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RISIKO MANAGER 04.2016

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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28 RISIKO MANAGER 04|2016 steht weiterhin fort. Abgesehen von den besonderen Maßstäben für kleine Institute sollen die Steuerungsinstrumente durch Auslagerungen nicht vollständig dem direkten Zugriff des Instituts entzogen werden. Die Geschäftsleitung hat gemäß AT 9 Tz. 9 künftig einen zentralen Auslagerungsbeauftragten zu benennen, der unter anderem ein angemessenes Auslagerungsmanagement gemäß AT 9 Tz. 11 implementieren und weiterentwickeln und der zudem die Einhaltung institutsinterner und gesetzlicher Anforderungen bei Auslagerungen überwachen soll. Der Auslagerungsbeauftragte unterstützt die Geschäftsleitung bei der Steuerung und Überwachung von mit Auslagerungen verbundener Risiken. Die Notwendigkeit für ein Auslagerungsmanagement sieht die Aufsicht bei Instituten mit umfangreichen Auslagerungslösungen, damit das Institut einen Gesamtüberblick über ausgelagerte Prozesse und Aktivitäten hat und so ein möglichst einheitlicher Umgang mit den besonderen Risiken aus Auslagerungen und deren Überwachung sichergestellt werden kann. Risikoberichterstattung (BT 3) Im neuen Modul BT 3 „Anforderungen an die Risikoberichterstattung“ werden die Inhalte des BCBS 239-Papiers aufgegriffen, die sich explizit mit diesem Thema beschäftigen, und mit den ohnehin schon derzeit existierenden Berichtspflichten an dieser Stelle der MaRisk gebündelt. Das Modul BT 3 gilt für alle Institute, die inhaltliche Ausgestaltung in der Praxis unterliegt, wie bisher, dem Proportionalitätsprinzip. Auch wenn sich am grundsätzlichen Meldeturnus für Risikoberichte nichts ändert, wird die Aufsicht künftig Produktionszeiten von einzelnen Berichten von zum Teil mehreren Wochen nicht mehr akzeptieren. Vor allem in Stressphasen wird die Aufsicht die Berichtsintervalle verkürzen. Die Informationen sollen zudem inhaltlich aussagekräftig aufbereitet werden. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen quantitativen und qualitativen Informationen in den Berichten soll zu einem besseren Verständnis beim Leser beitragen. Die Risikoberichterstattung soll nach den Vorstellungen der Aufsicht zu einem schlagkräftigeren Steuerungsinstrument werden. Dazu ist es erforderlich, dass die Berichte vollständig, richtig und aktuell sind. Darüber hinaus sollen die Berichte auf Informationen und Daten beruhen, die flexibel für die Erfordernisse des Risikomanagements aufbereitet werden können. Schon jetzt ist absehbar, dass die Berichtsund Meldepflichten für die Finanzberichterstattung (FINREP), Solvabilitäts- und Kapitaladäquanzmeldungen (COREP) oder Änderungen bei den International Financial Reporting Standards (IFRS) weiter zunehmen werden. Dadurch wird die Aufgabe der Erstellung von Risikoberichten zunehmend komplexer. Weitere bedeutende Änderungen Im Folgenden sei noch auf weitere bedeutende Anpassungen der MaRisk hingewiesen: » AT 4.1 Tz. 10 fordert, dass bei einer vergleichsweise hohen Komplexität der Verfahren, Methoden, Annahmen oder Daten eine angemessene prozessuale und organisatorische Trennung

Regulierung 29 zwischen Methodenentwicklung und Validierung zu gewährleisten ist. Dabei sind die wesentlichen Ergebnisse der Validierung und ggf. Vorschläge für Maßnahmen sowie Beschränkungen der Methoden und Verfahren der Geschäftsleitung mitzuteilen. » Die Aufsicht erwartet in AT 4.3.1 beim Wechsel von Mitarbeitern der Handels- und Vertriebsbereiche in Kontrollbereiche angemessene Übergangsfristen („Cooling-Off-Periode“), innerhalb derer diese Mitarbeiter keine Tätigkeiten ausüben oder verantworten dürfen, die gegen das Selbstprüfungs- und Selbstüberprüfungsverbot verstoßen. Da diese Regelung gerade in kleineren Instituten schwierig umsetzbar sein dürfte, erscheint eine Öffnungsklausel für diese Institute wünschenswert. » Gemäß AT 4.3.2 sollen die Institute für IT-Risiken angemessene Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse einrichten, die insbesondere die Feststellung des Schutzbedarfs, die Ableitung von Sicherheitsanforderungen sowie die Festlegung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen umfassen. Hierbei sind auch die Anforderungen nach AT 7.2 Tz. 4 beim Einsatz von durch die Fachbereiche selbst entwickelten Anwendungen zu berücksichtigen (individuelle Datenverarbeitung). » AT 4.4.2 Tz. 3 regelt, dass die Compliance-Funktion unmittelbar der Geschäftsleitung zu unterstellen ist. Während die Aufsicht bisher in Tz. 3 noch von „grundsätzlich“ sprach, wird dies nach dem Entwurf in Tz. 4 nun zum Regelfall. Große und komplexe Institute haben ihre Compliance-Funktion gemäß Tz. 4 sogar als eine eigenständige Organisationseinheit unmittelbar unterhalb der Geschäftsleiterebene einzurichten. Tz. 3 legt weiterhin fest, dass die Compliance-Funktion grundsätzlich in einem von den Bereichen Markt und Handel unabhängigen Bereich angesiedelt werden muss. Ausnahmen hiervon sind lediglich bei Instituten mit zwei Geschäftsleitern erlaubt. » Im Rahmen des Risikomanagements auf Gruppenebene (AT 4.5 Tz. 3) sind bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit die Intragruppenforderungen angemessen abzubilden. Dabei wird gefordert, dass die intern angesetzten Preise sich an denen des externen Marktes zu orientieren haben. » Weiterhin sind gemäß AT 4.5 Tz. 6 auf Gruppenebene die Revisionsgrundsätze und Prüfungsstandards zu vereinheitlichen und Prüfungsplanungen aufeinander abzustimmen. » AT 8.1 (Neu-Produkt-Prozess) regelt in Tz. 1, dass ein Institut einen Katalog derjenigen Produkte und Märkte vorzuhalten hat, die Gegenstand der Geschäftsaktivitäten sein sollen, und in einem angemessenen Turnus überprüfen muss, ob diese Produkte noch verwendet werden. Falls die Aufsicht diese Regelung eng ausgelegt, könnte dies zu einer Begrenzung von Individuallösungen für den Kunden beitragen. Gemäß Tz. 8 muss ein Institut mindestens jährlich überprüfen, ob der Neu-Produkt-Prozess zu einem sachgerechten Umgang mit neuen Produkten oder mit neuen Märkten geführt hat. Hierzu sind weitere detaillierte Analysen durchzuführen. » Im Rahmen der Kreditweiterbearbeitung (BTO 1.2.2) verschärfen die Hinweise zu Tz. 3 die Anforderungen an die Kreditsicherheiten. Der Einsatz von Marktschwankungskonzepten zur Überprüfung der Werthaltigkeit von Immobiliensicherheiten erscheint der Aufsicht ab einer unter Risikogesichtspunkten festzulegenden Grenze nicht mehr geeignet. Vielmehr fordert die Aufsicht, dass ein Institut seine Immobiliensicherheiten eigenverantwortlich beobachten und die Risiken für die Werthaltigkeit der Sicherheit identifizieren und steuern muss. » In BTO 1.2.4 (Intensivbetreuung) sind in Tz. 1 neue Hinweise zur Berücksichtigung von Zugeständnissen zugunsten des Kreditnehmers („Forbearance“) aufgenommen worden. Im Rahmen der Festlegung von Kriterien zur Bewertung, ob ein Kredit in die Intensivbetreuung oder die Sanierung oder Abwicklung überführt werden muss, sowie bei den Verfahren zur Früherkennung von Risiken (BTO 1.3), den Risikoklassifizierungsverfahren (BTO 1.4) und bei der Bildung der Risikovorsorge (BTO 1.2.6) sind Zugeständnisse hinsichtlich der Rückzahlungsmodalitäten zugunsten des Kreditnehmers angemessen zu berücksichtigen. Dem Institut ist es erlaubt, eine Abgrenzung von Forbearance institutsindividuell vorzunehmen. Eine Anlehnung an Definitionen internationaler Aufsichtsinstitutionen (z. B. EBA) ist dabei möglich, birgt aber die Gefahr, dass die Institute „standardisiert“ vorgehen. » BTO 1.2.5 heißt neu „Sanierung und Abwicklung“ (bisher „Behandlung von Problemkrediten“). » Die allgemeinen Anforderungen an die Liquiditätsrisiken (BTR 3.1) weisen in Tz. 2 darauf hin, dass die Verfahren zur Identifizierung eines Liquiditätsengpasses (auch unter Berücksichtigung von Stressszenarien), die Methoden zur Sicherstellung des Liquiditätsbedarfs im angespannten Marktumfeld (Tz. 4) sowie beim Notfallplan für Liquiditätsengpässe (Tz. 9) die Belastung von Vermögensgegenständen (Asset Encumbrance) berücksichtigen müssen. » Des Weiteren ist in BTR 3.1 insbesondere in Tz. 3 geregelt, dass ein Institut Liquiditätsübersichten erstellen muss, die geeignet sind, die Liquiditätslage im kurz-, mittel- und langfristigen Bereich zu erfassen. Dabei muss es die getroffenen Annahmen, die den Mittelzu- und Mittelabflüssen zugrunde liegen, und die Untergliederung in Zeitbänder angemessen abbilden. Die Regelungen in Tz. 1 bis 4 lassen erwarten, dass Institute eventuelle Liquiditätsengpässe nur mit liquiden Aktiva abdecken können. Dies wiederum kann bei einem Institut zu Ertragseinbußen führen. Generell werden sich die Anforderungen an die Liquiditätsrisikosteuerung der Institute durch diese Regelungen wohl nicht unerheblich erhöhen. » Die neu eingefügte Tz. 12 im BTR 3.1 verlangt von einem Institut, dass es

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