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RISIKO MANAGER 09.2015

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16 Ausgabe 09/2015 [

16 Ausgabe 09/2015 [ buchbesprechung ] Georg Friedrich Doll Analyse des Zusammenhangs zwischen der Qualität Öffentlicher Deckungsmassen und der Rendite von Öffentlichen Pfandbriefen in Deutschland kassel university press, Kassel 2015, 311 Seiten, 49 Euro, ISBN: 978-3-86219-870-2 r Pfandbriefe gelten als nahezu ausfallsichere Anlagen; sie gehören zu den berühmten „mündelsicheren“ Wertpapieren. Durch starke Regulierung und besondere Auflagen in Form des Pfandbriefbankengesetzes scheint die Rückzahlung sichergestellt. Aber stimmt das auch? In seiner Studie mit dem sehr sperrigen Titel geht der Autor der Frage nach, ob im liquidesten und transparentesten Segment des Pfandbriefmarkts – dem der Öffentlichen Jumbo-Pfandbriefe – die Regeln zur Überdeckung ausreichen, um die Ausfallsicherheit zu garantieren. Ferner widmet er sich der Frage, ob die Marktteilnehmer eine Verschlechterung der Qualität der Deckungsmasse solcher Pfandbriefe mit höheren Bewertungsabschlägen, sogenannten Credit Spreads, belegen. Dazu kämpft sich der Autor durch einen riesigen Datenberg, der von den deutschen Pfandbriefbanken im Zeitraum 2006 bis 2010 veröffentlicht wurde. Entsprechend besteht das Buch aus über 50, zum Teil eine ganze Seite einnehmenden Tabellen. Doch davon sollte sich der Leser nicht abschrecken lassen, da die Arbeit einige interessante Schlussfolgerungen zieht. Zunächst erläutert der Autor die Funktionsweise der Öffentlichen Pfandbriefe: Welche Darlehen sind als Deckungsmasse zugelassen, wie wird die Deckungsmasse auf die Schuld angerechnet, welche Risiken hat die emittierende Pfandbriefbank zu berücksichtigen. Dabei stellt sich heraus, dass der Gesetzgeber dem – auch im Jahr 2015 noch durch die Bankenaufsicht verbreiteten – Irrglauben folgt, dass öffentliche Darlehensnehmer auf der Liste der erlaubten Staaten nicht ausfallen könnten. Ehemalige Schuldner von Island und Griechenland mögen das etwas anders sehen. Konsequenterweise muss der Deckungsstock eines Pfandbriefs nur sowohl durch den absoluten Nominalwert als auch durch den risikolosen (das heißt ohne Credit Spread ermittelten) Barwert die Schuld der Emittentin ab- beziehungsweise um zwei Prozent überdecken. Ferner müssen Markt- und eventuelle Fremdwährungsrisiken berücksichtigt werden, nicht aber Credit-Spread-Risiken, das heißt Wertveränderungen aufgrund der verschlechterten Bonität. Ein für das Bankgeschäft absolut entscheidendes Risiko wird somit komplett ausgeblendet. Die Pfandbriefbanken haben zwar alle – wohl auch auf Druck der Ratingagenturen – ihre Überdeckung im Verlauf der Finanzkrise freiwillig erhöht; jedoch besteht immer die Möglichkeit, dass eine unter Refinanzierungsdruck stehende Bank die nicht gesetzlich erforderlichen Darlehen zur Emission weiterer Pfandbriefe verwendet. Ferner ist fraglich, ob im Fall einer Insolvenz die Gläubiger nicht auch Zugriff auf die freiwillige Überdeckung haben. Insofern sollten Pfandbriefgläubiger immer nur von der gesetzlichen Mindestüberdeckung ausgehen. Anschließend versucht Doll abzuschätzen, wie groß das Risiko aus der Verschlechterung der Bonität der Schuldner in der Deckungsmasse ist. Da über die genaue Zusammensetzung derselben und insbesondere die Verteilung über die Laufzeiten zu wenig bekannt ist, muss man mittlere Laufzeiten schätzen. Damit kommt der Autor zum Schluss, dass gegen Ende des Untersuchungszeitraums der drohende Verlust bei maximal drei Prozent der Deckungsmasse lag. Ein Zusammenhang zwischen den Kreditaufschlägen der Öffentlichen Pfandbriefe und den zugrunde liegenden Darlehen im Deckungsstock lässt sich nicht herstellen. Vielmehr scheinen die Marktteilnehmer die Pfandbriefe der emittierenden Banken pauschal mit zu „bestrafen“, wenn deren Kreditqualität sinkt. Insofern verhält sich der Markt irrational: Er sollte die Bewertung der Pfandbriefe durch Analyse der Deckungsmasse vornehmen, nicht durch Analyse der Emittentin. Hieraus lässt sich eventuell eine Handelsstrategie ableiten. Natürlich merkt man der Studie an, dass sie eine Doktorarbeit ist, und die Materie ist trocken. Der Leser wird jedoch recht gut abgeholt und in die Materie eingeführt. Wenn man viele der Tabellen einfach erst einmal ignoriert und sich auf die Resultate konzentriert, kann man einige interessante Fakten über Pfandbriefe lernen. (Dr. Roland Stamm) RISIKO MANAGER Rating: Praxisbezug: rrrqq Inhalt: rrrqq Verständlichkeit: rrrqq Gesamtwertung: rrrqq

17 Risikomanager Winkelmeier übernimmt bei der FMS Wertmanagement Risikomanager Stephan Winkelmeier (Foto) wird zum 1. Oktober 2015 neuer Vorstandssprecher sowie Chief Risk & Finance Officer der FMS Wertmanagement. Der 47-Jährige folgt auf Christian Bluhm, der seinen noch bis Mitte 2017 laufenden Vertrag vorzeitig aufgelöst hat, um sich anderen beruflichen Herausforderungen widmen zu können. Der 45-jährige Bluhm hat sich bereit erklärt, der FMS Wertmanagement und ihrem neuen Vorstandssprecher noch bis Ende 2015 in beratender Funktion zur Verfügung zu stehen. Winkelmeier ist Geschäftsführer der Senata-Gruppe, einer mittelständischen Industrieholding aus Freising. Der gelernte Bankkaufmann arbeitete nach seinem Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Passau von 1994 bis 2008 bei der UniCredit Bank AG in München beziehungsweise dem Vorgängerinstitut Bayerische Vereinsbank AG in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Senior Risk Manager. Er sammelte als Leiter des Non-Core-Bereichs umfangreiche Erfahrungen beim Abbau von nichtstrategischen Risikopositionen. Im September 2008 übernahm er im Vorstand der Bank Austria-Gruppe in Wien die Position des Chief Risk Officer. Im Juli 2010 wechselte er in den Vorstand der Bayerischen Landesbank, wo er ab April 2011 die Position des CFO, zusätzlich ab August 2013 die des COO/CIO und zwischenzeitlich die des CEO der Internal Restructuring Unit bekleidete. Christian Bluhm (Foto) ist seit Juli 2010 Gründungsvorstand der FMS Wertmanagement, die im Oktober 2010 risikobehaftete und nichtstrategische Vermögenswerte der HRE- Gruppe im Volumen von 175,7 Mrd. ¤ übernommen hat, um diese wertschonend abzuwickeln. Im März 2012 übernahm er bei der FMS Wertmanagement neben seinen Funktionen als Chief Risk Officer und Chief Financial Officer auch die des Vorstandssprechers. Der promovierte Mathematiker arbeitete zuvor bei der Deutschen Bank, bei McKinsey & Company sowie bei der Hypo- Vereinsbank und der Credit Suisse im Risiko- und Portfoliomanagement. Wessling wechselt zu Faros Paul Wessling (Foto) wechselt zum Frankfurter Investment- Consultant Faros. Er wird dort für das Risikomanagement und Reporting professioneller Investoren zuständig sein und diese insbesondere bei aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Fragestellungen beraten. Der Regulationsexperte verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Rechnungslegung von Lebens- und Sachver sicherern. Er war unter anderem für die Themenfelder MaRisk und Asset-Management-Systeme bei Lebensversicherern, Pensionskassen sowie Versorgungswerken verantwortlich. Zudem leitete Wessling die Kapitalanlageverwaltung, das Rechnungswesen sowie Treuhandmandate bei Erstund Rückversicherungsunternehmen. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen vor allem aufsichtsrechtliche sowie handelsund steuerrechtliche Aufgaben und die Sicherstellung des Berichts- und Meldewesens gegenüber den Aufsichtsbehörden. In der neuen Funktion soll Wessling seine Erfahrung sowohl in der Beratung professioneller Investoren als auch im Geschäftsfeld Fiduciary Management einbringen. Swisscard ernennt neue Risikochefin Bei der Credit-Suisse-Tochter Swisscard AECS kommt es zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung. Das Risikomanagement im Kartengeschäft wird Anfang Mai Özelem Civelek (Foto) verantworten. Als Chief Risk Officer ist sie nun Mitglied der Geschäftsleitung. Die Mutter von zwei Kindern folgt auf Klaus Rixecker, der nach langjähriger Tätigkeit als Risikochef zurücktritt. Rixecker werde Swisscard als Senior Advisor in firmenweiten Projekten weiterhin beratend zur Verfügung stehen. Özlem Civelek ist seit 2004 in verschiedenen Funktionen für Swisscard tätig. Sie leitete in den letzten vier Jahren den Bereich Process Engineering, wo sie laut Swisscard unter anderem das Enterprise Risk Management vorantrieb. Sie verfügt über einen Master in Wirtschaft und Politik der Universität Stuttgart und eine Weiterbildung an der Professional Risk Managers' Association. Swisscard ist eine gemeinsame Tochter der Credit Suisse und von American Express. Generationswechsel bei Lingohr & Partner Generationswechsel bei einem der größten unabhängigen deutschen Asset Manager: Die Gesellschafter der Lingohr & Partner Asset Management GmbH (Lingohr & Partner) haben Volker Engelbert zum neuen CIO und Sprecher der Geschäftsführung bestellt. Er übernimmt damit die Position und Aufgaben des Firmengründers und Namensgebers Frank Lingohr, der sich zum 30. Juni aus dem operativen Geschäft zurückziehen wird. Der 53-jährige Volker Engelbert ist seit vielen Jahren im Unternehmen als President für Lingohr & Partner North America Inc. (LPNA) tätig. Nach diversen Management- Aufgaben, unter anderem bei Robertson Stephens, Credit Suisse First Boston und Goldman Sachs, kam er 2006 zu Lingohr & Partner, wo er für die Gründung der LPNA und die erfolgreiche Etablierung der Marke „Lingohr“ im amerikanischen und kanadischen Markt verantwortlich gewesen ist. Nun wird Volker Engelbert als Sprecher der Geschäftsführung zusammen mit Michael Broszeit und Ulrich Nötges die Gesamtverantwortung für das erfolgreiche Unternehmen übernehmen. Die Planung des Führungswechsels ist Frank Lingohr als Gründer und langjährigem CIO des Unternehmens ein persönliches Anliegen gewesen; der Grundsteinleger für den Erfolg und eine der maßgeblichen Persönlichkeiten der Gesellschaft hat den Wechsel selbst initiiert und entscheidend mitgestaltet. Nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung zum 30. Juni 2015 bleibt Lingohr dem Unternehmen auch weiterhin beratend eng verbunden. Für Kontinuität auf der Kundenseite sorgt Michael Broszeit, der die Firma seit 2003 erfolgreich institutionalisiert und globalisiert hat. Ulrich Nötges, seit April 2014 als Chief Operating (COO) und Chief Risk Officer (CRO) tätig, vervollständigt die Geschäftsführung des Unternehmens.

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