Aufrufe
vor 2 Jahren

RISIKO MANAGER 03.2015

  • Text
  • Institute
  • Banken
  • Positionen
  • Kapitalanforderungen
  • Ausschuss
  • Engagements
  • Unternehmen
  • Verbriefungen
  • Baseler
  • Ermittlung
RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

12 Ausgabe 03/2015

12 Ausgabe 03/2015 briefungen im SFA, wenn sich die IRBA- Kapitalanforderungen für das verbriefte Portfolio marginal ändern. Grundsätzlich darf der neue SEC-IRBA nur dann für Verbriefungen genutzt werden, wenn eine Bank über aufsichtlich abgenommene IRBA-Modelle und die notwendigen Informationen zur Ermittlung der Kapitalanforderungen des verbrieften Portfolios verfügt. Handelt es sich hingegen bei den verbrieften Positionen um einen sog. Mixed Pool, bei dem das Institut nur für einen Teil der Positionen den IRBA anwenden kann oder darf, dann ist der SEC-IRBA nur anzuwenden, wenn der Anteil der IRBA-fähigen Positionen in dem Portfolio 95 Prozent übersteigt. Bei einem niedrigeren Anteil muss zwingend einer der anderen neuen Ansätze genutzt werden. Neben den Kapitalanforderungen für das verbriefte Portfolio im IRBA (KIRB) fließen als weitere Input-Parameter auch der Attachment Point (A), Detachment Point (D) sowie der aufsichtliche Parameter (p) in die Ermittlung der Kapitalanforderungen für die Verbriefung mit ein. Dabei bestimmt sich p in Abhängigkeit von der Granularität des verbrieften Portfolios (N), seinen IRBA-Kapitalanforderungen (KIRB), der EAD-gewichteten, durchschnittlichen LGD, der Laufzeit der Verbriefungstranche MT sowie fünf weiterer, aufsichtlich vorgegebener Parameter (A bis E – hierbei kommt es somit zu einer etwas unglücklichen Doppelbelegung der Buchstaben A und D), deren Höhe wiederum von Seniorität, Granularität und Art der verbrieften Forderungen (Retail bzw. Wholesale) abhängt (vgl. auch [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2013b]). Bezüglich der Laufzeit der Verbriefungsposition sieht das finale Baseler Regelwerk ein Wahlrecht vor, entweder die gewichtete, durchschnittliche Laufzeit der einzelnen Zahlungsströme zu ermitteln (ähnlich der für A-IRBA Banken vorgesehenen Berechnungsformel in Art. 162 Abs. 2 CRR) oder einen aufsichtlich vorgegebenen Abschlag auf die juristische Restlaufzeit der Verbriefungstranche vorzunehmen. Dieser Abschlag wurde als Reaktion auf die Kritik an dem zweiten Konsultationspapier eingeführt [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2013a]; im Rahmen der Konsultation war die Nutzung der juristischen Laufzeit als zu konservativ kritisiert worden. Unabhängig von der Ausübung des Wahlrechts gelten eine Untergrenze von einem und eine Obergrenze von fünf Jahren. SEC-ERBA Der SEC-ERBA (External Ratings Based Approach) erlaubt die Bestimmung des Risikogewichts für eine Verbriefungsposition anhand externer oder abgeleiteter Ratings. Neben dem Rating werden auch die Seniorität, Tranchendicke (T, Differenz aus Detachment Point und Attachment Point) und Laufzeit der Verbriefungsposition berücksichtigt. Insbesondere die Restlaufzeit wird von dem Baseler Ausschuss als ein wesentlicher Risikotreiber angesehen, der in den bisherigen Ansätzen nicht berücksichtigt wurde. Der bislang für den IRBA relevante Inputparameter Granularität entfällt hingegen, da er nach Erkenntnis des Baseler Ausschusses bereits in den Methodiken der Ratingagenturen bei der Ermittlung von Bonitätseinschätzungen für Verbriefungen berücksichtigt wird und deshalb nicht separat in die Bestimmung von Risikogewichten einfließen muss. Das Risikogewicht ergibt sich dann aus einer Tabelle, die unterteilt für Senior- und Non-Senior-Tranchen und Ratingstufen jeweils Risikogewichte für Verbriefungspositionen mit einer Restlaufzeit von einem und von fünf Jahren vorgibt. Bei dazwischen liegenden Laufzeiten ist linear zu interpolieren. Im Fall von Non-Senior-Positionen erfolgt zudem eine Anpassung des Risikogewichts zur Berücksichtigung der Tranchendicke. Hierbei gilt je dünner die Tranche, umso höher das Risikogewicht. Im Vergleich zu dem vorhergehenden Konsultationspapier [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2013a] wurden die Risikogewichte für langlaufende Verbriefungspositionen reduziert. SEC-SA Der SEC-SA dient als Alternative zum SEC-IRBA, insbesondere in Jurisdiktionen, in denen externe Ratings nicht zur Ermittlung der Kapitalanforderungen herangezogen werden dürfen und die Nutzung des SEC-ERBA somit ausscheidet. Wie auch der SEC-IRBA basiert der SEC- SA auf dem aufsichtsrechtlichen Formelansatz. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der SEC-SA auf den Kapitalanforderungen der verbrieften Positionen im KSA (bezeichnet als K SA ), nicht im IRBA aufsetzt. Hierzu werden die Kapitalanforderungen gemäß der Regelungen des KSA durch die Positionswerte der verbrieften Positionen dividiert. Beispielsweise ergibt sich für ein Portfolio aus Corporate Loans in Höhe von 100 Mio. ¤, die alle ein KSA-Risikogewicht von 100 Prozent erhalten, K SA in Höhe von 100 Mio. ¤ × 100 Prozent × 8 Prozent / 100 Mio. ¤ = 0,08. Im Gegensatz zu den Vorgaben des KSA basiert die Ermittlung von K SA jedoch auf dem Buchwert vor Abzug von Wertberichtigungen. Daneben fließen als Input-Parameter auch die bereits oben definierten Größen Attachment Point (A) und Detachment Point (D) in die Berechnung mit ein, der aufsichtliche Parameter p, der zur Kalibrierung der Kapitalanforderungen dient und bei Verbriefungen einen Wert von 1,0 annimmt, sowie der Anteil der leistungsgestörten Forderungen an den verbrieften Positionen (W). Der Parameter W ergibt sich als Verhältnis des Nominalwerts der leistungsgestörten Positionen zu dem Nominalwert aller Positionen, die verbrieft wurden. Als leistungsgestört gelten dabei Positionen mit Rückständen von 90 Tagen oder mehr, die einem Insolvenzverfahren oder der Zwangsvollstreckung unterliegen oder als ausgefallen gelten. Sofern der Bank die entsprechenden Informationen für mehr als fünf Prozent der verbrieften Positionen nicht vorliegen, darf der SEC-SA nicht angewendet werden und die Verbriefungsposition erhält ein Risikogewicht von 1.250 Prozent. Diese Regelung war in dem Vorgängerpapier [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2013a] noch nicht enthalten und stellt eine deutliche Verschärfung dar. Geblieben ist es hingegen bei der gewichteten Ermittlung der Kapitalanforderungen für das verbriefte Portfolio (K A ), wobei die nicht leistungsgestörten Positionen mit K SA gewichtet werden und die leistungsgestörten Positionen mit 0,5, was einem impliziten KSA-Risikogewicht von 625 Prozent entspricht und somit deutlich über dem Risikogewicht für ausgefallene Forderungen im KSA von 150 Prozent liegt. Das Risikogewicht für Verbriefungen gemäß SEC-SA ergibt sich dann anhand einer aufsichtlich vorgegebenen Formel. Weiterhin ist der SEC-SA der einzige Ansatz, der für die Ermittlung der Kapitalanforderungen von Wiederverbriefungen zulässig ist. Hierzu sind in einem ersten Schritt die Kapitalanforderungen für die wiederverbrieften Verbriefungen

13 mittels SEC-IRBA, SEC-ERBA bzw. SEC- SA zu ermitteln, um dann in einem zweiten Schritt als Input (analog K SA ) zu dienen. Im Gegensatz zu den allgemeinen Vorgaben des SEC-SA betragen die Werte für W = 0 und für p = 1,5. Enthält eine Wiederverbriefung neben Verbriefungen auch andere Positionen, so sind K A und W jeweils separat für die enthaltenen Verbriefungen und anderen Positionen zu bestimmen. Wiederverbriefungen unterliegen einem Floor für das Risikogewicht von 100 Prozent, während die niedrigsten Risikogewichte aktuell bei 40 Prozent (KSA, Credit Quality Step = 1) bzw. 20 Prozent (IRBA, Credit Quality Step = 1, Senior Exposure) liegen. Somit kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Kapitalanforderungen für diese Produkte. Floor-Regelung Für alle drei Ansätze gilt ein Floor in Höhe von 15 Prozent für das resultierende Risikogewicht. Ausgenommen hiervon sind lediglich drei Fälle. Zum einen Wiederverbriefungen, für die der Floor wie bereits beschrieben bei 100 Prozent liegt. Zweitens besteht für Senior-Positionen die Vorgabe, dass das Risikogewicht maximal dem durchschnittlichen Risikogewicht der verbrieften Forderungen entsprechen darf. Bedingung hierfür ist jedoch vor allem, dass eine entsprechende Durchschau für das verbriefte Portfolio möglich ist. Drittens ist vorgesehen, dass die Kapitalanforderungen für eine Verbriefung nicht höher sein dürfen als die Kapitalanforderungen, die sich für das verbriefte Portfolio ergeben hätten, wenn es nicht verbrieft worden wäre. q Fazit Auf der Agenda des Baseler Ausschusses finden sich aktuell zahlreiche Vorhaben zur Überarbeitung der Ansätze zur Ermittlung der Kapitalanforderungen. Mit den neuen Verbriefungsregelungen liegt jetzt erstmals ein finaler Baustein vor, der sich deutlich auf die Risikosensitivität der Kapitalanforderungen, ihre Höhe, aber auch den zur Ermittlung nötigen Aufwand auswirkt. Institute sollten die verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten nutzen, um eine Proberechnung der künftigen Kapitalanforderungen durchzuführen und ihre Geschäftstätigkeit in Verbriefungen, aber auch die Verfügbarkeit von Informationen über gehaltene Verbriefungen und verbriefte Forderungen im Bedarfsfall anzupassen. Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise: Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2009): Enhancements to the Basel II Framework (BCBS 157). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2012): Consultative Document Revisions to the Basel Securitisation Framework (BCBS 236). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2013a): Consultative Document Revisions to the securitisation framework (BCBS 269). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2013b): Working Paper No. 22 Foundations of the Proposed Modified Supervisory Formula Approach (WP 22). Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2014): Basel III Document Revisions to the securitisation framework (BCBS 303). Europäische Union (2013): Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 (CRR). Jacques de Larosiere (2009): The high-level group on financial supervision in the EU. Autoren: Martin Neisen, Partner FS Regulatory Management, PwC AG WPG. Stefan Röth, Manager FS Regulatory Management, PwC AG WPG. Anzeige IN KOOPERATION MIT Thema Termine Termine Köln Frankfurt Gesetzliche Grundlagen der Groß- und Millionenkreditmeldungen 16.-17.09.2015 11.-12.03.2015 Gesetzliche Grundlagen bankaufsichtlicher Meldungen (= Meldewesenüberblick) 16.-17.03.2015 10.-11.06.2015 Solvabilitätsregime – Kreditrisikostandardansatz 25.-26.03.2015 Überblick über die Bankenstatistischen Meldungen 29.04.2015 ANMELDUNG UND INFORMATIONEN: Stefan Lödorf, per Telefon: +49(0)221/5490-133 oder per E-Mail: events@bank-verlag.de

RISIKO MANAGER

RISIKO MANAGER 01.2019
RISIKO MANAGER 02.2019
RISIKO MANAGER 03.2019
RISIKOMANAGER_04.2019
RISIKO MANAGER 05.2019
RISIKO MANAGER 06.2019
RISIKO MANAGER_07.2019
RISIKO MANAGER 08.2019
RISIKO MANAGER 09.2019
RISIKO MANAGER 10.2019
RISIKO MANAGER 01.2018
RISIKO MANAGER 02.2018
RISIKO MANAGER 03.2018
RISIKO MANAGER 04.2018
RISIKO MANAGER 05.2018
RISIKO MANAGER 06.2018
RISIKO MANAGER 07.2018
RISIKO MANAGER 08.2018
RISIKO MANAGER 09.2018
RISIKO MANAGER 10.2018
RISIKO MANAGER 01.2017
RISIKO MANAGER 02.2017
RISIKO MANAGER 03.2017
RISIKO MANAGER 04.2017
RISIKO MANAGER 05.2017
RISIKO MANAGER 06.2017
RISIKO MANAGER 07.2017
RISIKO MANAGER 08.2017
RISIKO MANAGER 09.2017
RISIKO MANAGER 10.2017
RISIKO MANAGER 01.2016
RISIKO MANAGER 02.2016
RISIKO MANAGER 03.2016
RISIKO MANAGER 04.2016
RISIKO MANAGER 05.2016
RISIKO MANAGER 06.2016
RISIKO MANAGER 07.2016
RISIKO MANAGER 08.2016
RISIKO MANAGER 09.2016
RISIKO MANAGER 10.2016
RISIKO MANAGER 01.2015
RISIKO MANAGER 02.2015
RISIKO MANAGER 03.2015
RISIKO MANAGER 04.2015
RISIKO MANAGER 05.2015
RISIKO MANAGER 06.2015
RISIKO MANAGER 07.2015
RISIKO MANAGER 08.2015
RISIKO MANAGER 09.2015
RISIKO MANAGER 10.2015
RISIKO MANAGER 11.2015
RISIKO MANAGER 12.2015
RISIKO MANAGER 13.2015
RISIKO MANAGER 15-16.2015
RISIKO MANAGER 17.2015
RISIKO MANAGER 18.2015
RISIKO MANAGER 19.2015
RISIKO MANAGER 20.2015
RISIKO MANAGER 21.2015
RISIKO MANAGER 22.2015
RISIKO MANAGER 23.2015
RISIKO MANAGER 24.2015
RISIKO MANAGER 25-26.2015
 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.