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RISIKO MANAGER 05.2018

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12 RISIKO MANAGER 05|2018 Bankenaufsicht Erfahrungen aus dem dritten SREP-Zyklus: Wo es noch hakt Seit drei Jahren werden Banken im SREP-Verfahren von der europäischen Bankenaufsicht unter die Lupe genommen. Der aufsichtliche Überprüfungs- und Bewertungsprozess, genannt Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), stellt alljährlich alle Erkenntnisse zusammen. Seit 2016 werden auch weniger bedeutende Institute (LSI) anhand dieser Vorgaben geprüft. Der dritte SREP-Zyklus zeigt: Während sich bei den großen eine gewisse Routine einstellt, hält der Prüfprozess bei den kleineren Banken noch Überraschungen und methodische Herausforderungen bereit. Mehr als 100 bedeutende Institute untersucht Im SREP-Zyklus des Jahres 2017 wurden über 100 bedeutende Institute in 19 Ländern untersucht [vgl. SREP-Broschüre, EZB 2017]. Die Aufsicht schätzt diese Institute als stabil und widerstandsfähig ein, wobei bestehende Risiken vor allem Ertragskraft und notleidende Forderungen betreffen. Teilnehmende bedeutende Institute erhielten eine mittlere Note von 2,6 (auf einer Skala von 1 bis 4), derselbe Durchschnittswert wie im Jahr zuvor. Die Mindestanforderung an harte Kernkapitalausstattung blieb im Mittel mit 10,1 Prozent der risikogewichteten Aktiva ebenfalls konstant. Diese Kapitalquote setzt sich aus Säule-2-Anforderungen (Pillar 2 Requirement – P2R) und Säule-2-Empfehlungen (Pillar 2 Guidance– P2G) zusammen. P2R und P2G werden im Rahmen des SREP institutsspezifisch festgelegt und sind hinsichtlich der Konsequenzen bei Unterschreitung abgestuft. Während P2R eingehalten werden muss, führt eine P2G-Unterschreitung nicht automatisch zu einer Ausschüttungsbeschränkung. Für ein Institut mit SREP-Gesamtnote 4 beträgt die Mindestquote im Durchschnitt etwa 3,3 Prozentpunkte mehr als für eines mit Gesamtnote 1. Für diesen Vergleich müssen Zahlen aus 2016 heran-

Regulierung 13 gezogen werden, weil in 2017 kein einziges bedeutendes Institut die Gesamtnote 1 erhielt. Die Kapitalaufschläge polarisieren die Wettbewerbssituation ohnehin schwächerer Banken. Bei einer Gesamtnote 4 kommen in der Regel zusätzlich zu erhöhten Kapitalanforderungen qualitative Auflagen hinzu, die ein breites Spektrum von Themen betreffen können. Beispiele hierfür sind Datenqualität, das Management operationeller Risiken, die Steuerung von Zinsrisiken im Anlagebuch oder interne Steuerungsmechanismen. SREP-Noten können sich von Jahr zu Jahr höchstens um eine Stufe verbessern bzw. zwei Stufen verschlechtern. Dieses Prinzip,von der Europäischen Zentralbank (EZB) als „constrained judgement“ bezeichnet, hat zum Ziel, Kontinuität und Stabilität zu fördern. Dem SREP-Zyklus 2017 lagen die Stresstests von EZB und Europäischer Bankenaufsicht (EBA) des Jahres 2016 zugrunde. Bei 37 bedeutenden Instituten oblag die Koordination der EBA, bei den übrigen koordinierte die EZB. Ergebnisse des EZB-Stresstests sind im Unterschied zum EBA-Stresstest nicht öffentlich und erlauben mehr Flexibilität hinsichtlich der methodischen Anpassung an Besonderheiten eines Instituts. Der EBA-Stresstest ist alle zwei Jahre vorgesehen und soll in 2018 mit gleicher Methodik wie 2016 wiederholt werden. Der letzte Abgabetermin für die Stresstest-Ergebnisse von den Instituten an die Aufsicht wird Ende Oktober 2018 sein. Die EBA plant, die Befunde am 2. November 2018 zu veröffentlichen. Damit liegen die Daten nicht mehr rechtzeitig für den SREP-Zyklus 2018 vor, werden aber als Grundlage für den SREP-Zyklus 2019 bei bedeutenden Instituten dienen. Risikosituation in der Eurozone Im Jahr 2016 lagen fünf bedeutende Institute unterhalb der Schwelle, bei der die Aufsicht eine Gewinnausschüttungsbeschränkung verhängt. Obwohl sich die wirtschaftliche und finanzpolitische Situation in der Eurozone insgesamt leicht positiv entwickelt hat, bleiben Kurs- und Ausfallrisiken von Staatsanleihen südlicher Länder auf hohem Niveau. Diese Risiken korrelieren mit der gegenwärtigen geopolitischen Unsicherheit. Die Banken, die im SREP 2016 aufgefordert worden waren, zu notleidenden Forderungen Stellung zu nehmen, konnten diese Themen im Jahr 2017 ausnahmslos nicht restlos klären. Dennoch ist als Ergebnis des SREP-Zyklus 2017 nur noch ein Institut von einer Ausschüttungsbeschränkung betroffen – eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Die Liquiditätssituation der bedeutenden Institute wurde vor allem aus externer Perspektive beurteilt. Eine Untersuchung der bankeigenen Sicht auf Liquiditätsrisiko-Tragfähigkeit (ILAAP) spielte demge- genüber eine kleinere Rolle. Die EZB stellte einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand und im Allgemeinen weiteren Verbesserungsbedarf bei den Instituten fest. Die vorausschauende Beurteilung von Liquiditätsrisiken im Rahmen des SREP ist nach Einschätzung der EZB methodisch noch nicht ausgereift. Im Abgleich mit den EBA-Guidelines hinsichtlich Detaillierung und Komplexität des SREP verbleibt auch im vierten Jahr noch erheblicher Ausgestaltungsspielraum. Vorgaben für weniger bedeutende Institute Von den knapp 1.600 weniger bedeutenden Instituten in Deutschland erhielten gut 300

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