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RISIKO MANAGER 10.2018

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

22 firm Frankfurter

22 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung men leiden unter dem Bürokratieapparat und dem zunehmenden Dschungel an Vorschriften und Behörden. Als Haftungsbeispiel nannte Reindl den Austausch von geschäftsbezogenen Daten: „Es dürfen keine geschäftsbezogenen Daten ausgetauscht werden, die sensibel oder geheim sind. Hierzu gehören beispielsweise Daten zu Ein- und Verkaufspreisen, Produktion, Umsatz, Kosten, der allgemeinen Geschäftsplanung, Investitionen und Kapazität." Als großen Hemmschuh sieht die Sixtus-Geschäftsführerin die steigende Komplexität im Compliance-Umfeld: Diese sei hoch und nehme immer mehr zu. Zudem haben große Unternehmen eigene Fachabteilungen, die sich mit dem Thema Compliance täglich auseinandersetzen. Kleinen und mittleren Unternehmen fehlen an dieser Stelle schlicht die Ressourcen. Bei allen Fallstricken betont Reindl zehn Todsünden, die Geschäftsführer besser nicht begehen sollten. Hierzu zählen unter anderem die falsche Versicherung bei der Gründung, das Überschreiten der Haftungsgrenzen oder Non-Compliance sowie die Themen des Rechnungswesens, der Steuern und Sozialabgaben. Abschließend brachte es Petra Reindl mit einem Zitat von Warren Buffett auf den folgenden Punkt: „Es dauert 20 Jahre, um eine Reputation aufzubauen und fünf Minuten, um sie zu ruinieren. Wenn man dies bedenkt, geht man die Dinge anders an." EU-DSGVO im Fokus Im Rahmen der Podiumsdiskussion rund um die Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) lieferten die Teilnehmer jede Menge Ein- und Aussichten. Wohin geht die Reise? Ist die EU-DSGVO nur ein Papiertiger, oder bietet sie einen erkennbaren Mehrwert für Unternehmen? „Der Papiertiger wird mit der Datenschutzgrundverordnung etwas reduziert", erklärt Dr. Manfred Stallinger vom Unternehmen calpana business consulting. Mehr noch sei Datenschutz ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Zu dieser Erkenntnis kommt Martin Kreuzer von der Munich Re. Leider hätten viele Unternehmen zu spät angefangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und damit einen hohen Nachholbedarf. Gerade der Versuch, beim Thema Datenschutz und Informationssicherheit eine Art Wagenburg aufzubauen, ist nach Ansicht der Diskutanten zum Scheitern verurteilt. Für Samuel Brandstätter von avedos GRC ist es nicht realistisch, sich als Unternehmen in unserer digitalen Welt einzubunkern. Brandstätter: „Man kann sich schützen. Aber Angriffe oder Bedrohungen sind nicht zu verhindern." Vielmehr muss im Fokus stehen, aktiv mit dem Thema umzugehen. Ein kontinuierliches Monitoring kann wertvolle Dienste leisten. Hierbei steht die Frage im Mittelpunkt: Wo sind die Schwachstellen im System? Das Thema Datenschutz müsse gelebt werden. Frank Romeike beschreibt Datenschutzmanagement als Teil der DNA. Es zeigt sich, dass die beste Technik nichts bringt, wenn ein Mitarbeiter im Internet oder dem E-Mail-Verkehr auf alles klickt. „Der Mensch ist oft das schwächste Glied in der Kette", ergänzt Martin Kreuzer. Manfred Stallinger stellt eine einfache, aber zentrale Frage: Gegen was möchte man sich überhaupt absichern? Dies beinhaltet auch den Blick darauf, warum man sich überhaupt gegen mögliche Risiken absichern möchte. Patrick Steinmetz von BitSight sieht sehr viele Schwachpunkte im Netz. Für ihn gehe es darum, Prozesse zu schaffen und sich mittel- bis langfristig beim Thema Informationssicherheit zu verbessern. Risikomanagement beim Fliegen und beim Biken „Luftfahrt ist Risikomanagement", bringt es Rüdiger Koppe, OTL a.D. und Managing Direktor SRI Strategic Risk Institute, auf den Punkt. Beispielsweise sei die Flugsicherung das Nervensystem der Luftfahrt. Wichtig sind nach Ansicht von Koppe Standards und Verfahren. Die Ausbildung ist ein komplexes System aus Theorie und Praxis. „Es werden Leute gesucht, die unter Stress ihre Aufgaben konsequent erfüllen können", erklärt Koppe. Kultur, Menschen und Teamwork sind oberste Gebote in der Luftfahrt. Jeder wisse, was zu tun ist. Koppe: „Man arbeitet Hand in Hand." Alle Fehler werden aufgenommen und bewertet und in die komplette Organisation zurückgespielt. Einflussgrößen, die zu einem guten Situationsbewusstsein beitragen, sind neben der Erfahrung, die ausgebildete kognitive Fähigkeit und eine hohe Geschwindigkeit und Genauigkeit in der Wahrnehmung. Besondere Merkmale der modernen Luftfahrt sind nach Meinung Koppes eine exzellente und zugleich hoch zuverlässige Technologie. Verfahren und Standards müssen bestens abgestimmt sein. Und auch die Intuition des Menschen und eine ausgeprägte Fehlerkultur seien wichtig, um Unglücke im Flugverkehr zu vermeiden. Intuition und Spaß sind auch bei Mountainbike-Touren wichtige Elemente. „Mountainbike war nie Wettbewerb, sondern Spaß und Erlebnis in der Gruppe", erklärt Harald Philipp, Mountainbike-Abenteurer. Und deshalb habe er die Risiken im Griff. Für ihn stehe die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Philipp: „Erlebnisse teilen und gemeinsam eine Herausforderung annehmen. Das gemeinsame Biken schweißt zusammen." Der Reiz am Risiko besteht für den Bike-Abenteurer darin, den Komfortbereich zu verlassen. „Wenn man nie an die Ränder der eigenen Komfortzone geht, schrumpft mit der Zeit die eigene Blase", fasst es Philipp zusammen. Er habe sich seine Risiken im Sport immer bewusst ausgesucht, und dazu gehört auch das Bauchgefühl. Stimmt das Gefühl nicht, lässt er die Tour sein oder er läuft. Was hat das alles mit dem Risikomanagement zu tun? „Wir alle hatten Lebensphasen, in denen der Flow eine wichtige Rolle spielte", stellt Philipp fest. Als Erwachsene verlieren wir das Wort Spielen. Doch der spielerische Umgang mit Alltagsproblemen ist wichtig, und das sollte sich jeder bewahren. Ein Motto: „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit." Flow bedeutet Balance – auf jeder Reise. Eine Konstante im Risikomanagement: Geopolitische Risiken Es gibt eine Konstante im Risikomanagement, und das ist die Geopolitik. Die Überschrift könnte lauten: Die Welt befindet sich in unsicheren Zeiten – auf allen Kontinenten. Professor Günther Schmid, ehemals Bundesnachrichtendienst, eröffnete den zweiten Tag des RiskNET Summit 2018 mit seinem Blick auf die Landkarte der geo-

23 Ausgabe 10/2018 Harald Philipp im Dialog mit Frank Romeike, geschäftsführender Gesellschafter und Gründer des Kompetenz-Netzwerks RiskNET. Hochkarätige Referenten und konzentrierte Zuhörer und Diskutanten beim RiskNET Summit. KI meets KI. Dr. Stefan Pieper, Executive Director und Risk und Compliance Management Officer bei Océ, einem Unternehmen der Canon Gruppe. Mehr als 100 Teilnehmer diskutierten an zwei Tagen aktuelle Themen aus der Welt des Risikomanagements.

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