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RISIKO MANAGER 10.2019

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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40 RISIKO MANAGER 10|2019 Cyrus Delarami lieren. Deshalb spielen neben empirischen Daten, soweit verfügbar, auch die Analyse von Schwachstellen in IT-Systemen, deren Ausnutzung in Bezug auf die Anzahl verwundbarer Unternehmen (Inzidenzrate) und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen für die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten eine große Rolle. Munich Re entwickelt seit Jahren probabilistische Modelle in Bezug auf Schadenfrequenz und Schadenhöhe für ihre Hauptszenarien und hat diese bereits in ihren Risikomanagementprozessen implementiert. RISKO MANAGER: Aufgrund der Natur des Risikos (Viren, Schadsoftware, ausfallende Infrastruktur etc.), scheint es recht große Abhängigkeiten zwischen den Versicherungsnehmern zu geben. Wird diese Abhängigkeit schon berücksichtigt? BK: Einige Versicherer sind angesichts der Tatsache, dass das Verständnis des Kumulpotenzials nach wie vor eine zentrale Herausforderung darstellt, eher vorsichtig, wenn es um eine Erhöhung ihrer Cyber-Exponierung geht. Ereignisse wie NotPetya haben das vorhandene Kumulpotenzial klar aufgezeigt. Die von den Versicherern eingesetzten Akkumulationsmodelle verbessern sich rasch, dennoch bleibt die Marktkapazität im Vergleich zu der von einigen Kunden gewünschten Breite und Größe der Deckung begrenzt. RISKO MANAGER: Im „Tech Trend Radar 2019“ wird damit geworben: „Munich Re offers insurers holistic solutions that go well beyond pure insurance coverage. It is a comprehensive network covering every aspect of cyber claims.“ Was genau verbirgt sich dahinter? CD: Wir bieten Versicherern ganzheitliche Lösungen an, die weit über den reinen Versicherungsschutz hinausgehen. Munich Re investiert erheblich in den Aufbau von Underwriting- und Risikomanagement, wie z. B. Technologiewissen, die Quantifizierung des Risikos, insbesondere für die Preisgestaltung und v. a. die Kumulkontrolle. Wir arbeiten mit externen Partnern in spezifischen Bereichen wie Risikobewertung, Daten- und Modellierung, sowie Schadenmanagement zusammen und steigern mit wachsendem Know-how die Einzelrisiko- und Kumulkapazitäten. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir ein maßgeschneidertes Angebot, das in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen des Markts, der Gesetzgebung und der Zedenten entwickelt wurde. Wir bieten unseren Kunden ein Rahmenkonzept zur Risikobewertung, unterstützt von Munich Re direkt und/oder strategischen IT-Technologiepartnern. Über innovative Ansätze stellen wir sicher, Serviceangebote für die gesamte Wertschöpfungskette unserer Kunden anzubieten. RISKO MANAGER: Sehen Sie bei Cyber- Risiken einen größeren Moral Hazard (Firmen sorgen weniger gegen Risiken vor, da diese versichert sind) als bei anderen Versicherungsprodukten? CD: Nein, die Auswirkungen einer erfolgreichen Cyber-Attacke wären dafür auf beiden Seiten zu hoch. Der Versicherte hat ein ureigenes Interesse daran, dass seine Produkte und Services dauerhaft

Marktrisiko 41 Dr. Bernhard Kaufmann verfügbar sind. Ist dies nicht der Fall, besteht darüber hinaus ein Reputationsrisiko. Dementsprechend sollte er darauf achten, sein System adäquat zu schützen. Gewisse Grundvoraussetzungen müssen dabei auch auf Drängen der Versicherer eingehalten werden. Im konkreten Schadensfall benötigt der Geschädigte in erster Linie Services, die eine schnellstmögliche Wiederherstellung von Daten und Systemen sicherstellen. RISKO MANAGER: Aktuell wird viel über den Infrastrukturausbau hin zum G5-Netz diskutiert. Entstehen dadurch neue Risiken? CD: Durch das exponentielle Wachstum der Branche im Hinblick auf den Ausbau zu 5G im kommenden Jahr sowie die zunehmende Einführung von Geräten mit 5G-Technologie wird sich auch die Angriffsfläche für Cyber-Angriffe entsprechend schnell vergrößern. Die umfassende Möglichkeit, mit 5G riesige Datenmengen in Cloudspeichern zu sichern oder zu übertragen, wird viele Vorteile mit sich bringen. Allerdings entstehen dadurch auch neue Ziele für Angreifer. Insbesondere die Tatsache, dass IoT-Geräte beim Datenaustausch einen zentralen Router umgehen können, erschwert es, diese Geräte zu überwachen. Dadurch sind sie anfälliger für direkte Angriffe. Das heißt auch, dass auf Sicherheitslösungen, die sich auf risikoorientierte Ergebnisse und Widerstandsfähigkeit konzentrieren, ebenfalls eine höhere Priorität zukommt. RISKO MANAGER: Welche Rolle kommt der Regulierung (z. B. Einführung der General Data Protection Regulation) zu? BK: Ab Anfang 2020 werden beispielsweise in Kanada, Kalifornien und Brasilien ähnliche Rechtsverordnungen in Kraft treten wie die Allgemeine Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in der EU. Zeitgleich sprechen Singapur und Indien über die Einführung eines Meldeverfahrens für Datenschutzverletzungen. Auch die Cloud-Regulierung dürfte weltweit, vor allem in Russland und China, voranschreiten. In dieser Zeit neuer Gesetze, an die man sich anpassen muss, sehen sich stark regulierte Unternehmen in der Pflicht, sicherzustellen, dass auch Drittparteien regelkonform sind. In jüngster Zeit sind die Bemühungen der Risikoverantwortlichen und KMUs, die Gesetzgebung zu verstehen, stark gestiegen, aber unzureichende Kenntnisse und Ressourcen verlangsamen das Erreichen der Regelkonformität. Experten gehen davon aus, dass sich die gemeldeten Datenvorfälle nach DSGVO bis Ende 2019 verdoppelt haben werden, was teilweise auch auf diese Verzögerung zurückzuführen ist. Aus diesem Grund müssen Cyber-Versicherer angesichts sich ändernder Regulierungsansätze und Aufsichtspraktiken weiterhin sorgfältig und gewissenhaft vorgehen. RISKO MANAGER: Auch die Munich Re ist sicherlich großen Cyber-Risiken ausgesetzt? Wie versuchen Sie diese zu minimieren? BK: Munich Re hat hier ein umfassendes Risikomanagement aufgesetzt, dazu zählen unter anderem auch Versicherungslösungen. Wir danken für das interessante Gespräch.

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