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RISIKO MANAGER 04.2016

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12 RISIKO MANAGER 04|2016 Kreditrisiko Eine Analyse der zweiten Überarbeitung des Baseler KSA Dem im Dezember 2014 veröffentlichten Konsultationspapier zur grundlegenden Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes (KSA) folgte Ende des vergangenen Jahres das zweite Konsultationspapier nach. Im Vergleich zum ersten Konsultationspapier enthält das aktuelle teilweise wesentliche systematische Änderungen. Die nunmehr mit der (Wieder-) Verwendung externer Ratings durchzuführende institutsinterne „Due- Diligence-Prüfung“ ist dabei kritisch zu hinterfragen. Auch im Bereich Real Estate (Spezialfinanzierungen/ Non-recourse-financing) sind die neuen Anforderungen des zweiten Konsultationspapiers insoweit noch nicht konsistent, sodass es dementsprechend einer eingehenden Analyse bedarf. Einleitung Im Dezember 2014 hatte das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) erstmals einen Vorschlag für die Überarbeitung des KSA veröffentlicht: „Revisions to the Standardised Approach for credit risk“ [Adkins/Buemi/Mitropoulos, ZfgK 2015, 545; Bauerfeind, WM 2015, 1743; Di Prima/Bauerfeind, ZfgK 2015, 536]. Aufgrund der Kalibrierung der risikogewichteten Kapitalunterlegung in Säule I wurden diese Neuerungen bereits als „Basel IV“ bezeichnet. Nach den Vorschlägen des BCBS soll die Überarbeitung der Standardansätze insgesamt dazu führen, dass die Kapitalanforderungen dem inhärenten Risiko entsprechend kalibriert werden und die Standardverfahren eine geeignete Ergänzung alternativ zu den IRB-Modellen darstellen [Pierschel, BaFin Journal, April 2015, S. 28 ff.]. Kern der damals geplanten Änderungen war der Verzicht auf externe Ratings im

Kreditrisiko 13 Rahmen des KSA. Stattdessen war die Verwendung von unterschiedlichen Risikotreibern in den einzelnen Forderungsklassen vorgesehen. Für Bankforderungen waren als Risikotreiber die harte Kernkapitalquote (Capital Adequacy Ratio, Common Equity Tier 1, CET 1) und die Net-Non-Performing-Assets-Quote, für Unternehmensforderungen Umsatz (Revenue) und Verschuldungsgrad (Leverage) beabsichtigt. Allerdings wären nicht ausschließlich KSA-Institute von den geplanten Änderungen betroffen; Institute, die den IRB-Ansatz nutzen, wären gleichfalls hiervon tangiert, da in dem ergänzenden Konsultationspapier „Capital floors: the design of a framework based on standardised approaches“ [Baule/Tallau, ZfgK 2015, 132] ein neuer Floor vorgestellt wurde, der als Untergrenze für die Kapitalanforderungen fungieren soll, wobei dieser auf den Standardansätzen für alle Risikoarten der Säule I basiert. Um den neuen Floor bestimmen zu können, müssen zukünftig auch IRB-Institute den neuen KSA für das Kreditrisiko vollständig implementieren. Im Dezember 2015 hat das BCBS nunmehr sein zweites Konsultationspapier zur Überarbeitung des KSA veröffentlicht [BCBS, Second consultative document, Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk, 10.12.2015]. Die eigentliche Zielsetzung des BCBS bei der Überarbeitung des KSA bleibt unverändert, jedoch enthält das aktuelle Konsultationspapier teilweise wesentliche Änderungen hinsichtlich der im ersten Konsultationspapier diskutierten Methodik. Insbesondere die geplante – mit den Zielen der CRA III einhergehende – aufsichtliche Abkehr von externen Ratings im Rahmen der Verwendung des KSA wurde ausgehebelt [Verordnung (EU) Nr. 462/2013]. Das BCBS hat insoweit auf die erste Konsultation reagiert. Allerdings ist die nun eingeführte, im Nachgang der Verwendung externer Ratings durchzuführende institutsinterne Due-Diligence-Prüfung kritisch auf ihre Systematik und (Praxis-) Tauglichkeit hin zu untersuchen. Auch bei den durch Immobilien besicherten Risikopositionen sind bisweilen offene Fragen zu deren Handhabung zu diskutieren, die noch nicht durch die bislang erschienene Literatur behandelt worden sind. Beispielsweise ist die Frage aufzuwerfen, welche Bedeutung für die Behandlungsweise von Spezialfinanzierungen die bereits in Art. 147 Abs. 8 CRR [Verordnung (EU) Nr. 575/2013] für den IRB-Ansatz bestehende Definition der Spezialfinanzierung im Hinblick darauf hat, dass Art. 147 Abs. 8 CRR zusätzliche tatbestandliche Voraussetzungen vorsieht, damit eine Spezialfinanzierung überhaupt vorliegt. Gleichfalls problematisch ist die Behandlung von strukturierten Projektfinanzierungen im Sinn von Non-Recourse-Financing über eine Leasingobjektgesellschaft. Hierbei wird lediglich eine Grundschuld bestellt und die Leasingobjektgesellschaft tritt die Leasingforderungen an die refinanzierende Bank ab, wobei das Non-Recourse-Financing den Rückgriff des Kreditgebers auf die Eigenkapitaleinlage des Projektträgers beschränkt. Auf eine allgemeine Darstellung der zweiten Überarbeitung des Baseler KSA wird an dieser Stelle verzichtet und auf die bisher dazu erschienene Literatur verwiesen [Schulte-Mattler/Affeld, RISIKO MA- NAGER 2.2016, 12; Schulte-Mattler/Affeld, die bank 2.2016, 9]. Problematik 1: Externes Rating und Due-Diligence-Prüfung Nach dem zweiten Konsultationspapier sollen externe Ratings in der Risikopositionsklasse Forderungen gegenüber Banken wieder bzw. weiterhin Verwendung finden, allerdings in einer „nicht mechanischen Weise“; gemeint ist damit „nicht ausschließlich oder automatisch“. Die im ersten Konsultationspapier angedachte Bestimmung der Risikogewichte mit jeweils nur zwei Risikotreibern – für Bankforderungen die harte Kernkapitalquote und die Net-Non-Performing Assets-Quote, für Unternehmensforderungen Umsatz und Verschuldungsgrad – wurde aufgrund vehementer Kritik der Banken wieder zurückgenommen. Die neuerliche Verwendung externer Ratings zu aufsichtlichen Zwecken im Rahmen der Anwendung des KSA in einer nunmehr „nicht mechanischen Weise“ lässt darauf schließen, dass sich das BCBS der Brisanz der Thematik externer Ratings und kompromittierter US-amerikanischer Ratingagenturen bewusst ist, jedoch auf Drängen des Markts eine aufsichtliche Abkehr von externen Ratings in der Bankenaufsicht letztlich nicht umsetzen wollte – bei aller berechtigter Kritik an den ursprünglich vorgeschlagenen Risikotreibern zur Bestimmung der Risikogewichte. Anders als jedoch diese zu ändern oder auf die Marktanforderungen abzustimmen – wie beispielsweise das Hinzufügen weiterer quantitativer Faktoren als Risikotreiber (betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Gewinn, Fremdkapitalquote, Cashflow, Liquiditätsgrad und Schuldenkennzahlen) und vor allem eine branchenabhängige Kontextsetzung der bzw. dieser Risikotreiber – führte das BCBS die Verwendung externer Ratings erneut unter der Prämisse ein, dass im Nachgang eine interne Due- Diligence-Prüfung durchzuführen ist [zweites Konsultationspapier, Anh. 1, Abs. 14/15]. Diese Einschränkung basiert vermutlich primär auf der Ratio Legis des Art. 5a Abs. 1 CRA III, wonach Institute [vgl. Art. 4 Abs. 1 CRA III] eigene Kreditrisikobewertungen vornehmen müssen und sich bei der Bewertung der Bonität eines Unternehmens oder eines Finanzinstruments nicht ausschließlich oder automatisch auf externe Ratings stützen dürfen. Die vorgeschlagenen nach dem externen Rating gestaffelten Gewichte sind zwar im Vergleich zum derzeitigen Ansatz unverändert, stellen aber laut BCBS lediglich „Basisgewichte“ dar. Das endgültige Risikogewicht einer Forderung soll sich dann auf der Grundlage der jeweiligen Basisgewichte nach einer Due-Diligence-Prüfung ergeben, d. h. nach einer sorgfältigen Analyse und Beurteilung der Bonität durch das Institut selbst. Sollte dabei ein höheres Risiko festgestellt werden, müsste das Institut als Risikogewicht mindestens das Basisgewicht der nächsthöheren Ratingklasse verwenden. Im neu vorgeschlagenen External Credit Risk Assessment Approach (ECRA) richten sich die Risikogewichte in Höhe von 20 bis 150 Prozent dann nach dem externen Rating. Auch bei Forderungspositionen gegenüber Unternehmen sollen externe Ratings nicht unreflektiert Verwendung finden dür-

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