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RISIKO MANAGER 05.2015

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RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

4 Ausgabe 05/2015

4 Ausgabe 05/2015 Kooperationsbereitschaft auf Vorkrisenniveau Die Pläne der Banken für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen sowie für Aktivitäten im Bereich Merger & Acquisitions werden wieder konkreter. Die Bereitschaft zu Kooperationen und Transaktionen ist inzwischen wieder so groß wie vor der Finanzkrise. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „Branchenkompass Banken 2014“ von Sopra Steria Consulting. Erstmals seit der Finanzkrise ist die Kooperationsbereitschaft der Banken demnach wieder deutlich gewachsen. So geben 46 Prozent der befragten Institute an, dass sie in ihrem Kerngeschäft in den kommenden drei Jahren Maßnahmen für eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen planen. Im Jahr 2012 waren nur 31 Prozent und im Jahr zuvor nur 28 Prozent kooperationswillig. Besonders häufig wollen Banken mit Schwerpunkt Firmenkunden (61 Prozent) sowie Kreditbanken (55 Prozent) in die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen investieren. Im Bereich Merger & Acquisitions (M&A) sind ebenfalls mehr Transaktionen geplant als noch vor zwei Jahren. Jede zehnte Bank beabsichtigt, in ihrem Kerngeschäft Unternehmen oder Unternehmensanteile zu kaufen (Merger). Nur vier Prozent planen einen Demerger, also einen Unternehmensverkauf. 2012 hatten fünf Prozent der Institute Merger- und sechs Prozent Demerger-Pläne. „Angesichts des guten Börsenklimas der vergangenen Jahre ist der M&A-Markt international in Bewegung gekommen“, so Stefan Lamprecht, Bankenexperte bei Sopra Steria Consulting. Österreichische Institute sind hier besonders aktiv: 15 Prozent planen Merger, zehn Prozent Demerger. Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der Website des Beratungsunternehmens Sopra Steria Mummert (http://www.steria.com/de) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar. EU-Rat unterstützt Benchmark-Verordnung Eine Benchmark ist ein Index oder Indikator, der auf der Grundlage repräsentativer Daten oder Informationen berechnet und zur Bepreisung von Finanzinstrumenten oder Finanzkontrakten bzw. zur Messung der Wertentwicklung von Investmentfonds herangezogen wird. Beispiele sind der Libor (London Interbank Offered Rate) und der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) – beides Referenzzinssätze im Interbankengeschäft – sowie Referenzölpreise und Aktienmarktindizes. Die Europäische Kommission hatte am 18. September 2013 einen Vorschlag für eine Benchmark-Verordnung angenommen, um das Funktionieren und die Verwaltung der in der EU ermittelten und verwendeten Benchmarks zu verbessern. Die neuen Standards sind die aufsichtliche Reaktion darauf, dass mehrere Benchmarks manipuliert worden waren, was für verschiedene Banken in Europa und den USA zu Geldstrafen in Höhe von mehreren Millionen Euro führte. Die vorgeschlagene Verordnung setzt die auf internationaler Ebene von der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) in den Jahren 2012 und 2013 vereinbarten Grundsätze um und steht mit diesen im Einklang. Ziel der neuen Regeln ist es unter anderem, die Genauigkeit und Integrität der für Finanzinstrumente und Finanzkontrakte verwendeten Benchmarks zu verbessern. Die Europäische Kommission begrüßt, dass der Europäische Rat den vorgeschlagenen neuen Vorschriften zugestimmt hat. Er hat sich nunmehr auf ein Verhandlungsmandat zur Erzielung einer Einigung mit dem Europäischen Parlament über diesen Vorschlag verständigt. Sobald sich das Europäische Parlament auf einen Standpunkt geeinigt hat, werden die beiden Rechtsetzungsorgane der EU über den endgültigen Wortlaut der Verordnung verhandeln. Die Kommission geht davon aus, dass bis zum Sommer eine abschließende Einigung erzielt werden wird. Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission (www.europa.eu) in der Rubrik /Press Releases Database /Press Release Details verfügbar. Grundsatzpapier für europäische Kapitalmarktunion Die Gruppe Deutsche Börse unterstützt die Arbeit an der von EU- Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeregten Kapitalmarkt union. Dazu übergab das Unternehmen in Brüssel das Dokument „Grundsätze einer Europäischen Kapitalmarktunion“. Die Deutsche Börse möchte damit zur Startphase der Initiative für Wirtschaftswachstum und mehr Effizienz der europäischen Kapitalmärkte beitragen. Inhaltlich schlägt das Papier die Orientierung an sechs Grundsätzen vor. (1) Entwicklung von Initiativen zur Wiederbelebung des Anlegervertrauens – (2) Verbesserung einer bankenungebundenen Finanzierung von Wirtschaftswachstum – (3) Förderung der Finanzmarktstabilität – (4) Verbesserte Transparenz für Investoren und Aufsichtsorgane – (5) Harmonisierung von Regulation und Standards auf europäischer Ebene zum Abbau von Barrieren und Komplexität sowie (6) Weiterentwicklung des regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmens auf europäischer wie auch auf globaler Ebene. Entlang dieser Grundsätze spricht sich das Papier für integrierte und vertiefte europäische Finanzmärkte zur Sicherung einer ausreichenden Langzeitfinanzierung der gesamten europäischen Wirtschaft aus. „Unser Grundsatz-Papier betont die Verbindung zwischen Wirtschaft und Finanzmärkten: Eine starke Wirtschaft bedarf starker Finanzmärkte, um ihr Wachstum zu finanzieren“, sagte Dr. Reto Francioni, CEO der Gruppe Deutsche Börse. „Die Kapitalmarktunion ist die logische Konsequenz und ein wichtiger Meilenstein der europäischen Integration. Sie hat das Potenzial, die Grundlage für ein breiteres, robusteres und effizienteres Finanzsystem zu legen.“ Weitere Informationen sowie das vollständige Grundsatzdokument sind auf der Website der Gruppe Deutsche Börse (www. deutsche-boerse.com) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar.

5 Handlungsfeld Datenmanagement Datenmanagement hat sich in den deutschen Banken als eigenes Handlungsfeld weitgehend etabliert. 73 Prozent der Befragten geben an, über eine Metadatenverwaltung zu verfügen, die Informationen und Beschreibungen für fachliche und technische Adressaten integriert darstellt. Allerdings reduzieren Banken den Begriff Metadatenmanagement häufig auf die Beschreibung oder Nachdokumentation von Datenstrukturen. Metadaten zu Berichten und ETL-Strecken (Extract, Transform, Load) sind überwiegend nur unvollständig vorhanden. Das sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen des BCBS #239“ von der Unternehmensberatung msgGillardon, für die 167 Fach- und Führungskräfte deutscher Kreditinstitute zu den Auswirkungen der Risikomanagement- Richtlinie BCBS #239 auf ihre Häuser befragt wurden. Deutsche Kreditinstitute haben die Bedeutung vollständiger und strukturierter Daten größtenteils erkannt. Die Disziplin des Datenmanagements wird deutlich sorgsamer gehandhabt. Drei von vier Bankmanagern ist klar, dass für eine schnelle und hochwertige Erstellung der Risikoberichte auch die Metadaten stimmen müssen. In ihnen wird schließlich dokumentiert, was die Daten im Bericht eigentlich aussagen sollen. Doch trotz dieser Erkenntnis lässt das Metadatenmanagement in den Geldhäusern oft zu wünschen übrig. Ein Grund dafür ist die häufige Reduktion des Begriffs auf Datenstrukturen. Ein wirklich transparentes und vollständig integriertes Metadatenmanagement geht jedoch deutlich weiter. Auch zwischen den Datenstrukturen, auf Transformationsebene, werden Metadaten zwingend benötigt. Bei über einem Drittel der Institute ist zudem nicht gewährleistet, dass die Inhalte der Metadaten und die tatsächliche Realisierung übereinstimmen. So können Banken ihre Risikokennzahlen nicht sauber nachvollziehen. Für Manager wird es in Krisenzeiten daher aufgrund der unzuverlässigen Datenbasis schwierig, schnell und angemessen zu reagieren. Das zeigt auch die Studie: Nur ein Drittel der befragten Bankmanager sieht die IT-Architektur ihres Instituts bei Risikodatenaggregation und Reporting als geeignet, um die aktuellen und künftigen Anforderungen zu erfüllen. Dabei stellt gerade die Risikomanagement-Richtlinie BCBS #239 hohe Anforderungen an ein stringentes Risikomanagement und damit eine transparente Datendokumentation. Erstmals werden auch konkrete regulatorische Anforderungen an die IT-Architektur und das Datenmanagement gestellt. Wenn sich die komplette Data Lineage, also die Datenherkunft, nachvollziehen lässt, erleichtert das die von BCBS #239 vorgesehene Prüfung der Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattungspraktiken für Bank und Aufsichtsbehörde. Die Richtlinie hat zwar bisher vor allem global systemrelevante Institute im Visier, von denen es in Deutschland nur eines gibt – die Deutsche Bank. National systemrelevante Häuser hat die BaFin noch nicht bekannt gegeben. Doch das heißt nicht, dass sich andere große und mittlere deutsche Geldhäuser nicht damit auseinandersetzen müssen. Denn die „Grundsätze zur Aggregation von Risikodaten und Risikoberichterstattung“ werden in die Novelle der MaRisk eingebettet und gelten dann künftig für alle Geldhäuser. Die tiefergehende Beschäftigung zeigt, dass die eigene Metadatenverwaltung doch nicht so vollständig integriert ist, wie von den Banken bisher angenommen. Nur etwa 46 Prozent können angeben, dass Metadaten zu in der Bank verwendeten Berichten vollständig vorliegen. Eine kurzfristig Nachdokumentation erscheint vor dem Hintergrund, dass sich in den darunter liegenden Datenschichten, den Datamarts und letztlich dem Datawarehouse ebenfalls Lücken auftun, schwierig. Insbesondere die häufig vernachlässigte Dokumentation von Metadaten zu den Datenflüssen zwischen den Architekturschichten erschwert die Erfüllung der Forderung nach Transparenz hinsichtlich der Aggregation, bzw. Berechnung von z. B. Risikodaten Ein vollständig konsistentes und für BCBS #239 geeignetes Metadatenmanagement sieht anders aus. Es kann für eine Risikokennzahl über sämtliche Schichten der Datenarchitektur hinweg die komplette Data Lineage abbilden. Typischerweise von der Quelle der Informationen über das Data Warehouse und die Data Marts bis hin zur Berichtsebene. Für fachlich orientierte Adressaten steigt der Informationsgewinn mit dem Vorhandensein von fachlichen Metadaten zu den in der Data Lineage identifizierten Datenflüssen weiter signifikant an. In diesen Metadaten ist dokumentiert, weshalb welche Extraktionen, Transformationen und Ladevorgänge (ETL-Prozesse) eigentlich wie spezifiziert sind und durchgeführt werden und welche Geschäftsobjekte hiervon betroffen sind. Mit BCBS #239 werden hohe Anforderungen an das Datenmanagement gestellt, welche für den fachlichen Adressaten eine Transparenz über die Verarbeitung von Risikodaten schaffen sollen. Hierzu müssen vonseiten der Institute vorhandene Metadatenmanagement-Ansätze integriert und vervollständigt werden. Dies wird kein technisches Thema bleiben. „Historisch gewachsene“ Transformationen und Umsetzungen müssen vollständig mit fachlichen Metadaten angereicht werden. Jeder im Prozess der Risikodatenaggregation vorhandene Datenverarbeitungs-Job muss eindeutig einer fachlichen Anforderung zugeordnet werden können. Änderungen und Erweiterungen der Verarbeitungslogik müssen ebenfalls auf fachliche Anforderungen zurückzuführen sein. Im Rahmen einer zu etablierenden und durch den Vorstand zu verantwortenden Data Governance wird verankert, dass auf jede neue fachliche Anforderungen zunächst eine Anpassung in den Metadaten erfolgt und erst dann konsistent die technische Implementierung umgesetzt werden darf. Ein geeignetes, zentrales Werkzeug für das Metadatenmanagement sowie die organisatorische Verankerung des Themas Data Governance sind somit wesentliche Schritte zur Erfüllung der BCBS #239. Christoph Prellwitz, Executive Partner, msgGillardon Markus Nicklas, Partner, msgGillardon Foto: istockphoto © maxkabakov

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