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RISIKO MANAGER 09.2017

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44 RISIKO MANAGER 09|2017 Abb. 03 Die Entwicklung des EAD und AddOn nach CEM, Full SA-CRR und Simplified SA-CRR 45 % EAD 68 % CEM Full SA-CRR Simplified SA-CRR Auswirkungen beider Ansatzversionen auf Basis von Benchmark-Portefeuilles untersucht wurden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben gezeigt, dass die Vereinfachung des Ansatzes und die hiermit zusammenhängende Anwendung von aufsichtsrechtlich vorgegebenen konservativen Parametern auf Kosten der Risikosensitivität geht und die regulatorischen Eigenmittelanforderungen aus Derivatetransaktionen signifikant ansteigen lässt. Abb. 03 zeigt den Anstieg der ermittelten Bemessungsgrundlage („Exposure at Default, EAD“) sowie der sogenannten Add- On-Komponente (potenzieller künftiger Anstieg des aktuellen Wiedereindeckungsaufwands) gemäß aktuell anzuwendender Marktbewertungsmethode (CEM) sowie beider Versionen des SA-CCR auf Basis eines beispielhaften Portfolios. Die dargestellte Proberechnung zeigt, dass bereits bei wenig komplexen Portefeuilles die Umsetzung des Simplified SA- CCR anstelle des Full SA-CCR zu einem deutlichen Anstieg des EAD und damit der RWA führen wird. Eine solche konservative Kalibrierung ist bei vereinfachten Methoden im Bankenaufsichtsrecht zwar der Normalfall, geht aber üblicherweise mit einem deutlich geringeren Umsetzungsaufwand einher als es bei den komplexeren Methoden erforderlich ist. Wie gezeigt werden konnte, stellt sich dieser Trade-off im Fall des Simplified SA-CCR aber nur bedingt ein. Vielmehr stehen nur geringfügig niedrigeren Umsetzungsaufwänden höhere EADs und RWAs gegenüber. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse der Proberechnung aber auch einen weiteren Punkt. Zwar unterstreichen und kommunizieren die Bankenaufseher vielfach, dass durch die Neuerungen im Bankenaufsichtsrecht keine signifikante Erhöhung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen angestrebt wird, für den Bereich des Gegenparteiausfallrisikos kann jedoch festgehalten werden, dass dieses Ziel vermutlich verfehlt wird, sofern die Anforderungen in der dargestellten Form in Kraft treten. Die konservative Kalibrierung des SA-CCR („voll“ und „vereinfacht“) wird erkennbar zu höheren Werten für die risikogewichteten Aktiva führen. Fazit - 2 % AddOn 43 % CEM Full SA-CRR Simplified SA-CRR Der europäische Finanzsektor verfügt über ein hohes Maß an Heterogenität. Dies ist eine Binsenweisheit, die die europäische Kommission nunmehr zum Anlass genommen hat, um auf Basis des Proportionalitätsprinzips adäquate bankaufsichtsrechtliche Anforderungen für kleinere Institute zu entwickeln. Im Ergebnis wurden für die Messung des Gegenparteiausfallrisikos aus Derivaten der Full SA- CCR und der Simplified SA-CCR sowie die überarbeitete Laufzeitmethode in die CRR II implementiert. So soll gemäß CRR II kleineren europäischen Instituten mit verhältnismäßig geringem Derivatevolumen ein vereinfachter Standardansatz zur Quantifizierung des Gegenparteiausfallrisikos geboten werden. Die europäischen Bankenaufseher möchten auf diese Weise der Kritik begegnen, dass eine einheitliche Regulierung den Besonderheiten der heterogenen Bankenlandschaft Europas nicht angemessen Rechnung trägt. Ferner wurde vonseiten des Bankensektors immer wieder gefordert, dass die individuellen Eigenheiten der Institute stärker Berücksichtigung finden und vor allem kleinere Institute vor einer einheitlichen Bankenregulierung im Sinne des „Single Rulebook“ geschützt werden müssen, um eine Entlastung von dem „Regulierungstsunami“ herbeizuführen. Allerdings setzt ein solches Vorgehen einen Trade-off zwischen einfacher Umsetzung und Risikosensitivität bzw. konservativer Kalibrierung voraus, der aus Sicht der Institute angemessen ist. Institute sollten in Betracht ziehen, den SA-CCR in seiner vollen Version zu implementieren, um auf diese Art und Weise mit geringem Mehraufwand in der Umsetzung deutlich niedrigere RWA realisieren zu können. Autoren Stefan Röth ist Senior Manager im Bereich Regulatory Management, Fanos Ciftci ist Senior Consultant im Bereich Regulatory Management von PricewaterhouseCoopers (PwC) am Standort Frankfurt am Main. 1 Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012; abrufbar unter http:// eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CE- LEX:32013R0575&from=DE. 2 Vorschlag für eine Verordnung des europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Verschuldungsquote, die strukturelle Liquiditätsquote, Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten, das Gegenparteiausfallrisiko, das Marktrisiko, Risikopositionen gegenüber zentralen Gegenparteien, Risikopositionen gegenüber Organismen für gemeinsame Anlagen, Großkredite, Melde- und Offenlegungspflichten und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012; vom 23. November 2016; abrufbar unter https:// ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2016/DE/COM- 2016-850-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF. 3 Vgl. Britze, Michael/Musai, Hana/Röth, Stefan (2017): Basel, Brüssel, London: neue Offenlegungspflichten für Institute, in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, Heft 6, S. 20-23. 4 Vgl. The standardised approach for measuring counterparty credit risk exposures (2014); abrufbar unter: http://www.bis. org/publ/bcbs279.pdf. 5 Vgl. Ciftci, Fanos/Röth, Stefan (2017): The New Standardised Approach for measuring Counterparty Credit Risk Exposures (SA-CCR), in: Neisen, Martin/ Röth, Stefan (2017): Basel IV. The next Generation of Risk Weighted Assets; WILEY-VCH Verlag; ISBN 978-3-527-50918-8; (2017). 6 Vgl. Neisen, Martin/ Schulte-Mattler, Hermann (2017): Auf dem Weg von Basel III nach Basel IV (Teil 1): Keine weiteren Überraschungen, in: Die Bank, ISSN: 0342-3182, Heft 2, S. 32- 39 sowie Auf dem Weg von Basel III nach Basel IV (Teil 2): Die Risikosensitivität wird wachsen, in: Die Bank, ISSN: 0342-3182, Heft 3, S. 36-44. 7 Vgl. Siehe im Detail zu der Internen-Modelle-Methode (IMM) im Gegenparteiausfallrisiko Art. 283ff. CRR.

Regulierung 45 Personalien Trauer um Jürgen Hromadka (†) Jürgen Hromadka, einer der profiliertesten deutschen Risikomanager, ist tot. Er starb am 20. August plötzlich und unerwartet. Hromadka war zuletzt Abteilungsleiter Kreditrisiko-Controlling bei der DZ Bank. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Stuttgart-Hohenheim war er zunächst Vorstandsassistent, Prüfer und Gutachter im Bankenbereich der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Treuarbeit AG. Im Anschluss daran wechselte er zur DG Bank und war dort in verschiedenen Führungsfunktionen zuständig für den Aufbau der Steuerungsinstrumente von Kreditrisiken und operationellen Risiken sowie für das Konzernrisikoreporting. Hromadka war Referent und Autor – auch der Zeitschrift RISIKO MANAGER – und vertrat sein Thema mit enormer Weitsicht und großer Expertise, u. a. in Arbeitskreisen des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) sowie als Regionalvorstand des European Finance Forum e.V. (EFF). Mit Jürgen Hromadka verliert die Risk Community einen äußerst freundlichen, hochqualifizierten und enorm engagierten Menschen. Die Redaktion dieser Zeitschrift hat er als Vordenker über viele Jahre mit Ideen, fachlichen Impulsen und immer neuen Themenvorschlägen unterstützt und die Entwicklung und Ausrichtung stets mit großem Interesse begleitet. Er wird unvergessen bleiben. Generali: Risikomanagerin Gürtler rückt auf Risikomanagerin Dr. Nora Gürtler (46, Foto), seit März 2016 als Country Chief Risk Officer im Vorstand der Generali Deutschland AG tätig, wird zur Leiterin der weltweiten Konzernrevision berufen. Sie berichtet künftig direkt an Generali-Chef Philippe Donnet, wie das Infoportal „VWheute“ berichtet. Gürtler verantwortete auch das Risikomanagement in den Vorständen der Generali Lebenslang als Head of International Risk Oversight EMEA tätig war. Bogni-Bartholomé wird in ihrer neuen Position als Chef-Risikomanagerin die Risk- und Compliance-Funktionen leiten, als Teil des Group Executive Teams fungieren sowie Mitglied des Group Board sein. Oliver Engels ist neuer CRO der Deutschen Börse Dr. Oliver Engels (Foto) ist neuer Chief Risk Officer der Deutsche Börse AG. Er folgt auf Marcus Thompson, der den Bereich seit Oktober 2013 leitete und das Unternehmen bereits zum 1. Juli „im besten Einvernehmen“ verlassen hat. Engels, der an den Universitäten München und Frankfurt am Main Physik studiert hat, kam im Oktober 2014 zur Deutschen Börse und war zuletzt als Managing Director Audit für das Revisionswesen verantwortlich. Zuvor leitete er die Interne Revision bei Fresenius SE & Co. KGaA und war als Head of Internal Audit, Risk & Compliance Services 11 Jahre Partner bei KPMG. Er ist zudem Vorstand im Deutschen Institut für Interne Revision e. V. (DIIR). Ritzmann übernimmt Risikocontrolling der abcbank Andrea Ritzmann (Foto) wird Mitglied der Geschäftsführung der abcfinance, einem Spezialanbieter für Leasing und Factoring für den deutschen Mittelstand. Zugleich wird sie Geschäftsführerin der abcbank mit Sitz in Köln. Sie wird die Bereiche Rechnungs- und Meldewesen, Steuern, Controlling und Risikocontrolling verantworten. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und einem betriebswirtschaftlichen Studium prüfte und beriet Ritzmann Banken und sonstige Finanzdienstleister als Wirtschaftsprüferin bei KPMG und Deloitte – dort zuletzt als Partnerin. Ihr Aufgabenschwerpunkt bildete die M&A-Beratung mit Fokus auf Due Diligence-Prüfungen. versicherung AG, Generali Versicherung AG und Dialog Lebensversicherungs-AG. Die gebürtige Mannheimerin Gürtler studierte Mathematik in Lyon und an der Universität Karlsruhe, wo sie auch ihre Promotion vorlegte und bis 2001 als wissenschaftliche Angestellte am Institut für Mathematische Stochastik arbeitete. Danach wechselte sie zu Tillinghast-Towers Perrin nach Köln, ehe sie 2003 in die Generali Deutschland Holding AG eintrat. Die Aktuarin der Deutschen Aktuarsvereinigung (DAV) und Certified Enterprise Risk Actuary (CERA) leitete seit 2011 das Enterprise Risk Management der Generali Deutschland sowie das Konzernprojekt Solvency II. Seit 2013 war sie Chief Risk Officer des Unternehmens. Wechsel im Risikomanagement von Lowell Die bisherige Lowell Chef-Risikomanagerin Sara de Tute (Foto) wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 zum neuen Non-Executive Director des UK-Boards ernannt. Gleichzeitig wird sie Mitglied des Risiko- und Prüfungsausschusses. Ihre Position als Vorstandsmitglied der Credit Services Association wird de Tute weiterhin bekleiden. Ihre Nachfolgerin ist Laurence Bogni-Bartholomé, die auf fast 25 Jahre Erfahrung im Bereich Risikomanagement blicken kann. Die Französin kommt von Wells Fargo, wo sie bis- Alison Martin wird Zurich-CRO Alison Martin (43, Foto) wird zum 1. Oktober 2017 zur Zurich Insurance Group (Zurich) stoßen und im Januar 2018 die Rolle des Group Chief Risk Officer übernehmen. Zudem wird sie Mitglied der Konzernleitung. Martin folgt damit auf die aktuelle Chefrisikomanagerin Cecilia Reyes, die im ersten Quartal 2018 zurücktreten und nach 16 Jahren Berufstätigkeit für Zurich mit allen Ehren verabschiedet wird. Alison Martin kann auf eine langjährige Management-, Finanz- und Geschäftserfahrung in der Versicherungsbranche verweisen. Die letzten vier Jahre war sie Head of Life & Health Business Management bei der Swiss Re. Während ihrer insgesamt 14 Jahre bei Swiss Re bekleidete sie verschiedene Führungspositionen mit Fokus auf Transformation, Unternehmenskundengeschäft und Wertschöpfung. So leitete sie u. a. die Division Life & Health Products und war CFO von Swiss Re Life & Health. Alison Martin verfügt über eine Zertifizierung als Wirtschaftsprüferin und war einige Jahre im Bereich Audit und Beratung bei PwC tätig. Sie hat ihr Jura-Studium an der University of Birmingham mit einem LLB Honours-Diplom abgeschlossen. 1998 erlangte sie vom Institute of Chartered Accountants in England and Wales den Rang eines Associate und 2010 die Qualifikation als Chartered Financial Analyst IMC.

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