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RISIKO MANAGER 06.2019

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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12 RISIKO MANAGER 06|2019 Abb. 04 Dimensionen und Auswirkungsgruppen Regulatorische Aktivitäten Abb. 03 Elemente zur Förderung der Proportionalität Dieser Abschnitt befasst sich mit Publikationen im regulatorischen Umfeld, die sich explizit dem Thema Proportionalität widmen. National – Bundesbank In ihrem Monatsbericht vom Oktober 2017 befasst sich die Bundesbank mit der Proportionalität im SREP Kontext. Sie fokussiert sich folglich auf die zweite Säule der sogenannten „doppelten Proportionalität“ (vgl. Abb. 05). In Abstimmung mit der BaFin erstellt die Bundesbank ein institutsindividuelles Risikoprofil. In die Beurteilung fließen Berichte des Abschlussprüfers, Sonderprüfungen und weitere Korrespondenz ein. Die Struktur des Profils richtet sich nach SREP-Vorgaben der EBA, in denen die folgenden vier primären Prüfbereiche definiert sind: » Geschäftsmodell (Eigentümerstruktur, Rentabilität, Wettbewerbssituation), » Unternehmensführung (Prozesse, Steuerung, organisatorisches nach §25 KWG i.V.m. MaRisk), » Kapitalausstattung (kapitalbezogene Risiken, Kredit-, Beteiligungs- und Zins änderungsrisiken sowie operationelle Risiken), » Liquiditätsausstattung (Dimensionen kurz-, mittel- und langfristig). Jeder der Prüfbereiche wird wiederum in vier Bereiche unterteilt und zuletzt mit einem Notensystem zwischen 1 (geringe Risiken / starkes Risikomanagement) und 4 (hohe Risiken / schwaches Risikomanagement) bewertet. Im Gesamturteil werden institutsspezifische Faktoren Auslegung und Kommunikation im Rahmen des SREP Scope und Auslegung Zusätzliche Prüfungen Regelanwenung SREP Regeln, Leitlinien, Anhaltspunkte zur Proportionalität Dimension Erleichterte Anforderungen in regulatorischen Vorgaben Anpassungen bei regulatorischen Anforderungen zur Verbesserung der Proportionalität Kapital P2R, P2G Offenlegung Liquidität Erhöhte Meldewesen Offenlegungspflichten P2R, P2G Erhöhte Subjektivität Meldepflichten

Regulierung 13 (Qualitätsdimension) sowie Marktfaktoren (Auswirkungsdimension) reflektiert. Die Intensität der aufsichtlichen Interaktion, inklusive gegebenenfalls zusätzlicher Meldepflichten, hängt davon ab, in welchen der 16 Quadranten der Bewertungsskala das Institut eingestuft wurde. Abb. 06 zeigt die zuvor beschriebene Struktur der Prüfbereiche der SREP-Vorgaben. Grundsätzlich lässt sich daraus ableiten, dass sich die mit einer „engen“ Beaufsichtigung verbundenen administrativen Aufwände potenziell durch ein gutes beziehungsweise sehr gutes Risikomanagement reduzieren lassen. National – Small Banking Box Erleichterungen für kleine, wenig komplexe Institute werden auch unter dem Begriff der „Small Banking Box“ diskutiert. Im Gegensatz zu vielen anderen regulatorischen Sachverhalten findet sich zur „Small Banking Box“ aktuell keine zentrale, zusammenfassende Publikation. Informationen sind meist in Reden, Kommentaren, Positionspapieren und Protokollen zu finden. Die Aufbereitung in diesem Kapitel basiert maßgeblich auf Vorträgen, wie beispielsweise von Erich Loeper, Referent der Deutschen Bundesbank, gehalten auf dem Bankensymposium München im März 2019. Das Konzept der Small Banking Box wurde zwischen 2016 und 2017 entwickelt. Beteiligt waren BaFin, BMF, Bankenverbände sowie Arbeitsgruppen auf internationaler Ebene. Grundsätzlich sieht der Entwurf eine Einteilung in drei Gruppen (1. systemrelevant oder potenziell systemgefährdend, 2. mittelgroß sowie 3. klein und wenig komplex) vor, wobei lediglich die letztgenannte Gruppe die Small Banking Box repräsentiert. Die Strenge der Regulierung nimmt von Gruppe zu Gruppe ab. Abb. 07 zeigt die Systematik der zuvor beschriebenen Einteilung. Kriterien, um in die Small Banking Box kategorisiert zu werden, sind: Abb. 05 w Abb. 06 Auswirkung Auswirkung SREP Regelanwendung 4 3 2 1 4 3 2 1 Doppelte Proportionalität Größe, Systemrelevanz Art, Umfang und Komplexität des Instituts Art, Umfang, Komplexität, Geschäftsmodell Struktur der Prüfbereiche gem. SREP-Vorgaben Geschäftsmodell 1 2 3 4 Qualität Kapitalausstattung 1 2 3 4 Qualität Auswirkung Auswirkung 4 3 2 1 4 3 2 1 Häufigkeit und Intensität der Überprüfung Regelungen, Verfahren und Mechanismen Unternehmensführung 1 2 3 4 Qualität Liquiditätsausstattung 1 2 3 4 Qualität Art. 97 (4) CRD Art. 74 (2) CRD Intensität der aufsichtlichen Interaktion

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