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RISIKO MANAGER 05.2017

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40 RISIKO MANAGER 05|2017 Fotonachlese Tagesforum „Zukunftsorientierte Steuerung“ Mergers and Acquisitions (M&A) sind mit Chancen und Risiken für Unternehmen verbunden. Dieses Thema wurde im Tagesforum, das vom Institut für Controlling und Simulation der TU Hamburg zusammen mit der Führungsakademie der Bundeswehr und Spitzner Consulting am 16. März 2017 veranstaltet wurde, umfassend behandelt. Rund 80 Teilnehmer diskutierten, wie Risiken, die im Zusammenhang mit M&A-Projekten stehen, durch Simulationen, sei es in Form eines Business Wargames, die Anwendung von stochastischen Simulationen oder Mapping-Techniken, minimiert und gesteuert werden können. Mergers and Acquisitions M&A ist ein Sammelbegriff für Unternehmenstransaktionen, bei denen sich Gesellschaften zusammenschließen oder den Eigentümer wechseln. Eine Übernahme erfolgt in der Regel durch einen Unternehmenskauf. Diese Vorhaben schaffen meist unternehmerisches Wachstum und bringen Synergieeffekte mit sich. Chancen liegen beispielsweise in der Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen oder führen zu einem Zugewinn neuer Produkte und Technologien. Dennoch ist nicht jedes M&A-Projekt erfolgreich. Aufgabe eines Risikomanagers ist es daher, mögliche M&A-Projektrisiken abzuschätzen. Die Workshop-Module und Vorträge im Rahmen des Tagesforums zeigten auf, dass Simulationen in diesem Kontext stark unterstützen können. Durch Business Wargaming M&A- Projektrisiken abschätzen Der Begriff „Business Wargaming“ stammt ursprünglich aus dem militärischen Bereich und wird seit den 1960er Jahren auch in der Wirtschaft eingesetzt. Diese Methode setzt sich aus Elementen der Spieltheorie, Organisationstheorie und dem Rollenspiel zusammen. Business Wargaming kann so als dynamische und rundenbasierte Planspielmethode eingesetzt werden, um beispiels- weise Bieterstrategien für M&A-Projekte zu entwickeln. Dies wurde im Modul von Jan-Philipp Büchler, Professor an der FH Dortmund, und Jan Spitzner (Spitzner Consulting) umgesetzt. Dabei schlüpften die Teilnehmer in die Rolle von Bieterunternehmen der Kosmetikbranche und sollten für den Kauf einer vorgegebenen Marke Bieterstrategien entwickeln. Eine Einführung in die Thematik und ein zur Verfügung gestelltes GameBook mit Marktdaten und weiteren Informationen unterstützten dieses Vorhaben. Während der Umsetzung war es möglich, Wirkungsmechanismen des Markts zu untersuchen sowie Spielstrategien und -züge rundenbasiert zu diskutieren, was die Kaufpreisfindung stark verbesserte. Teilnehmer des Forums 2017 erlebten im Modul live die Anwendung von Simulationen im Kontext M&A. Prof. Dr. Werner Gleißner im Modul „Stochastische Simulation zur Bewertung einer M&A-Strategie: Fallbeispiel Auslandsexpansion“.

41 Stochastische Simulationen zur Bewertung von M&A-Risiken Zukunft bedeutet grundsätzlich Unsicherheit. Das Risiko stellt dabei eine mögliche Planabweichung dar. Im Strategieentwicklungskontext kann eine stochastische Simulation als Grundlage für eine Strategiebewertung herangezogen werden, um dieser Unsicherheit zu begegnen. Werner Gleißner, Honorarprofessor und Vorstand der FutureValue Group AG, zeigte in einem Modul wie eine Strategiebewertung am Beispiel einer Auslandsexpansion durch Akquisition (M&A) erfolgen kann. Eckpunkte einer modernen M&A-Bewertung ist demnach im ersten Schritt ein Wertvergleich des eigenen Unternehmens mit dem versus ohne das Target-Unternehmen. Es folgt im zweiten Schritt eine Bewertung mit Kapitalkosten, welche vom aggregierten Ertragsrisiko abhängig sind (und nicht von historischen Aktienkursschwankungen). Im dritten Schritt wird eine quantitative Analyse von Chancen und Risiken (inklusive unsicherer Synergien), die mittels stochastischer Simulation aggregiert werden, durchgeführt. Als letztes müssen die Auswirkungen der zusätzlichen Risiken der Akquisition und der Akquisitionsfinanzierung auf das zukünftige Rating und die Insolvenzwahrscheinlichkeit berücksichtigt werden. Nach erfolgreicher Umsetzung lassen sich so Aussagen u. a. zum Ertrag, Risiko, Kapitalkostensatz, Rating, Wert und strategischem Fitting des angestrebten M&A-Projekts treffen, was die Entscheidungsfindung des Risikomanagers erleichtert. Das Tagesforum war eine gelungene Veranstaltung. Unter besonderer Atmosphäre in der Clausewitz-Kaserne erhielten die Teilnehmer sowohl theoretisch als auch praktisch einen Einblick, welchen wichtigen Beitrag Simulationsmethoden leisten können, um M&A-Projekte zu steuern. Für das kommende Jahresforum im März 2018 haben die Organisatoren ein weiteres, spannendes Thema vorgesehen: „Zukunftsorientierte Steuerung in der Logistik – besser vorbereitet sein mit Simulationen“. Prof. Dr. Jan-Philipp Büchler mit Teilnehmern seines Moduls. Arbeitsgruppe im Modul „Bieterstrategien für M&A mit Business Wargaming entwickeln". Autor: Simon Joseph Stuber, M.Sc., Fachhochschule Dortmund. Intensive Kommunikation der Teilnehmer in einer Kaffeepause.

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