Aufrufe
vor 2 Jahren

RISIKO MANAGER 05.2015

  • Text
  • Unternehmen
  • Risiken
  • Anforderungen
  • Gleichung
  • Finanzkrise
  • Risikomanagement
  • Risikokultur
  • Informationen
  • Banken
  • Deutsche
RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

6 Ausgabe 05/2015

6 Ausgabe 05/2015 Herausforderungen für deutsche Lebensversicherer Nach Angaben der Ratingagentur Moody‘s Investors Service wird 2015 ein Jahr der Herausforderungen für die deutsche Lebensversicherungsbranche. Historisch niedrige Zinsen und quantitative Lockerung („Quantitative Easing“, QE) drücken auf die Rentabilität. Für zusätzlichen Gegenwind sorgen Änderungen im aufsichtsrechtlichen Umfeld. Die Ratingagentur behält ihren negativen Ausblick für die Lebensversicherungsbranche daher bei. In der Schaden- und Unfallversicherung rechnet Moody‘s zwar mit einer Verlangsamung des Preisanstiegs, aber mit nach wie vor guten Schaden-Kosten-Quoten, und behält seinen stabilen Ausblick bei. „Unseres Erachtens wird 2015 ein entscheidendes Jahr für die deutschen Lebensversicherer, da die wesentlichen Änderungen der letztjährigen Reform greifen und die Versicherer gezwungen sind, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen. Zwar wird sich die Reform unter Bonitätsaspekten letztlich positiv auf die Branche auswirken. Anfänglich werden Umsätze und Gewinne jedoch zurückgehen“, meint Benjamin Serra, Vice President – Senior Credit Officer bei Moody‘s. Die Vorbereitungen auf die künftigen Solvency-II-Richtlinien bereiten der Branche zusätzliche Kopfschmerzen. Nach Einschätzung von Moody‘s ist der Übergang zu Solvency II für die Bonität der deutschen Lebensversicherer langfristig positiv. Einige kleinere Gesellschaften weisen aktuell aber eine zu geringe Kapitalausstattung auf, um die Anforderungen zu erfüllen, und sie bzw. die Aufsichtsbehörden müssen diesen Zustand unter Umständen noch vor Inkrafttreten der neuen Regelungen beheben. Ein Zusammenbruch eines oder mehrerer Akteure auf dem deutschen Markt könnte einen Reputationsschaden für die gesamte Branche bedeuten. Hinzu kommt, dass die Zinsen sich auf einem historischen Tiefstand befinden und die EZB am 22. Januar umfangreiche Anleihekäufe im Rahmen ihres Programms zur quantitativen Lockerung (QE) beschlossen hat. In der Folge gingen Anleiherenditen und auch die Anlageerträge der Versicherer zurück. Schätzungen der Ratingagentur zufolge dürften die Schadenund Unfallversicherer für 2014 eine Schaden-Kosten-Quote von rund 96 Prozent ausweisen, deutlich weniger als im Vorjahr (103 Prozent). Zurückzuführen ist dies auf die geringeren Verluste infolge von Naturkatastrophen und auf den anhaltenden Preisanstieg. Moderate Preiserhöhungen und die zuletzt nur geringe Zunahme von Schadensfällen werden die Rentabilität der Branche in den nächsten zwölf bis 18 Monaten stützen. Moody‘s weist ferner darauf hin, dass die konjunkturellen Aussichten für Deutschland die Aktivitäten der Versicherer begünstigen werden – vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung, wo der Anstieg der Versicherungssummen, also des Werts der versicherten Güter, mit dem BIP-Wachstum korreliert. Bei den Lebensversicherern könnten jedoch die anhaltende makroökonomische Unsicherheit im Euroraum und die damit einhergehenden geringen Erträge auf langfristige Kapitalanlagen den Absatz von Spar- und Altersvorsorgeprodukten beeinträchtigen. Weitere Informationen sind auf der Moody’s Website (www.moodys.com) in der Rubrik /Research & Ratings /Rating News verfügbar. Weltweite Verschuldung steigt Die weltweite Verschuldung erreicht aktuell neue Rekordstände. Die globalen Schulden liegen heute bei 199 Bio. USD und damit 57 Bio. USD höher als zu Beginn der Finanzkrise 2007. Gemessen an der weltweiten Wirtschaftsleistung ist die Verschuldung damit um 17 Prozentpunkte gestiegen. Nach Einschätzung des McKinsey Global Institute (MGI), dem Research-Arm der Unternehmensberatung McKinsey & Company, birgt dies neue Risiken für die Finanzstabilität. Der angestrebte Schuldenabbau ist während der vergangenen Jahre verfehlt worden, so das Resümee des MGI aus der neuen Studie „Debt and (not much) deleveraging“. Für den Report hat das MGI die Verschuldung in den 22 größten entwickelten und in 25 aufstrebenden Volkswirtschaften untersucht. Dabei wurden nicht nur die Staatsschulden berücksichtigt, sondern auch die von Unternehmen und Privathaushalten. In Deutschland beträgt die Gesamtverschuldung nach den Berechnungen des MGI 188 Prozent der jährlichen Wertschöpfung (Bruttoinlandsprodukt, BIP). Damit liegt Deutschland auf Platz 24 der 47 untersuchten Staaten. Zu Beginn der Finanzkrise lag die Verschuldung noch bei 180 Prozent des BIP. Der moderate Anstieg bedeutet für Deutschland den neuntbesten Platz in der Entwicklung der Schulden. Die in Relation zu ihrer Wirtschaftsleistung am höchsten verschuldeten Staaten sind Japan, Irland und Singapur. „Die wachsende Verschuldung der Weltwirtschaft ist eine unerfreuliche Entwicklung. Sie verlangsamt die Erholung, erhöht das Risiko neuer Krisen und mindert die Fähigkeit, diese Risiken wirksam zu bekämpfen“, sagt Susan Lund, MGI-Partnerin und Ko-Autorin der Studie. Vor allem drei Risiken sind nach Einschätzung der Autoren im Blick zu behalten: (1) Die Staatsverschuldung ist in einigen Ländern so hoch, dass sie ohne neue Wege nicht mehr zu bewältigen ist. Insgesamt ist allein die Staatsverschuldung seit 2007 um 25 Bio. USD gestiegen. (2) Die Verschuldung der Privathaushalte erreicht in einigen Ländern Europas und Asiens neue Rekordmarken, etwa in den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Kanada, Südkorea, Malaysia und Thailand. (3) Die Verschuldung in China hat sich seit 2007 von 7,4 Bio. auf 28,2 Bio. USD etwa vervierfacht, angetrieben vom Immobilienboom und den Schattenbanken. Die gute Nachricht: Die Entschuldung des Finanzsektors ist in den vergangenen Jahren gut vorangeschritten. „Schulden sind auch ein wichtiges Mittel, um Wirtschaftswachstum zu ermöglichen“, sagt Richard Dobbs, MGI-Direktor in London. „Aber seit Jahrhunderten hat ein unkontrollierter Schuldenaufbau immer wieder zu Finanzkrisen und unberechenbaren Marktausschlägen geführt. Daher müssen wir neue Ansätze entwickeln, wie die Welt mit den Schulden besser umgehen kann.“ Als Beispiel nennt die Studie etwa bessere Absicherungsmechanismen bei Immobilienkrediten und Veränderungen in der Umstrukturierung privater Schulden. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der Website des Beratungsunternehmens McKinsey & Company (www.mckinsey. de) in der Rubrik /Medien /Pressemitteilungen verfügbar.

7 EZB-Niedrigzinspolitik treibt Pensionsverpflichtungen Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkt sich massiv auf die Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen aus. Weil sich die Berechnungsgrundlagen verändern, steigen die Verpflichtungen deutlich an, während die Ausfinanzierungsgrade der Planvermögen in DAX und MDAX zurückgehen. Zugleich konnten die Unternehmen ihr Planvermögen im Jahr 2014 deutlich ausbauen und ihre Renditen auf sehr hohem Niveau halten. Das zeigt die Modellberechnung „German Pension Finance Watch“ des Beratungsunternehmens Towers Watson. Im Jahresverlauf 2014 stiegen die Verpflichtungen der DAX-Konzerne um 29,1 Prozent von 303 Mrd. ¤ auf 391,7 Mrd. ¤. Die Pensionsverpflichtungen der im MDAX gelisteten Unternehmen stiegen von 50,4 Mrd. ¤ auf 65,2 Mrd. ¤, ein Plus von 29,3 Prozent auf Jahressicht. Grund für diesen starken Anstieg ist der Verfall des Rechnungszinses, der die zentrale Basis für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen aus den zukünftig erwarteten Auszahlungen an die Betriebsrentner bildet. Der Rechnungszins fiel im Jahresverlauf um 155 Basispunkte auf 2,10 Prozent. Ende 2013 lag der Wert noch bei 3,65 Prozent. „Die Ursache für den bestehenden Druck auf die Pensionsverpflichtungen lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Mario Draghi“, sagt Dr. Thomas Jasper, Leiter des Beratungsbereichs Retirement Solutions bei Towers Watson. „Die ultralockere Geldpolitik der EZB drückt den Rechnungszins nach unten, was zu steigenden Kosten für die betriebliche Altersversorgung führt. Das belastet direkt und in erheblichem Umfang das Eigenkapital der Unternehmen.“ Durch die niedrigen Zinsen gehen auch die Ausfinanzierungsgrade der Planvermögen zurück. Der Ausfinanzierungsgrad zeigt das Verhältnis von Pensionsverpflichtungen und den Finanzmitteln, die zu ihrer Erfüllung zurückgestellt werden. Die Planvermögen der DAX-Unternehmen erreichten zum Jahresende 2014 einen Ausfinanzierungsgrad von 54,5 Prozent. Das ist ein Rückgang um 10,8 Prozentpunkte auf Jahressicht. Bei den MDAX-Planvermögen fiel das Minus mit 8,4 Prozentpunkten etwas moderater aus. Zum Jahresende 2014 lag ihr Ausfinanzierungsgrad bei 43 Prozent. Trotz des herausfordernden Kapitalmarktumfelds erzielten die Unternehmen beachtenswerte Renditen für ihre Pensionsvermögen. Sie betrug im vierten Quartal bei den DAX-Konzernen 2,14 Prozent, bei den MDAX-Unternehmen 2,11 Prozent. Auf Jahressicht betrug die Rendite auf das Planvermögen im DAX 10,2 Prozent, im MDAX 9,9 Prozent. Weitere Informationen sind auf der Website des Beratungsunternehmens Towers Watson (www.towerswatson.com) in der Rubrik /Presse verfügbar. Anzeige Fachbücher für Risikomanagement-Profis: Niehoff | Hirschmann (Hrsg.) Heuter | Igl (Hrsg.) Brennpunkt Risikomanagement und Regulierung Wilhelm Niehoff | Stefan Hirschmann (Hrsg.) Brennpunkt Risikomanagement und Regulierung Handbuch ICAAP Henning Heuter | Andreas Igl (Hrsg.) Handbuch ICAAP ISBN 978-3-86556-428-3 Art.-Nr. 22.511-1500 256 Seiten, gebunden ISBN 978-3-86556-438-2 Art.-Nr. 22.515-1500 360 Seiten, gebunden ca. 59,00 Euro 69,00 Euro Weitere Fachbücher in unserem Shop: www.bank-verlag-shop.de Bank-Verlag GmbH I Wendelinstraße 1 I 50933 Köln I Telefon: +49-221-5490-500 I E-Mail: medien@bank-verlag.de

RISIKO MANAGER

RISIKO MANAGER 01.2019
RISIKO MANAGER 02.2019
RISIKO MANAGER 03.2019
RISIKOMANAGER_04.2019
RISIKO MANAGER 05.2019
RISIKO MANAGER 06.2019
RISIKO MANAGER_07.2019
RISIKO MANAGER 08.2019
RISIKO MANAGER 09.2019
RISIKO MANAGER 10.2019
RISIKO MANAGER 01.2018
RISIKO MANAGER 02.2018
RISIKO MANAGER 03.2018
RISIKO MANAGER 04.2018
RISIKO MANAGER 05.2018
RISIKO MANAGER 06.2018
RISIKO MANAGER 07.2018
RISIKO MANAGER 08.2018
RISIKO MANAGER 09.2018
RISIKO MANAGER 10.2018
RISIKO MANAGER 01.2017
RISIKO MANAGER 02.2017
RISIKO MANAGER 03.2017
RISIKO MANAGER 04.2017
RISIKO MANAGER 05.2017
RISIKO MANAGER 06.2017
RISIKO MANAGER 07.2017
RISIKO MANAGER 08.2017
RISIKO MANAGER 09.2017
RISIKO MANAGER 10.2017
RISIKO MANAGER 01.2016
RISIKO MANAGER 02.2016
RISIKO MANAGER 03.2016
RISIKO MANAGER 04.2016
RISIKO MANAGER 05.2016
RISIKO MANAGER 06.2016
RISIKO MANAGER 07.2016
RISIKO MANAGER 08.2016
RISIKO MANAGER 09.2016
RISIKO MANAGER 10.2016
RISIKO MANAGER 01.2015
RISIKO MANAGER 02.2015
RISIKO MANAGER 03.2015
RISIKO MANAGER 04.2015
RISIKO MANAGER 05.2015
RISIKO MANAGER 06.2015
RISIKO MANAGER 07.2015
RISIKO MANAGER 08.2015
RISIKO MANAGER 09.2015
RISIKO MANAGER 10.2015
RISIKO MANAGER 11.2015
RISIKO MANAGER 12.2015
RISIKO MANAGER 13.2015
RISIKO MANAGER 15-16.2015
RISIKO MANAGER 17.2015
RISIKO MANAGER 18.2015
RISIKO MANAGER 19.2015
RISIKO MANAGER 20.2015
RISIKO MANAGER 21.2015
RISIKO MANAGER 22.2015
RISIKO MANAGER 23.2015
RISIKO MANAGER 24.2015
RISIKO MANAGER 25-26.2015
 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.