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RISIKO MANAGER 11.2015

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20 Immer im Bilde mit Ausgabe 11/2015 20 Christoph Haar, Vice President Business Development & Marketing der Schenck Process Group. Téva Perreau, General Manager, Coface Deutschland. Ernst-Josef Mesterom, Deutscher Sparkassen- und Giroverband. Komplexität einstellen“, lenkte Christoph Haar, Vice President Business Development & Marketing der Schenck Process Group, den Blick auf den unternehmerischen Alltag. Sein Unternehmen, das mehr Mitarbeiter im Ausland hat als in Deutschland, bündele seine Kompetenz nicht in Deutschland. „Es geht darum, Kompetenzen zum Beispiel auch aus China heraus in andere Märkte zu tragen.“ Dabei sei zwar Vorsicht geboten, etwa um nicht wertvolles Know-how preiszugeben oder sich selbst Wettbewerber aus dem Mitarbeiterbestand heraus zu schaffen. Aber die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung böten auch Chancen, etwa im Bereich der Kundenbindung im After- Sales- Bereich. Vertrauen in China? China, das steht für Dr. Kristin Shi-Kupfer fest, betreibt die Digitalisierung der Wirtschaft ganz aktiv. Die Leiterin des Fachbereichs Politik, Gesellschaft, Medien beim Mercator Institute for China Studies (ME- RICS) stellte fest: „China betreibt Protektionismus in eigener Sache, fordert aber die weitreichende Öffnung der Markteilnehmer auf der anderen Seite.“ Von daher müssten die Unternehmen, die auf dem zweifellos attraktiven Markt arbeiten wollen, das Risiko neu abwägen. Das gelte keineswegs nur für IT-Unternehmen. Interessanterweise stünden chinesische Unternehmen in Europa dem IT-Protektionismus der Regierung durchaus kritisch gegenüber. Volkswirtschaftlich steht China nach Ansicht von Dr. Kristin Shi- Kupfer vor der Herausforderung, das Wachstumsmodell umzustellen. Nach dem Exportboom rücke die Binnenwirtschaft in den Vordergrund. Hindernisse bildeten dabei die hohe Verschuldung und Kreditprobleme der Unternehmen.

21 Immer im Bilde mit Ausgabe 09/2015 21 Workshop „Risikomanagement als Teamaufgabe“ unter der Moderation von Stefan Hirschmann (Zeitschrift RISIKO MANAGER). Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologe von der Ludwig-Maximilian-Uni München. Dr. Kristin Shi-Kupfer, Mercator Institute for China Studies (MERICS). So lange die Regierung aber das zentrale Versprechen „Wir schaffen Wachstum und Wohlstand“ erfüllen könne, gehe alles gut. „Aber was, wenn nicht mehr?“ Digitalisierung und Industrie 4.0 seien für China ein wichtiger Schritt vom Low- Tech- zum High-Tech-Land. „China versucht hier den Quantensprung“, stellte Dr. Kristin Shi-Kupfer fest. Den Wechsel von den traditionellen in neue Industrien hat auch die Schenck Process Group in China festgestellt. „Wir selbst müssen da auch umschwenken“, sagte Christoph Haar. „Die Wertschöpfungskette zu optimieren, ist ein ständiges Thema.“ Dramatische Änderungen der Geschäftsprozesse fordern Banken Wenn sich Geschäftsprozesse der Unternehmen dramatisch verändern, bringt das auch für die Finanzwirtschaft Veränderungen mit sich. „Ja, das fordert uns heraus“, bestätigte Ernst-Josef Mesterom, der beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband für das internationale Firmenkundengeschäft zuständig ist. Einerseits werde die Kundenbetreuung durch die Digitalisierung schwieriger. Andererseits überlebe in der digitalisierten Wirtschaftswelt mit dem Akkreditiv ein geradezu archaisches Produkt, das über Papier abgewickelt wird. „Wir kennen unsere Kunden auch aufgrund des Regionalprinzips sehr gut, spannend wird es, wenn sie ins Ausland gehen“, formulierte Josef-Ernst Mesterom die besondere Herausforderung. Anders als Geschäftsbanken können Sparkassen nicht selbst im Ausland aktiv werden. „Wir können unsere Unternehmenskunden nur über Kooperationen oder Partner im Sparkassenverbund begleiten.“ Das sei unbedingt nötig, „denn wir können nicht zuschauen und nichts tun, wenn unsere Kunden ins Ausland gehen“.

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