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RISIKO MANAGER 10.2015

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6 Ausgabe 10/2015

6 Ausgabe 10/2015 Gewerbliche Immobilienfinanzierer benötigen Strategieanpassungen Das gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft ist eine der wichtigsten Ertragsbringer für deutsche Kreditinstitute. Gemäß der Studie „Betongoldrausch in Deutschland“ der Unternehmensberatung Roland Berger beträgt das Volumen für gewerbliche Immobilienkredite 535 Mrd. ¤, welches zu jährlichen Erlösen zwischen fünf und sieben Mrd. ¤ führt. Eine moderate Zinsentwicklung und stabile Konjunktur unterstellt, prognostizieren die Roland-Berger-Analysten einen Anstieg für gewerbliche Immobilienkredite auf rund 600 Mrd. ¤ bis 2018. Doch das niedrige Zinsniveau, eine gute Konjunktur sowie Trends wie der demografische Wandel, eine zunehmende Digitalisierung und politische Initiativen verändern die Nachfrage in der Immobilienfinanzierung, so die Roland-Berger-Experten. Dadurch wird der Markt komplexer und wettbewerbsintensiver und stellt die klassischen Kreditgeber vor neue Herausforderungen. Wichtigste Treiber für die hohe Immobiliennachfrage sind die positive Konjunktur sowie das historische Zinstief in Deutschland: „Wir gehen davon aus, dass das Zinstief noch circa zwei Jahre anhalten wird“, sagt Roland-Berger-Partner Klaus Juchem. „Danach rechnen wir mit moderaten Zinssteigerungen. Bis dahin bleiben Immobilien Betongold.“ Trotzdem wird sich der Immobilienmarkt in den kommenden Jahren stark verändern – in erster Linie durch den demografischen Wandel. Dadurch wird die Nachfrage nach altersgerechten Wohnimmobilien steigen. Die zunehmende Urbanisierung wird außerdem dazu führen, dass die Immobilienpreise in Ballungszentren weiter steigen werden. Hinzu kommen Trends wie die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien: Immer mehr Eigentümer werden darin investieren. Auch die zunehmende Digitalisierung hat einen großen Einfluss auf die Anforderungen an Immobilien. So profitieren vor allem Logistikimmobilien vom steigenden Online-Handel. Denn immer mehr Unternehmen brauchen dezentrale Logistiklager, um ihre Waren schneller liefern zu können. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Mietrenditen wider. Sehr heterogen ist auch der Markt der Fremdkapitalgeber, die sich mit Blick auf Geschäftsmodelle, Finanzierungsschwerpunkte und regulatorische Einflussfaktoren stark unterscheiden. Dennoch bleibt der Kernmarkt der Finanzierungen weiter stark umkämpft. Banken und sonstige Fremdkapitalgeber stehen in einem intensiven Wettbewerb, der über Margen und zunehmend auch über Risikoparameter geführt wird. Das Anbieterspektrum reicht vom schlanken Finanzierungsspezialisten bis hin zu Universalbanken mit breitem Produktangebot. Um in der gewerblichen Immobilienfinanzierung weiterhin erfolgreich zu sein, ist die optimale Ausrichtung von Strategie, Produktangebot und Prozessen entscheidend. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der Website der Unternehmensberatung Roland Berger (www.rolandberger.de) in der Rubrik /Presse verfügbar. Regulierung zwingt zu strategischer Neuausrichtung Deutsche Banken müssen ihr Portfolio in den kommenden drei Jahren deutlich verschlanken. Der Grund: Im Rahmen der einheitlichen Bankenaufsicht (Single Supervisory Mechanism) verlangt die Europäische Union von den Kreditinstituten detaillierte sowie vorausschauende Kapital- und Liquiditätsberichte. Der Aufwand für die Erstellung und Prüfung dieser Analysen in der geforderten Detailtiefe ist jedoch enorm – vergleichbar sogar mit umfangreichen M&A-Transaktionen. Nach umfassender Überprüfung dürften etliche der heutigen Geschäftsfelder als unwirtschaftlich und nicht nachhaltig bewertet werden und eine grundlegende strategische Neuausrichtung in vielen Banken nach sich ziehen. Dies zeigen Marktbeobachtungen der internationalen Managementberatung Bain & Company. Die neuen Berichtspflichten lösen die bisherige Praxis ab, wichtige Bankkennzahlen wie die Eigenkapitalquote auf Basis historischer Betrachtungen zu ermitteln. Fortan erwartet die EU-Bankenaufsicht, dass die Kreditinstitute regelmäßig darlegen, wie sie die zu erwartenden Risiken einzelner Geschäftsfelder einschätzen und mit welchen Auswirkungen sie auf ihr Geschäftsmodell rechnen. „Vielen Banken fehlen geeignete Modelle, um künftige Entwicklungen im eigenen Risikoprofil abzubilden und frühzeitig Anpassungen bei der Eigenkapitaldeckung vorzunehmen“, erklärt Dr. Jan-Alexander Huber, Partner bei Bain & Company und Bankenexperte. „Die Konzentration auf nachhaltig profitable Geschäftsfelder ist daher eine logische Konsequenz, um den aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu entsprechen.“ Die europäische Bankenlandschaft wird sich deutlich verändern. Statt weniger großer Institute, die alles anbieten, geht der Trend hin zu einem Netzwerk aus Tochtergesellschaften mit spezialisierten Geschäftsfeldern. Vorbild sind Entflechtungsprozesse, wie sie die Branchengrößen UBS und Credit Suisse längst angestoßen haben. „Diese Banken folgen einer Strategie, die der Gesetzgeber mit der Trennung von Investment-Banking und Einlagengeschäft bereits vorgezeichnet hat“, so Huber. „Tatsache ist: Die Zeit der großen Universalbanken geht zu Ende.“ Aktuelle Entwicklungen auch in Deutschland bestätigen diese Tendenz. Eigenständige Geschäftseinheiten mit klarem Fokus sollten darüber hinaus die Refinanzierung erleichtern. Aus regulatorischer Sicht eignen sich dafür unter anderem Instrumente, die bei der Eigenkapitaldeckung hohe Flexibilität bieten. Dazu gehören etwa sogenannte CoCo-Bonds, die besonders schnell die Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital ermöglichen. Seit 2009 haben die global als systemrelevant eingestuften Banken Risikoaktiva von rund einer Bn. US-$ abgebaut und gleichzeitig Eigenkapital sowie Rücklagen um 80 Prozent gesteigert. „Diese strukturellen Anpassungen reichen aber nicht aus, um kurzfristig auf ein verändertes Risikoprofil zu reagieren“, betont Bankenexperte Huber. „Darüber hinaus brauchen die Banken flexible Möglichkeiten der Refinanzierung.“ Weitere Informationen sind auf der Website von Bain & Company (www.bain.de) in der Rubrik /Presse verfügbar.

7 Fortsetzung von Seite 1 richtengefüge, das fundamentalanalytische Bewertungsansätze verzerren kann. Zudem wachsen die Sorgen über die Stabilität und Nachhaltigkeit der geleisteten Zentralbankmaßnahmen. Auf der einen Seite erschweren geringe Refinanzierungskosten für Emittenten (t Abb. 01) die historisch beobachteten neuen Volatilitätscluster und die anhaltende Regulierungswelle die Suche der Investoren nach geeigneten Risikoprämien. Auf der anderen Seite kann die bewusste Übernahme von Risiken zu einem attraktiven Preis in Kombination mit einer konsequenten Risikosteuerung Opportunitäten schaffen. Die dadurch entstehende Suche nach höher verzinsten Finanz instrumenten, in einem sich verschärfenden Wettbewerb, lässt das Ertrags- und Risikomanagement immer enger zusammenwachsen. Eine differenzierte Betrachtung der Downside-Risiken ist für eine effiziente dynamische Wertsicherung unerlässlich. Hier setzt die vorliegende Strategie an und baut die Investmentabsicherung prozessual neu auf. Ziel der Dynamic-Volatility-Insurance- Strategie Das Ziel der Dynamic-Volatility-Insurance- Strategie (DVI-Strategie) besteht darin, die bestimmenden Risikofaktoren eines Portfolios zu überwachen und im Rahmen einer dynamischen, von regulatorischen Rahmenbedingungen geprägten Absicherungsstrategie zu steuern. Hierbei wird die Strategie als umgebender Mantel um ein bestehendes, zuvor regulatorisch bewertetes Portfolio gelegt, wodurch eine hohe Kompatibilität zu unterschiedlichen Investmentansätzen sichergestellt werden kann. Dadurch bleibt der Allokationsbeitrag in normalen Marktphasen unangetastet, während in Phasen zunehmender Volatilität eine aktive, dynamische Risikofaktorzerlegung das Verlustrisiko begrenzt. Im Gegensatz zu klassischen Constant- Proportion-Portfolio-Insurance-Strategien (CPPI-Strategien) wird ein direkter Zusammenhang zwischen regulatorisch vorzuhaltendem Risikokapital und dem Absicherungsniveau hergestellt. Die Dynamic- Volatility-Insurance-Strategie bietet über den aktiven Absicherungsmantel Raum für quantitative Einzelrisikofaktorabsicherung, aber auch für die Partizipation an positiver Marktentwicklung durch eine Mittel- und Langzeitzinsen – arithmetisches Mittel (GILT/BUND/OAT/BTP/UST) schrittweise Rückführung der Absicherungsquote. Zusammenfassend stellt diese Strategie eine Ertrags-Risiko-Optimierung unter Berücksichtigung eines verpflichtenden, dynamischen Absicherungsniveaus dar. Das Leitprinzip der granularen Absicherungsmechanik ist die langfristige Renditestetigkeit. Verlinkung in das Investment Management Anzeige Handbuch ICAAP Henning Heuter | Andreas Igl (Hrsg.) t Abb. 01 Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen relativen und absoluten Investmentansätzen. Bei einem relativen Ansatz erfolgt eine Gewichtsdifferenzierung der Einzeltitel zu einer Vergleichsbenchmark, wobei dies in einem „Contribution to Tracking Error“-Risikoprofil mündet. Bei dem Absolute-Return-Ansatz zielt die Titelselektion ausschließlich darauf ab, die Ausfallwahrscheinlichkeit eines zuvor festgelegten Renditeziels zu minimieren. Die eigentliche Assetallokation aus dem zuvor regulatorisch bewerteten Anlageuniversum folgt dem individuell präferierten Investmentansatz und ist von der DVI-Strategie losgelöst (Mantel-Prinzip). Dieses Heuter | Igl (Hrsg.) Handbuch ICAAP ISBN 978-3-86556-428-3 Art.-Nr. 22.511-1500 256 Seiten, gebunden 59,00 Euro www.bank-verlag-shop.de Jetzt bestellen

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