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RISIKO MANAGER 04.2016

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4 RISIKO MANAGER 04|2016 SA-CCR Der neue Standardansatz zur Messung des Kontrahentenrisikos Der Standardansatz zur Messung des Kontrahentenrisikos (SA-CCR) ist die regulatorische Antwort des Baseler Ausschusses, ein angemessenes risikosensitives nicht-internes Rahmenwerk zu schaffen, welches den erhöhten Anteil an Margengeschäft einbezieht und die bekannten Nachteile vom CEM („Current Exposure Method“ – Marktbewertungsmethode) und SM („Standardized Method“ – Standardmethode) mit behandelt. In diesem Artikel stellen wir die ökonomischen und regulatorischen Auswirkungen auf den neuen Standard vor. Die neuen Auswirkungen des SA-CCR hängen stark von der Art des spezifischen Produktportfolios und den zugehörigen Sicherheiten und Hedges ab. Deshalb ist die Simulation der Auswirkungen des neuen Standards auf die Finanzinstitute ein wichtiger Teil der Implementierungsstrategie. Wir zeigen in diesem Artikel den möglichen Effekt von SA-CCR im Vergleich zur Marktbewertungsmethode und der Internen Model-Methode (IMM). Ein Ergebnis ist, dass Finanzinstitute möglicherweise von einzelnen Geschäften zurücktreten oder sie mindestens restrukturieren, wenn es in Bezug auf die Kapitalkosten zu teuer wird. Der letzte Teil des Artikels liefert einen Überblick über die wichtigsten Herausforderungen, denen sich Finanzinstitute bei der Implementierung stellen müssen. Regulatorische Anforderungen aufgrund von SA-CCR „The Standardized Approach for Measuring Counterparty Risk” (SA-CCR) – BCBS 279 – Standardansatzmethode zur Messung des Kontrahentenrisikos – des Baseler Ausschusses ersetzt die „Current Exposure Method” (CEM, Marktbewertungsmethode) und die „Standardized Method” (SM, Standardmethode) im Regelwerk für Kapitaladäquanz. Während die auf internen Modellen basierende Methode (IMM) gültig bleibt, wird die IMM-Shortcut-Methode aus dem Rahmenwerk entfernt, sobald SA-CCR wirksam wird, war für den 1. Januar 2017 geplant ist. SA-CCR wird darüber hinaus Auswirkungen auf die Eigenkapitalanforderungen für Kredite an zentrale Gegenparteien und des Basel-III-Leverage-Ratio-Rahmenwerks haben. SA-CCR zielt darauf ab, das Counterparty Credit Risk für OTC und börsengehandelte Derivate sowie Transaktionen mit langer Laufzeit genauer zu messen. Es besteht die Möglichkeit, Nettingkreise, welche zu einem geringeren Exposure führen, innerhalb der Anlageklassen einzuschließen. Außerdem liefert der SA- CCR eine genauere Berücksichtigung des Derivatehandels, besichert durch Marginausgleich und andere Assets. Standardansatz zur Messung des Counterparty Credit Risk Exposure Der SA-CCR Ansatz für die Berechnung der Forderungshöhe bei Ausfall (Exposure at Default (EAD)) behält die gleiche allgemeine Struktur wie bei der Marktbewertungsmethode (Current Exposure Method (CEM)) EAD = (RC + PFE) Im Allgemeinen wird die Forderungshöhe bei Ausfall (EAD) berechnet als Summe aus aktuellen Wiedereindeckungskosten (Replacement Cost (RC)) und potenziellen zukünftigen Wiedereindeckungskosten (Potential Future Exposure (PFE)), multipliziert mit einem Faktor Alpha. Der Skalierungsfaktor Alpha wurde vom Baseler Ausschuss anhand des Alpha-Werts des internen Modells (IMM) für die CCR-Exposure-Berechnung mit 1,4 bestimmt und soll das Model- und Korrelationsrisiko (wrong way risk) aus der Simulation abdecken. Die Wiedereindeckungskosten werden anhand des Levels der Nettingkreise berechnet und berücksichtigen potenzielle Margenausgleiche und Sicherheiten. Für Transaktionen ohne Margenausgleich würden die Wiedereindeckungskosten den Verlust ausgleichen, wenn ein Kontrahent ausfällt und die Transaktion sofort geschlossen werden würde. Für Transaktionen mit Margenausgleich würden die Wiedereindeckungskosten zusätzlich den Verlust abdecken, wenn ein Kontrahent ausfällt und die Transaktion zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen werden würde. Der EAD bei Nettingkreisen mit Margenausgleich hat eine maximale Höhe des EAD, welcher ohne Margenausgleich berechnet wird. Die potenziellen zukünftigen Wiedereindeckungskosten werden anhand eines aggregiertem Add-on, der von den Add-ons aus den Anlageklassen abgeleitet wird (ähnlich wie bei den fünf Anlageklassen für das CEM, der Zins-, Devisen-, Kredit-, Aktien- und Rohstoffprodukte) und einem Multiplikator ermittelt, der im Fall einer Überbesicherung den Wert verringert.

Kreditrisiko 5 Aufgrund der Änderungen bei der Berechnung der Wiedereindeckungskosten und der potenziellen zukünftigen Wiedereindeckungskosten hat der SA-CCR erhebliche Vorteile im Vergleich zum bestehenden CEM- und SM-Modell: » Berücksichtigung von Netting-Effekten innerhalb der Hedging-Klassen, » Anreize für ein zentrales Clearing von Derivategeschäften. Die Frist für die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht vorgeschlagene Implementierung ist der 1. Januar 2017. Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine endgültige Umsetzung dieses neuen Standards in die EU-Verordnung, sodass eine offizielle Einführung aufgeschoben werden kann. Regulierungsplan – Im Zusammenhang stehende Initiativen Der SA-CCR wird auch für die Exposure-Berechnung der folgenden Themen verwendet, [vgl. BCBS70, BCBS282, BCBS283] wie in Abb. 01 dargestellt. Hauptänderungen vom CEM zu SA-CCR Das Hauptziel von SA-CCR ist die Bereitstellung eines angemessenen, risikosensiblen, nicht internen Rahmenwerks, welches die erhöhten Anteile von Geschäften mit Margenausgleich und die Bewältigung der Nachteile der CEM und SM umfasst: Eigenschaften des Margenausgleichs » Unter den CEM- und SM-Ansätzen gab es keine Unterscheidung zwischen besicherten (mit Margenausgleich, VM) beziehungsweise unbesicherten Transaktionen. » Vor dem Hintergrund des anhaltenden Drucks seitens des Regulators, das Derivategeschäft in geclearte oder bilaterale Margentransaktionen zu überführen, wurde der SA-CCR entworfen, um dieser Entwicklung zu genügen. » Wiedereindeckungskosten und Berechnungen für die potenziellen zukünftigen Wiedereindeckungskosten (PFE) werden zwischen Transaktionen mit und ohne Margenausgleich unterschieden. » Seit dem ersten Vorschlag im Juni 2013 wurde die Untergrenze für die Restlaufzeit von einem Jahr für Geschäfte ohne Margenausgleich entfernt und eine Formel, die den Faktor für Geschäfte mit Restlaufzeit kleiner als ein Jahr verringert, hinzugefügt. » Eine Obergrenze für das Exposure für besicherte Transaktionen wurde eingeführt, um Verzerrungen, die aus den hohen Schwellen der Margenabkommen entstehen, zu vermeiden. Kapitalisiertes Exposure Die Beziehung zwischen aktuellem Exposure und potenziell zukünftigen Wiedereindeckungskosten wurde im SM falsch dargestellt, weil das aktuelle Exposure oder potenziell zukünftige Wiedereindeckungskosten kapitalisiert wurden. SA-CCR steht im Einklang mit dem CEM, da das aktuelle Exposure und potenziell zukünftige Wiedereindeckungskosten kapitalisiert werden. Abb. 01 Von SA-CCR abgedeckte BCBS-Themen Eigenkapitalanforderungen für Kredite an zentrale Gegenparteien BCBS282 • SA-CCR berechnet Exposures von Clearingmitgliedern für CCP (für Banken ohne IMM-Genehmigung); §192. • SA-CCR berechnet Exposures von Clearingmitgliedern für Kunden (für Banken ohne IMM-Genehmigung); §195. • Die Behandlung der geleisteten Sicherheit im Einklang mit der neuen SA-CCR Rahmenwerks; §201. • SA-CCR berechnet Ausfallfonds Beiträge für CCP-Mitglieder; §207. Basel-III-Leverage-Ratio-Rahmenwerk und Offenlegungsanforderungen BCBS270 • Das Basel-III-Rahmenwerk führt eine einfache, transparente, nicht risikobasierte Leverage Ratio ein, um als glaubwürdiges, ergänzendes Maß zu den risikobasierenden Kapitalanforderungen zu fungieren. • Zielt auf die Begrenzung des Aufbaus von übermäßigen On- und Off-Bilanz-Hebelwirkung im Bankensystem ab. • Leverage Ratio ist definiert als Verhältnis zwischen „Kapital Maß” (Tier 1 Kapital) und „Exposure Maß” • Derivate erzeugen zwei Arten von Exposure: ein Exposure entspringend aus dem Underlying eines Derivatevertrags und ein Counterparty Credit Risk Exposure. Aufsichtsrechtliches Rahmenwerk zur Messung und Steuerung von Großkrediten BCBS283 • Das überarbeitete Rahmenwerk wird dazu beitragen, einen gemeinsamen Mindeststandard für Messung, Aggregation und Steuerung von Einzelkreditnehmer-Konzentrationsrisiken über verschiedene Gerichtsbarkeiten zu gewährleisten. • Banken müssen die Größe von Großkrediten in Bezug auf ihr Kapital messen und begrenzen. • Das neue Rahmenwerk dient als Aufhänger für die risikobasierten Kapitalanforderungen. Frist: 01. Januar 2017 Frist: 01. Januar 2018 Frist: 01. Januar 2019

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