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RISIKO MANAGER 12.2015

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18 Ausgabe 12/2015

18 Ausgabe 12/2015 Szenarien auf Basis der Dynamischen Replikation Szenario 1: Weiter wachsende Bestände im Niedrigzinsumfeld Konditionsbeiträgen möglich wäre. Die Ermittlung von Erfolgskennzahlen löst sich gänzlich vom realisierten Zinsüberschuss. Die Ertragsdarstellung wird dagegen über die Dynamische Replikation sachgerecht verstetigt und ermöglicht damit eine wesentlich bessere Planbarkeit der Ergebnisse. Neben der korrekten Ermittlung des Bewertungszinsverlaufs wurde im Umsetzungsprojekt insbesondere auf die notwendige Planungs- bzw. Projektionsmöglichkeit fokussiert. Nachfolgend werden schematisch Szenariorechnungen zur Bewertungszinsentwicklung aufgezeigt, die verdeutlichen, dass die Dynamische Replikation insbesondere auch in adversen zukünftigen Marktsituationen Produktmargen stabilisieren kann. Zunächst soll ein Normal-Case-Szenario analysiert werden: Der Bestandstrend setzt sich im Jahr 2015 auf konstant niedrigem Zinsniveau fort (t Abb. 06, Szenario 1). In der Dynamischen Replikation zeigen sich weiter stabil verlaufende Bewertungszinsen, während sich die Volatilität der Ergebnisbeiträge unter Einbezug der AZ fortsetzen würde. Auch in einem Szenario sinkender Sichteinlagenbestände im Umfeld ansteigender Marktzinssätze sind die Ergebnisse aus der Dynamischen Replikation stabil (t Abb. 06, Szenario 2). Trotz anhaltend zu verrechnender Korrekturen führen steigende Marktzinsen direkt zu steigenden Replikationszinsen. Prinzipiell wäre es einem Institut in diesem Marktumfeld möglich, Kundenkonditionen zu erhöhen und Bestände im Produkt zu binden. Allgemein kann auf Basis weiterer Szenarioanalysen gezeigt werden, dass die Ergebnisse der Dynamischen Replikation in der Historie, bei weiter steigenden Beständen bzw. Rückumschichtungen in festverzinsliche Anlageformen, nachhaltig stabil sind. Mittels Szenarien auf Basis prognostizierter Bestands- und Zinsentwicklungen lassen sich darüber hinaus zukünftige Ergebnisse besser planen oder Auswirkungen von Entscheidungen zur zukünftigen Konditionengestaltung oder einer Neuausrichtung von Mischungsverhältnissen abschätzen. Darüber hinaus lassen sich Konditions- und Strukturbeiträge wesentlich leichter mit dem erzielten Zinsüberschuss abgleichen. Hierdurch werden nicht zuletzt den MaRisk- und FinAV-Anforderungen Rechnung getragen, die eine entsprechende und periodenorientierte Darstellung der erzielten Ergebnisbeiträge in finanzaufsichtlichen Meldungen vorsehen. q Fazit IST-Zinsniveau IST-Zinsniveau Bestandsentwicklung Simulation über 1Jahr Szenario 2: Sinkende Bestände bei steigenden Marktzinsen (+200bp in 1Jahr) Bestandsentwicklung Simulation über 1Jahr Bewertungszins inkl. AZ Bewertungszins inkl. AZ Es konnte gezeigt werden, dass das Konzept der Dynamischen Replikation nicht nur theoretisch, sondern auch praktikabel in die Kalkulations- und Steuerungssysteme einer Sparkasse (und damit auch vergleichbaren Kreditinstituten) integrierbar ist. Die Komplexität – insbesondere die mit der Umsetzung verbundenen Anforderungen an die Datenhaltung – konnten in einem strukturierten Prozess auf ein einfaches und leicht beherrschbares Maß begrenzt werden. Es konnte gezeigt werden, dass die Einführung der Dynamischen Replikation zur Bewertung der variablen Produkte zahlreiche vorherrschende Probleme löst und eine bessere Erfolgsverrechnung und Profitabilitätsmessung für Geschäftsfelder ermöglichen kann. Insbesondere im aktuellen Niedrigzinsumfeld und vor dem Hintergrund sinkender Produktmargen ermöglicht die Dynamische Replikation eine konsistente Darstellung von Margen, Produktprofitabilität und bietet damit die Grundlage einer umfassenden Produktgestaltung im Passivbereich einer Bank. Autoren: Frank Fleckenstein, Bereichsleiter Controlling, Sparkasse KölnBonn. Alexander Odendahl, Leiter Kalkulation, Sparkasse KölnBonn. Dr. Tobias Schlüter, Spezialist Kalkulation, Sparkasse KölnBonn. David Fritz, Seminar für ABWL und Bankbetriebslehre, Universität zu Köln. Quellenverzeichnis: Dynamischer Replikationszins Dynamischer Replikationszins t Abb. 06 Ruprecht, B., O. Entrop, C. Memmel and M. Wilkens, 'Determinants of Bank Interest Margins: Impact of Maturity Transformation', Journal of Banking and Finance, 54, 2015, 1-19.

Immer im Bilde mit 19 19 Ausgabe 12/2015 Nachlese OpRisk-Forum 2015 Risikosilos meistern Das OpRisk Forum ist eine gemeinsame Veranstaltung des Institute of Operational Risk (IOR) und der Zeitschrift RISIKO MANAGER. Alle Fotos: Bernd Schaller (Bank-Verlag) Regulierung ist die derzeit bedeutendste Herausforderung für professionelle Risikomanager. Schwerpunkte der täglichen Risikoprävention sind nur noch selten durch vorrangige Aspekte der betriebswirtschaftlichen Perspektive geprägt, sondern oft der Frage unterworfen, welche Anforderungen die Finanzaufseher an die Institute stellen. Zudem sind Risikomanagement-Prozesse mehr und mehr in Verbindung mit Compliance- und Governance-Themen zu sehen. Dazu gehört auch eine zunehmende Sammelwut von risikorelevanten Daten im Gefolge der Ausweitung des bankaufsichtlichen Meldewesens. „Daten und Statistiken können gute Freunde des Risikomanagers sein, aber auch erhebliche Kopfschmerzen bereiten“, sagt Simon Ashby vom Institute of Operational Risk (IOR). Der Umgang mit großen Datenmengen erfordere neue Techniken und Lösungen zur Steuerung von Risiken, zur Bewältigung regulatorischer Pflichten und zur Systematisierung von Vertriebs- und Marketinginformationen, so Ashby im Rahmen der Fachtagung OpRisk Forum 2015 in Bonn. Die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, werde zunehmend kostenintensiver, weiß der Risiko-Experte Chris Lesieur von Metric Stream. Non-Compliance käme die betroffenen Unternehmen aber noch viel teurer. Ein neues Schadenpotenzial drohe vor allem durch Cyber-, Internet- und Geschäftsmodellrisiken, etwa durch die Folgen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Gemäß einer Studie des Versicherungsmaklers AON Risk Solutions finden sich regulatorische Risiken, Cyberrisiken sowie IT-relevante Betrugsrisiken (Identitäts- und Datendiebstahl, Marktmanipulation usw.) unter den zehn wichtigsten Risikokategorien. Höchst relevant: Der Reputationsschutz Die höchste Relevanz sehen die befragten OpRisk-Manager allerdings in der Sicherstellung der Reputation eines Unternehmens. Dementsprechend kommt der Implementierung eines effektiven Reputationsrisikomanagements eine zunehmend größere Rolle zu. Eine aktuelle von der Dr. Peter & Company AG durchgeführte Untersuchung deutscher Kreditinstitute ist u. a. der Frage nachgegangen, inwieweit Banken vor diesem Hintergrund die Einführung neuer Methoden zur Steuerung des Reputationsrisikos planen. Trotz neuer Anforderungen wurde dies jedoch von fast zwei Dritteln der Teilnehmer verneint. Insbesondere Risikocontroller in größeren Banken geben an, das Management operationeller Risiken eng mit dem der Reputationsrisiken verzahnt zu haben oder dies in naher Zukunft zu planen. Insgesamt scheint die Bereitschaft der Institute, in das Management der Reputationsrisiken zu investieren, trotz gestiegener Anforderung dennoch eher gering. Es scheint gelebte Praxis, das Reputationsrisiko mit etablierten Methoden der operationellen Risiken abzubilden.

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