firm.fm Redaktion: Frank Romeike (V.i.S.d.P.), Wolfgang Hartmann, Andreas Eicher E-Mail: redaktion@firm.fm Erscheinungsweise: 8 x im Jahr als Einhefter in der Zeitschrift RISIKO MANAGER Beste Grüße, Ihre FIRM-Redaktion

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