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RISIKO MANAGER 04.2015

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14 Ausgabe 04/2015 [

14 Ausgabe 04/2015 [ buchbesprechung ] Sebastian Bodemer/Roger Disch Corporate Treasury Management: Organisation, Governance, Cash- & Liquiditätsrisikomanagement, Zins- und Währungsrisikomanagement Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2014, 382 Seiten, 59,95 Euro, ISBN 978-3-7910-3344-0 r Nach Ansicht der Autoren ist die Entwicklung des Corporate Treasury in den letzten zehn Jahren beeindruckend. Bestand das Treasury zunächst in der Form des Schatzmeisters bzw. Kassenwarts, der für die Ausführung des Zahlungsverkehrs zuständig war, entwickelte sich dieser weg vom Mitarbeiter des Rechnungswesens hin zu einer selbstständigen Einheit im Unternehmen. Während der Finanzkrise 2007 und 2008 war der Treasurer als ständiger Berater des Chief Financial Officer nicht mehr wegzudenken, so die Autoren weiter. Diese Aussage muss sicherlich insoweit relativiert werden, da nicht in allen Unternehmen Finanzrisiken die gleiche Relevanz aufweisen und vielfach das Financial Risk Management vom Corporate Risk Management mit abgedeckt wird. Nach Ansicht der Autoren ist der Treasurer stärker in Diskussionen zu den Themenstellungen Working Capital und Supply Chain Management involviert. Zusätzlich entwickelte er sich zum Risikomanager, der Zins-, Währungs-, Rohstoff-, Finanzierungs- und Kreditrisiken steuert und so den Erfolg des operativen Geschäfts des Unternehmens unterstützt. Sebastian Bodemer/Roger Disch Corporate Treasury Management Organisation Cash- und Liquiditätsmanagement Corporate Finance Risikomanagement Technologie Die Autoren sind davon überzeugt, dass hierbei ein Blick zu den Banken hilfreich ist, „die aufgrund ihres Geschäftsmodells und des regulatorischen Umfelds seit jeher ein Risikomanagement vorhalten“. Diese Aussage ist sicherlich etwas gewagt, da gerade die Banken in den letzten Jahren eben gerade nicht – und vor allem auch im Vergleich zu den komplexen Geschäftsmodellen der Automobilindustrie oder der Prozessindustrie – durch ein ausgefeiltes Risikomanagement positiv aufgefallen sind. Trotz alledem sind die Autoren davon überzeugt, dass der Corporate Treasurer Risikomessmethoden wie Szenarioanalysen, Stresstests und @Risk-Modelle aus der Bankenwelt übernehmen und für seine Zwecke adaptieren kann. In diesem Kontext entstanden neue Methoden wie Cashflow-at-Risk oder Cost-at-Risk. Die Autoren weisen darauf hin, dass es zum Corporate Treasury und den unternehmensspezifischen Facetten kaum Literatur gibt. Diese Aussage stimmt so nicht, wurde doch die erste Auflage des Standardwerks „Erfolgsfaktor Risiko-Management“ (Romeike/Hager) bereits im Jahr 2003 veröffentlicht. Weitere Publikationen unter anderem von Hager (2004) und Priermeier (2005) folgten. Mit dem Buch beabsichtigen die Autoren diese vermeintliche Lücke zu schließen. Hierbei wollen sie eine Übersicht über die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines modernen Corporate Treasury geben, die Inhalte praxisorientiert und mit zahlreichen nachvollziehbaren Beispielen und Fallstudien beschreiben. Das Buch ist in insgesamt sechs Kapitel gegliedert, die jeweils unabhängig voneinander durch den Leser bearbeitet werden können. Kapitel 1 umfasst eine Einführung in die Aufgaben und die Organisation eines modernen Corporate Treasury. Dabei werden die verschiedenen Risikoarten abgegrenzt, der Risikobegriff und Risikomessmethoden grundsätzlich definiert und organisatorische Aspekte wie die Aufbauorganisation eines Risikomanagements vorgestellt. Das Liquiditätsrisikomanagement und dessen unterschiedliche Perspektiven werden in Kapitel 2 im Detail beleuchtet sowie mögliche Steuerungsmaßnahmen vorgestellt. Das Liquiditätsrisikomanagement im engeren Sinne nutzt primär qualitative Methoden, um das Risiko zu minimieren. Die Haltung einer Liquiditätsreserve sowie die Diversifikation der Refinanzierungsquellen sind von großer Bedeutung. Darüber hinaus wird auch die Liquiditätsnotfallplanung dargestellt, die Unternehmen bei der Bewältigung einer Liquiditätskrise helfen kann. Kapitel 3 setzt sich mit dem Cash- und Liquiditätsmanagement und dem Zahlungsverkehr auseinander. Dabei wird auf die Herausforderungen der Liquiditätsplanung genauso wie auf mögliche Cash-Pooling-Lösungen eingegangen. Im Weiteren wird auf die Themenstellungen Netting und Payment Factory/ Inhouse Bank eingegangen, die – nach Ansicht der Autoren – weitere elementare Bausteine in der Zentralisierung und Professionalisierung eines Treasury sind. Kapitel 4 stellt das Zinsrisikomanagement aus Unternehmenssicht vor. Zinsrisiko kann entweder auf Basis der Barwert- oder der GuV-Perspektive gesteuert werden. In Abhängigkeit der Zinsrisikodefinition werden unterschiedliche Risikomessmethoden wie Duration, Fixed-to-Floating-Ratio und @Risk-Modelle vorgestellt. Darüber hinaus werden anhand konkreter Beispiele Zinsderivate zur Absicherung des Zinsrisikos angewendet und deren Vor- und Nachteile erörtert. Kapitel 5 befasst sich mit dem Währungsrisikomanagement. In einem ersten Schritt wird anhand einer Zeitreihenanalyse ein erstes Gefühl für das Währungsrisiko entwickelt. Danach werden Risikomessmethoden und Absicherungsmöglichkeiten unter Verwendung von Währungsderivaten aufgezeigt. Kapitel 6 rundet das Thema Corporate Treasury ab und befasst sich mit unterschiedlichen, Treasury-nahen Themen. Zahlreiche im Buch aufgeführte Beispiele können mit den vom Verlag als Download angebotenen Excel-Spreadsheets nachvollzogen werden. Fazit: Das Buch liefert eine fundierte, kompakte und praxisorientierte Einführung in die Welt des Corporate Treasury Managements. RISIKO MANAGER Rating: Praxisbezug: rrrrq Inhalt: rrrrq Verständlichkeit: rrrrq Gesamtwertung: rrrrq

15 CRR-Risikobereiche Positionsrisiken im Kreditrisiko- Standardansatz (KSA) Seit dem 1. Januar 2014 finden sich die aufsichtlichen Regelungen zum Kreditrisikobereich in der EU-Verordnung Nr. 575/2013, die auf der Grundlage der Richtlinie 2013/36/EU erlassen worden ist. Die Aufsicht beurteilt mit den Vorschriften, ob die Eigenmittel der Institute im Hinblick auf die eingegangenen Kreditrisiken angemessen sind. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) zur Eigenmittelunterlegung von offenen Positionen in diesem Risikobereich und stellt die Unterschiede zur alten Verfahrensweise in der zum 31. Dezember 2013 aufgehobenen Solvabilitätsverordnung dar. Kreditbezogene Risikopositionen sind gem. Art. 107 bis 311 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR), die auf Grundlage der CRD-IV-Richtlinie [EU-Kommission, 2013a] erlassen worden ist, bankaufsichtlich auf Einzelbasis und konsolidierter Basis zu berücksichtigen und mit Eigenmitteln zu unterlegen [EU-Kommission, 2013b]. Die CRR konkretisiert die in § 10 des Kreditwesengesetzes (KWG) geforderte Angemessenheit der Eigenmittel der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute („Institute“). Sie regelt im Detail, wie die Mindesteigenmittelanforderungen für Adressrisiken, Marktrisiken und für das operationelle Risiko zu ermitteln sind. Daneben setzt die Verordnung die Offenlegungsanforderungen für die Eigenmittelnormen um. Gem. Art. 107 Abs. 1 CRR können die Institute zur Bestimmung der risikogewichteten Positionsbeträge für das Kreditund Verwässerungsrisiko in allen Geschäftsfeldern – mit Ausnahme der risikogewichteten Positionsbeträge aus der Handelsbuchtätigkeit des Instituts – (Art. 92 Abs. 3 a CRR) sowie der risikogewichteten Positionsbeträge für das Gegenparteirisiko von Derivatgeschäften aus der Handelsbuchtätigkeit (Art. 92 Abs. 3 f CRR) zwischen zwei Methoden wählen. Zum einen können die Institute gem. Art. 107 bis 141 CRR einen Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) anwenden, dessen Gewichte grundsätzlich an externe Kreditbeurteilungen von Ratingagenturen anknüpfen. Zum anderen können Institute zur Ermittlung der Risikogewichte gem. Art. 142 bis 191 CRR einen risikosensitiveren Ansatz wählen, der auf institutseigenen Ratingverfahren (IRBA) zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit und anderen Parametern (Loos Given Default, Konversionsfaktor und Laufzeit) einer Position sowie einer vorgegebenen „IRBA-Umrechnungsfunktion“ basiert, deren Herleitung erstmals in Schulte-Mattler/Tysiak (2002) und später dann in Basel Committee on Banking Supervison (2005) beschrieben wird. Nachfolgend wird der KSA zur Eigenmittelunterlegung von Kreditrisikopositionen dargestellt. Bei der Erfassung und Unterlegung von kreditbezogenen Positionen mithilfe des KSAs weist die CRR mit dem Basel-II-Rahmenwerk [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 2006, S. 22-57] und der „alten“ Solvabilitätsverordnung („SolvVAlt“) [Schulte-Mattler, 2012, S. 1688-1753], die zum 31. Dezember 2013 aufgehoben wurde, eine weitgehende Übereinstimmung auf. Insoweit stellen die nachfolgenden Ausführungen auch eine Aktualisierung des Beitrags von Schulte-Mattler (2007) dar. Die neu geschaffene und seit dem 1. Januar 2014 geltende Solvabilitätsverordnung (SolvV) regelt grundsätzlich nur noch Verfahrensbestimmungen zu den durch die CRR festgelegten Antrags- und Anzeigepflichten, einschließlich der regelmäßigen Berichtspflichten, insbesondere, in welcher Form Anträge zu stellen sind und bei wem an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu richtende Anzeigen und Meldungen einzureichen sind. Die SolvV beinhaltet auch solche Details, für die die CRR den zuständigen Behörden einen Gestaltungsspielraum lässt oder die durch die CRD- IV-Richtlinie vorgegeben sind und deshalb in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Mindesteigenmittelnormen Das Gesamtrisiko eines Instituts, genauer die quantifizierte Risikoposition, wird im Rahmen der aufsichtlichen Risikotragfähigkeitsrechnung den anrechenbaren Eigenmitteln gegenübergestellt, um zu überprüfen, ob das Institut die potenziellen Verluste auch „abpuffern“ kann. Da die Aufsicht die Mindesthöhe der Eigenmittel mit ihren Kapitalnormen festlegt, determiniert sie in nicht unerheblicher Weise die Kapitalstruktur der Institute. Die aufsichtlichen Normen liefern ein komprimiertes und anschauliches Maß für die Eigenmittelausstattung der Institute. Dazu wird das Verhältnis von anrechenbaren Eigenmitteln (Zähler der Kennziffer) zu den gewichteten anrechnungspflichtigen Positionen (Nenner der Kennziffer) gebildet. Nach der Gesamteigenmittelunterlegungsnorm für Kreditrisiken darf gem. Art. 25-91 CRR das Verhältnis zwischen den Eigenmitteln eines Instituts (EM) und gem. Art. 92 CRR seinem mit dem Risikogewicht des Schuldners oder der Geschäftsart (G) multiplizierten Positionswert (PW) täglich acht Prozent nicht unterschreiten (t Gleichung 01). Die Summe der risikogewichteten Positionswerte (RWP) darf also das 12,5-Fache (Kehrwert von acht Prozent) der Eigenmittel nicht EM EM = B · KF · G PW · G = EM 8 Prozent RWP t Gleichung 01

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