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RISIKO MANAGER 13.2015

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RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

4 Ausgabe 13/2015

4 Ausgabe 13/2015 Konturen des Systemrisikomanagements Die Finanzkrise hat gezeigt, dass Schieflagen in einzelnen Banken und Marktsegmenten schwerwiegende globale Auswirkungen nach sich ziehen können. Die intensivierte Überwachung legt nicht zwangsläufig alle Risiken offen, die sich für die Gefährdung des Gesamtsystems als relevant erweisen. Daher betrachten die internationalen Regulatoren das Finanzsystem in seiner gesamten Komplexität. Systemische Risiken, etwa nicht mehr beherrschbare Kettenreaktionen an den Finanzmärkten, wurden in der Vergangenheit weitgehend ausgeblendet. Spätestens die internationale Finanzkrise hat aber offenbart, dass dieses Vorgehen falsch war, denn systemische Risiken verfügen in Wahrheit über ein extrem hohes Schadenspotenzial. Ihr Eintritt ist rein statistisch äußerst selten, doch wenn diese Risikokategorie schlagend wird, sind die Folgen umso destruktiver. Systemische Risiken beschreiben im Gegensatz zu Einzelrisiken jene Gefahren, die eine sich selbst verstärkende, krisenhafte Dynamik annehmen können. Sie durchziehen weite Teile von Wirtschaft und Gesellschaft, ohne in ihrer gesamten Komplexität wahrgenommen zu werden. Ihre besondere Brisanz gewinnen systemische Risiken dennoch nicht allein aus den direkten Schäden, die sie verursachen. Es sind vielmehr die weitreichenden Wirkungen in zentralen gesellschaftlichen Systemen, insbesondere in der Finanzindustrie, die den Umgang mit diesem Risikotyp schwierig und zugleich dringlich machen. Systemrisiken in der Kreditwirtschaft entstehen, wenn Schieflagen einzelner Institute Ansteckungs- und Dominoeffekte für den Gesamtmarkt erzeugen. Ziel der Bankenaufsicht ist deshalb, das volkswirtschaftliche Finanzsystem so zu stabilisieren, dass Stresssituationen und Umbruchphasen möglichst geringe Negativeffekte mit sich bringen. „Ein Finanzsystem ist umso stabiler, je geringer die Fehlanreize im System wirken und je größer die Risikopuffer und insbesondere das Eigenkapital im System sind“, sagt Prof. Dr. Claudia Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank. Die Begrenzung von Größeneffekten, Risiken aus der Kreditvergabe sowie von prozyklischen Wirkungsketten steht deshalb im Vordergrund der regulatorischen Disziplin des Systemrisikomanagements. Als konkretes wirtschaftspolitisches Instrument erweist sich dabei die makroprudenzielle Analyse. „Seit Ausbruch der Krise sind wichtige Weichen gestellt worden. Für das bisher Erreichte werden wir im Ausland bewundert“, so Buch im Rahmen eines Vortrags an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Neue Institutionen, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und richtungsweisende Reformen seien bereits auf den Weg gebracht. Auf makroprudenzieller Basis ist hinsichtlich des Systemrisikomanagements zunächst der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) relevant, der Warnungen und Empfehlungen an nationale Adressaten (z. B. die BaFin) gibt. Innerhalb der Bankenunion nimmt der europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board, ESRB) eine vergleichbare Funktion wahr. Er ist für die Vizepräsidentin Prof. Dr. Claudia M. Buch Foto: Deutsche Bundesbank Früherkennung makroökonomischer Entwicklungen sowie für die Prävention und Bekämpfung von systemischen Risiken innerhalb des Finanzmarkts der EU zuständig. Dazu gehört auch die Analyse, welche OTC- Derivate das größte Systemrisikopotenzial aufweisen. Als integraler Bestandteil des europäischen Finanzaufsichtssystems (European System of Financial Supervision, ESFS) und Gremium der EZB in Frankfurt arbeitet der EU-Systemrisiko-Rat eng mit den EU- Aufsichtsbehörden EBA (Banken), EIOPA (Versicherungen) und ESMA (Wertpapierwesen) zusammen. Mit dem Instrument der neuen Eigenmittelpuffer ist es der Aufsicht möglich, dass harte Kernkapital und mithin das darin enthaltene bilanzielle Eigenkapital der Institute deutlich und nachhaltig zu erhöhen. Die Puffer sind Hoffnungsträger, um Institute widerstandsfähiger und ihre Geschäftsmodelle langfristig tragfähig zu machen. Höhere Eigenkapitalzuschläge rechtfertigt Bankenaufseherin Buch mit dem Risikopotenzial globaler Institute, die stärker vernetzt sind und von impliziten Subventionen („too big to fail“) profitieren. Betroffen sind deshalb global systemrelevante Banken (Global Systemically Important Institutions, G-SIIs) und national systemrelevante Institute (Other Systemically Important Institutions, O-SIIs). Maßgeblich sind der Kriterienkatalog des Baseler Ausschusses (BCBS) sowie die Leitlinien der europäischen Bankenaufsicht EBA. Der leitende Gedanke ist der Erkenntnis geschuldet, dass Eigenkapitalanforderungen in Boomzeiten einer Lockerung unterliegen. Die Abweichung der Kredite an den privaten nichtfinanziellen Sektor vom langfristigen Trend wird als zentraler Indikator herangezogen (Kredit-BIP-Lücke). Einzelne Länder können allerdings zusätzliche Indikatoren integrieren, beispielsweise Immobilienpreise, und innerhalb eines nationalen Ermessensspielraums agieren. Umgekehrt sind Erfahrungen anderer Länder aufgrund struktureller Unterschiede nicht immer übertragbar. „Nicht alle Kreditblasen enden in Krisen“, so Bankenaufseherin Buch in Düsseldorf. Zudem seien Immobilienkreditrisiken anhand statistischer Daten über einen längeren Zeitraum kaum zu erkennen. „Von zentraler Bedeutung ist deshalb, dass eine rechtzeitige Erhebung der relevanten Daten erfolgt“, so Buch. Generell seien Krisen, die aus Kreditblasen entstehen, tiefer, dauerten länger und seien mit höheren sozialen Kosten verbunden, sagt die Bundesbank-Vizepräsidentin. „Aggregierte Daten allein erzählen uns allerdings nicht die Geschichte, die wir brauchen, um Risiken im Finanzsystem ausreichend zu identifizieren. Sie beschreiben die Verteilung von Risiken im System nur unzureichend“, sagt Buch. Eine rechtzeitige Planung der Datenerhebung könne Kosten senken und sollte deshalb Teil des politischen Prozesses sein. Die Bundesbank-Vizepräsidentin wirbt damit auch für eine höhere Akzeptanz der geplanten Reform des Meldewesens mit grundlegenden Ausweitungen des Risikoreportings und der Erhebung von granularen Daten zu Krediten (AnaCredit).

5 Weltweiter Handel bald auf Vor-Krisen-Niveau Laut HSBC Trade Forecast werden deutsche Exporte auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Bislang ist dies auf das wachsende Geschäft mit Nicht-EU-Ländern und den schwachen Euro zurückzuführen. Doch während langfristig Asien der größte Wachstumstreiber sein dürfte, steigt mit den voranschreitenden Verhandlungen zu globalen Handelsabkommen wie der Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) oder der Trans-Pacific Partnership (TPP) auch die Bedeutung von Nordamerika und Europa für den weltweiten Handel wieder. Insgesamt wird sich das Wachstum des globalen Handelsvolumens ab 2016 einem Niveau nähern, das zuletzt vor der Finanzkrise erreicht worden ist. So geht die HSBC für die Jahre 2017 bis 2020 von einem jährlichen Handelswachstum von acht Prozent aus. Weltweit überdurchschnittlich stark steigen wird der Handel mit elektronischen Gütern. Der wachsende Bedarf an Informationstechnologie sowohl für den privaten als auch den industriellen Gebrauch soll dieser Entwicklung auch hierzulande Auftrieb verleihen. Das stärkste Handelswachstum wird mittel- und langfristig in Asien erwartet. Dabei soll vor allem der direkte Handel der Wachstumsmärkte untereinander zunehmen. „Der Süd-Süd Handel wird von der strukturellen und demografischen Entwicklung in den Wachstumsmärkten enorm profitieren. Für deutsche Unternehmen hat dies zur Folge, dass sie sich in ihren Handelsbeziehungen diversifizieren und frühzeitig die Brücke zu den Wachstumsmärkten schlagen müssen“, so Thomas Farrant, Leiter Global Trade & Receivable Finances für Mid-Market-Enterprises bei HSBC in Deutschland. Das größte Handelswachstum für deutsche Unternehmen erwartet die HSBC künftig in China und Vietnam. Deutsche Exporte in diese beiden Länder sollen in den nächsten Jahren die Marke von acht Prozent Wachstum pro Jahr deutlich überschreiten. China wird spätestens im Jahr 2030 ausweislich der Studie sogar der wichtigste Exportmarkt für deutsche Unternehmen sein. „Vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau und aus der pharmazeutischen Industrie werden vom Handelswachstum in China profitieren. In diesen beiden Branchen erwarten wir langfristig das höchste Wachstum an deutschen Importen“, sagt Bruce Allen Alter, Head of Global Trade & Receivable Finances bei HSBC in China. Nach China werden im Jahr 2030 Frankreich und die USA die wichtigsten Exportmärkte für deutsche Unternehmen sein. Wachstumstreiber kann hierbei vor allem die fortschreitende Liberalisierung globaler Handelswege sein. Weitere Informationen sind auf der HSBC-Website (www.hsbc trinkaus.de) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar. Anzeige HOCHSCHULE KOBLENZ APPLIED SCIENCES RheinAhrCampus Thomas Jäkel, MBA-Absolvent der Hochschule Koblenz, Standort Remagen MASTER OF BUSINESS ADMINISTRATION NEBEN DEM BERUF // FINANCIAL RISK MANAGEMENT // GESUNDHEITS- & SOZIALWIRTSCHAFT // LEADERSHIP // LOGISTIKMANAGEMENT // MARKETINGMANAGEMENT // PRODUKTIONSMANAGEMENT // SPORTMANAGEMENT // TOURISMUSMANAGEMENT // UNTERNEHMENSFÜHRUNG / FINANZMANAGEMENT WWW.MBA-FERNSTUDIENPROGRAMM.DE

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