Aufrufe
vor 2 Jahren

RISIKO MANAGER 04.2015

  • Text
  • Risikogewicht
  • Risikopositionen
  • Banken
  • Unternehmen
  • Institute
  • Risiken
  • Positionen
  • Risikomanagement
  • Institut
  • Risikogewichte
RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

24 Ausgabe 04/2015 13.

24 Ausgabe 04/2015 13. Verbriefungspositionen Art. 130 CRR verweist zur Bestimmung der risikogewichteten Positionsbeträge für Verbriefungspositionen auf die Art. 242 bis 270 CRR (Abschnitt 5), die die Eigenmittelanforderungen durch detaillierte Definitionen und Vorschriften festlegen. Zu nennen sind insbesondere die bankaufsichtlichen Anforderungen an Originatoren und Sponsoren von Verbriefungstransaktionen mit den Regelungen zum wesentlichen und wirksamen Risikotransfer, zur Berücksichtigung potenzieller Laufzeitunterdeckungen der Besicherung sowie zum Verbot der impliziten Unterstützung von Verbriefungstransaktionen. Das Regelwerk unterscheidet für den KSA und IRBA unterschiedliche Verfahren zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen. Ausgangspunkt für die Ermittlung der aufsichtlichen Eigenkapitalanforderung für eine KSA-Verbriefungsposition ist die Festlegung der maßgeblichen Bemessungsgrundlage, bei der man im Wertansatz den allgemeinen Regelungen für KSA-Adressenausfallrisikopositionen folgt. Ledig - lich im Fall der Abbildung von Laufzeitunterdeckungen bei finanziellen Sicherheiten, die eine synthetische Verbriefung begründen, und bei vom Originator zu berücksichtigenden Investorenanteilen bestehen Abweichungen. Als Bemessungsgrundlage für KSA-Verbriefungspositionen ist die allgemein für KSA-Positionen geltende Bemessungsgrundlage ohne finanzielle Sicherheiten heranzuziehen. Relevanz haben insbe sondere die Vorgaben für bilanzielle (wie forderungsgedeckte Wertpapiere), außerbilanzielle (wie Verbriefungs-Liquiditätsfazilitäten) sowie derivative (wie Marktwertabsicherungsgeschäfte der Verbriefungszweckgesellschaft) Adressenausfallrisikopositionen. Das Risikogewicht einer KSA-Verbriefungsposition, für die eine maßgebliche Bonitätsbeurteilung vorliegt, ergibt sich in Abhängigkeit von der Bonitätsstufe, der die Bonitätsbeurteilungskategorie der maßgeblichen Bonitätsbeurteilung bankaufsichtlich zugewiesen ist. Je höher die Bonitätsstufe bzw. je geringer die Einschätzung der Kreditqualität, desto höher fällt das aufsichtliche Risikogewicht aus. Im Vergleich zu Bonitätsgewichten für Risikopositionen der Forderungsklasse „Unternehmen“ werden KSA-Verbriefungspositionen ohne Investmentqualität mit deutlich höheren Risikogewichten belegt. Dies ist in der erhöhten Risikokonzentration von Verbriefungstranchen mit geringer Seniorität der Rückzahlungsansprüche begründet. Das Risikogewicht für unbeurteilte KSA- Verbriefungspositionen beträgt 1.250 Prozent. Alternativ kann ein Institut in bestimmten Fällen spezifische Risikogewichte für unbeurteilte Verbriefungspositionen verwenden, wenn es über ausreichend aktuelle Informationen über die Zusammensetzung des der Verbriefungstransaktion zugrunde liegenden verbrieften Portfolios verfügt hat. Das Risikogewicht kann dann als Produkt aus dem Durchschnittsrisikogewicht des verbrieften Portfolios und der Risikokonzentrationsrate bestimmt werden. Gerade im ABCP-Geschäftsfeld sind unbeurteilte Verbriefungspositionen von großer Bedeutung. Eine Verwendung des pauschalen Satzes von 1.250 Prozent würde in weiten Teilen des Geschäftsfelds eine signifikante Risikoüberzeichnung und nicht adäquate Eigenmittelanforderung ergeben. 14. Institute und Unternehmen mit kurzfristiger Bonitätsbeurteilung Liegt eine kurzfristige Bonitätsbeurteilung einer benannten Ratingagentur für Risikopositionen gegenüber Instituten vor, wird das Risikogewicht in der Bonitätsstufe 3 von 50 auf 100 Prozent sowie in den Bonitätsstufen 4 und 5 von 100 auf 150 Prozent erhöht. Bei Risikopositionen gegenüber Unternehmen mit kurzfristiger Bonitätsbeurteilung, wird das Risikogewicht in der Bonitätsstufe 4 von 100 auf 150 Prozent erhöht. 15. Risikopositionen in Form von Anteilen an Organismen für gemeinsame Anlagen (OGA) Ausschließlich vom Institut gehaltene Anteile an einem Investmentvermögen im Sinne des OGAW [EU-Kommission, 2009b] oder der Investmentrichtlinie dürfen dieser Forderungsklasse zugeordnet werden. Das heißt, Positionen, die entweder direkt von einer Kapitalanlagegesellschaft oder ausländischen Investmentgesellschaft geschuldet werden oder Kredite an das Investmentvermögen selbst, gehören nicht in diese Klasse. Das niedrigste Risikogewicht für unbeurteilte Investmentanteile ist gem. Art. 132 Abs. 1 CRR 100 Prozent. Für Investmentanteile mit besonders hohen Risiken kann die Aufsicht gem. Art. 128 Abs. 1 und 3 CRR auch Gewichte von 150 Prozent festlegen. Liegt eine externe Bonitätsbeurteilung einer anerkannten ECAI vor, ermittelt sich gem. Art. 132 Abs. 2 CRR das Risikogewicht für Investmentanteile durch die Zuordnung der Ratings auf die bankaufsichtlichen Bonitätsstufen (Kreditrisikoeinschätzungsmethode). Das Gewicht kann, falls dem Institut die tatsächliche Zusammensetzung des Investmentvermögens bekannt ist, gem. Art. 132 Abs. 4 CRR auch als betragsgewichtetes durchschnittliches Risikogewicht ermittelt werden (Transparenzansatz). Bei dieser „Durchschaulösung“ wird zunächst das Risikogewicht jeder Position im Investmentvermögen ermittelt und dann mit ihrem Anteil am Vermögen gewichtet. Anschließend werden alle gewichteten Teil-Risikogewichte der Position im Investmentvermögen addiert. Ist dem Institut die tatsächliche Zusammensetzung des Investmentvermögens nicht bekannt, kann es gem. Art. 132 Abs. 5 CRR das betragsgewichtete durchschnittliche Risikogewicht mithilfe der maximalen Investitionsgrade ermitteln (Ansatz des durchschnittlichen Risikogewichts). Als Voraussetzung zur Anwendung des Transparenzansatzes und Ansatzes des durchschnittlichen Risikogewichts müssen die Kriterien für die Anerkennungsfähigkeit der OGA gem. Art. 132 Abs. 3 CRR erfüllt sein. 16. Beteiligungspositionen Als Beteiligungsrisikopositionen werden gem. Art. 133 Abs. 1 CRR nicht durch Schuldtitel gebildete Risikopositionen, die einen nachrangigen Residualanspruch auf die Vermögenswerte oder die Einkünfte des Emittenten darstellen, durch Schuldtitel gebildete Risikopositionen sowie andere Wertpapiere, Partnerschaften, Derivate oder sonstige nachrangige Instrumente mit ähnlicher wirtschaftlicher Substanz angesehen. Dieser Positionsklasse werden insbesondere Anlagen in von Instituten emittierten Eigenkapitalinstrumenten zugeordnet. Dies können Aktien einerseits oder Nachrangdarlehen andererseits sein. Während nach der SolvVAlt Nachrangdarlehen der Forderungsklasse „Institute“ zugeordnet wurden, sind nunmehr alle Eigenmittelpositionen der Klasse „Beteiligungen“ zuzuordnen. Die Risikogewichte sind im Art. 133 Abs. 2 CRR festgelegt. Beteiligungspositionen

25 wird ein Risikogewicht in Höhe von 100 Prozent zugewiesen, sofern sie nicht vom harten Kernkapital abgezogen werden müssen, was einem Risikogewicht in Höhe von 1.250 Prozent gleichkommt. Das Risikogewicht beträgt bei Beteiligungspositionen, die gem. Art. 48 Abs. 1 vom harten Kernkapital-Abzug ausgenommen werden (Art. 48 Abs. 4 CRR), 250 Prozent. Anlagen in von Instituten begebene Eigenmittelinstrumente oder Instrumente der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel werden gem. Art. 133 Abs. 3 CRR als Beteiligungspositionen mit einem Risikogewicht von 100 Prozent eingestuft, sofern diese Positionen nicht von den Eigenmitteln abgezogen werden müssen sowie Art. 48 Abs. 4 CRR (250 Prozent), Art. 89 Abs. 3 CRR (1.250 Prozent) oder Art. 128 CRR nicht anzuwenden ist. Die Verwendung externer Ratings ist in dieser Positionsklasse nicht vorgesehen. 17. Sonstige Posten In der Positionsklasse „Sonstige Posten“ werden den Aktivpositionen die folgenden Risikogewichte zugeordnet: 100 Prozent gem. Art. 134 Abs. 1 CRR für Sachanlagen im Sinne von Art. 4 Überschrift „Aktiva“ Posten 10 der Richtlinie 86/635/EWG (wie technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung), 100 Prozent gem. Art. 134 Abs. 2 CRR für aktivische Rechnungsabgrenzungsposten (für die das Institut keinen Schuldner ermitteln kann), 20 Prozent gem. Art. 134 Abs. 3 Satz 1 CRR für im Einzug befindliche Kassenpositionen (für die entsprechende Zahlungen bereits bevorschusst wurden), null Prozent gem. Art. 134 Abs. 3 Satz 2 CRR für den Kassenbestand und gleichwertige Positionen, und null Prozent gem. Art. 134 Abs. 4 CRR für Goldbarren, die in eigenen Tresoren oder in Gemeinschaftsverwaltung gehalten werden. Bei Anlagenverkäufen und Rückkaufsvereinbarungen sowie Terminkäufen mit vereinbartem Erfüllungstag (Outright Forward) wird gem. Art. 134 Abs. 5 CRR das Risikogewicht der Vermögenswerte und nicht das Bonitätsgewicht der beteiligten Gegenparteien verwendet. Bei den Korb-Kreditderivaten sind gem. Art. 134 Abs. 6 CRR nur solche der Positionsklasse zuzuordnen, bei denen das Institut Sicherungsgeber ist und in Anspruch genommen werden kann, sobald für einen Korb zum n-ten Mal ein Kreditereignis eingetreten ist und dies den Vertrag beendet. Wenn für das Produkt eine externe 1 RWP = Max 1; Runden t; 0 Bonitätsbeurteilung einer anerkannten ECAI vorliegt, werden die vorgeschriebenen Risikogewichte der Art. 242 bis 270 CRR (Kapitel 5) zugewiesen. Liegen für diese Derivate keine externen Ratings vor, so werden die Risikogewichte der im Korb enthaltenen Forderungen, ohne n-1 Forderungen, bis maximal zum Risikogewicht 1.250 Prozent aggregiert. Die CRR ordnet gem. Art. 134 Abs. 7 CRR – den Regelungen im IRBA entsprechend – die Restwerte von geleasten Vermögensgegenständen dieser Positionsklasse zu, soweit sie nicht innerhalb der Bemessungsgrundlage der jeweiligen Leasingforderung zu berücksichtigen sind. Der risikogewichtete Positionsbetrag (RWP) des Restwerts von geleasten Vermögensgegenständen (Restwert) ergibt sich nach t Gleichung 03, wobei t entweder eins oder die nächstliegende Anzahl voller Jahre der verbleibenden Leasingdauer entspricht, je nachdem welcher Wert höher ist. Das Risikogewicht für die Restwerte von geleasten Vermögensgegenständen ist demnach 1/Max[1;Runden[t;0]]. Betragen die gerundeten Restlaufzeiten beispielsweise 0,4 und 2,7 Jahre, ist das anzusetzende Risikogewicht für den Restwert von geleasten Vermögensgegenständen mit den genannten Restlaufzeiten 100 und 33,33 Prozent. q Fazit und Ausblick Die CRR sieht im Kreditrisikobereich für sämtliche Risikopositionen des Anlagebuchs Eigenmittelanforderungen vor, wobei insbesondere der Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) für viele kleinere und mittlere Institute die bevorzugte Messmethode für Kreditrisikopositionen ist. In zehn von den 17 bankaufsichtlich vorgegebenen Risikopositionsklassen können die Institute bei der Bestimmung des jeweiligen Risikogewichts der Position auf die Bonitätsbeurteilungen einer von der Aufsicht anerkannten Agentur (ECAI) zurückgreifen. Die Erfahrung mit dem KSA hat allerdings gezeigt, dass viele deutsche Institute innerhalb zentraler Risikopositionsklassen gern auf externe Ratings verzichten und stattdessen die pauschalen Risikogewichte für unbeurteilte Positionen t Gleichung 03 · 100 Prozent · Restwert verwenden (insbesondere in der Klasse „Unternehmen“). Die pauschalen Bonitätsgewichte in den CRR-Forderungsklassen insbesondere für Risikopositionen gegenüber Schuldnern aus EU-Mitgliedstaaten erinnern im Ergebnis sehr stark an den „vereinfachten Standardansatz“, den schon Basel II insbesondere für die Nicht-G10-Länder vorsieht [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 2006, Anhang 11, S. 358-371]. Der Ansatz ist im Grunde eine Zusammenstellung der einfachsten Möglichkeiten zur Berechnung der risikogewichteten Positionen. So erhalten Forderungen an Unternehmen in diesem Ansatz ein pauschales Bonitätsgewicht von 100 Prozent. Bei Forderungen an Staaten und deren Zentralbanken richtet sich das zuzuordnende Bonitätsgewicht nach den Länderratings oder Länderrisikogewichtungen der Exportversicherungsagenturen der G-10-Staaten (für die BRD also derzeit null Prozent). Das Bonitätsgewicht für Forderungen an Institute orientiert sich am Gewicht des Sitzlands (Institute in der BRD also 20 Prozent). Allen anderen Forderungen wird ein Risikogewicht in Höhe von 100 Prozent zugeordnet. Für die zen tralen Forderungsklassen Zentralstaaten, Institute und Unternehmen werden damit die drei festen Risikogewichte (0, 20 und 100 Prozent) zugewiesen, die erstmals im Jahre 1988 durch das Basel-I-Rahmenwerk eingeführt wurden. Die starke Privilegierung von Risikopositionen aus EU-Mitgliedstaaten ist vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzkrise zudem sehr kritisch zu beurteilen. Das Ziel der Bankenaufsicht, durch die CRR- Regelungen eine zeitgemäße Erfassung und Unterlegung von Kreditrisiken zu erreichen, wird verfehlt. Inhaltlich entsprechen die CRR-Regelungen für den KSA-Standardansatz weitestgehend denjenigen in der zum 31. Dezember 2013 außer Kraft gesetzten Solvabilitätsverordnung (SolvVAlt). Änderungen bestehen beispielsweise darin, dass die Forderungsklassenzuordnung für Förderinstitute, gedeckte Schuldverschreibungen und Beteiligungen verschärft worden sind. Zahlreiche neue Regelungen erhöhen zudem die Komplexität der Bestimmung der Risikogewichte aus den Bonitätsbeurteilungen anerkannter Agenturen. Einigermaßen prominent ist die

RISIKO MANAGER

RISIKO MANAGER 01.2019
RISIKO MANAGER 02.2019
RISIKO MANAGER 03.2019
RISIKOMANAGER_04.2019
RISIKO MANAGER 05.2019
RISIKO MANAGER 06.2019
RISIKO MANAGER_07.2019
RISIKO MANAGER 08.2019
RISIKO MANAGER 09.2019
RISIKO MANAGER 10.2019
RISIKO MANAGER 01.2018
RISIKO MANAGER 02.2018
RISIKO MANAGER 03.2018
RISIKO MANAGER 04.2018
RISIKO MANAGER 05.2018
RISIKO MANAGER 06.2018
RISIKO MANAGER 07.2018
RISIKO MANAGER 08.2018
RISIKO MANAGER 09.2018
RISIKO MANAGER 10.2018
RISIKO MANAGER 01.2017
RISIKO MANAGER 02.2017
RISIKO MANAGER 03.2017
RISIKO MANAGER 04.2017
RISIKO MANAGER 05.2017
RISIKO MANAGER 06.2017
RISIKO MANAGER 07.2017
RISIKO MANAGER 08.2017
RISIKO MANAGER 09.2017
RISIKO MANAGER 10.2017
RISIKO MANAGER 01.2016
RISIKO MANAGER 02.2016
RISIKO MANAGER 03.2016
RISIKO MANAGER 04.2016
RISIKO MANAGER 05.2016
RISIKO MANAGER 06.2016
RISIKO MANAGER 07.2016
RISIKO MANAGER 08.2016
RISIKO MANAGER 09.2016
RISIKO MANAGER 10.2016
RISIKO MANAGER 01.2015
RISIKO MANAGER 02.2015
RISIKO MANAGER 03.2015
RISIKO MANAGER 04.2015
RISIKO MANAGER 05.2015
RISIKO MANAGER 06.2015
RISIKO MANAGER 07.2015
RISIKO MANAGER 08.2015
RISIKO MANAGER 09.2015
RISIKO MANAGER 10.2015
RISIKO MANAGER 11.2015
RISIKO MANAGER 12.2015
RISIKO MANAGER 13.2015
RISIKO MANAGER 15-16.2015
RISIKO MANAGER 17.2015
RISIKO MANAGER 18.2015
RISIKO MANAGER 19.2015
RISIKO MANAGER 20.2015
RISIKO MANAGER 21.2015
RISIKO MANAGER 22.2015
RISIKO MANAGER 23.2015
RISIKO MANAGER 24.2015
RISIKO MANAGER 25-26.2015
 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.