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RISIKO MANAGER 08.2019

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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22 RISIKO MANAGER 08|2019 in ein funktionierendes Portfolio ein, an dessen (guter) Rendite sie unmittelbar partizipieren. Hier gilt es als betroffener Anleger, allen Beteiligten sehr deutlich die negativen Verwässerungseffekte aufzuzeigen und im Anlegerkreis entsprechende Mehrheiten für eine Gegenposition aufzubauen. Eine Lösung könnte sein, dass sich an weiteren Investitionen interessierte Anleger in einem neuen Fondsprodukt zusammenfinden, das unabhängig zum bestehenden Fonds investiert. Konsenszone Anlegergremium? Aber auch innerhalb des Anlegerkreises selbst können schwierige und unangenehme Situationen entstehen, wenn die Interessen unterschiedlich gelagert sind. Gibt ein Anleger vor Ablauf der geplanten Fondshaltedauer Anteile in erheblichem Umfang zurück, so führt dies in der Regel zum Schaden anderer Anleger. Je nachdem, ob und wie die investmentrechtlichen Regelungen des § 257 KAGB durch die Regelungen im Fondsvertragswerk zum Tragen kommen und die Liquiditätslage ist, muss der Fonds innerhalb gewisser Fristen Objekte zur Bedienung der Anteilscheinrücknahmebegehren verkaufen. In der Regel sind dies zunächst marktgängige Objekte, die gut zu verkaufen sind. Die aus dem Verkaufserlös in den Fonds zurückfließenden Eigenkapitalmittel werden zur Bedienung der Anteilscheinrückgaben verwendet. Die verbleibenden Anleger sind benachteiligt, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an den guten Verkäufen nicht partizipieren. Im schlimmsten Fall wird der anteilige Wert des verbleibenden Portfolios durch die Verkäufe überdurchschnittlich beeinträchtigt. In dieser Situation sind die Anleger im Zusammenspiel mit Asset Manager und KVG gefordert, eine für alle Parteien wirtschaftlich vernünftige Lösung zu finden. Zum Beispiel eine Sondervereinbarung, in der alle Anleger die Anteile zurückgeben, um innerhalb eines geordneten Verfahrens eine Gleichbehandlung im Desinvestitionsprozess und der Kapitalrückführung herzustellen. Dies kann ein mühsamer und langwieriger Prozess sein, dessen Aufwand sich aber lohnt. Fazit Grundsätzlich können viele erwartbare Negativszenarien in der vor Fondszeichnung durchgeführten Due Diligence durchgespielt werden. Mit einem entsprechenden Einfluss auf die Fondsregularien kann es gelingen, wichtige Sicherungsmechanismen einzubauen, die den Fonds „robuster“ machen. Ein Vollkaskoschutz – also das Ausschließen jeglicher Art von Risiken – wird allerdings nicht gelingen. Daher müssen auch nicht erwartbare negative Entwicklungen im komplexen „System Fonds“ im Rahmen des laufenden Monitorings und der Steuerung durch den Anleger frühzeitig erkannt werden. Dazu sind ein Höchstmaß an Transparenz im Fonds sowie die oben beschriebenen Kompetenzen und Erfahrungen der Anleger unerlässlich. Ebenso müssen erkennbar nachteilige Entwicklungen konsequent in Richtung aller Akteure kommuniziert werden, um zufriedenstellende Lösungen zu erarbeiten. Autor Dr. Andreas Peppel. Institutional Investment Consulting Partners.

Liebe FIRM-Leser, nun ist es beschlossen: Das britische Parlament muss pausieren. Ein verordnetes Innehalten – durchgesetzt von Premier Boris Johnson. Was der eine oder andere vielleicht als Wohltat empfindet, sprich etwas Ruhe vor all dem Dauergetöse in Britannien, ist bei genauerem Hinsehen eine kritische Situation. Nicht nur für die Demokratie, sondern vor allem mit Blick auf das anhaltende Brexit-Chaos. Ausgang ungewiss, Risikomanagement und Besserung sind nicht wirklich erkennbar. Dem zum Trotz spricht sich der Bankenverband für den „Heimatmarkt Europa“ aus. Dieser sei wichtiger denn je, gerade wenn andere „nationalen Pfaden“ folgten. Doch wo die Sonne untergeht, da geht sie auch wieder auf. So beispielsweise bei deutschen Unternehmen. Die bessern sich, glaubt man der „Cyber-Studie 2019“. Demnach hat für einen Großteil der deutschen Unternehmen das Thema Cyber-Risikomanagement deutlich an Bedeutung gewonnen. 86 Prozent finden die Möglichkeit, Cyber-Risiken in eine eigene Versicherungs-Police zu transferieren, interessant. Doch Grund zur Entwarnung ist damit nicht angeraten, wie unser Topinterview verdeutlicht. In diesem warnt Patrick Steinmetz vom Unternehmen BitSight, dass zwar stark regulierte Unternehmen aus dem Finanzsektor immer höhere Summen in ihre IT-Sicherheit investierten, trotzdem nehme die Häufigkeit von Cyber-Attacken zu. Daran gilt es zu arbeiten und die Komplexität von Cyber-Risiken aufzulösen sowie dem Risikofaktor Mensch mit geeigneten Lösungen und vor allem mehr Awareness entgegenzuwirken. Wie das geschehen kann, das zeigen Experten im Rahmen des kommenden RiskNET Summit im November im Schloss Hohenkammer bei München. Und auch bei der Regierung tut sich hierzulande etwas. So hat sich die Bundesregierung zu neuen Maßnahmen für eine bessere Verhinderung und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusförderung entschlossen. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem den öffentlichen Zugang zum Transparenzregister und weitere Kompetenzen für die Geldwäschebekämpfungseinheit des Bundes (FIU) vor. Wie wichtig solche Initiativen sind, verdeutlicht unsere Rubrik „Risikomanagement in Zahlen“. Demnach entsteht der deutschen Wirtschaft ein jährlicher Schaden von 400 Milliarden Euro durch Korruption. Apropos Schaden für die Wirtschaft: Noch nicht abzusehen ist der immense Schaden, der durch den Brexit entstehen könnte. Aber wir hoffen auf Besserung und Einsicht – auch wenn der so beliebte britische Unterhaussprecher John Simon Bercow zu Ende Oktober seinen Rücktritt ankündigte. Manche wissen eben, wann es Zeit ist, zu gehen. Viel Spaß mit der neuen FIRM-Ausgabe wünscht Ihre Redaktion. Es grüßt INHALT 23 EDITORIAL 24 INTERVIEW 27 WISSENSCHAFT 28 REGULIERUNGSTRENDS 29 FIRM-NEWS UND TERMINE HERAUSGEBER Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. Schwarzwaldstraße 42 D 60528 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 87 40 20 00 Telefax: +49 69 87 40 20 09 Internet: www.firm.fm E-Mail: info@firm.fm Redaktion: Frank Romeike (V.i.S.d.P.), Andreas Eicher E-Mail: redaktion@firm.fm Erscheinungsweise: 10 x im Jahr als Einhefter in der Zeitschrift RISIKO MANAGER Frank Romeike, verantwortlicher Chefredakteur und Mitglied des FIRM-Vorstands

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