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RISIKO MANAGER 20.2015

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14 Ausgabe 20/2015

14 Ausgabe 20/2015 fixiert wurde, ist gem. Art. 4 Abs. 3b i) VO Nr. 528/2014 der Marktwert des Basiswerts als maßgeblicher Wert zu verwenden. Die Summe der Marktwerte der Basistitel bestimmt damit im Wesentlichen die Höhe der Eigenmittelunterlegung für die Nicht-Delta-Risiken. Die sehr hohe Eigenmittelanforderung für Nicht-Delta-Risiken von verkauften unstetigen Optionen soll bei den Instituten den Anreiz steigern, auf bankinterne Modelle zur Abschätzung dieser Risiken umzusteigen. Der Delta-Plus-Ansatz ließe sich grundsätzlich auf weitere Optionsrisiken erweitern. Beispielsweise kann die Änderung des Optionspreises nach t Gleichung 01 als Funktion weiterer Größen aufgefasst werden. Man erhält dann komplexere Approximationen, bei denen die Auswirkungen der Änderungen dieser Einflussgrößen unter Berücksichtigung ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten auf das Optionspreisrisiko beschrieben werden. Diese Überlegung führt zu weitergehenden Modellansätzen wie dem Szenario-Verfahren, das an dieser Stelle nur kurz skizziert werden soll. Szenario-Verfahren Mit dem Szenario-Matrix-Verfahren gem. Art. 7 bis 9 VO Nr. 528/2014 werden die Optionspositionen getrennt betrachtet und deren allgemeines Marktpreisrisiko sowie Vega-Risiko bestimmt, wobei die Teilanrechnungsbeträge für das spezifische Marktrisiko von Handelsbuchgeschäften wie im Delta-Plus-Ansatz separat berechnet werden. Das heißt, für die Optionspositionen müssen die Deltaäquivalente berechnet werden, die in Folge bei der Bestimmung der Gesamtbruttoposition benötigt werden, um schließlich den relevanten Unterlegungssatz für das spezifische Risiko anzuwenden. Auch beim Szenario-Matrix-Verfahren bildet die Taylor-Reihen-Entwicklung zur Bestimmung der Wertveränderung eines Optionsportfolios die Grundlage der Eigenmittelberechnungen. Wesentlicher Unterschied zum Delta-Plus-Ansatz ist die gleichzeitige (anstatt isolierte) Berücksichtigung der Einflüsse von mehreren Parametern auf die Optionsposition. Es werden für bestimmte Parameter Veränderungsspannen festgelegt, also beispielsweise für die Veränderung des Basispreises (Delta- Risiko) und für Volatilitätsänderungen (Vega-Risiko). Mit den Eckpunkten für die Parameter ergeben sich mehrdimensionale Matrizen für Optionen, die sich auf einen bestimmten Basiswert beziehen. Mithilfe dieser Matrizen bewertet das Institut ihr Optionsportfolio neu. Die resultierende Matrix enthält in jeder Zelle den Nettogewinn oder -verlust aus dem Optionsportfolio und den zugrunde liegenden Absicherungsgeschäften (wie Aktienbestände). Die Eigenmittelanforderung für das Delta- und Nicht-Delta-Risiko eines Basisinstruments entspricht dem höchsten in der Matrix enthaltenen simulierten Verlust. Die Aufsicht sieht gem. Art. 8 VO Nr. 528/2014 zur Erfassung des Delta- und Nicht-Delta-Risikos auch weiterhin ein zweidimensionales Raster vor [Schulte- Mattler 1996b]. Die erste Dimension sind die Preisänderungsrisiken der zugrunde liegenden Position unterhalb und oberhalb ihres gegenwärtigen Werts. Die Preisänderungen setzen sich aus einem Raster aus mindestens sieben Punkten – darunter die aktuelle Beobachtung – zusammen und teilen die für die verschiedenen Risikobereiche vorgegebenen Spannen (wie Aktienkursrisikobereich +/- acht Prozent) in gleich große Intervalle. Die zweite Dimension ist durch die Volatilitätsänderung definiert. Der Veränderungsbereich der Volatilität liegt zwischen +/- 25 Prozent der impliziten Volatilität. Das Szenario-Verfahren kann ohne Schwierigkeiten auf weitere Optionsrisiken, wie das Rho-Risiko (Sensitivität des Optionspreises bei Änderungen des Zinssatzes) und das Theta-Risiko (Sensitivität des Optionspreises bei Änderungen der Restlaufzeit der Option) ausgeweitet werden. Für diese Risiken ist bislang keine Mindesteigenkapitalanforderung vorgesehen. q Fazit und Ausblick Die CRR und die VO Nr. 528/2014 sehen – wie auch die SolvV a. F. – eine Mindesteigenmittelanforderung für die Preisänderungsrisiken von Optionen im Aktienkurs-, Zinsänderungs-, Warenpreis- und Fremdwährungsrisikobereich vor. Bei den methodischen Ansätzen zur Bestimmung der Eigenmittelanforderung (vereinfachter Ansatz, Delta-Plus-Ansatz, Szenario-Ansatz und Verwendung bankinterner Modelle) gibt es grundsätzlich keine Änderungen. Nur die Behandlung von verkauften Optionen im Delta-Plus-Ansatz, die einen nichtkontinuierlichen Preisänderungsverlauf besitzen (wie Digitaloptionen), ist gegenüber der SolvV a. F. neu. Die vergleichsweise sehr hohen Eigenmittelanforderungen für derartige Optionen sollen die Institute wohl animieren, auf bankinterne Modelle zur Abschätzung der Risiken von unstetigen Optionen umzusteigen. Durch die Überarbeitung der bankaufsichtlichen Vorschriften zu der Erfassung und Eigenmittelunterlegung von Marktpreisrisiken einschließlich der Optionspreisrisiken, die derzeit auf Ebene des Baseler Ausschusses im Rahmen des „Fundamental Review of the Trading Book“ diskutiert wird [Basel Committee on Banking Supervision, 2014], werden sich nach Vorlage eines finalen Baseler Papiers auch die CRR-Regelungen deutlich ändern. Auf die Institute kommt also eine neue Systematik zur Eigenmittelunterlegung von Optionspreisrisiken zu. Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise: BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (2014): Genehmigungsverfahren für selbst berechnete Delta-Faktoren, Rundschreiben 9/2014 (BA), 12. Dezember 2014. Basel Committee on Banking Supervision (2014): Fundamental review of the trading book, Dezember 2014, Basel (BCBS d305). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (1996): Änderung der Eigenkapitalvereinbarung zur Einbeziehung der Marktrisiken, Basel, Januar 1996, aktualisiert November 2005 (BCBS 119). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2006): Internationale Konvergenz der Eigenkapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen, Überarbeitete Rahmenvereinbarung, Umfassende Version, Juni 2006, Basel (BCBS 128). Black, F.; Scholes, M. (1973): The Pricing of Options and Corporate Liabilities, in: Journal of Political Economy, 81, S. 637-659. Cox, J. C.; Rubenstein, M. (1985): Options markets, Prentice Hall, Englewood Cliffs, New Jersey. Deutsch, H.-P. (2008): Derivate und Interne Modelle - Modernes Risikomanagement, 4. Aufl., Schäffer-Poeschel Verlag (Stuttgart). EU-Kommission (2013a): Richtlinie 2013/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen, zur Änderung der Richtlinie 2002/87/EG und zur Aufhebung der Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG, EU- Amtsblatt L 176 vom 27. Juni 2013, S. 338-436 („CRD IV“). EU-Kommission (2013b): Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012, EU-Amtsblatt L 176 vom 27. Juni 2013, S. 1-337 („CRR“).

15 Anzeige EU-Kommission (2014a): Delegierte Verordnung (EU) Nr. 528/2014 der Kommission vom 12. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards für Nicht-Delta-Risiken von Optionen gemäß dem standardisierten Marktrisiko-Ansatz, EU-Amtsblatt L 148 vom 20. Mai 2014, S. 29-35 („VO Nr. 528/2014“). EU-Kommission (2014b): Delegierte Verordnung (EU) Nr. 525/2014 der Kommission vom 12. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards zur Definition des Terminus "Markt, EU-Amtsblatt L 148 vom 20. Mai 2014, S. 15-16. EU-Kommission (2014c): Durchführungsverordnung (EU) Nr. 945/2014 der Kommission vom 4. September 2014 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards in Bezug auf relevante angemessen breit gestreute Indizes gem. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates, EU-Amtsblatt L 265 vom 5. September 2014, S. 3-6. EU-Kommission (2014d): Berichtigung der delegierten Verordnung (EU) Nr. 528/2014 der Kommission vom 12. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards für Nicht-Delta-Risiken von Optionen gemäß dem standardisierten Marktrisiko-Ansatz, EU- Amtsblatt L 265 vom 5. September 2014, S. 32. European Banking Authority (2013a): EBA FINAL draft Regulatory Technical Standards On non-delta risk of options in the standardised market risk approach under Articles 329(3), 352(6) and 358(4) of Regulation (EU) No. 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR), 17. Dezember 2013 (EBA/RTS/2013/13). European Banking Authority (2013b): EBA FINAL Draft Implementing Regulatory Technical Standards On the definition of market indices under Article 341(3) of Regulation (EU) no. 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR), 20.12.2013 (EBA/RTS/2013/16). European Banking Authority (2013c): EBA FINAL Draft Implementing Technical Standards On appropriately diversifies indices under Article 344(1) of Regulation (EU) No. 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR), 17. Dezember 2013 (EBA/ITS/2013/10). European Banking Authority (2015): EBA FINAL Draft Final Draft Regulatory Technical Standards correcting Delegated Regulation (EU) No 528/2014 supplementing Regulation (EU) No 575/2013 of the European Parliament and of the Council with regard to regulatory technical standards for non-delta risk of options in the standardised market risk approach and correcting Delegated Regulation (EU) No 604/2014 supplementing Directive 2013/36/EU of the European Parliament and of the Council with regard to regulatory technical standards with respect to qualitative and appropriate quantitative criteria to identify categories of staff whose professional activities have a material impact on an institution's risk profile, 16. July 2015 (EBA/ RTS/2015/09). Hull, J. C. (2012): Optionen, Futures und andere Derivate, 8. aktualisierte Auflage, München (Pearson), 2012. Kesting, H.; Schulte-Mattler, H. (1992): Herleitung der Black/Scholes-Formel aus dem binomialen Optionspreismodell, in: WiSt Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Heft 4, S. 211-215. Schulte-Mattler, H. (1996a): Delta-plus-Ansatz bei Optionen, in: Die Bank, Heft 8, S. 500-505. Schulte-Mattler, H. (1996b): Szenario-Matrix-Verfahren bei Optionen, in: Die Bank, Heft 12, S. 758-763. Schulte-Mattler, H. (2014a): CRR-Risikobereiche: Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken, in: Risiko Manager, Ausgabe 15/2014, S. 15-21. Schulte-Mattler, H. (2014b): CRR-Risikobereiche: Zinsund Aktienpositionsrisiken, in: Risiko Manager, Ausgabe 20/2014, S. 30-37. Autor: Prof. Dr. Hermann Schulte-Mattler, Professor für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Finanzwirtschaft und Controlling an der Fachhochschule Dortmund. Michael Niemeier, cand. Master of Science im Studiengang Risk & Finance an der Fachhochschule Dortmund. Webinar Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) am Freitag, 30. Oktober 2015, 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr Anmeldung und Information: Telefon: 0221-5490-133 (Stefan Lödorf) | per Fax: 0221-5490-315 | E-Mail: events@bank-verlag.de Bank-Verlag GmbH | Wendelinstraße 1 | 50933 Köln Jetzt anmelden www.risiko-manager-trainings.com

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