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RISIKO MANAGER 04.2015

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16 Ausgabe 04/2015 t

16 Ausgabe 04/2015 t Gleichung 02 RWP = B · KF · G EM · 12,5 übersteigen (t Gleichung 02). Mit dem Risiko- oder Bonitätsgewichtungsfaktor (G) wird die jeweilige Bemessungsgrundlage eines Geschäfts (B), das heißt die Höhe der risikobehafteten Position, entsprechend ihrer Bonität verändert. Außerbilanzielle Geschäfte werden zuvor mittels eines geschäftsspezifischen Konversionsfaktors oder mit separaten Methoden (KF) in äquivalente bilanzwirksame Kreditpositionen umgerechnet (Kreditäquivalenzbeträge oder Risikopositionswerte). Mit dem Ziel den Anteil des Kernkapitals (Tier-1- Kapital) und des harten Kernkapitals (Core- Tier-1-Kapital) im Gesamtkapital zu erhöhen, bestehen noch zwei zusätzliche Sub- Kapitalnormen. Die Tier-1-Kapital-Norm beträgt 6 Prozent und die Core-Tier-1-Kapital-Norm 4,5 Prozent. Dazu kommt noch eine kombinierte Kapitalpufferanforderung gem. Art. 128 Nr. 6 CRD IV für die Institute, die mit hartem Kernkapital darzustellen ist [Schulte-Mattler, 2014c]. Der Risikopositionswert gem. Art. 111 CRR, also PW, dient als Grundlage für die Ermittlung der Eigenmittelunterlegung für das Kreditrisiko einer Aktivposition [zu anderen Risikobereichen Schulte-Mattler, 2014a und 2014b]. Je nach Geschäftsart wird der Risikopositionswert auf unterschiedlicher Weise ermittelt: • Für bilanzielle Geschäfte wird der nach spezifischen Kreditrisikoanpassungen, zusätzlichen Wertberichtigungen (gem. Art. 34 und 110 CRR) sowie weiteren mit der Aktivposition verknüpften Verringerungen der Eigenmittel verbleibende Buchwert als Bemessungsgrundlage zugrunde gelegt. Der Konversionsfaktor ist für diese Geschäfte gleich eins. • Bei „traditionellen“ außerbilanziellen Positionen (gem. Anhang I CRR) besteht das Kreditrisiko darin, aus einer Garantie, Gewährleistung oder Bürgschaft in Anspruch genommen zu werden. Dies geschieht im Regelfall dann, wenn an der Bonität des Garantiebegünstigten Zweifel bestehen oder dieser schon nicht mehr in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Insofern stellt eine übernommene Garantie nur ein Substitut für einen direkt an den Begünstigten vergebenen Kredit dar. Die traditionellen außerbilanziellen Geschäfte werden in eine von vier Risikoklassen mit unterschiedlichen Konversionsfaktoren eingeordnet: hohes Risiko (100 Prozent), mittleres Risiko (50 Prozent), niedriges bis mittleres Risiko (20 Prozent) und niedriges Risiko (null Prozent). Der Risikopositionswert ergibt sich dann als Produkt aus dem Nominalwert des Geschäfts nach Abzug spezifischer Kreditrisikoanpassungen und dem anzuwendenden Konversionsfaktor. • Bei „innovativen“ außerbilanziellen Positionen (Derivatgeschäfte gem. Anhang II CRR) besteht das Adressenausfalloder Kreditrisiko nicht in Höhe des Nominalbetrags, sondern in Höhe der Ersatzkosten (Replacement Costs), die sich ergeben würden, wenn die durch den hypothetischen Ausfall des Geschäftspartners entstehende offene Position durch ein vergleichbares Neugeschäft geschlossen, das heißt, das betrachtete Geschäft durch ein gleichartiges (mit denselben Konditionen) ersetzt werden müsste. Die Ersatzkosten bemessen sich dementsprechend an dem Wert, den das hypothetischer Weise zu ersetzende Geschäft zu den aktuellen Marktkonditionen aufweist. Der Risikopositionswert ist dann gleich den Ersatzkosten, zu dem ein Add-on-Betrag für noch entstehende Verlustrisiken während der Restlaufzeit der Position addiert wird. • Der Risikopositionswert von Pensionsgeschäften, Wertpapier- und Warenverleihgeschäften, Wertpapier- und Warenleihgeschäften, Geschäften mit langer Abwicklungsfrist sowie Lombardgeschäften kann entweder nach Kapitel 6 „Gegenparteiausfallrisiko“ (Art. 271 bis 311 CRR) oder nach Kapitel 4 „Kreditrisikominderung“ (Art. 192 bis 241 CRR) ermittelt werden. Zur Bestimmung des gewichteten Risikopositionswerts gem. Art. 111 CRR, also RWP, wird der Positionswert mit dem Risikogewicht des Schuldners oder des Geschäfts multipliziert, wobei im KSA in den meisten Fällen das Gewicht für die Position auf der Grundlage einer Bonitätsbeurteilung einer von der Aufsicht anerkannten Ratingagentur abgeleitet wird (External Credit Assessment Institution; ECAI). Die ECAI muss von der Aufsicht anerkannt worden sein, bevor ein Institut die Bonitätsbeurteilungen dieser Agentur für die Bestimmung der Risikogewichte von Adressrisikopositionen verwenden darf. Die Anerkennung kann nur erfolgen, wenn die ECAI mit ihrer Methodik der Bonitätsbeurteilung und den daraus resultierenden Bonitätsbeurteilungen bestimmte bankaufsichtliche Anforderungen erfüllt. So muss insbesondere die Methodik der Bonitätsbeurteilung unabhängig von politischen Einflüssen und wirtschaftlichem Druck sowie transparent im Sinne einer öffentlich zugänglichen Dokumentation der Grundsätze der Methodik sein [EU- Kommission 2009a]. Im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens ordnet die European Banking Authority (EBA) jeder Bonitätsbeurteilungskategorie, die von der antragstellenden Ratingagentur verwendet wird, eine der aufsichtlichen Bonitätsstufen 1 bis 6 zu. Die European Banking Authority (2014a) führt im Annex III – „Addition of Mapping Tables“ die bereits anerkannten ECAIs auf und gibt eine Zuordnung der jeweiligen Ratingskalen auf das bankaufsichtliche System vor. Anerkannte Ratingagenturen sind nach der EBA-Liste AM Best Europe-Rating Services Ltd., ARC Ratings S.A., ASSEKU- RATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH, Axesor SA, BCRA – Credit Rating Agency AD, Banque de France, Capital Intelligence, Cerved Rating Agency S.p.A., Creditreform Ratings AG, CRIF S.p.A., DBRS Ratings Limited, European Rating Agency, Euler Hermes Rating, FERI EuroRating Services AG, Fitch Ratings, GBB-Rating Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung GmbH, ICAP Group S.A., Japan Credit Rating Agency Ltd, Moody’s Investors Service, Standard & Poor’s Ratings Services, Scope Rating, Spread Research und The Economist Intelligence Unit Ltd. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht. Für die Ratingagenturen DBRS, Fitch, Moody’s und Standard & Poors sowie der Länderklassifizierungen einer Exportversicherungsagentur zeigt t Abb. 01 die Zuordnungen auf die bankaufsichtlichen Bonitätsstufen. Den einzelnen Bonitätsstufen sind in bestimmten KSA-Forderungsklassen dann Risikogewichte zugehörig. KSA-Forderungsklassen Im KSA muss jede Position in eine der 17 vordefinierten Risikopositionsklassen gem. Art. 112 CRR eingeordnet werden, denen je nach Risikogehalt der Position bestimmte Risiko- oder Bonitätsgewichte zugeordnet sind. Für Positionen ohne Bonitätsbeurteilung einer benannten Ratingagentur (ECAI) bleibt es bei einer festen

17 Externe Bonitätsbeurteilungen und bankaufsichtliche Bonitätsstufen t Abb. 01 Kategorie DBRS Fitch Moody’s S&P MEIP 2 Bonitätsstufe Positionen 1 Langfristige 1. Prime AAA AAA Aaa AAA 0 1 2. High AAhigh AA+ Aa1 AA+ 1 1 Grade AA AA Aa2 AA 1 1 AAlow AA- Aa3 AA- 1 1 3. Upper- Ahigh A+ A1 A+ 2 2 medium A A A2 A 2 2 Grade Alow A- A3 A- 2 2 4. Lower- BBBhigh BBB+ Baa1 BBB+ 3 3 medium BBB BBB Baa2 BBB 3 3 Grade BBBlow BBB- Baa3 BBB- 3 3 5. Low-grade BBhigh BB+ Ba1 BB+ 4 4 Speculative BB BB Ba2 BB 4 4 BBlow BB- Ba3 BB- 4 4 6. Highly Bhigh B+ B1 B+ 5 5 Speculative B B B2 B 5/6 5 Blow B- B3 B- 6 5 7. Substantial Risk CCC CCC Caa1 CCC+ 7 6 8. Extremely CC CC Caa2 CCC 7 6 Speculative 9. In Default with C C Caa3 CCC- 7 6 little prospect Ca CC 7 6 for Recovery C 7 6 10. In Default SD / D RD / D C SD / D 7 6 1) Long-term issuer credit rating scales. 2) MEIP = Mindestprämienkategorien der OECD für Exportversicherungsagenturen. Zuordnung eines Risikogewichts. In zehn von den siebzehn Risikopositionsklassen ist zur Festlegung des Bonitätsgewichts der Rückgriff auf externe Kreditbeurteilungen möglich (t Abb. 02). 1. Zentralstaaten und Zentralbanken Risikopositionen gegenüber Zentralstaaten und Zentralbanken für die eine Bonitätsbeurteilung einer benannten Ratingagentur oder Exportversicherungsagentur vorliegt, wird gem. Art. 114 Abs. 2 CRR in Abhängigkeit von der Bonitätsstufe der Position ein Risikogewicht von null bis 150 Prozent zugeordnet. Bis zum 31. Dezember 2017 können die Institute gem. Art. 495 Abs. 2 CRR für Risikopositionen gegenüber Zentralstaaten und Zentralbanken der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die auf die Landeswährung eines Mitgliedstaats lauten und in dieser Währung refinanziert sind, die gleiche Risikogewichtung verwenden wie für Risikopositionen, die auf die eigene Landeswährung lauten und in dieser Währung refinanziert sind. Ab dem 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2019 werden gem. Art. 114 Abs. 6 CRR für diese Risikopositionen in EU-Mitgliedstaaten dann sukzessiv ansteigende Risikogewichte vorgesehen (20, 50 und 100 Prozent). Ab dem Jahr 2020 erreicht das Risikogewicht die volle Höhe von 100 Prozent. Ein Risikogewicht in Höhe von null Prozent erhalten gem. Art. 114 Abs. 4 CRR alle Risikopositionen gegenüber Zentralstaaten und Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten, die auf die Landeswährung dieses Zentralstaats und dieser Zentralbank lauten sowie in dieser Währung refinanziert sind. Ebenfalls von einer Eigenmittelunterlegung befreit sind gem. Art. 114 Abs. 3 CRR die Risikopositionen der Institute gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Risikopositionen der Institute an die Bundesrepublik Deutschland (BRD), ein rechtlich unselbstständiges Sondervermögen der BRD, die Deutsche Bundesbank oder an eine Zentralregierung oder eine Zentralnotenbank eines anderen EU-Mitgliedstaates erhalten somit – wie bisher – ein Bonitätsoder Risikogewicht von null Prozent. Bei der Übernahme von Risikogewichten der zuständigen Behörden eines Drittlands für Risikopositionen gegenüber ihrem Zentralstaat und ihrer Zentralbank, die auf die Landeswährung dieses Drittlands lauten und in dieser Währung refinanziert sind, müssen die Drittstaaten gem. Art. 114 Abs. 7 CRR Aufsichtsstandards anwenden, die denen in der EU gültigen gleichwertig sind. Im Durchführungsbeschluss der EU-Kom-

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