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RISIKO MANAGER 05.2018

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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4 RISIKO MANAGER 05|2018 Transformation der Risikofunktion Das CRO-Programm für regulatorischen Wandel und Digitalisierung Nach fünf Jahren kontinuierlicher Erholung ist die Wirtschaftsleistung des globalen Bankensektors ins Stocken geraten. Die globale durchschnittliche Performance der Banken – gemessen an der Wertschaffung (Economic Profit, EP), sank von 16 Basispunkten (bezogen auf das Gesamtvermögen) im Jahr 2015 auf 11 Basispunkte im Jahr 2016, so das Ergebnis der achten jährlichen Studie der Boston Consulting Group zur Lage der Branche. Im Rahmen unserer Untersuchung wurde der EP von mehr als 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken im Jahr 2016 betrachtet, wodurch mehr als 80 Prozent des globalen Bankenmarkts abgedeckt waren. Der EP, bei dem die Refinanzierungs-, Betriebs- und Risikokosten den Erträgen gegenübergestellt werden, vermittelt ein umfassendes Bild der Finanzlage der Banken in einer Zeit weiterhin zunehmender Regulierung.

ERM 5 Ursachen für die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit der globalen Banken sind unter anderem die anhaltend niedrigen Zinssätze, wachsender Wettbewerb, die digitale Disruption und stetig steigende Betriebskosten. Anhaltende neue und überarbeitete, globale und lokale regulatorische Änderungen und Kontrollen haben außerdem zur Verringerung des EP der globalen Banken beigetragen. Den regulatorischen Wandel zu verfolgen und umzusetzen wird weiterhin entscheidend für den geschäftlichen Erfolg sein. Vorausschauende Chief Risk Officer (CROs) werden diese Zielsetzung erreichen – und gleichzeitig ihre Risikomanagement-Aktivitäten so aufstellen, dass sie für die Bank zu einem echten Wertschöpfungsfaktor werden – indem sie ein Programm mit vier Prioritäten verfolgen. Diese sind: 1. Schaffung und Einhaltung eines proaktiven strategischen Programms zur Überwachung und Bewältigung sich ändernder globaler und lokaler Vorschriften, dabei Sicherstellung umfassender regulatorischer Compliance. 2. Einsatz und Ausbau der Daten- und Analyse-Fähigkeiten der Risikofunktion, um kommerzielle Opportunitäten der Bank zu bewerten und zu erweitern, und somit Mehrwert für die Bank zu schaffen. 3. Digitalisierung der Risikofunktion der Bank und 4. Einsatz modernster Technologien in Zusammenarbeit mit RegTech- und anderen FinTech-Unternehmen. Regionale Unterschiede bei der wirtschaftlichen Rentabilität Wie bereits in den Vorjahren verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Banken inter- und intraregional sehr unterschiedlich. In Europa hatten die Banken weiterhin mit niedrigen Zins- und Provisionserträgen zu kämpfen, was zu einem negativen EP in Höhe von -26 Basispunkten führte, der sich in den letzten Jahren im Durchschnitt kaum verbessert hat. Die Bandbreite des EP hat sich jedoch etwas nach oben verschoben, da sowohl Top-Performer als auch Low-Performer ihre Ergebnisse verbesserten. Das größte Problem für das europäische Bankensystem ist nach wie vor das hohe Volumen an notleidenden Krediten (Non-Performing Loans, NPLs) in den Bilanzen der Banken sowie die damit verbundenen hohen Risikokosten. Die US-Banken hingegen haben nach der Finanzkrise 2008 Abschreibungen auf NPLs schnell um ein vielfaches erhöht, verglichen mit den europäischen Banken. ( Abb. 01). Dennoch verzeichneten die nordamerikanischen Banken im Jahr 2016 den ersten Rückgang beim EP seit der Finanzkrise auf 27 Basispunkte, sodass die bisher kontinuierliche positive Erholung unterbrochen wurde. Der relativ geringe Rückgang der Gesamtperformance im Jahr 2016 war vor allem auf schwächere Ergebnisse früherer Top-Performer zurückzuführen, da die schwächeren Banken den Abstand verkleinerten. Der EP für den Raum Asien-Pazifik ging innerhalb von zwei Jahren von 52 auf 31 Basispunkte zurück, was zum Teil auf einen Anstieg der Risikokosten für Großbanken in Indien aufgrund strengerer Risikovorsorgeanforderungen zurückzuführen ist. Der EP im Nahen Osten und in Afrika verringerte sich leicht von 50 auf 47 Basispunkte, nachdem er sich in den Vorjahren verbessert hatte. Die südamerikanischen Banken haben sich nach einem drastischen Rückgang im Jahr 2015 sehr gut erholt, und der EP erhöhte sich von 33 auf 94 Basispunkte. Die Matrix des regulatorischen Wandels bewältigen In den kommenden Monaten werden sich die Banken dringend und mit strategischem Vorgehen den weiteren komplexen regulatorischen Veränderungen widmen müssen. Die wesentlichen Elemente der übergeordneten regulatorischen Reformpakete stehen bereits fest. Allerdings müssen die Banken immer noch die immense Aufgabe bewältigen, diese Anforderungen auch umzusetzen und ihre Prozesse entsprechend anzupassen, um effizient zu bleiben. Inzwischen bleibt die Frequenz der einzelnen regulatorischen Anpassungen, die von den globalen Banken zu berücksichtigen sind, mit weltweit durchschnittlich 200 Anpassungen pro Tag weiterhin hoch und hat sich seit 2011 mehr als verdreifacht. Zur Beurteilung der aktuellen Situation im Bereich der Regulierung unterteilen wir das gesamte Spektrum dieses Bereichs in drei Gruppen: Finanzstabilität, umsichtige Geschäftsführung und Abwicklung. »» Finanzstabilität: Sowohl das Basel-IV-Reformpaket mit Anpassungen der Berechnungsparameter als auch die Einführung von IFRS 9 sorgten hinsichtlich der Kapitalausstattung für Druck. Die Regulierungsbehörden konzentrieren sich weiterhin auf risikobasierte Kapitalanforderungen, streben aber auch eine Verbesserung der Ergebnisse an – etwa durch die gezielte Überprüfung der internen Modelle (Targeted Review of Internal Models, TRIM) durch die EZB und die Genehmigung von FRTB-Modellen auf Desk-Ebene. Sie werden auch eine Untergrenze (floor) für interne Modelle auf der Basis des überarbeiteten und nun risikosensitiveren Standardansatzes einführen. In den USA werden die regelmäßigen CCAR-Stresstests (Comprehensive Capital Analysis and Review), ergänzt durch den CLAR-Stresstest (Comprehensive Liquidity Analysis and Review), fortgesetzt. Der Brexit sorgt bei den Banken für zusätzlichen Aufwand, Komplexität und Zeitdruck im Hinblick auf die Erfüllung von Vorschriften zur Finanzstabilität. Angesichts der britischen Deadline für den Brexit im März 2019 müssen sich die betroffenen Banken schnell für einen Ansatz, einen Standort und ein entsprechendes Geschäftsmodell entscheiden. »» Umsichtige Geschäftsführung: Die strikte Durchsetzung der regulatorischen Compliance wird fortgesetzt. Die kumulativen Strafen, die seit 2009 gegen Banken verhängt wurden, sind seit Ende 2016 um 22 Milliarden US-Dollar auf 345 Milliarden US-Dollar Ende 2017 gestiegen. Die meisten Geldstrafen wurden von den US-Regulierungsbehörden verhängt, während die europäischen Behörden zurückhaltender agierten. Die Banken stehen zusätzlich unter

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