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RISIKO MANAGER 05.2019

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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26 RISIKO MANAGER 05|2019 Es geht rund in der globalen Wirtschaft. Fotonachlese Kongress Länderrisiken: Ein Blick auf die globale Risikolandkarte Nicht nur geografisch und politisch ist viel Bewegung auf der globalen Risikolandkarte. Auch die technologische Entwicklung etwa im Bereich der Digitalisierung stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen und zwar in der Beschaffung und der Fertigung sowie in der Finanzierung und im Risikomanagement. Wie lassen sich Erfolge erzielen im rasanten digitalen Zeitalter, in dem immer mehr Systeme immer mehr Informationen in Echtzeit ausspucken? In einer Gegenwart, in der sich auch Falschinformationen und Banalitäten rasend schnell viral verbreiten? In einer Zukunft, in der es noch schwerer fallen dürfte, relevante und darüber hinaus verlässliche Informationen zu identifizieren und zu verarbeiten? So viel ist klar: Der Fortschritt bietet vielfältige Chancen, erhöht aber auch die Komplexität der Risiken. Wie lassen sich Geschäftsbeziehungen dennoch nachhaltig entwickeln? Wie bewegen sich Banken, Kreditversicherer, Risikomanager im permanenten Wandel? Antworten auf diese Fragen mit ihren vielfältigen Aspekten und möglichen Folgen für die deutsche Wirtschaft diskutierte der Kongress Länderrisiken 2019 des globalen Kreditversicherers Coface mit rund 400 Teilnehmern am 9. Mai 2019 in der Opel Arena in Mainz. Ein globaler Blick auf die Länderrisiken Die Coface-Weltkarte der Länderrisiken gibt es auch zweidimensional auf www.coface.de. Coface-Economistin Christiane von Berg gab beim Kongress Länderrisiken einen Überblick über die Einschätzung von Coface zu aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklungen und über die Länderbewertungen des internationalen Kreditversicherers. Im Vergleich zum Jahresbeginn hat Coface diverse Abwärtsrevisionen in einzelnen Schwellenländern, zum Beispiel Brasilien und Russland, vorgenommen. „Es zeigt sich aber vor allem auch ein verändertes Konjunkturbild in der EU“, sagte Christiane von Berg. „Hier hat nicht nur Deutschland zu kämpfen, auch Frankreich und UK ha-

Fotonachlese 27 Steffen Giebler, Regional Commercial Director Nordeuropa bei Coface, eröffnete den 13. Kongress Länderrisiken. ben konjunkturelle Probleme.“ Beide Länder habe Coface allerdings frühzeitig pessimistisch eingeschätzt, weshalb es hier keiner Korrektur in der Länderbewertung bedurfte. Ein Grund für die schwächere Konjunktureinschätzung im Euroraum ist die Schwäche der Industrieproduktion. „Wir haben eine der längsten Wachstumsperioden hinter uns und jetzt eben diese Abwärtsbewegung“, erklärte die Volkswirtin. Die Frage sei, ob es zu einer handfesten Rezession, wie 2009/2010 mit der Finanzmarktkrise oder 2012 bis 2014 mit der europäischen Staatsschuldenkrise, komme oder ob es eher „einen kleinen Dip runter“ gehe, wie 2003. „Die Antwort aus Deutschland ist: Wir sind zweigeteilt, nicht als Land, sondern als Wirtschaft. Dies erkennt man an den Stimmungsindikatoren PMI für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor.“ Die beiden Sektoren bewegten sich erkennbar auseinander, das Verarbeitende Gewerbe in den ersten drei Monaten nach unten, der Dienstleistungssektor nach oben. Können sich beide Wirtschaftssektoren gegenseitig ausgleichen? Diese Frage beantwortet der neue Coface-Konjunkturfrühindikator mit „ja, so gerade.“ Konjunkturfrühindikator von Coface Das Programm beim Kongress Länderrisiken war ein Mix aus Talks, Vorträgen und Workshops. Der Indikator, erklärte Christiane von Berg, prognostiziert die wirtschaftliche Entwicklung für das aktuelle Quartal und das jeweils folgende Quartal. „Die Prognosekraft des Indikators ist hoch“, sagte die Economistin. Dies zeige der Verlauf der letzten zehn Jahre. In dem Prognosemodell verarbeitet Coface Daten aus Unternehmensumfragen, vom statistischen Bundesamt für die Industrie, des Außenhandels, Arbeitsmarktdaten, Preisdaten, auch Daten vom staatlichen Konsum. „Für die größtmögliche Aktualität werden natürlich auch Finanzmarktdaten mit verwendet. Das i-Tüpfelchen bilden aber unsere hauseigenen Prognosen zur Insolvenz, die wir aktuell immer mit unseren eigenen Daten abgleichen können.“ Bei den Insolvenzen müsse man leider erkennen, dass die guten Zeiten vorbei sind. „Auch wenn wir keine Rezession prognostizieren, wird das Umfeld für Unternehmen deutlich anspruchsvoller“, warnt Christiane von Berg. „Wir waren in den letzten acht Jahren immer sinkende Insolvenzzahlen gewöhnt. Für einige Unternehmen wird es 2019 dahingehend ein negatives Erwachen geben.“ Deutschland liegt mit plus 2 Prozent in dieser Prognose noch leicht unter der Prognose für den Euro-Raum. Insgesamt zeigen sich die Länder Nordeuropas noch recht stabil. Wenig verwunderlich ist die Situation von Großbritannien mit mehr Insolvenzen aufgrund politischer Unsicherheit. Ähnlich ergeht es Italien, wo das Wachstum ebenfalls mehr oder weniger zum Erliegen gekommen ist und sich die Regierungskoalition intern bekämpft. Von Berg lenkte den Blick auf die politischen Risiken und ihre möglichen Folgen für die Wirtschaft mit einigen Fragen. Gibt es einen globalen Nachfragerückgang, wenn China nicht mehr mitspielen will? Die Handelspolitik der USA: Wer steht noch auf Trumps Dealliste? Brexit: Kommt er? Und wenn ja, wann? Und wenn ja, wie? Macht Italien mit schwachem Wachstum „auf Pump“ weiter? Was ist, wenn das Volk, wie in Frankreich, Reformen nicht will?

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