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RISIKO MANAGER 12.2015

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6 Ausgabe 12/2015 BaFin

6 Ausgabe 12/2015 BaFin erlaubt Kreditfonds Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat Kreditfonds für zulässig erklärt und ermöglicht damit jenen Alternative Investment Funds (AIFs) die reguläre Vergabe von Darlehen, für die das KAGB keine oder nahezu keine Produktvorgaben vorsieht. Im Hinblick auf die europäische Rechtslage sowie die aktuellen Diskussionen bei der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA hat die BaFin ihre Verwaltungspraxis dahingehend geändert, dass die Vergabe von Darlehen sowie die Darlehensrestrukturierung und -prolongation durch AIF als Teil der kollektiven Vermögensverwaltung anzusehen sind und damit – soweit mit den Produktregelungen des KAGB vereinbar – zulässig sind. Bis zum Inkrafttreten entsprechender gesetzlicher Vorgaben empfiehlt die BaFin AIF-Verwaltungsgesellschaften, bestimmte Mindestanforderungen in Bezug auf die Darlehensvergabe, den Erwerb und die Restrukturierung/Prolongation von unverbrieften Darlehensforderungen sowie die Vergabe von Gesellschafterdarlehen für Rechnung des AIF schon jetzt einzuhalten. Frank Dornseifer, Geschäftsführer des Bundesverbands Alternative Investments e.V. (BAI), zeigte sich sehr erfreut über diese Entwicklung. Damit würden für Branche und Investoren immens wichtige Problemstellungen gelöst, etwa ob und wann die Restrukturierung von Darlehen im Bestand von Investmentfonds einer Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) bedarf. „Das ist eine echte Innovation und ein wichtiges Signal für den Fonds standort Deutschland“, so Dornseifer. Loan- bzw. Debt-Strategien erfreuen sich bei institutionellen Investoren einer zunehmenden Beliebtheit. Schon seit langem dürfen unverbriefte Darlehens forderungen von Investmentfonds zwar erworben werden, bei der effektiven Verwaltung stieß man aber schnell an regulatorische Grenzen. Auch die EU-Kommission hat unterdessen die Kreditvergabe von Fonds – u.a. im ELTIF-Format – als komplementäre Finanzierungsform auf die Agenda genommen. „In Deutschland können Anlagen in diesem Segment nun besser und effizienter getätigt werden, ein echter Fortschritt für Investoren“, so Dornseifer. Weitere Informationen sind auf der Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (www.bafin.de) in der Rubrik / Daten & Dokumente /Meldungen Aufsicht sowie des BAI (www.bvai.de) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar. Kein „weiter so“ für deutsche Banken Trotz der soliden Konjunktur werden die Erträge deutscher Banken in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Das Privatkundengeschäft ist von dieser Entwicklung besonders stark betroffen. Hier könnten die Erträge im schlechtesten Fall in den nächsten fünf Jahren bis zu 25 Prozent sinken. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). „Die bisherigen Geschäftsmodelle etablierter Banken tragen nicht mehr. Es gibt kein ,Weiter so‘ für deutsche Banken“, sagt Rüdiger Filbry, Leiter der Banken-Praxisgruppe von BCG. Bestätigt wird diese Einschätzung durch eine BCG-Studie über deutsche Großbanken. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Banken in Summe knapp zehn Mrd. ¤ zu wenig Gewinn erzielt haben, um tatsächlich wertschaffend zu sein. Wesentliche Ursachen für diese Entwicklung sind das anhaltend niedrige Zinsniveau, innovative neue Wettbewerber, die verstärkt in den Markt drängen und die Kundenerwartungen grundlegend verändern, sowie regulatorische Vorgaben, die unter anderem Einschnitte in die Gebührenstrukturen der Institute bedeuten. Gleichzeitig bleibt die Kostenseite durch den inflationsbedingten Kostenanstieg sowie die steigenden regulatorischen Anforderungen unter Druck. Zudem sehen sich die Banken gezwungen, erheblich stärker in die Digitalisierung zu investieren. Aufgrund der umfangreichen Kostensenkungsprogramme der vergangenen Jahre, konnten viele Banken den inflationsbedingten und regulatorischen Kostenanstieg bisher nahezu ausgleichen. „Wer jedoch ein strukturell niedrigeres Kostenniveau anstrebt, kommt an einer tiefgreifenden Transformation nicht vorbei“, betont Rüdiger Filbry. „Darüber hinaus wird das veränderte Kundenverhalten in den kommenden Jahren einen Rückgang der Filialkapazitäten von 30 bis 50 Prozent erfordern“, sagt Til Klein, Retail-Banking-Experte der Boston Consulting Group.Das Produktangebot der Banken ist kein Differenzierungsfaktor mehr. Abgrenzen können sich die Institute nur noch über den Preis oder innovative Serviceleistungen. Die Banken sollten bei ihrem Angebot vor allem den Kundennutzen in den Vordergrund stellen. Die Erwartungen sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen – nicht zuletzt durch Erfahrungen der Kunden in anderen Branchen. Zudem sehen sich die Banken auch weiterhin mit einer wachsenden Anzahl regulatorischer Auflagen und Prüfungen konfrontiert. Verstöße haben harte Sanktionen zur Folge. „Die Banken sollten proaktiv mit den Besonderheiten dieser neuen Ära umgehen“, empfiehlt Gerold Grasshoff, Risikoexperte bei der Boston Consulting Group. „Die Institute sollten die Schaffung der ,gläsernen Bank‘ bewusst vorantreiben und die zunehmende Transparenz als Wettbewerbsvorteil und strategische Chance begreifen.“ Taktische Anpassungen genügen daher nach Meinung der BCG Analysten nicht, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein. „Banken, die sich nicht rechtzeitig auf die neuen Anforderungen einstellen, werden zunehmend Marktanteile verlieren und Profitabilität einbüßen“, warnt Rüdiger Filbry. Weitere Informationen sind auf der BCG Website (www.bcg.de) in der Rubrik /Media Center /Pressemitteilungen verfügbar. Foto: © Kay Horn – Fotolia.com

7 Fortsetzung von Seite 1 spezialisierte Risikomanagement-Berater. Empirische Studien zeigen die noch ganz erheblichen nicht erschlossenen Potenziale [siehe beispielsweise Berger/ Gleißner 2007, Angermüller/Berger 2010, Angermüller/Gleißner 2011, Hoitsch/ Winter/Bächle 2005 und Hoitsch/Winter/ Baumann 2006, Crasselt/Pellens/Schmidt 2010]. In diesem Beitrag wird ein strukturierter Ansatz – mit konkreten Prüffragen – vorgestellt, der die Beurteilung der ökonomischen Leistungsfähigkeit und bestehenden Verbesserungspotenziale von Risikomanagement und Controlling im Hinblick auf eine risiko- und wertorientierte Unternehmensführung aufzeigt. Betrachtet werden dabei formale Anforderungen aus den maßgeblichen regulatorischen Rahmenbedingungen, wie Kontroll- und Transparenzgesetz (KonTraG), IDW Prüfungsstandard 340, Deutsche Rechnungslegung Standard 20 (DRS 20) sowie den „Grundsätzen ordnungsgemäßer Planung“ (GoP). Durch die Betrachtung von organisatorisch-prozessualen und gleichzeitig betriebswirtschaftlich-methodischen Aspekten geht der Prüfungsansatz über das bisher Übliche hinaus [zu den Grundlagen KonTraG siehe insbesondere Füser/Gleißner/Meier 1999 und Romeike 2007 zu sonstigen rechtlichen Grundlagen des Risikomanagements]. Die Überlegungen ergänzen beispielsweise Vorschläge des Deutschen Instituts für Interne Revision e.V. (DIIR). Die auch vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) im Prüfungsstandard 340 (IDW PS 340: Die Prüfung des Risikofrüherkennungs-Systems nach § 317 Abs. 4 HGB) geforderte unabhängige Überwachung des Risikomanagements wird in der Unternehmenspraxis oft von der Internen Revision wahrgenommen, sodass das Deutsche Institut für Interne Revision e.V. (DIIR) für die Prüfung von Risiko management-Systemen im Jahr 2014 den DIIR-Revisionsstandard Nr. 2 erstellt hat. Der IIR-Revisionsstandard Nr. 2 stellt eine nützliche und generische Zusammen fassung von wesentlichen Elementen des Risikomanagements dar [vgl. vertiefend Gleißner/Romeike 2015]. Auch wenn viele der Erläuterungen sicherlich hilfreich sind, werden die Anforderungen zu Quantifizierung und Aggregation von Risiken eher schwach formuliert und insgesamt kaum betriebswirtschaftliche methodische Prüfungsinhalte angegeben. So werden möglicherweise beim Unternehmen nötige Verbesserungsanstöße, die auf eine wirklich fundierte Beurteilung einer Bestandsbedrohung eines Unternehmens zielen, unterbleiben [vgl. Gleißner/Romeike 2015]. Daher wird nachfolgender Vorschlag zur Prüfung, der Risikoanalyse und Bewertung zur Entscheidungsvorbereitung t Abb. 01 A: Analysen aus Strategie Produkon Markeng/Vertrieb Controlling Ideen / Konzepte zur Verbesserung des Ertrag- Risiko-Profils: JA / NEIN Maßnahme, z. B. Inveson, Akquision, Strategieänderung, Projekt nein ja Planung der Maßnahme Monitoring: Überwachung und Reporng konnuierliche Überwachung der Risiken Erfassung, Auswertung und Weiterleitung neuer Informaonen: Transparenz über Einzelrisiken Risikoanalyse Status quo Risikoidenfikaon Risikoquanfizierung Risikomaße und Risikowertbeitrag (Priorisierung) Risikoanalyse Status quo plus Maßnahme unter Berücksichgung der Maßnahme Risikobewälgungsmaßnahmen (RBM) durchführen Ideen für RBM Bewertung der RBM (Wertbeitrag) Umsetzung der RBM Maßnahme durchführen Quelle: Gleißner (2015a) ja nein Risikoaggregaon Status quo Berechnung Gesamtrisikoumfang (Eigenkapitalbedarf) Rangprognose für Basis- und Stressszenarien risikogerechte Kapitalkosten als Renditeanforderungen Entscheidung zur Durchführung der Maßnahme: JA / NEIN Risikoaggregaon Status quo plus Maßnahme Besmmung Risikoumfang unter Berücksichgung der Maßnahme Risikogerechte Bewertung der Maßnahme risikogerechte Kapitalkosten und Wertbeitrag der Maßnahme Implikaonen für das Rang

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