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RISIKO MANAGER 04.2015

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6 Ausgabe 04/2015

6 Ausgabe 04/2015 Probleme für chinesische Unternehmen erwartet Aktuell stehen die Unternehmen in China vor mehreren Herausforderungen. So hat sich das verlangsamte Wachstum verfestigt, mehrere Branchen haben weiterhin Überkapazitäten, darunter die Stahlproduktion und der Bau. Vor allem aber hat die Verschuldung ein Besorgnis erregendes Niveau erreicht. Die Schulden des Privatsektors schätzt Coface auf 200 Prozent des BIP, zumal die Bankkredite schneller wachsen als das BIP. Hinzu kommt die Finanzierung über Schattenbanken, die nicht transparent sind und bisweilen mit Wucherzinsen arbeiten. Zudem verschlechtere sich das Zahlungsverhalten, und die Zahl nicht bedienter Kredite steige. Vor diesem Hintergrund sieht der weltweit tätige Kreditversicherer Coface die chinesischen Unternehmen in einer akuten Gefahrenzone und hat daher die Länderbewertung von China in der Stufe A3 unter Beobachtung für eine Herabstufung genommen. Für die Weltwirtschaft ist Coface vorsichtig optimistisch und erwartet sowohl für die Industrienationen als auch die Emerging Markets eine leichte Verbesserung. Die entwickelten Länder dürften nach 1,7 Prozent Wachstum im Vorjahr 2015 um 2,1 Prozent zulegen, die aufstrebenden Länder nach 4,2 um 4,3 Prozent. Allerdings haben viele aufstrebende Länder mit der Rückkehr altbekannter Probleme zu kämpfen: Abfluss von Kapital und wiederkehrende Schwankungen der Wechselkurse. Die Kombination aus einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung, steigender privater Verschuldung und wiederholten Abwertungen veranlasste Coface dazu, einige Länderbewertungen nach unten zu korrigieren. Zu den jüngsten Abstufungen gehören die der Türkei in B und die Russlands in C. Dagegen hoben sich einige Länder mit einer positiven Entwicklung ab. Vietnam, dessen Länderbewertung in C nun auf die positive Watchlist gesetzt wurde, hat es trotz eines schwierigen Geschäftsumfelds geschafft, seine Währung zu stabilisieren, die Qualität der Produkte zu steigern und ausländische Investitionen anzuziehen, vor allem aus Korea. Auch die Länderbewertung Sri Lankas hat Coface angehoben: von C auf B. Seit dem Ende des Bürgerkriegs 2009 wächst die Wirtschaft kräftig und stabil, und das Haushaltsdefizit wurde reduziert. Nach den jüngsten Heraufstufungen von Spanien, Deutschland und Österreich in der Länderbewertung verkündet Coface eine weitere Verbesserung in Europa: Portugal wird in der Stufe B mit positivem Ausblick versehen. Das Land macht sich allmählich vom Rettungsprogramm frei und erwartet 1,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Die finanzielle Situation der Unternehmen verbessert sich schrittweise: Die Gewinne erholen sich und die Insolvenzen gehen zurück. Weitere Informationen sind auf der Coface Website (www.coface.de) in der Rubrik /News, Publikationen & Events /News verfügbar. Falsche Anreize durch Basel III Foto: istockphoto ©SusanneB Mit dem Ziel, das Finanzsystem als Ganzes zu stabilisieren, werden im Zusammenhang mit den neuen Basel-III-Regeln insbesondere drei Aspekte diskutiert: erstens, dass Banken verpflichtet werden, ihren Eigenkapitalanteil zu erhöhen. Zweitens, dass das Verhältnis des Kernkapitals zur gesamten Bilanzsumme – die Leverage Ratio – nicht unter drei Prozent liegen darf. Und drittens, dass die Regulatoren Mindestquoten für die Liquiditätsreserve vorgeben. Wie eine jetzt von dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) vorgelegte Studie jedoch zeigt, setzen die neuen Regelungen teilweise falsche Anreize. So könnte das neue Rahmenwerk negative Folgen für die Realwirtschaft haben und die Rolle der Institute als Finanzierer langfristiger Kredite schwächen. Das IW fordert daher entsprechende Nachbesserungen. Kritisch sei in diesem Zusammenhang insbesondere die Leverage Ratio zu sehen – trotz gewisser Vorteile bei der Risikomessung. Denn bislang ist die gleiche Kernkapitalquote für alle Kreditinstitute vorgesehen, unabhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell und -risiko. Etwas, das in den Augen der IW-Experten geändert werden sollte. Schließlich haben Institute, die vergleichsweise sichere Kredite, etwa für die Immobilienfinanzierung in Deutschland, vergeben, geringere Margen als jene Finanzdienstleister, die hochriskant agieren. „Ziel der Politik sollte es sein, Banken robuster aufzustellen, dabei aber nicht ihre Rolle als Langfristfinanzierer zu untergraben“, so IW- Direktor Michael Hüther. Sowohl die Leverage Ratio als auch die strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) sollten daher keine bindenden Restriktionen, sondern nur Kennziffern sein, mit denen die Aufsichtsbehörden Marktentwicklungen besser beobachten können. Zudem ist es laut Studie keine Lösung, anderen Finanzintermediären die Langfristfinanzierung anzuvertrauen. Hüther: „Mit einer Verschiebung der Kreditvergabe in einen weniger regulierten, weniger etablierten und weniger erfahrenen Sektor erhöht sich die Gefahr neuer Verwerfungen. Im Endeffekt werden damit die Banken zwar robuster, doch die Risiken für das gesamte Finanzsystem und die Realwirtschaft steigen.“ Weitere Informationen sind auf der Website des IW (www.iwkoeln.de) in der Rubrik /Presse /Pressemitteilungen verfügbar.

7 EZB-Anleihekäufe: uneffektiv und schädlich Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) lehnt den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) zum aktuellen Zeitpunkt ab. Die EZB verschieße voreilig ihre letzten Patronen, hieß es bei der Interessensvertretung der deutschen Kreditinstitute. Das Instrument der Staatsanleihekäufe sollte wirtschaftlichen Notlagen vorbehalten sein – insbesondere in einer Währungsunion ohne eine gemeinsame Finanzpolitik. Trotz vieler Stolpersteine befindet sich der Euroraum insgesamt auf dem Weg der Besserung. Mit dem gesunkenen Ölpreis und der Abwertung des Euro werden sich die konjunkturellen Aussichten zudem weiter aufhellen, auch wenn die Teuerung durch den Verfall des Ölpreises zurzeit besonders gedämpft wird. Die aktuell leicht rückläufigen Verbraucherpreise seien keinesfalls mit einer Deflation, also einem breit angelegten und lange anhaltenden Preisrückgang, gleichzusetzen, hieß es seitens der DK. Die expansive Geldpolitik der EZB belaste die Sparer und gefährde die private Altersvorsorge. Zudem erhöhe der breite Anleiheaufkauf das Risiko von Preisblasen auf den Wertpapiermärkten und setze Fehlanreize für die überfälligen Reformen im Euroraum, heißt es in einer aktuellen DK-Mitteilung. Zugleich werde das Anleiheaufkaufprogramm wenig zur Belebung der Wirtschaft und damit zur Erhöhung des Preisauftriebs beitragen. Das Zinsniveau im Euroraum befindet sich bereits heute auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Die Impulse eines weiteren Zinsrückganges auf die Investitionen dürften daher gering ausfallen. An allen diesen Bedenken würde auch eine wie auch immer ausgestaltete Aufteilung der Käufe von Staatsanleihen der Haftungsrisiken auf die nationalen Zentralbanken nichts ändern. Anstatt in Aktionismus zu verfallen, so die Ansicht der DK, sollte die EZB zunächst die Effekte ihrer jüngsten Maßnahmenpakete abwarten. Schließlich hat der Ankauf von Covered Bonds und Kreditverbriefungen (ABS) erst vor wenigen Wochen begonnen. Eine weitere geldpolitische Lockerung ist allenfalls bei einer deutlichen Verschlechterung der Wirtschafts- und Preisaussichten angezeigt. Weitere Informationen sind auf der DK-Website (www.diedeutsche-kreditwirtschaft.de) in der Rubrik /Pressemitteilungen verfügbar. Anzeige Schauen Sie hinter die Trends: die bank die bank die bank T R E N D S T R E N D S T R E N D S Klaus Fleischer (Hrsg.) Trends im Private Banking 2014 Wolfgang L. Brunner (Hrsg.) Trends im Firmenkundengeschäft in Kreditinstituten Alfred Dittrich | Thomas Egner (Hrsg.) Trends im Zahlungsverkehr II Klaus Fleischer (Hrsg.) Trends im Private Banking 2014 ISBN 978-3-86556-404-7 Art.-Nr. 22.478-1400 262 Seiten, gebunden 59,00 Euro Wolfgang L. Brunner (Hrsg.) Trends im Firmenkundengeschäft in Kreditinstituten ISBN 978-3-86556-407-8 Art.-Nr. 22.502-1400 280 Seiten, gebunden 59,00 Euro Weitere Fachmedien in unserem Webshop: www.bank-verlag-shop.de Alfred Dittrich | Thomas Egner (Hrsg.) Trends im Zahlungsverkehr II ISBN 978-3-86556-412-2 Art.-Nr. 22.507-1500 335 Seiten, gebunden 69,00 Euro Jetzt bestellen

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