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RISIKO MANAGER 10.2018

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6 RISIKO MANAGER 10|2018 Instrument Abb. 02 Beispiel – Projektion der LCR unter der Ökonomischen Perspektive Liquidität Quantitative Vorgaben Qualitative Vorgaben Marktdisziplin LCR NSFR ... Ökon. Liquiditätsadäquanz Heute In einem Jahr LCR unter ökonomischem Szenario Projektion von Säule 1 und Säule 2 Kennzahlen unter ökonomischen Planannahmen: » Ökonomisches Stressszenario » Portfolioalterung » Neugeschäftsplanung Welches LCR müsste extern gemeldet werden? Vorteile für die Steuerung Die Verwendung gleicher Szenarien für Limitierung bzw. Steuerung der Liquidität und für die Abschätzung von Notfallmaßnahmen in Verbindung mit einer konsistenten Definition von Frühwarnindikatoren und Notfall-Triggern erlauben es dem Institut, die Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten eins zu eins in allen KPIs nachzuvollziehen und abgestuft auf Bedrohungen reagieren zu können. Es entstehen keine Fehlimpulse durch widersprüchliche Steuerungskreisläufe. Second-Order-Effekte wie z. B. Reputationsschäden können im Vorhinein antizipiert und in die Notfallstrategie eingewertet werden. Normative und ökonomische interne Perspektive Die ILAAP-Guidelines fordern, dass Institute sowohl eine „normative interne Perspektive“ als auch eine „ökonomische interne Perspektive“ etablieren (Grundsatz 3). Die Ökonomische interne Perspektive stimmt dabei weitgehend mit den bisherigen Vorgaben zum Liquiditätsrisiko (Zahlungsunfähigkeitsrisiko, ökonomische Liquiditätsadäquanz) nach Säule II bzw. MaRisk überein, erfordert aber an manchen Stellen eine Weiterentwicklung (z. B. bei inversen Stresstests). Eine Bank muss unter der ökonomischen Perspektive alle wesentlichen Risiken identifizieren und quantifizieren, die ihre interne Liquiditätsposition negativ beeinflussen könnten. Als Ergebnis dieses Prozesses leiten die Banken ihren Bedarf für den (ökonomischen) Liquiditätspuffer ab. In der normativen internen Perspektive sollen die Banken ihre Fähigkeit beurteilen, externe Liquiditätsanforderungen und -vorgaben über einen mittelfristigen Zeithorizont erfüllen zu können. Zu diesem Zweck sollen die Annahmen berücksichtigt werden, die beim ökonomischen Ansatz zugrunde gelegt wurden. Am Beispiel der LCR wollen wir in Abb. 02 das Vorgehen in der normativen internen Perspektive illustrieren. Im Rahmen der Projektion sollen die Stressannahmen, die der LCR nach der CRD IV zugrunde liegen, nicht ein zweites Mal gestresst werden. Vielmehr soll die Wechselwirkung mit externen Parteien wie dem Regulator oder Investoren sichtbar werden. Die Institute sollen abschätzen, wie hoch ihre LCR auf mittlere Sicht (z. B. ein Jahr) wäre, wenn sich ein oder mehrere Plan- bzw. Stressszenarien aus der ökonomischen Perspektive realisieren. Durch die Projektion ist die Bank in der Lage abzuschätzen, welche Kennzahl sie an den Regulator melden bzw. über den Geschäftsbericht an den Markt kommunizieren müsste. Laut CRD IV sind Banken nicht verpflichtet, in einer schweren Krisensituation die LCR einzuhalten. Sie müssen aber einen Plan vorlegen, wie die LCR auf die quantitative Vorgabe zurückgeführt werden kann. Vorteile für die Steuerung Die Projektion von Säule-1-Kennzahlen liefert wertvolle Informationen für die

OpRisk 7 Steuerung – auch wenn die Umsetzung zwischen Banken je nach Geschäftsmodell unterschiedlich ausfallen kann. Eine zeitliche Projektion mag bei Bank A aufgrund der kurzfristigen Aussteuerung der Kennzahl und geringer Fristentransformation keinen Informationsgewinn bedeuten, Bank B mit zeitlichen Inkongruenzen zwischen Aktiva und Passiva („Fälligkeit großer Pfandbrief“) möchte diese Aspekte aber durchaus in der Projektion sehen. Liquiditätskostenverrechnung das Verrechnungssystem lässt sich somit erreichen, dass diese konsistent in der Gesamtbanksteuerung bzw. in einem KPI-basierten Steuerungsansatz integriert werden. Das unterstützt nicht nur bei der Preisfindung, sondern auch bei strategischen Überlegungen hinsichtlich der Bilanzstrukturentwicklung, in deren Umfeld voraussichtlich vor allem die NSFR in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Untertägiges Liquiditätsrisikomanagement Die Institute sollen ihr Liquiditätsrisiko mithilfe solider Strategien, Grundsätze, Verfahren und Systeme auch untertägig überwachen (Grundsatz 2). Dies referenziert sowohl auf geeignete Monitoring-Tools, die eine Real-Time bzw. Near-Time-Sicht auf die untertägige Liquiditätssituation erlauben, als auch auf geeignete Notfallmaßnahmen. Auch hinsichtlich des Funds Transfer Pricings (FTP) ergeben sich Anforderungen aus dem ILAAP. Es ist vorgesehen, dass „ILAAP-basierte risikogewichtete Performanceindikatoren“ sowohl in Geschäftsentscheidungen einzubeziehen sind als auch in die Kalkulation der Profitabilität von Geschäftsbereichen (im Rahmen der Ermittlung variabler Vergütung) eingehen sollen (Grundsatz 2). Dies erfordert somit eine Umlage der durch die LCR, NSFR bzw. auch durch den aufgrund interner Methoden ermittelten Liquiditätspuffer entstehenden Kosten auf die verursachenden Kontrakte bzw. Produktgruppen. Eine konkrete Herausforderung bei der Umsetzung ist z. B. die Doppelnutzung des Puffers sowohl für die Erfüllung der LCR als auch für die intern ermittelte Liquiditätsanforderung, sodass eine rein additive Umlage der Kosten von HQLA und internem Liquiditätspuffer zu Mehrfachzählung der Kosten führen würde. Hier ist entsprechend institutsindividuell eine geeignete Gewichtung der Größen vorzunehmen. Vorteile für die Steuerung Durch diese regulatorische Anforderung ergeben sich natürlich auch Chancen, denn die Umlage bzw. Berechnung der konkreten Kosten bildet eine solide Grundlage für strategische Entscheidungen im Treasury, wie der Wahl von geeignetem Funding unter Berücksichtigung der NSFR oder für die Profitabilitätsbetrachtung bzw. Preisgestaltung für Neuprodukte. Durch die Einbeziehung der normativen und ökonomischen Liquiditätskosten in

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