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RISIKO MANAGER 08.2015

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12 Ausgabe 08/2015

12 Ausgabe 08/2015 Banken gehen weniger Risiken ein Basel III fördert Deleveraging Seit der Bankenkrise haben viele Banken ihre Bilanzen durch eine verbesserte Kapitalisierung und Finanzierung gestärkt, um die strengeren Regulierungsanforderungen von Basel III zu erfüllen. Diese neuen Standards für Kapital, Leverage und Liquidität wirken sich jedoch auch auf die Auswahl bei der Kreditgewährung aus. Sie fördern das Deleveraging und die Risikoumverteilung der Banken. In diesem Artikel wird analysiert, wie sich die Vorbereitungen der Banken für Basel III auf den Kreditfluss und die Muster der Kreditgewährung auswirken. Die Risiken von 16 global systemrelevanten Banken (G-SIBs) in Europa werden untersucht, seit die Kapitalregeln von Basel III im Dezember 2010 endgültig festgelegt wurden. Nach diesen Ergebnissen haben europäische Großbanken einen bescheidenen Abbau ihres Fremdkapitals vollzogen, während bei der Risikoumverteilung zwischen Anlageklassen wesentlich stärkere Veränderungen statt fanden. Die Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich das Deleveraging möglicherweise verlangsamt. Die zunehmend strengen Regulierungsanforderungen haben die Expositionen der Banken erheblich beeinflusst. Die Gesamtheit der Kredit-Exposures, ermittelt auf der Grundlage des Gesamt-EAD (Exposure at Default), nahm seit 2010 um 336 Mrd. ¤ oder 2,5 Prozent auf 13,3 Billionen ¤ ab. Im privaten Sektor wurde ein stärkerer Rückgang der Kredit-Exposures um 7,9 Prozent verzeichnet. Diese Rückgänge spiegeln die Auswirkungen auf die tatsächlichen Kredittrends nur unzureichend wider, denn die kumulierte Inflation in der Risiken: Bedeutende Umverteilung Eurozone belief sich im Dreijahreszeitraum bis 2013 auf 6,7 Prozent. Hinter der als Gesamtwert angegebenen Veränderung verbergen sich dramatische Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren und eine wesentliche Umverteilung zwischen Anlageklassen. Die Gesamtheit der Exposures nahm im Jahr 2011 um 454 Mrd. ¤ (oder 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) zu, was weitgehend auf einem Anstieg von 22 Prozent des EAD bei Staatsanleihen beruhte. In den beiden darauffolgenden Jahren fiel dieser Wert dann mit abnehmenden Exposures bei Unternehmen und Finanzinstituten um 5,6 Prozent. Im Jahr 2013 gingen die Kredite an Unternehmen und Finanzinstitute sowie Verbriefungen kontinuierlich zurück, während sich die Staatsanleihen und die Immobilien-Kredite an Privatkunden einpendelten. Während des Dreijahreszeitraums bestanden die größten Verlagerungen nach einer Studie von Fitch Ratings in der Erhöhung des Exposures bei Staatsanleihen um 576 Mrd. Euro und in einer Reduzierung des Exposures bei Unter nehmenskrediten um 450 Mrd. Euro (siehe t Abb. 01). Anreize von Basel III wirken sich auf Kreditfluss aus Basel III veranlasst Banken durch starke Anreize dazu, unter anderem durch die Kosten für langfristige Finanzierungen und Kapitalkosten geeignete Preise für Kredite an Firmen und kleine und mittelständische Unternehmen anzubieten. Dies ruft Veränderungen in der Kreditvergabe hervor und beschränkt die Kreditverfügbarkeit. Die Auswirkungen auf die Kreditverfügbarkeit gelten als ein Faktor, der zu einem kraftlosen Wachstum und langsamen Strukturanpassungen in Europa führt. t Abb. 01 (EAD Change End 2010–End 2013) (EUR Bil.) 800 600 400 200 0 -200 -400 -600 Sovereign Corporate Financial Institution Residential Mortgage Other Retail Securitization Total Credit Exposure Quelle: Fitch Ratings, bank Pillar 3 disclosures.

13 Verschiedene Kosten, verschiedene Anreize t Abb. 02 (Capital as % of EAD) 5,0 2013 2013 Average 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0 Sovereign Financial Institution Residential Mortgage Securitization Counterparty Risk Other Retail Corporate Quelle: Fitch Ratings, bank Pillar 3 disclosures. Der Kreditfluss der Banken hat sich seit 2010 weitgehend an risikobasierte Anreize im Hinblick auf das aufsichtsrechtliche Eigenkapital angepasst, und es hat sich ein merklicher Wechsel von kapitalintensiven zu weniger kapitalintensiven Geschäften vollzogen, auch wenn verschiedene ökonomische und marktspezifische Faktoren ebenfalls hierzu beigetragen haben. Die europäischen G-SIBs konnten ihre gesamten Kapitalkosten für Kreditrisiken um 13 Prozent und das EAD um bescheidenere 2,5 Prozent reduzieren. Die Kreditabflüsse waren während des dreijährigen Analysezeitraums in der Regel für Aktiva am höchsten, die am meisten Kapital verbrauchten, also beispielsweise für Kredite an Unternehmen und Privatkunden, Verbriefungen und Gegenparteirisiken. Bei den Unternehmenskrediten zeigte sich die größte absolute Reduzierung des Exposures, und mit durchschnittlichen Kapitalkosten von 4,2 Prozent zum Ende des Jahres 2013 wurde hier das meiste Kapital verbraucht. Dieser Wert war mehr als neunmal so hoch wie der durchschnittliche Wert der Kapitalkosten bei Staatsanleihen, der 0,5 Prozent erreichte. Bankkredite an Unternehmen müssten wesentlich höhere Erträge als Exposures bei Staatsanleihen erzielen, um eine vergleichbare Eigenkapitalverzinsung zu erzielen. Dies stellte besonders zu Beginn des Studienzeitraums große Herausforderungen dar, als die Spreads auf europäische Staatsanleihen hoch waren. Seither haben die Banken ihre Preise für Unternehmenskredite nach oben korrigiert, um die Rentabilität zu steigern (siehe t Abb. 02). Die Zunahme der Exposures bei Staatsanleihen in unserer Analyse geht mit dem Aufbau höherer Liquiditätspuffer einher, durch die europäische Banken auf die in den Basel-Reformen niedergelegte Anforderung der Mindestliquiditätsquote (LCR) reagieren, um diese vor ihrer verbindlichen Einführung seit dem Jahr 2015 zu erfüllen. Durch diesen Standard werden Banken dazu animiert, Geldmittel bei Zentralbanken zu deponieren und Staatsanleihen zu halten. Durch die Schaffung negativer Anreize sollen dagegen Interbankengeschäfte eingeschränkt werden. Die strukturelle Liquiditätsquote nach Basel III hätte größere Auswirkungen auf Aktiva mit längerer Laufzeit wie Unternehmenskredite, weil sie sich auf längerfristige strukturelle Diskrepanzen zwischen Aktiva und Verbindlichkeiten richtet. Die LCR konzentriert sich dagegen auf kurzfristige Finanzierungsrisiken. Die europäischen G-SIBs, besonders diejenigen mit größerer Ausrichtung auf Wholesale-Finanzierungen, werden Kreditflüsse wahrscheinlich unter Berücksichtigung dieser Anforderung verwalten, bevor die Standards im Jahr 2018 verbindlich eingeführt werden. Die Anforderung der Leverage Ratios könnte einige der durch risikobasierte Kapital- und Liquiditätsstandards geschaffenen Anreize neutralisieren, weil es sich um ein relativ stumpfes Werkzeug handelt, mit dem die Risikobehaftung von Aktiva nicht festgestellt werden kann. Im Gegensatz zu risikobasierten Kapital- und Liquiditätsquoten bietet diese Messgröße den Banken keinen Anreiz dafür, hochwertige liquide Aktiva gegenüber riskanteren langfristigen Unternehmenskrediten zu bevorzugen. Die Leverage Ratio stellt eine zusätzliche Beschränkung für die Bilanzen der Banken dar und führt wahrscheinlich zu einem weiteren Deleveraging. Die Messgröße hatte wahrscheinlich Einfluss während des Zeitraums ihrer parallelen Einführung, die im Jahr 2013 begann, auch wenn sie erst seit 2015 offengelegt wird. Banken gehen weniger Risiken ein Die europäischen G-SIBs haben das Exposure für den Handel und OTC-Derivate aufgrund der konservativeren Kapitalkosten bei diesen Geschäftstätigkeiten nach Basel III reduziert. Unsere Analysen zeigen, dass das Markt- und Gegenparteirisiko im Jahr 2012 um ungefähr 20 Prozent und im Jahr 2013 um ungefähr zehn Prozent gesenkt wurde. Die Gesamtreduzierung bei der Risikoübernahme entspricht den Zielen der politischen Entscheidungsträger. Es besteht die Möglichkeit von Rückwirkungen auf die Marktliquidität sowie für eine Risikoverlagerung auf den Schattenbankensektor. Neue Kapitalregeln für das Handelsbuch (Basel 2,5), einschließlich der Einführung eines Modells für den Value at Risk (VaR) unter Stress und eines schrittweisen Risikoaufschlags zur Erfassung von Ausfallund Migrationsrisiken, wurden im Jahr

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