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RISIKO MANAGER 02.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

36 firm Frankfurter

36 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung FIRM-Redaktion: Können bestimmte Branchen besonders von dem Modell profitieren? Ralf Jasny: Naturgemäß ist das Compliance-Index-Modell allgemein auf Unternehmen aller Branchen anwendbar. Sowohl das Messinstrument als auch das Modell sind zur Sicherstellung dieser allgemeinen Anwendbarkeit konzipiert. Ergo kann jede Branche gleichermaßen von dem Modell profitieren. FIRM-Redaktion: Und haben Sie schon allgemeingültige Ergebnisse gefunden, wodurch die Compliance-Kultur in Unternehmen entscheidend beeinflusst wird? Ralf Jasny: Ja. Wesentliche Erkenntnisse sind unter anderem, dass 1. ein ethisches Führungskonzept, das durch die oberste Führungsebene umgesetzt ist, entscheidend für die Legitimierung des Compliance-Programms in der Organisation ist. 2. ein Programmansatz, der Werte, Beratung und verantwortungsvolles Verhalten sowie die Überwachung des Verhaltens der Mitarbeiter und Disziplinarmaßnahmen bei Fehlverhalten in den Vordergrund stellt, die Integration des Compliance-Programms in die täglichen zentralen aufgabenbezogenen Prozessen der Organisation vorantreibt und dazu beiträgt, die alltäglichen Entscheidungen und Handlungen der Mitarbeiter zu beeinflussen. Und 3. die Legitimitätswahrnehmungen der Mitarbeiter in Bezug auf das Compliance-Programm bestimmen, wie wirksam das Programm die Bereitschaft der Mitarbeiter, Verstöße zu melden, erhöht und das Compliance-Risiko reduziert. Gleichermaßen kann die Wirksamkeit des Compliance-Programms bei der Bekämpfung von Fehlverhalten besser erklärt werden, wenn bedacht wird, in welchem Maß die Mitarbeiter positive Legitimitätswahrnehmungen hinsichtlich des Programms haben und bereit sind, Verstöße zu melden. FIRM-Redaktion: Und als interessierter Anwender gefragt: Wie kann ich das Modell konkret in meinem Unternehmen einsetzen? Sebastian Rick: Ganz einfach. Sprechen Sie uns an. Die Mitarbeiterbefragung wird anhand eines standardisierten Fragebogens schriftlich durchgeführt. Die Beantwortung der Fragen dauert keine halbe Stunde. Für die Qualität der Ergebnisse ist es essentiell, dass die Befragung vollständig anonymisiert durchgeführt wird. Dafür ist es erforderlich, dass die zu befragenden Mitarbeiter den Frageboden schriftlich beantworten und ihn in einem verschlossenen Umschlag an eine neutrale Adresse zurückschicken. Die statistischen Angaben auf dem Fragebogen werden so ausgewählt, dass Auswertungen nur auf Gruppenebene von mindestens 15 Mitarbeitern erfolgen. Auf Basis der erhobenen Daten berechnen wir dann die Modellparameter, bereiten die Ergebnisse managementgerecht auf und stellen sie anschließend vor. Erfahrungsgemäß dauert der ganze Prozess von Anfang bis Ende nicht länger als vier Wochen. Bildquelle: Ralf Jasny. Bildquelle: Sebastian Rick. Ralf Jasny ist seit dem Jahr 2000 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzdienstleistungen an der Frankfurt University of Applied Sciences und Experte für quantitative empirische Sozialforschung. Zuvor leitete er den Bereich Brand & Market Research im Private Banking der Deutschen Bank AG. Sebastian Rick ist Senior Manager im Bereich Governance & Assurance Services der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Experte für quantitative Methoden zur Messung und Optimierung der Effektivität von Corporate-Governance- Systemen. Zuvor war er Research Associate an der Frankfurt University of Applied Sciences. Er ist Mitglied in der Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

37 Ausgabe 02/2018 Wissenschaft Studie zu Compliance deutlichen Nachholbedarf (20 Prozent), der Spitzenreiter kommt auf knapp 62 Prozent. Defizite zeigen sich insbesondere bei der Darstellung der Ressourcen und Personalausstattung, was wiederum Rückschlüsse auf die Ernsthaftigkeit der jeweiligen Umsetzungsbereitschaft ermöglicht. Weitere Informationen unter: www.rfh-koeln.de Fuchs-Schündeln erhält Leibniz-Preis Compliance-Verstöße sind die Realität, obwohl Regelverstöße rigoros publik werden und die Unternehmen entsprechend Schaden nehmen. Insofern ist die tatsächlich praktizierte Compliance in Unternehmen gleichfalls ein erster Schritt und Indikator für gute Corporate Governance. Genau hier setzt der Compliance on Board Index (CoBI) vom Institut für Compliance und Corporate Governance (ICC) der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) an. Für die Erstfassung der Studie CoBI 2017 wurden als Grundlage unter anderem die Geschäftsberichte der DAX 30-Unternehmen herangezogen. Das Niveau ist insgesamt optimierungsfähig. Ausgangspunkt des vom Institut für Compliance und Corporate Governance (ICC) der RFH entwickelten CoBI ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, bei dem die Selbstdarstellung der Unternehmen zum Thema Compliance systematisch ausgewertet und Optimierungspotenzial aufgezeigt werden. Zielsetzung des Index war unter anderem, die Compliance-Implementierung und Aktivitäten in Unternehmen anhand der jeweiligen Unternehmensdarstellung zu untersuchen und ein Benchmarking zur Ausschöpfung von Compliance-Potenzialen zu ermöglichen. Der Compliance on Board Index verfolgt das Ziel, Unternehmen ein Benchmarking an die Hand zu geben, das die Ausschöpfung von Compliance-Potenzialen fokussiert ermöglicht. Der Fokus der Auswertungen lag zunächst auf den DAX 30-Unternehmen, da bei diesen Unternehmen durch ihre Kapitalmarktorientierung eine erhöhte Transparenz geboten ist. Insgesamt zeigt sich bei der Mehrzahl der Unternehmen – selbst bei den Spitzenreitern der DAX 30-Unternehmen – lediglich ein mittleres Compliance-Niveau. Das mittlere Gesamt-Scoring zeigt mit einem Wert von 42 Prozent noch deutliches Verbesserungspotenzial. Einige wenige Unternehmen haben zumindest bezüglich der Compliance-Berichtserstattung Die Wirtschaftswissenschaftlerin Nicola Fuchs-Schündeln von der Frankfurter Goethe-Universität, erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2018. Das gab der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekannt. Präsidentin Prof. Birgitta Wolff gratulierte der Forscherin: „Dies ist eine großartige und verdiente Anerkennung für die außergewöhnlich erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit von Nicola Fuchs-Schündeln. Sie spielt eine herausragende Rolle innerhalb der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland und kann bereits auf eine eindrucksvolle internationale Karriere zurückblicken. Mit ihrem innovativen Forschungsansatz verbindet sie Makro- und Mikroökonomik und kommt zu für Ökonomen mitunter eher unerwarteten Themen und Forschungsgegenständen." Nicola Fuchs-Schündeln hat seit 2009 eine Professur für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität inne. Sie ist als Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und am LOEWE-Zentrum „Sustainable Architecture for Finance in Europe“ beteiligt. 2015/16 war sie für ein Jahr als Gastprofessorin an der Stanford University. Weitere Informationen unter: www.safe-frankfurt.de Kurz notiert: Cyberkriminelle nehmen Bitcoin & Co. ins Fadenkreuz Die Spezialisten des IT-Sicherheitsunternehmens G-Data prognostizieren für das laufende Jahr verstärkte Angriffe auf Kryptowährungen. In Zeiten von Niedrigzinsen setzen immer mehr Menschen auf Kryptowährungen wie Bitcoin. „Cyberkriminelle werden hier lukrative illegale Geschäftsmodelle etablieren und versuchen, mit Mining-Skripten und anderen Angriffsmethoden an Kryptowährung zu gelangen“, heißt es in einer Meldung zum „G Data Ausblick 2018“. Weitere Informationen unter: www.gdata.de

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