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RISIKO MANAGER 08.2015

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4 Ausgabe 08/2015

4 Ausgabe 08/2015 Vorsichtiger Optimismus im Mittelstand Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland blicken wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft, von Konjunktureuphorie ist aktuell aber nichts zu spüren. Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ermittelt im Februar ein stabiles Geschäftsklima der mittelständischen Firmen (wie im Vormonat 12,6 Saldenpunkte). Die aktuelle Geschäftslage wird jedoch etwas schlechter eingeschätzt als im Januar (-0,5 auf 20,8 Saldenpunkte), die Erwartungen steigen leicht um 0,6 auf 4,3 Saldenpunkte. „Der Mittelstand ist zuversichtlich – aber nicht in Hochstimmung“, resümiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Das zeugt von gesundem Realitätssinn. Die Binnennachfrage gibt der deutschen Konjunktur zwar Rückenwind. Aber solange die Wachstumsschwäche in den europäischen Krisenländern nicht nachhaltig überwunden ist und die Spannungen mit Russland nicht gelöst sind, wird das Wachstum hierzulande nur moderat steigen. Ich rechne für 2015 mit einem Plus von 1,5 Prozent.“ Bei den deutschen Großunternehmen stabilisiert sich das Geschäftsklima im Februar nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat bei 10,0 Saldenpunkten. Der billige Euro stärkt ebenso wie die gute US-Konjunktur die Exportwirtschaft. Davon profitieren vor allem die Großunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, deren Geschäftsklima sich am stärksten erholte. Ihre Geschäftslage beurteilten die Großunternehmen im Dreimonatsvergleich um 4,5 Zähler besser - eine deutliche Stimmungsaufhellung. Die Erwartungen verbessern sich ebenfalls von niedrigem Niveau. Von Januar auf Februar stiegen sie um 0,7 Zähler auf 2,2 Saldenpunkte. Das zeugt von größerer Zuversicht, lässt aber keineswegs eine grundlegende Besserung der Geschäftslage erwarten. Weitere Informationen sind auf der Website der Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) in der Rubrik /KFW Konzern / Newsroom verfügbar. Änderungen in Geschäftsmodellen erforderlich Im Firmenkundengeschäft haben zahlreiche Banken trotz positiver Aussichten mit sinkenden Erträgen zu kämpfen. Einer von der Boston Consulting Group (BCG) veröffentlichten Studie mit dem Titel „Global Corporate Banking 2015: The Look of a Winner“ zufolge müssen die Institute deshalb ihre Geschäftsmodelle grundlegend ändern. Der Studie zufolge fällt es Banken seit Beginn der Finanzkrise 2007/2008 in zahlreichen Märkten schwerer, Erträge im Firmenkundengeschäft zu erzielen. Da in diesem Bereich aber etwa die Hälfte der Bankenerträge erwirtschaftet wird, ist eine gute Positionierung im Firmenkundengeschäft für Banken unerlässlich. Nach BCG-Schätzung werden die Erträge aus dem Firmenkundengeschäft bis 2020 global um sieben bis acht Prozent jährlich steigen; in Deutschland wird ein moderates Wachstum von ein bis zwei Prozent erwartet. Weitere BCG-Analysen würden zudem zeigen, dass weltweit über die Hälfte der Firmenkundenbanken in den vergangenen drei Jahren einen Ertragsrückgang hinnehmen musste. Laut Studie hat sich die Spanne zwischen den am besten und den am schlechtesten abschneidenden Instituten dabei in den meisten Regionen um 50 Prozent vergrößert. In Westeuropa verzeichnet die Mehrheit der Banken negative und sinkende Gewinne. Die Studie benennt fünf wichtige Entwicklungen, die globale wie nationale Banken dazu zwingen, ihr Geschäftsmodell für das Firmenkundengeschäft umzugestalten. Für Deutschland werden die Globalisierung und die digitale Revolution als die größten Herausforderungen angesehen. Im Ergebnis führt die Studie acht Maßnahmen zur Ertragssteigerung bei internationalen Instituten an. Die für Deutschland wichtigsten sind laut den BCG-Analysten die strikte Überprüfung und Fokussierung des Geschäftsportfolios, die Verbesserung des digitalen Auftritts und der Big-Data-Fertigkeiten sowie eine neue Kultur von Service-Exzellenz, die etwa die Entscheidungsgeschwindigkeit deutlich erhöht. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der BCG-Website (www.bcg.de) in der Rubrik /Media Center / Pressemitteilungen verfügbar. Aktuelle Herausforderungen für die Buy-Side Eine Untersuchung im Auftrag von SWIFT hat gezeigt, dass Initiativen zur Regulierung, Automatisierung und Financial Crime Compliance höchste Priorität für Investment-Manager im Jahr 2015 haben. Die Ergebnisse der Studie, die in einem Papier mit dem Titel Operational Challenges Facing Investment Managers in 2015 zusammengefasst sind, werten die aktuellen und künftigen operativen Bedürfnisse der Buy Side aus mit dem Ziel, mögliche Lösungen in den Bereichen Automatisierung, Standardisierung und gemeinschaftliche Zusammenarbeit zu definieren. Die Studie wurde im Frühjahr und Sommer 2014 weltweit mit sechs der zehn größten Investment-Management-Firmen und ihren Kontrahenten in mehr als 30 Investment- Management-Häusern durchgeführt. Als Ergebnis wurden acht wesentliche Problembereiche identifiziert, mit denen sich Investment-Manager im Jahr 2015 auseinandersetzen müssen. So fordern beispielsweise die regulatorischen Berichtspflichten und Compliance erheblichen Verwaltungsaufwand, weshalb weniger Zeit für Innovationen und neue Kundenbeziehungen zur Verfügung steht. Zudem erwarten Investoren und Regulatoren, die geschäftliche Kontinuität zu wahren und auf Risikovermeidung zu achten. Auch die zunehmende Bedeutung des Collateral Management und der damit verbundene Druck, Kosten und Risiken in diesem Bereich zu reduzieren, stellt die Investment-Manager vor neue Herausforderungen. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der SWIFT Website (www.swift.com) in der Rubrik /Product & Services /Investmentmanager verfügbar.

5 Weckruf für die Finanzwelt Weiterhin anhaltende Regulationen (32 Prozent, Industry), Reduktion der Komplexität in der IT (21 Prozent, Technology) und Umsatzwachstum (19 Prozent, Organization) – diese drei Punkte werden in diesem Jahr bei den Entscheidern in der europäischen Finanzwelt für einige schlaflose Nächte sorgen. Gemäß der aktuellen „No Sleep Survey“ der Unternehmens- und Technologieberatung Capco stehen sie ganz oben auf der Liste der Herausforderungen für 2015. Die Umfrage, die sich der Frage widmet, welche Herausforderungen Entscheider der Finanzdienstleistungsbranche nachts nicht schlafen lassen, wurde in diesem Jahr erstmals europaweit durchgeführt. „Die No Sleep Survey belegt, dass europäische Entscheidungsträger die Gesamtlage für 2015 insgesamt etwas optimistischer einschätzen als 2014“, sagt Bernd Richter, Capital-Markets-Partner bei Capco. „Gleichwohl zeigt die Studie auch, dass die Branche weiterhin vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen steht, die die Institute auch künftig unter enormen Handlungsdruck setzen – das gilt für Europa als Ganzes, aber auch für deutsche Institute.“ Die Analyse zeigt zudem, dass 60 Prozent der europäischen Institute planen, die anstehenden Herausforderungen mit gleich viel oder sogar mit weniger Personal anzugehen. Lediglich 26 Prozent der Institute haben für das Jahr 2015 Neueinstellungen vorgesehen, zehn Prozent wollen personelle Engpässe mit externen Beratern überbrücken. Einen grundsätzlichen Anpassungsbedarf der Geschäftsmodelle ihrer Institute sehen 30 Prozent der Entscheider in europäischen Finanzinstituten. Das Thema Regulierung können europäische Finanzentscheider noch lange nicht aus ihren nächtlichen Träumen verbannen. Zwar verlieren einzelne Regularien, wie EMIR oder SEPA an Bedeutung. Dafür belegen in 2015 Themen wie MiFIR/MiFID (18 Prozent) und Solvency II (9 Prozent) die oberen Ränge. Trotz der Barrieren, die durch die konstant anhaltenden regulatorischen Anforderungen bestehen, spielen Innovationen eine maßgebliche Rolle. „Wo Innovation in 2014 noch als nice to have galt, zeigt die No Sleep Survey, dass die europäische Finanzwelt ganz klar erkannt hat, dass Innovation unabdingbar ist, um im Wettbewerb zu bestehen“, sagt Richter. Von den befragten Instituten halten 58 Prozent Innovation für den essentiellen Projekttreiber in 2015. Rund 45 Prozent geben zudem an, dass sie dafür mehr Ressourcen einsetzen wollen. Im Fokus der Innovationsüberlegungen liegt aber nicht nur die Anpassung an digitale und mobile Infrastrukturen, sondern auch, dass Prozesse ganzheitlich überdacht und an die neuen Marktgegebenheiten angepasst werden, um den Kundenanforderungen einheitlich gerecht zu werden. Hinsichtlich der Herausforderungen im Wettbewerb erwarten 92 Prozent der Banken, dass die bereits bekannten Wettbewerber die größte Konkurrenz darstellen. Neue Wettbewerber sehen hingegen nur 28 Prozent als Bedrohung an. Zudem zählen die zunehmenden Anforderungen der Kunden (58 Prozent) und die Gefahr, dass die Produkte und Dienstleistungen von anderen Marktteilnehmern besser oder günstiger angeboten werden (72 Prozent) zu den Herausforderungen, die europäische Entscheider am meisten umtreiben. Beim detaillierten Blick auf Produkte und Dienstleistungen der Marktteilnehmer, die nicht aus der Finanzbranche stammen, zeigt sich, dass Payment-Dienste wie Paypal oder Ogone und digitale Brieftaschen wie etwa ApplePay den größten Einfluss und somit die größte Bedrohung für die Branche darstellen. Erstaunlicherweise betrachten Banken Crowdfunding und Peer to Peer Lending im Vergleich als geringere Bedrohung. Weitere Informationen sind auf der Capco-Website (www.capco. com) in der Rubrik /Insights /Research & Thoughts verfügbar. Investmentbranche im Umbruch Gemäß einer gemeinsam von der Unternehmensberatung Oliver Wyman und dem Investmenthaus Morgan Stanley veröffentlichten Studie fand in den letzten fünf Jahren im globalen Wertpapiergeschäft eine umfassende Wertverlagerung von der Banken- (sell side) zur Investorenseite (buy side) statt. Quantitative Easing- Programme haben die Preise von Anlagen in die Höhe getrieben und die Volatilität reduziert. Gleichzeitig hat der regulatorische Druck die Kapazitäten der Bankenseite verringert, und die geringere Handelstätigkeit der Banken hat die Liquidität der Märkte reduziert. Deshalb wenden sich Investoren im Niedrigzinsumfeld ertragreicheren und weniger liquiden Anlagen zu. Politische Entscheidungsträger sind zudem zunehmend besorgt über steigende Zinsen und den Übergang vom Quantitative Easing (QE) zurück in eine Welt ohne QE. Da beide Veränderungen insbesondere Investoren treffen, ist ein zunehmender Fokus der Aufsicht auf Asset Manager zu erwarten, so die aktuelle Ausgabe der jährlichen gemeinsamen Studie „Outlook for Global Wholesale & Investment Banking“. Der Studie zufolge haben die Institute ihre Bilanzen seit 2010 um 20 Prozent verkürzt und werden diese bis 2017 um weitere zehn bis 15 Prozent reduzieren. Das verwaltete Vermögen in täglich kündbaren Fonds hingegen ist jährlich um zehn Prozent gestiegen und befindet sich nun 76 Prozent über dem Niveau aus dem Jahr 2008. Daneben analysiert die Studie den Einfluss der reduzierten Marktliquidität auf das Wertpapiergeschäft, mögliche regulatorische Reaktionen und die langfristige Bedeutung für Banken, Asset Manager und Anbieter von Marktinfrastrukturen. In einer Befragung von einer Gruppe Asset Manager mit einem verwalteten Gesamtvermögen von mehr als 10 Bio. US-$ zeigten sich diese besonders besorgt über die Liquiditätssituation in Märkten mit festverzinslichen Wertpapieren. Im Ergebnis erwarten die Autoren der Studie eine weitere Konsolidierung im Bankensektor, aber auch eine zunehmend diverse Wettbewerbslandschaft und breitere Streuung der Erträge. Bereits jetzt bestehe ein Ertragsunterschied von zehn Prozentpunkten zwischen Banken unterschiedlicher Größe. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der Website des Beratungsunternehmens Oliver Wyman (www. oliverwyman.de) in der Rubrik /Publikationen /Financial Services verfügbar.

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