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RISIKO MANAGER 19.2015

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8 Ausgabe 19/2015 [

8 Ausgabe 19/2015 [ buchbesprechung ] Heike Buchter BlackRock – Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld Campus Verlag, Frankfurt am Main 2015, 280 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-593-50458-2. r Kein Unternehmen verwaltet so viel Geld wie der US-amerikanische Vermögensverwalter BlackRock mit Sitz in New York. Über die Analyse- und Handelsplattformen des größten Akteurs in der undurchsichtigen Welt der so genannten Schattenbanken fließen 14 Bio. US-Dollar (eine Zahl mit 12 Nullen). Das bedeutet, dass inzwischen über fünf Prozent aller Finanzwerte weltweit – Aktien, Anleihen, Devisen, Kreditbriefe, Derivate und Zertifikate – über die IT-Systeme von BlackRock laufen. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt – also der Gesamtwert aller Güter, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden – summierte sich für Deutschland im Jahr 2014 auf rund 3,6 Bio. US-Dollar. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1988, zunächst als Financial-Management-Gruppe innerhalb der Blackstone Group. Ein Start-up, gegründet buchstäblich im Hinterzimmer der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone. Gründer von BlackRock war Lawrence Fink, genannt Larry. Der Sohn eines Schuhladenbesitzers in San Francisco verfügte über exzellente Studienabschlüsse und gilt als brillianter Kopf. Nach dem Studium lernte er sein Handwerkszeug zunächst bei der Investmentbank First Boston, die später von der Credit Suisse geschluckt wurde. Dort beschäftigte sich Fink vor allem mit der Verbriefung von Hypotheken. Fink bastelte aus Krediten Wertpapiere, die anschließend an Investoren verkauft werden konnten. Doch da Fink und seine Leute Zinsbewegungen falsch prognostiziert hatten, folgte im Jahr 1986 der tiefe Absturz. Aus Larry war Loser Larry geworden. Doch bereits im Februar 1988 meldete sich Blackstone bei ihm – und damit war das Fundament für Black- Rock präpariert. Doch Fink hatte sich die Finger verbrannt und ging hart mit sich ins Gericht: Sie hätten das Risiko, das sie mit ihren Handelstransaktionen eingingen, nicht ausreichend verstanden. Die damaligen Computerprogramme seien viel zu grob gewesen. Sie seien nicht in der Lage gewesen, zu kalkulieren, was passieren würde, wenn wichtige Parameter – wie etwa die Zinsen – sich änderten. Für Fink war daher klar, dass er nie wieder in eine Position geraten wolle, in der er die Risiken nicht abschätzen kann. Daher gingen er und sein Team daran, ein Computersystem zu bauen, dass alle Risiken methodisch fundiert erfasst und bewertet. „BlackRock verabschiedete sich von Trader-Instinkten und versuchte sie stattdessen durch Computermodelle zu ersetzen, die mit immer mehr Informationen gefüttert wurden“, so die Wirtschaftsjournalistin und Autorin Heike Buchter. Aladdin ist Larry Finks Paranoia in Sachen Risiko, umgesetzt in 25 Mio. Zeilen Computer-Code. Rob Goldstein gehört zu den Pionieren bei Blackrock und ist heute Chef von BlackRock Solutions sowie Hüter von Aladdin. Hinter dem 1001-Nacht-Namen verbirgt sich der Name „Asset Liability and Debt, Derivative Investment Network“. Das gigantische Datenanalysesystem besteht aus einem Heer von Analysten und rund 6.000 Großrechnern, die Hunderte Mio. Kalkulationen pro Woche ausführen. Diese Rechnerkapazität braucht Aladdin, um täglich, stündlich, minütlich und teilweise sogar sekündlich auszurechnen, welchen Wert die Aktien, Bonds, Devisen oder Kreditpapiere haben, die in den milliardenschweren Anlageportfolios liegen. Parallel rechnet Aladdin viele Szenarien durch: Wie wird sich der Wert des Portfolios verändern, wenn sich das Umfeld verändert, etwa die Konjunktur einbricht, wenn Währungskurse purzeln, die Weizenernte Kanadas einer Dürre zum Opfer fällt oder der Ölpreis klettert? Das sind „Waswäre-wenn-Analysen“ in methodischer Perfektion. Es ist eine Art Kernspintomograph für die Anlageportfolios von institutionellen Investoren, erläutert Goldstein den Kern von Aladdin. Der große Durchbruch gelang BlackRock mit einem Auftrag vom Mischkonzern General Electric (GE). BlackRock erhielt die Aufgabe, das notleidende Hypothekenportfolio der GE-Tochter Kidder Peabody & Co., einer Investmentbank, zu durchforsten. „Das Kidder-Peabody- Portfolio galt damals als einer der komplexesten Investmentpools überhaupt“, sagt Goldstein. Und diese Aufgabe lösten die Experten mit ihren Analysesystemen mit Bravour. Und dann kam die Finanzkrise, die große Stunde für BlackRock. Kein Marktteilnehmer kannte die komplexen Zusammenhänge der Hypothekenpapiere besser als Fink und seine Experten. So analysierten die BlackRock-Profis und deren Datenanalysesysteme unter anderem die Portfolien von Bear Stearns und vom Versicherungsgiganten AIG. BlackRock hat durch die Finanzkrise an Relevanz, Macht und Kapital gewonnen. Die Finanzjournalistin Heike Buchter liefert mit ihrem Buch auf eine sehr anschauliche und unterhaltsame Weise Einblicke in die Geschichte und Gegenwart von BlackRock. Sie beschreibt in ihrem Buch detail- und kenntnisreich die Hintergründe eines Weltkonzerns, den kaum jemand kennt. Fazit: Ein Lesevergnügen für jeden Kapitalmarkt- und Risikomanagement-Interessierten. Risikomanager werden viel über professionelles und weniger professionelles Risikomanagement lernen. Nach seinen traumatischen Erlebnissen bei First Boston war für Fink klar: Modernes Risikomanagement in einer komplexen Finanzwelt muss anderes aussehen als noch vor vielen Jahrzehnten. BlackRocks oberster Risikomanager hört auf den Namen Aladdin und ist ein Cluster aus Tausenden von Hochleistungsrechnern, die jede Sekunde Szenarien durchsimulieren. Bleibt zu hoffen, dass Aladdin die richtigen Szenarien auf dem Radar hat. (Frank Romeike) rrrrr rrrrq rrrrr rrrrq

9 Überarbeitung des Baseler Rahmenwerkes und EBA Report Überarbeitung der Verbriefungsregeln Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat am 11. Dezember 2014 im Rahmen der Basel-III-Diskussionen ein Dokument mit dem Titel „Revisions to the securitisation framework“ veröffentlicht. Das Dokument gibt den derzeitigen Stand der Überarbeitung der Verbriefungsregeln auf Baseler Ebene wieder, zusammen mit dem kürzlich (im Juli 2015) veröffentlichten Dokument des BCBS und des Board of the International Organization of Securities Commissions (IOSCO) mit dem Titel „Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations“. BCBS und IOSCO hatten zeitgleich am 11. Dezember 2014 mit der Veröffentlichung des neuen Rahmenwerkes ein Konsultationspapier zu „simple, transparent and comparable securitisations“ veröffentlicht, denn im Rahmen der Überarbeitung und teilweise Verschärfung der Verbriefungsregeln war die Diskussion aufgekommen, ob die neuen Eigenmittelvorschriften für alle Arten der Verbriefungen angemessen sind. BCBS und IOSCO haben daher in einem ersten Schritt Kriterien für solche privilegierten Verbriefungen entwickelt [vgl. Basel Committee on Banking Supervision und Board of the International Organization of Securities Commissions 2015], wobei der zweite Schritt – die Abänderung der Eigenmittelanforderungen – erst nach der Verabschiedung und Umsetzung des Basel-III-Regelwerkes für Verbriefungen erfolgen soll. Vor dem Hintergrund des nach wie vor nicht wieder vollständig hergestellten Verbriefungsmarktes in Europa und der Annahme, dass der Anwendungsbereich für „simple, transparent and comparable securitisations“ in Europa grundsätzlich größer sein wird, versucht die Europäische Kommission diesen Zeitplan zu beschleunigen und hat die European Banking Authority (EBA) mit der Ausarbeitung von Kriterien für „simple, transparent and comparable securitisations“ beauftragt, um eine gleichzeitige Einführung der Regeln für diese privilegierten Verbriefungen mit dem Basel-III-Regelwerk zu ermöglichen. Der vorliegende Beitrag wird sich daher mit den folgenden Dokumenten auseinandersetzen: • EBA Report on qualifying securitisation – Response to the commission’s call for advice of January 2014 on long-term financing und • Basel Committee on Banking Supervision – Basel III Document; Revisions to the securitisation framework, 11.12.2014, wobei zunächst der jeweilige Hintergrund des Dokumentes erläutert und sodann die wichtigsten Inhalte skizziert werden. Auf das bereits erwähnte Dokument „Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations“ [vgl. Basel Committee on Banking Supervision und Board of the International Organization of Securities Commissions 2015] wird nicht näher eingegangen, da die EBA die Kriterien überwiegend aufgenommen hat und außerdem davon auszugehen ist, dass die von der EBA entwickelten Kriterien in der Gesetzgebung zur Änderung der CRR (Capital Requirements Regulation) Berücksichtigung finden werden. EBA Report on qualifying securitisation Hintergrund Der Report, welcher am 7. Juli 2015 veröffentlicht wurde [vgl. European Banking Authority 2015], ist eine Antwort auf den „Call for advice“ der Kommission vom Januar 2014 und eröffnet den Konsultationsprozess zur Erarbeitung von Kriterien für „Qualifying Securitisation“ mit einer Empfehlung der EBA. Die EBA behält sich vor, eine Überarbeitung der Inhalte in Abhängigkeit von den Entscheidungen des BCBS und der IOSCO zur Bestimmung eines globalen „securitisation framework“ und der Überarbeitung des BCBS „securitisation framework“ gegebenenfalls vorzunehmen. Die von der EBA vorgeschlagenen und zur Diskussion gestellten Änderungen sollen zur Stärkung des Vertrauens der Investoren in Verbriefungen und Bekämpfung des Stigmas von Verbriefungen, welches im Zuge der Finanzmarktkrise entstanden ist, beitragen. Im Kernpunkt schlägt die EBA eine Abkehr vom bestehenden Ansatz, alle Verbriefungen gleich zu behandeln, vor und rät zu einer Unterscheidung zwischen qualifizierten und anderen Verbriefungen (anhand von im Voraus festgelegten Kriterien). Maßgebliche Empfehlungen im Detail Die EBA empfiehlt eine ganzheitliche Überarbeitung des regulatorischen Rahmenwerks für Verbriefungen [vgl. European Banking Authority 2015, S. 23]. Dabei soll eine systematische und detaillierte Überprüfung des gesamten regulatorischen Rahmenwerks übergreifend über die unterschiedlichen Aufsichtsbehörden und in Übereinstimmung mit den regulatorischen Rahmenregelungen für andere Investmentprodukte vorgenommen werden und schließlich ungerechtfertigte Unterschiede zwischen der Behandlung von Verbriefungen und anderen Investmentprodukten aufgelöst werden. Bei der Unterscheidung in qualifizierte und andere Verbriefungen soll mit Hilfe eines zweistufigen Ansatzes die Definition von „qualifying“ erfolgen. Zunächst sollen „simple, standard and transparent securitisations“ identifiziert werden. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass folgende Faktoren vermieden werden: Risiken im Zusammenhang mit der Struktur, Interessenkonflikte, die sich vor allem im Originierungsprozess bemerkbar machen können, übermäßiger Leverage und Transformation von Fälligkeiten. Die EBA hat damit Konstellationen aufgegriffen, bei denen in der Finanzkrise

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