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RISIKO MANAGER 12.2015

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4 Ausgabe 12/2015

4 Ausgabe 12/2015 Anleger erhöhen den Risikopuffer Anleger haben im April den Risikopuffer deutlich erhöht wie eine aktuelle Auswertung des UBS Sentiment Index zeigt. Dieser Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger und spiegelt insofern die Risikobereitschaft der Anleger wider. Im ganzen April war die Skepsis der Anleger relativ groß. So lag der Cap sowohl am Monatsanfang als auch zur Monatsmitte und zum Monatsende mehr als 19 Prozent unter dem DAX-Stand. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Cap der vergangenen zwölf Monate notierte Ende April 13,98 Prozent unter dem DAX. Der durchschnittliche April-Wert liegt mit 19,13 Prozent rund fünf Prozentpunkte tiefer. Ein Blick auf die historische DAX-Entwicklung zeigt, dass die Anleger nach dem bisherigen DAX-Rekordstand vom 10. April 2015 bei rund 12.391 Punkten bemüht waren, ihr Risiko zu reduzieren und den Cap entsprechend nach unten anzupassen. „Die Anleger gehen offenbar derzeit davon aus, dass es nach den starken Kursanstiegen in den letzten Wochen zu Rücksetzern kommt“, erklärt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. Die Kursentwicklung habe ihnen Recht gegeben. Bis zum Monatsende habe der DAX nachgegeben und auch in den vergangenen Mai-Tagen Kursverluste verzeichnet. „Mit der Wahl der niedrigen Caps haben die Anleger schnell auf die neue Situation reagiert“, sagt Kapraun. Weitere Informationen sind auf der UBS Website (www.ubs. com) verfügbar. Kapitalanforderungen für Staatsanleihen Eine Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Banken, die in EU-Staatsanleihen investieren, wäre vor allem für griechische Banken mit einem erheblichen zusätzlichen Kapitalbedarf verbunden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die den zusätzlichen Kapitalbedarf einer solchen Reform für deutsche, französische, schwedische und griechische Banken berechnet hat. Bisher müssen Institute Investitionen in EU-Staatsanleihen im Gegensatz zu Unternehmenskrediten nicht mit Eigenkapital unterlegen. Würde dieses Freistellungsprivileg, wie jüngst vom Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) vorgeschlagen, aufgehoben, kostete das die griechischen Banken den DIW-Berechnungen zufolge zusätzliche 1,8 Mrd. ¤ und damit etwa neun Prozent des bestehenden Kernkapitals. In Deutschland würde eine Reform der bisherigen Regelungen mit zusätzlich 3,34 Mrd. ¤ (1,8 Prozent des Kernkapitals) zu Buche schlagen, französische Banken würden 3,52 Mrd. ¤ zusätzliches Kernkapital benötigen (1,2 Prozent) und schwedische Banken sogar nur 80,6 Mio. ¤ (0,14 Prozent). „Insbesondere vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise ist die Bevorzugung von EU-Staatsanleihen gegenüber Unternehmenskrediten nicht sinnvoll“, sagen DIW-Forschungsdirektorin Dorothea Schäfer und ihr Co-Autor Dominik Meyland. „Von einer Aufhebung des Eigenkapitalprivilegs könnten auch die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler profitieren, da die Banken ihre Risiken dann in stärkerem Maß selber absichern würden“, erklären die Studienautoren. Bankrisiko und Staatsverschuldungsrisiken würden stärker entkoppelt und das europäische Finanzsystem könnte insgesamt stabilisiert werden. Sollte der Reformvorschlag umgesetzt werden, hätten die griechischen Banken einen hohen zusätzlichen Kapitalbedarf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt müssten sie mit 0,8 Prozent viermal so viel neues Kapital aufbringen wie die Geldhäuser in Frankreich und sogar sechsmal mehr als die untersuchten deutschen Banken. Grund dafür sind die schlechten Bonitätsbewertungen der griechischen Staatsanleihen. Ende 2013 wurden sie von der Ratingagentur Fitch mit B– – bewertet. Würde das Eigenkapitalprivileg aufgehoben, müssten die Banken Positionen in einheimischen Staatsanleihen mit acht Prozent Eigenkapital unterlegen. In der gegenwärtigen Lage, so die DIW-Experten, dürfte es für griechische Banken sehr schwierig sein, sich dieses Kapital am Markt zu besorgen. „Auch der Staat könnte aufgrund der akuten Verschuldungskrise voraussichtlich nicht als Kapitalgeber einspringen“, sagt Dorothea Schäfer. Die Experten des DIW Berlin warnen vor zu hohen Erwartungen an die Reform. Verschärfte Eigenkapitalanforderungen können zwar helfen, das Verhältnis von Eigenkapital und Gesamtbilanz zu verbessern und damit den sogenannten Bilanzhebel der Banken zu verringern. Insgesamt wird dieser Effekt nach Einschätzung der Autoren aber begrenzt ausfallen. Da das Risikogewicht von deutschen, französischen und schwedischen Staatsanleihen ohnehin bei null Prozent liegt, müssten Banken hierfür auch zukünftig kein zusätzliches Eigenkapital aufnehmen. Deshalb läge der Eigenkapitalanteil an der Gesamtbilanz bei den meisten untersuchten Banken auch nach der Reform bei weniger als fünf Prozent. Zudem ist ungewiss, ob die Reform überhaupt umgesetzt wird. Insbesondere die Banken der europäischen Krisenstaaten dürften aufgrund ihres hohen zusätzlichen Kapitalbedarfs wenig Anreiz haben, die Reform zu unterstützen. Auch die Staats- und Regierungschefs dieser Länder dürften einer Neuregelung skeptisch gegenüberstehen, da ihre Staatsanleihen für Investoren deutlich unattraktiver würden. Weitere Informationen sind auf der Website des DIW (www.diw.de) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar.

5 Aufseher veröffentlichen „Handbook on Securities Statistics“ Aus der Bedeutung der Wertpapiermärkte für die binnenwirtschaftliche wie auch grenzüberschreitende Finanzintermediation ergibt sich der Bedarf an zweckdienlichen, kohärenten und international vergleichbaren Wertpapierstatistiken. Festgestellt wurde dieser Bedarf durch die G-20 Data Gaps Initiative, die im Gefolge der weltweiten Finanzkrise der Jahre 2007/2008 mit Unterstützung der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der G-20- Länder und des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses des Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Leben gerufen wurde. Davon geleitet, haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Europäische Zentralbank (EZB) sowie der IWF das gemeinsame „Handbook on Securities Statistics” veröffentlicht. Wertpapierdaten von guter Qualität liefern zusammen mit den monetären und finanziellen Statistiken wichtige Anhaltspunkte zum Diversifikationsniveau der Finanzintermediation. Das Handbuch unterstützt diese Analyse, indem es die Erhebung von Wertpapierdaten mittels konzeptioneller Empfehlungen und Leitlinien, die zur Harmonisierung der Darstellung der Wertpapierstatistiken beitragen, verbessert. Neben einer Beschreibung der Hauptmerkmale von Schuldverschreibungen und Dividendenpapieren sowie der wertpapieremittierenden und wertpapierhaltenden institutionellen Einheiten und Sektoren enthält das Handbuch auch eine Betrachtung der jeweils geltenden statistischen Meldevorschriften. Das Handbuch kann durchaus als Meilenstein gewertet werden, handelt es sich hierbei doch um die erste Veröffentlichung dieser Art, die sich ausschließlich mit dem konzeptionellen Rahmen für die Aufbereitung und Darstellung von Wertpapierstatistiken beschäftigt. In das von BIZ, EZB und IWF in enger Zusammenarbeit gemeinsam erstellte Handbuch flossen auch die Kommentare von Experten nationaler Zentralbanken, nationaler Statistikämter und internationaler Organisationen mit ein. Vonseiten der Herausgeber des Handbuchs wird erwartet, dass es breite Anwendung finden wird und somit die Harmonisierung der internationalen Wertpapierstatistiken, auf denen wirtschaftliche, finanzielle und makroprudenzielle Analysen beruhen, fördert. Weitere Informationen und Begleitdokumente sind auf der Website der Europäischen Zentralbank (www.ecb.europa.eu) in der Rubrik /Media /Press Releases verfügbar. Anzeige Fraud Management Fraud Management 54,00 Euro Weitere Fachmedien in unserem Shop: www.bank-verlag-shop.de

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