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RISIKO MANAGER 10.2015

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12 Ausgabe 10/2015

12 Ausgabe 10/2015 Risikostrategie und Risikosteuerung Risikomanagement im Bundesschuldenwesen Der im jährlichen Bundeshaushalt entstehende Kreditbedarf wird durch Kreditaufnahmen am Geld- und Kapitalmarkt gedeckt. Dafür muss das Bundesministerium der Finanzen entscheiden, welche Finanzinstrumente in welchem Umfang eingesetzt werden. Als Dienstleister für das Bundesministerium der Finanzen tritt die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) auf. Sie ist beauftragt, Geschäfte zur Haushalts- und Kassenfinanzierung im Rahmen der vom Gesetzgeber ausgesprochenen Ermächtigungen im Namen und für Rechnung des Bundes zu tätigen. Der Kreditbedarf des Bundes wird über die Begebung von Bundeswertpapieren entsprechend dem jährlichen Emissionskalender sowie durch den Einsatz weiterer Finanzierungsinstrumente gedeckt. Ziel ist es, nachhaltig Zinskosten einzusparen und dabei die mit der Finanzierung verbundenen Risiken zu begrenzen. Dabei wird der langfristigen Kosten- und Risikopräferenz des Emittenten besondere Bedeutung beigemessen. Der Bund genießt als Schuldner eine erstklassige Bonität. Seine Emissionen bilden im europäischen Kapitalmarkt die Benchmark. Die Geschäfts- und Risikostrategie der Finanzagentur ist darauf ausgerichtet, diesen Status des Bundes und seiner Emissionen zu sichern und auszubauen. Rechtliche Rahmenbedingungen Die Finanzagentur gilt in ihrer Funktion als Teil der öffentlichen Schuldenverwaltung des Bundes. Daher ist sie kein Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des Kreditwesengesetzes und kein Wertpapierdienstleistungsunternehmen im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes. Bei der Geschäftsbesorgung für den Bund hat die Finanzagentur jedoch eine dem Schuldenwesen angemessene Steuerung der Risiken sicherzustellen, welche mit den Mindestanforderungen an das Risikomanagement – MaRisk [vgl. BaFin 2012] konform geht. Organigramm der Finanzagentur mit Funktionstrennung t Abb. 01 Markt Überwachung/Marktfolge

13 Aufbauorganisation In Übereinstimmung mit den Vorgaben der MaRisk sind Aufgabenbereiche, die aus Sicht eines effizienten und wirksamen Risikomanagementsystems als unvereinbar gelten, bis in die Geschäftsführung funktionell und personell in die beiden Stränge Markt und Überwachung/Marktfolge getrennt. Die Abteilung Interne Revision der Finanzagentur fungiert als prozessunabhängige Instanz. Als externe Kontrollinstanzen sind der Wirtschaftsprüfer der Finanzagentur, der im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung tätig wird, und der Bundesrechnungshof zu nennen. t Abb. 01 zeigt das Organigramm der Finanzagentur, das den Anforderungen der MaRisk entspricht. Risikoarten Die Finanzagentur hat das Ziel, die Finanzierung des Bundeshaushalts kostengünstig und unter Beachtung der damit verbundenen Risiken durchzuführen. Mit jeder Entscheidung zur gewünschten Zinsbindungsstruktur sind Zinsänderungsrisiken in bestimmter Höhe verbunden. Die Überwachung und Steuerung dieser Risiken genießt die höchste Priorität innerhalb des Risikomanagementsystems. Neben dem Marktpreisrisiko in Form des Zinsänderungsrisikos treten auch die für die Finanzbranche typischen anderen Risikoarten auf. Diese stehen jedoch nicht in Verbindung zu dem Einsparziel. Sie sind somit als mit dem Geschäftsbetrieb zwingend verbundene Residualrisiken zu werten, die grundsätzlich zu minimieren sind. Zur Steuerung des Schuldenportfolios des Bundes werden die wesentlichen Risikoarten kontinuierlich überwacht. Diese Risikoanalyse sieht unter anderem den regelmäßigen Ausweis der verschiedenen Risiken vor. Wesentlicher Baustein im Überwachungsprozess ist das Berichtswesen, das über die Marktpreis-, Liquiditäts-, Kontrahenten- und Operationellen Risiken informiert. Steuerung des Zinsänderungsrisikos Die Marktpreisrisiken im Schuldenmanagement des Bundes beschränken sich auf die Zinsänderungsrisiken. Bei Veränderungen des allgemeinen Marktzinsniveaus kommt es zu Veränderungen in den Zinspositionen des Bundes. Darüber hinaus bestehen im Schuldenmanagement des Bundes keine offenen Fremdwährungs-, Rohstoff- oder Aktienpositionen. Die Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos beruht auf der Simulation von Zinsentwicklungen nach einem Zinsmodell. Diese liefert eine große Anzahl möglicher zukünftiger Zinskurven mit denen die Kosten des Schuldenportfolios des Bundes bewertet werden. Im Rahmen der Kalkulation der Zinsausgaben wird das Schuldenportfolio des Anzeige Jetzt bestellen Weitere Fachmedien in unserem Webshop: www.bank-verlag-shop.de Wilhelm Niehoff | Stefan Hirschmann (Hrsg.) Aspekte eines Paradigmenwechsels Banken im Spannungsfeld zwischen Markt und Regulatorik ISBN 978-3-86556-458-0 Art.-Nr. 22.522-1500 216 Seiten, gebunden 59,00 Euro Bank-Verlag GmbH | Wendelinstraße 1 | 50933 Köln | www.die-bank.de

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