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RISIKO MANAGER 04.2016

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8 RISIKO MANAGER 04|2016 Netto-Wiedereindeckungskosten zu den Brutto-Wiedereindeckungskosten widerspiegelt. Netting bei IMM Im IMM-Rahmenwerk wird Netting innerhalb desselben Nettingkreises für jeden Simulationspfad betrachtet. Solange das Modell es zulässt und Korrelation zwischen den Risikofaktoren richtig widergespiegelt wird, gibt es in dem Sinn keine Beschränkung für CEM und SA-CCR, dass Netting zwischen und innerhalb von Anlageklassen erlaubt ist. Netting bei SA-CCR Im Fall von SA-CCR für die Wiedereindeckungskosten und Add-ons sind die Netting-Methoden unterschiedlich. Für die Wiedereindeckungskosten ist das Netting-Verfahren dasselbe wie bei IMM oder CEM. Für den Add-on erfolgt eine Gliederung der Netting-Regeln: 1. Es ist kein Netting zwischen Anlageklassen erlaubt. (Worst-Case Diversification); 2. aufgrund der Korrelation zwischen den Anlageklassen EQ, CO, CR ist Netting zu einem gewissen Grad innerhalb der Anlageklassen erlaubt; 3. für IR und FX ist Netting nur innerhalb derselben Hedging Sets erlaubt. Das Hedging Set ist definiert als Teilmenge von Geschäften innerhalb einer Anlageklasse, welche gemeinsame Attribute Abb. 04 Verhältnis von EAD berechnet mit SA-CCR, CEM und IMM Non-Collateralized USD receiver SA-CCR vs CEM SA-CCR vs CEM USD payer swap USD payer swap 1 5 10 20 1 5 10 20 1 1 5,4 3,4 5,6 EUR receiver 1 1 7,6 4,13 6,33 5 5,4 0 1,2 2,9 5 7,6 0 4,3 5,95 10 3,4 1,2 0 1,1 10 4,27 4,3 3,67 4,8 20 5,6 2,9 1,1 0 20 6,33 5,95 4,8 5,9 SA-CCR vs IMM SA-CCR vs IMM USD payer swap USD payer swap 1 5 10 20 1 5 10 20 USD receiver 1 1 1,174 1 1 EUR receiver 1 1 2,11 1,59 1,51 5 1,35 1 0,9 1 5 1,9 1 2,87 2,25 10 1,377 1,263 1 1 10 1,6 2,53 1 3 20 1,253 1,208 1,1 1 20 1,4 1,89 2,4 1 Collateralized SA-CCR Coll vs CEM SA-CCR Coll vs CEM USD payer swap USD payer swap 1 5 10 20 1 5 10 20 USD receiver 1 1 1,6 1 1,7 EUR receiver 1 1 2,4 1,27 1,93 5 1,6 0 0,4 0,9 5 2,4 1,9 1,3 1,85 10 1 0,35 0 0,3 10 1,27 1,3 1,13 1,47 20 1,667 0,85 0,3 0 20 1,93 1,85 1,47 1,8 SA-CCR Coll vs IMM Coll SA-CCR Coll vs IMM Coll USD payer swap USD payer swap 1 5 10 20 1 5 10 20 USD receiver 1 1 1 0,9 0,9 EUR receiver 1 1 2 1,36 1,32 5 1,429 1 0,8 0,9 5 1,5 1 2,6 2,06 10 1,0714 1 1 0,9 10 1,27 2 1 2,75 20 1,0417 0,944 1 1 20 1,04 1,61 2,1 1

Kreditrisiko 9 besitzt. Im Fall von IR ist ein Hedging Set in drei Laufzeitbänder aufgeteilt, in denen jeweils komplettes Netting erlaubt ist. Analog zu Punkt 2 wird dann ein teilweiser Ausgleich zwischen den Laufzeitbändern erreicht. Kurz zusammengefasst: Eine Long-Position in EUR- Swaps und eine Short-Position in USD- Swaps in demselben Netting Set kann nicht unter SA-CCR saldiert werden, wie das nachfolgende Beispiel aufzeigt. Fallstudie für ein teilweise abgesichertes Portfolio Folgende Portfolien werden unter den drei unterschiedlichen Ansätzen (CEM, IMM und SA-CCR) analysiert: » Portfolio A besteht aus einem USD-Payer- und einem USD-Receiver-Swap mit Fälligkeiten in 1y, 5y, 10y, 20y, » Portfolio B besteht aus ein USD-Payerund ein EUR-Receiver-Swap mit Fälligkeiten in 1y, 5y, 10y, 20y. Für jede Kombination zeigt die Analyse in Abb. 04 das Verhältnis des Exposure at Default, welcher durch den neu eingeführten Ansatz SA-CCR berechnet wird, im Vergleich zu CEM oder zu IMM, welcher derzeit bei den meisten Finanzinstituten verwendet wird. Ein Verhältnis von mehr als eins bedeutet, dass SA-CCR teurer als die bisher verwendeten Ansätze ist und vice versa. Im Folgenden werden wir das Verhältnis für besicherte und unbesicherte Portfolios analysieren. Solange wir Geschäfte in derselben Währung betrachten, sind die Ergebnisse im Einklang mit den Ergebnissen aus den Einzelgeschäftsfällen. CEM bleibt die günstigste Methode, da sie nicht risikosensitiv ist und keine Marktstressperioden widerspiegelt. Eine Ausnahme gilt für vollabgesicherte Portfolios, da CEM das Netting-Potenzial nur zu einem gewissen Grad erkennt (Net Gross Ratio). Für besicherte Geschäfte ist das CEM die teuerste Methode, da es keine Sicherheiten und Margenausgleiche in Betracht zieht. Bei Kombinationen von Geschäften in der gleichen Währung, aber mit unterschiedlicher Laufzeitstruktur ist SA-CCR kaum teurer als IMM. IMM und SA-CCR sind solange deckungsgleich, wie die Geschäfte sich im selben Laufzeitband von SA-CCR befinden, da dort ein komplettes Netting erlaubt ist. Bei Kombinationen von Geschäften in unterschiedlicher Währung ist der SA-CCR der teuerste Ansatz, da es nicht erlaubt ist, jede Art von Netting-Sätzen zwischen Hedging Sets für jede Währung zu definieren. Die Annahme der Worst-Case-Korrelation im SA-CCR Ansatz ist zu konservativ, um eine echte Schätzung sein zu können. Wichtige Punkte bei der Umsetzung des neuen Standards Die Herausforderungen, welche durch die Implementierung gestellt werden, können am besten verstanden werden, wenn wir in Daten und Systemen denken. In der jüngsten Vergangenheit hat Counterparty Risk eine neue Bedeutung in der Landschaft von Investmentbanken gewonnen und ist eine zentrale Funktion geworden. Die beeinflussten Systeme und Prozesse werden sich über die gesamte Finanzinstitution verbreiten, vom Handelsbereich bis hin zum regulatorischen Reporting und den Rechnungslegung. Mögliche Auswirkungen des neuen Standards In Abb. 05 veranschaulichen wir den Umfang von SA-CCR bezüglich eines Counterparty-Risk-Rahmenwerks einer klassischen Finanzinstitution im Hinblick auf Datenerhebung, Systeme und Einheiten. Grundsätzlich sollten die Auswirkungen von SA-CCR in funktionalen Bereichen überschaubar sein. Sie könnten sich jedoch auch als stark erweisen, abhängig von der Art des Finanzinstituts und der Kostenkomponenten, die an die Kunden weitergegeben werden. Anhand Abb. 05 können wir erkennen, dass die Datenanforderungen für die Implementierung von SA-CCR sehr wichtig sein werden. Insbesondere wird eine hohe Granularität erforderlich sein: » Marktdaten-Informationen, » Bewertung und Preisgestaltung, » Sicherheiten-Vereinbarungen, » Informationen zu Netting-Vereinbarungen, » Handelsinformationen, » Informationen über statistische Daten, um Anlagekategorien zu erkennen und die Transaktionen der richtigen Anlageklasse zuzuordnen zu können, » Informationen und Definition des Hedging-Sets, » Leistungs-Allokation, » Sensitivitäten. Die beeinflussten Systeme und Prozesse ziehen sich durch die gesamte Finanzinstitution, vom Handelsbereich bis hin zu aufsichtsrechtlichen Aufgaben und dem Finanzwesen. In Abb. 06 haben wir die Funktionen und Geschäftseinheiten hervorgehoben, die am stärksten von der Implementierung der Standards betroffen werden: » ICAAP Messungen, » Limit-Exposure-Management; » RWA-Berechnung (einschließlich CCP-Exposure), » Regulatorische Berichtserstattung; » Finanz- und Rechnungswesen. Die folgenden Funktionen und Geschäftsbereiche werden auch durch die Umsetzung des neuen Standards beeinflusst, wenn auch in einem geringeren Ausmaß als die gerade oben erwähnten: » Vorkalkulation (Pre-deal-Pricing), » XVA Desk. Die Folge ist, dass selbst dann, wenn der neue Standard aus Sicht der Berechnung einfach zu implementieren ist, es nicht bedeutet, dass die Implementierung eine unkomplizierte Angelegenheit ist. Der erste Vorbehalt ist, dass die Durchführung des Implementierungsprojekts von nur einer Abteilung vermieden wird. Das heißt, die Implementierung wird bei der alleinigen Leitung und Verantwortung einer Geschäftseinheit (Finanzabteilung, Risikoabteilung) belassen. Das Implementierungsprojekt muss so aufgesetzt sein, dass es ein bereichsübergreifendes Projekt ist, in dem alle möglichen Interessengruppen beteiligt sind. Ein wesentlicher Vorteil bei der Durchführung der SA-CCR-Implementierung

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