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RISIKO MANAGER 13.2015

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24 Ausgabe 13/2015 [

24 Ausgabe 13/2015 [ buchbesprechung ] Henning Lindhoff Zombies, Hacker und legale Drogen: Zwei Dutzend Denkanstöße zum Diskutieren, Weiterdenken und Weitersagen Finanzbuch Verlag, München 2015, 237 Seiten, 17,99 ¤, ISBN 978-3-89879-892-1 r Das Verhältnis vieler Bürger in Deutschland zu Markt, Politik, Sicherheit, Freiheit und Demokratie ist – vorsichtig formuliert – irritierend bis schockierend. Einer aktuellen Studie der Freien Universität Berlin zufolge denken mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler. Jeder Dritte ist davon überzeugt, dass der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger führe. Drei von zehn Befragten gaben an, sie könnten sich eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus vorstellen. Dies führt dann zu dem Ergebnis, dass 37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee halten. Der Markt wird als gierig und ungerecht verschrien. Eine Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) – an der sich immerhin 1.487 Menschen beteiligten – führt zu weiteren höchst irritierenden Ergebnissen: Sicherheit im Internet ist wichtiger als Freiheit. 61 Prozent der Befragten sehen den Staat in der Pflicht, die Bürger zu schützen. Gleichzeitig geht die Hälfte der Befragten davon aus, dass der gleiche Staat sie bei der digitalen Kommunikation überwacht. Bereits Benjamin Franklin wusste: Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. Henning Lindhoff, stellvertretender Chefredakteur des liberalen Monatsmagazins „eigentümlich frei“, hält mit seinem Buch „Zombies, Hacker und legale Drogen“ gut recherchierte und stringent dargelegte Gegenargumente bereit. Er zeigt auf, wie die natürlichen Gesetze des Marktes beschaffen sind, wie sie zum Vorteil aller Beteiligten wirken und warum ihre Mechanismen und Wirkungsweisen nicht von Menschenhand und Menschengeist unterdrückt werden können. Der Markt wirkt immer, so der Autor. Auch dann, wenn die Menschen seine Regeln nicht verstehen und ihn gerade deshalb als schädlich erachten. „Träfen sich zwei Menschen auf einer einsamen Insel, würden sie ganz automatisch die Regeln des freien Marktes anwenden. Sie würden Eigentum definieren, ihre Talente entfalten und Kooperation üben. Und sie würden stets versuchen, besser zu sein als der andere. Sie würden im Wettbewerb stehen. Dies ist der natürliche Instinkt der Menschen. Und deshalb ist der Markt die natürliche Ordnung, die Ordnung, die keinen Planer, keinen Verwalter und keinen Herrscher benötigt. Der Markt folgt den Menschen. Im Gegensatz zum Markt steht die Politik.“ Autor Lindhoff zeigt auf, dass politische Systeme immer zum Scheitern verdammt sind. Jeder Versuch, auf einem politischen Weg Einfluss auf den Markt zu nehmen, endet in falschen Anreizen und schädigt das Signalsystem des Marktes. Politik und Markt vertragen sich nicht miteinander, so die Argumentation. Der Markt ist geprägt von Demut. Er kennt keine Herrschaft. Doch wo die Politik den Thron bestiegen hat, kennt sie kein Pardon, kein Miteinander. „Während der Markt gerade durch eine reichhaltige und bunte Angebotspalette seinen Glanz erhält, dulden politische Systeme und gesellschaftliche Großentwürfe keine alternativen Lebensmodelle und unterdrücken die Kraft und Kreativität von Individuen und kleinen, selbstorganisierten Gemeinschaften.“ Das Buch gliedert sich in acht Abschnitte. Unter den Schlagworten Leben, Riskieren, Planen, Schwitzen, Handeln, Finanzieren, Investieren und Zurückblicken hat Henning Lindhoff seine Einwände für die Freiheit subsummiert. Hierbei reicht die Palette der Themen von Kultur und Politik, Liberalisierung von Drogen, sozialer Gerechtigkeit, Amazon und Entwicklungshilfe bis zur Share Economy. In zwei Dutzend kurzen Texten liefert der Autor Denkanstöße und räumt mit falschen Mythen auf. Er zeigt auf, dass der Markt im Kapitalismus der Ort ist, an dem sich Menschen von Tag zu Tag treffen und austauschen. Und das Ganze gelingt auf eine äußerst friedfertige Weise, weil die natürlichen Gesetze des Marktes mit den naturgegebenen Instinkten des Menschen korrespondieren. Der größte Verdienst des vorliegenden Buchs liegt darin, dass Henning Lindhoff mit dogmatischen Scheinwahrheiten aufräumt und festzementierte Gedankengebäude einreißt oder zumindest deren Fundament zerstört. Das Buch räumt radikal mit langlebigen und hartnäckigen Mythen rund um wirtschaftspolitische Interventionsaktionen auf. Staatliche Intervention nimmt den Bürgern Geld und verteilt es nach eigenen Logiken. Planwirtschaft ersetzt Marktwirtschaft. Dies gilt wohl auch für den Regulierungs-Tsunami, der seit vielen Jahren über die Finanzwirtschaft einbricht. Die Frage, ob in der Konsequenz die Qualität des Risikomanagements besser wird oder gar eine Risikokultur etabliert wird, bleibt indes unbeantwortet. Leider führt Regulierung nicht selten zu überbordender Bürokratie, einem Ausblenden von potenziellen Chancen. Ein zu enges bürokratisches Korsett hat mittel- bis langfristig schwerwiegende Folgen für die Innovationskraft und Profitabilität der Finanzbranche und damit auch für die Erfüllung des gesellschaftlichen Auftrags. Vor diesem hoch aktuellen Hintergrund kann das Buch vor allem Finanzdienstleistern als Lektüre nur wärmstens empfohlen werden. Fazit: Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das Argumente und Munition für kontroverse Diskussionen liefert (Frank Romeike). RISIKO MANAGER Rating: Praxisbezug: rrrrr Inhalt: rrrrr Verständlichkeit: rrrrr Gesamtwertung: rrrrr

25 Stühlerücken bei der Zurich Cecilia Reyes (Foto), derzeit Chief Investment Officer und Regional Chairman of Asia Pacific, übernimmt zum 1. Juli 2015 von Axel P. Lehmann die Position des Chief Risk Officer bei der Zurich Insurance Group (Zurich). Urban Angehrn, derzeit Head of Alternative Investments, wird zeitgleich neuer Chief Investment Officer. Lehmann, Chief Risk Officer und Regional Chairman of Europe, Middle East and Africa, hat sich entschieden, außerhalb des Versicherungskonzerns neue Herausforderungen zu übernehmen und die Gruppe am Ende des Jahres zu verlassen. Er war fast 20 Jahre für die Zurich-Gruppe tätig, davon fast 14 Jahre als Mitglied der Konzernleitung. Reyes ist seit 2010 Chief Investment Officer und Mitglied der Konzernleitung. Im April 2015 übernahm sie zusätzlich die Funktion des Regional Chairman of Asia Pacific, eine Rolle, die sie weiterhin wahrnehmen wird. Axel Lehmann bleibt Regional Chairman of Europe, Middle East and Africa, Präsident des Verwaltungsrats von Farmers Group, Inc. und von Zurich Insurance plc (Ireland), bis die Nachfolge für diese Positionen geregelt ist. Angehrn folgt auf Cecilia Reyes als Chief Investment Officer und wird außerdem zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. Er stieß 2007 als Regional Investment Manager für Europa zur Zurich Group. Bevor er seine derzeitige Position übernahm, war er im Investment Banking aktiv, unter anderem bei der Winterthur- Gruppe. Davor beriet er institutionelle Kunden in der Schweiz über den Einsatz von Derivaten. Er bringt insgesamt zehn Jahre Erfahrung in der Kapitalanlage für Versicherungen mit sowie mehr als zehn Jahre Erfahrung im Bereich Derivatives Marketing und Fixed Income Sales aus Positionen bei Credit Suisse First Boston und JP Morgan. Angehrn hält einen Doktortitel in Mathematik der Harvard University und einen Master in Theoretischer Physik der ETH Zürich. Axel P. Lehmann (Foto), der derzeitige Chief Risk Officer und Regional Chairman of Europe, Middle East and Africa, arbeitete zuvor als Projektleiter und wissenschaftlicher Assistent am Institut für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen. 1989 wurde er zum Lehrbeauftragten für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen ernannt, und 1990 wurde er Vizedirektor und Leiter Consulting and Management Development am Institut für Versicherungswirtschaft und am Europäischen Zentrum. 1994 wirkte er als Gastprofessor an der Bocconi Universität in Mailand, Italien. Danach wechselte er als Leiter Corporate Planning and Corporate Controlling zur Swiss Life in Zürich. Nach seinem Wechsel zu Zurich im Jahr 1996 wurde Axel Lehmann Mitglied der Geschäftsleitung der Zurich Schweiz und war als Leiter der Unternehmensentwicklung und später des Firmenkundengeschäfts tätig. Axel Lehmann wurde im November 2000 Mitglied des Group Management Board und war für die gruppenweiten Geschäftsentwicklungsbereiche verantwortlich. Ab September 2001 war er als CEO für Nord-, Zentral- und Osteuropa verantwortlich und wurde anschließend zum Chief Executive Officer der Zurich-Gruppe Deutschland ernannt. Im März 2002 wurde Herr Lehmann zum Mitglied der Konzernleitung und zum Chief Executive Officer des Geschäftsbereichs Kontinentaleuropa ernannt. Im Jahr 2004 war er für die Integration der Geschäftsbereiche Großbritannien, Irland und Südafrika in den Geschäftsbereich Kontinentaleuropa verantwortlich. Im September 2004 wurde er CEO von Zurich American Insurance Company und des Geschäftsbereichs Zurich North America Commercial in Schaumburg, Illinois. Seit Januar 2008 ist er in seiner jetzigen Position als Chief Risk Officer tätig und übernahm bis 2010 zusätzlich die Verantwortung für Group IT. Seit Juli 2011 ist er zudem Präsident des Verwaltungsrats der Farmers Group, Inc. und seit Oktober 2011 Regional Chairman of Europe. Im April 2015 übernahm er zusätzliche Verantwortung als Regional Chairman of Europe, Middle East and Africa. Ergänzend hierzu ist Axel Lehmann Mitglied des Verwaltungsrats der UBS AG sowie Mitglied und ehemaliger Präsident des CRO Forum. Er ist Titularprofessor für Betriebswirtschaftslehre und Dienstleistungsmanagement sowie Präsident des geschäftsleitenden Ausschusses des Instituts für Versicherungswirtschaft (I.VW-HSG) an der Universität St. Gallen sowie Vorstand von economiesuisse und Chairman des Global Agenda Council on the Global Financial System des World Economic Forums (WEF). Axel Lehmann hat einen MBA sowie einen Doktortitel der Wirtschaftswissenschaften impressum Chefredaktion (verantwortliche Redakteure) Frank Romeike Tel.: 02 21/54 90-532, Fax: 02 21/54 90-315 E-Mail: frank.romeike@bank- verlag.de Thorsten Manns Tel.: 02 21/54 90-146, Fax: 02 21/54 90-315 E-Mail: thorsten.manns@bank- verlag.de Gesamtleitung Kommunikation und Redaktion Dr. Stefan Hirschmann Mitarbeiter dieser Ausgabe Andreas Eichler, Dr. Andreas Hammerschmidt, Frank Romeike Verlag Bank-Verlag GmbH Wendelinstraße 1 50933 Köln Geschäftsführer: Wilhelm Niehoff (Sprecher), Michael Eichler, Matthias Strobel Mediaberatung Andreas Conze Tel.: 02 21/54 90-603, Fax: 0221/5490-315 E-Mail: andreas.conze@bank-verlag.de Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 11 gültig ab 1. Mai 2015 Abo- und Leserservice Tel.: 02 21/54 90-500, Fax: 0221/5490-315 E-Mail: medien@bank- verlag.de Produktionsleitung: Armin Denzel Objektleitung: Bernd Tretow Satz: apm AG, Darmstadt Lektorat: Ulrike Ascheberg-Klever, Köln Druck ICS Internationale Communikations-Service GmbH Geschäftsführender Gesellschafter: Dipl. Ing. Alois Palmer Voiswinkeler Str. 11d, 51467 Bergisch Gladbach Erscheinungsweise: Zweiwöchentlich Bezugspreis: Jahresabonnement 372 ¤ zzgl. Versand und MwSt. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlags vervielfältigt werden. Unter dieses Verbot fallen insbesondere die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf Datenträgern. Die Beiträge sind mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, die Redaktion übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der abgedruckten Inhalte. 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