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RISIKO MANAGER 07.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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12 RISIKO MANAGER 07|2017 Tab. 01 LCR Haircuts Level-1 Assets Aktiva äußerst hoher Liquidität Haircut Münzen und Banknoten - a Basierend auf der Möglichkeit zur bilateralen Anpassung der Zulässigkeit und der Anrechenbarkeit ergibt sich pro Kontrahent ein individueller Korb an Wertpapieren mit spezifischen Bewertungsabschlägen. Dies bedeutet, dass für jeden Vertrag eine andere Sicherheit die Anforderungen am besten erfüllt. Die Identifikation der an dieser Stelle optimalen Sicherheiten ist die große Herausforderung. Hierbei sind neben den Eigenheiten des Einzelvertrags jedoch auch die anderen Verträge, zulässige Sicherheiten, der vorhandene Sicherheitenbestand und weitere Regulierungen zu beachten. Level-2 Assets Aktiva hoher Liquidität Forderungen gegen Regionalregierungen mit Risikogewicht 20% Haircut Zentralbankforderungen - a Gedeckte Schuldverschreibungen ECAI 2 15 % EU Staatsanleihen, Bundesländeranleihen, Anleihen des öffentlichen Sektors Staatlich garantierte Anleihen, Förderbankanleihen 15 % - a Unternehmensschuldverschreibungen ECAI 1 15 % - b Unternehmensschuldverschreibungen bis ECAI 3 50 % Multilaterale Entwicklungsbanken - b Aktien 50 % Anleihen von Drittstaaten ECAI 1 - b Sichteinlagen bei Zentralbanken von Verbünden 25 % Gedeckte Schuldverschreibungen ECAI 1 7 % b Verbriefung von Krediten ECAI 1 für Wohnimmobilien, KFZ-Darlehen, Unternehmensdarlehen, Konsumentendarlehen 25 % 35 % Warenverleih- und Warenleihgeschäfte, Kauf- und Verkauf- beziehungsweise Verkauf- und Kaufgeschäfte, Pensions- beziehungsweise Repo-Geschäfte, Lombardgeschäfte und zusätzlich bei der Trans parenzpflicht für die Fondsverwalter Tab. 02 Rating (basierend auf S&P Ratingskala) Beispiele für Haircuts unter EMIR Restlaufzeit (in Jahren) EU Staatsanleihen, Bundesländeranleihen, Anleihen des öffentlichen Sektors auch Total Return Swaps. Unter „Weiterverwendung“ im Sinn der SFT-Verordnung wird die Nutzung von als Sicherheit erhaltenen Finanzinstrumenten durch eine Gegenpartei im eigenen Namen und für eigene Rechnung oder für Rechnung Dritter verstanden. Die Sicherheit stellende Gegenpartei muss durch die empfangende Gegenpartei über mögliche Risiken durch die Einwilligung zur Weiterverwendung der Sicherheiten oder die Nutzung eines Title-Transfers (Vollrechtsübertragung), insbesondere die Risiken im Fall des Ausfalls der empfangenden Gegenpartei, schriftlich informiert werden. Zusätzlich muss ein schriftliches Einverständnis zur Weiterverwendung der Sicherheiten oder die Nutzung eines Title-Transfers vorliegen. Erst mit der Übertragung der als Sicherheit gegebenen Wertpapiere auf ein anderes Wertpapierkonto des Sicherheitennehmers, darf eine Weiterverwendung erfolgen. Im SFT-Markt gibt es viele Ausprägungen, welche Auswirkungen auf das genutzte Collateral und die anzuwendenden Haircuts haben. Bei bilateralen Repo-Geschäften werden 90 Prozent der Transaktionen durch festverzinsliche Wertpapiere besi- Collateral Haircut Staatlich garantierte Anleihen, Unternehmensanleihen Equities, Gold Cash Sicherheiten im Rahmen SFTR AAA / AA- < 1 0,50 % 1 % 15 % 1 - 5 2 % 4 % 15 % > 5 4 % 8 % 15 % - Die Securities Financing Transactions Regulation (kurz SFTR) betrifft alle Kontrahenten, das heißt finanzielle und nicht-finanzielle Gegenparteien (Definition erfolgt nicht anhand von EMIR, sodass es hierbei bereits zu Abweichungen zwischen EMIR und SFTR kommen kann), die an einem Wertpapierfinanzierungsgeschäft beteiligt sind und den Sitz in der EU haben oder das Geschäft über eine in der EU ansässige Tochtergesellschaft durchführen. Die SFTR definiert hierbei als betroffene Instrumente alle Wertpapierleihe, A+ / A- BBB+ / BBB- BB+ / BB- < 1 1 % 2 % 15 % 1 - 5 3 % 6 % 15 % > 5 6 % 12 % 15 % < 1 1 % 2 % 15 % 1 - 5 3 % 6 % 15 % > 5 6 % 12 % 15 % < 1 15 % N/A N/A 1 - 5 15 % N/A N/A > 5 15 % N/A N/A - - -

Marktrisiko 13 Infobox 03 Abschätzung der Initial Margin Die exakte Initial Margin eines Portfolios ist von einer Vielzahl an Faktoren, wie der Zusammensetzung des zugrunde liegenden Portfolios, des verwendeten Modells etc., abhängig. Im Rahmen einer Abschätzung sollten zunächst die betroffenen Kontrahenten durch Befragung identifiziert und zeitlich in Bezug auf den Erstanwendungszeitpunkt eingeordnet werden. Unter Beachtung des eigenen Erstanwendungszeitpunkts kann dann eine Priorisierung der Kontrahenten erfolgen. Zur Abschätzung der Initial-Margin-Anforderungen bietet es sich dann an, aufgrund der einfachen Berechnungsmethodik, das aufsichtsrechtliche Standardmodell zu verwenden, auch wenn dieses zu erhöhten IM-Anforderungen führen kann. In der nachfolgenden Grafik werden die unterschiedlichen Initial-Margin-Anforderungen im Clearing bei den Clearinghäusern LCH und CME, bei der Verwendung des ISDA-SIMM- Modells zur Berechnung der Initial Margin im ungeclearten Geschäft sowie dem Standardmodell zur Berechnung der Initial Margin im ungeclearten Geschäft verglichen. Als Basis des Vergleichs wurden Zinsswaps mit verschiedenen Laufzeiten (2, 10 und 30 Jahre) sowie unterschiedliche Richtungen (Payer beziehungsweise Receiver) verwendet. Im Rahmen der Ergebnisaggregation sind dann neben den Gruppen- und Konzernstrukturen auch geplante Entwicklungen des Geschäftsvolumens zu berücksichtigen. Auf Basis der daraus folgenden Ergebnisse sollte dann unter Beachtung eines ausreichenden zeitlichen Spielraums mit der Erweiterung des Sicherheitenbestands begonnen werden. chert (vgl. ESMA Studie zu SFT in der EU, ESMA/2016/1415). Eine Mehrheit hiervon entfällt auf Staatsanleihen und Anleihen von supranationalen Organisationen. Auch im Tri-Party-Repo werden noch immer über 60 Prozent der Sicherheiten durch Staatsanleihen oder staatlich garantierte Anleihen abgedeckt. Somit ist im Bereich der besicherten Transaktionen ein qualitativ sehr gutes Collateral bereits in Verwendung und damit Marktstandard. Haircuts werden von den handelnden Instituten unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos der Gegenpartei und der Collateral-Qualität bestimmt. Die Verwendung von Haircuts hat im SFT-Markt nicht nur eine Funktion als Übersicherung im Fall eines Ausfalls der Gegenpartei, sondern ist auch wichtiger Teil der Preisgestaltung. Die Möglichkeiten zur Wiederverwendung der qualitativ hochwertigen Sicherheiten werden durch die SFT-Regulierung eingeschränkt, da hiermit ein hoher Aufwand, bei der Genehmigung und Dokumentation zur Wiederverwendung durch die Gegenpartei, einhergeht. Sicherheiten im Rahmen der HQLA- und LCR-Berechnung Abb. 01 Verwendungsvorteile anhand von zwei Beispielen Initial Margin LCR Funding eines AAA Pfandbriefs mit Laufzeit < 5 Jahre Verwendung als Initial Margin aufgrund geringerer Kosten vorteilhaft. Die Liquidity Coverage Ratio (kurz LCR) beschreibt die Liquiditätsmindestanforderungen an eine Bank. Das Ziel ist es, dass ein Institut in einer Stresssituation die Liquidität für 30 Tage gewährleisten kann. Hierbei beschreiben die High Quality Liquid-Assets die Wertpapiere, die zur Deckung der Nettoliquiditätsabflüsse im Stressszenario vorgehalten werden müssen. Die Zusammensetzung des Liquiditätspuffers unterteilt sich in Aktiva der Stufe 1 beziehungsweise 2. Die Level-1- Assets beinhalten unter anderem Barsicherheiten, Staatsanleihen und staatlich garantierte sowie gedeckte Schuldverschreibungen von besonders hoher Qualität. Die Level-2A-Assets umfassen unter anderem durch einen Drittstaat begebene Anleihen, gedeckte Schuldverschreibungen und Unternehmensanleihen. Die Level-2B-Assets beinhalten unter anderem Unternehmensanleihen nicht erstklassiger Bonität, ausgewählte Aktien und Verbriefungspositionen ( Tab. 01). Der entsprechende Bewertungsabschlag der Sicherheiten unter EMIR ist ungleich dem entsprechenden Bewertungsabschlag bei der Ermittlung der HQLA-Werte im Rahmen der unter der CRR geforderten LCR-Berechnung (gemäß Artikel 412 der CRR). Bei EMIR liegt ein stärkerer Fokus auf der Kreditqualität der Wertpapiere und deren Restlaufzeit. Dies wird nachfolgend anhand einiger Beispiele für Bewertungsabschläge nach dem Standardmodell unter EMIR ersichtlich ( Tab. 02). Die anzuwendenden Haircuts unterscheiden sich zwischen dem Standardverfahren zur bilateralen IM und der LCR-Berechnung. Dies bedeutet insbesondere, dass die Refinanzierungskosten (Funding Kosten) eines bestimmten Wertpapiers je nach Verwertung unterschiedlich sind ( Abb. 01). Initial Margin LCR Funding eines AAA Pfandbriefs mit Laufzeit > 5 Jahre Verwendung für LCR aufgrund geringerer Kosten vorteilhaft.

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