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RISIKO MANAGER 02.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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32 RISIKO MANAGER 02|2018 naus hält sie sowohl in ihren Aktien- wie auch Rentenportfolios nur solche Unternehmen, die bestimmte Grenzwerte beim Ausstoß von Kohlendioxid nicht überschreiten. Der Blick aufs große Ganze Dafür waren in diesem Jahr Professor Francis Fukuyama, Politikwissenschaftler an der renommierten Stanford University, und Thomas Sargent, Ökonomieprofessor an der Universität von New York, zuständig. Fukuyama, dessen These vom „Ende der Geschichte“ in den 90er Jahren für Kontroversen gesorgt hatte, beschäftigte sich zuletzt mit dem Thema der politischen Ordnung und dem Zerfall der Politik. Professor Sargent erhielt im Jahr 2011 den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeiten über die praktischen Auswirkungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen. In Mainz sprach Fukuyama über die Gefahren, die von Populismus und einem Erstarken autoritärer Systeme für eine auf Offenheit und Verständigung ausgelegte Weltordnung ausgehen. Ohne einen regen und möglichst unvoreingenommenen Meinungsaustausch sei kein Konsens möglich, und es entstünden unüberwindbare Fronten, die in Konfrontation münden würden. Insbesondere der aufkeimende Populismus in verschiedenen Regionen der Welt sei eine Herausforderung. Als Beispiel innerhalb Europas nannte der US-amerikanische Politikwissenschaftler die Entwicklung in Polen und Ungarn. Kritik übte Fukuyama in diesem Zusammenhang auch an der EU. So habe Brüssel anfangs viel zu passiv auf Ungarns Premier Victor Orban reagiert. Dies habe dem Populismus in Europa Tür und Tor geöffnet. Ob die neuen Gefahren sich realisieren oder die Weltordnung zukünftig doch liberal geprägt sein wird, machte Fukuyama auch vom Verlauf und der Dauer der Präsidentschaft Donald Trumps abhängig. Auf den Unterschied zwischen Risiko und Ungewissheit ging Professor Sargent in seinem Vortrag ein. Während bei Risikoentscheidungen klar verstandene und definierbare Wahrscheinlichkeiten zum Tragen kämen, sei dies bei der Ungewissheit nicht der Fall. So gebe es beispielsweise für gewisse kapitalmarktrelevante politische Entwicklungen weder eindeutige Wahrscheinlichkeiten noch einen klaren Erwartungswert. Investoren sollten dies stets im Blick haben, da sich die politischen Risiken oft genug als Ungewissheiten entpuppen würden. Diskussionsrunde mit Gerhard Ebinger (BASF), Alexander Mayer (W&W Gruppe) und Günther Herndlhofer (VBV Vorsorgekasse), (v. li. n. re.).

Liebe FIRM-Leser, das neue Jahr 2018 steht ganz im Zeichen der Venus. Astrologen verbinden mit der Venus positive Eigenschaften und Chancen, wie Liebe und Harmonie. Und doch hat auch das Venusjahr wie alles seine Schattenseiten. Die Risiken: Unruhe und Eitelkeiten. Das politische Personal Berlins scheint ganz angetan von der Venus und verschrieb sich deren Chancen und Risiken bereits im letzten Jahr. Zunächst so etwas wie Harmonie in den Sondierungsgesprächen und dann Unruhe und Eitelkeiten bis zum Bruch. Doch damit nicht genug. Die Hängepartie geht im gerade angebrochenen Jahr weiter. Ende ungewiss. Fraglich ist auch die weitere Entwicklung im Bankensektor, wie eine Studie zur „Metamorphose im laufenden Betrieb“ feststellt. Der Strukturwandel im Finanzumfeld schreite zwar voran, aber das führe nicht durchgängig zu höheren Renditen. Unruhe bereitet vielen Bankmanagern zudem die bevorstehende EU-Datenschutz-Grundverordnung. Denn auf die seien Banken in Deutschland nur unzureichend vorbereitet, wie die Ergebnisse der DXC-Studie „EU-Datenschutz DSGVO“ verdeutlichen. Venus verschont mit ihrer beschriebenen Schattenseite auch die Globalisierung nicht, und zwar in Form sozialer Ungleichheit. Die Bekämpfung jener Ungleichheit mit einem „inklusiven Wachstum“ erläuterte Tharman Shanmugaratnam, stellvertretender Premierminister von Singapur, im Dezember in Frankfurt im Rahmen einer Veranstaltung von SAFE. Auf seine ganz eigene Art versucht US-Präsident Donald Trump, die Ungleichheit zwischen seinem Land und Mexiko zu bekämpfen. Dafür fordert er nun 18 Milliarden US-$ vom US-Kongress, um endlich die ersehnte Mauer zum Nachbarland zu bauen. Wenn das mal keine zusätzliche Unruhe schürt. Überhaupt herrscht viel Unruhe bei einem Blick auf ein anderes Thema, die Korruption, und damit auf dem Gebiet der Compliance. Das spürt nun der ehemalige ecuadorianische Vize-Präsident Jorge Glas am eigenen Leib und muss wegen Korruption sechs Jahre in Haft. Es zeigt sich global, dass Compliance-Verstöße die Realität sind, obwohl Regelverstöße rigoros publik werden und die Unternehmen – aber auch Personen – entsprechend Schaden nehmen. Ob und inwieweit dahinter auch Eitelkeiten stehen? Das kann vielleicht nur die Venus beantworten. Allerdings lässt sich beim Compliance-Thema auch die positive Seite sehen. Denn Compliance sei vor allem eine Frage der Kultur, wie uns Sebastian Rick und Ralf Jasny in unserem Interview verdeutlichen. Und sonst? Vielleicht lohnt bei all den Vergehen um den schnöden Mammon ein Blick in das Rheinische Landesmuseum in Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx. Der würde in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass wird ihm nun ab Mai eine Ausstellung gewidmet. Unter dem Titel „Leben. Werk. Zeit.“ zeichnet das Museum seinen intellektuellen und politischen Werdegang nach. Was der kommunistische Vordenker wohl zu all der aktuellen Unruhe rund um Macht und Geld sagen würde? Es wäre spannend, denn Marx konnte nicht mit Geld umgehen. Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß mit der neuen Ausgabe von FIRM INHALT 33 EDITORIAL 34 Interview 37 WISSENSCHAFT & 38 REGULIERUNGSTRENDS 39 RM-NEWS und TERMINE HERAUSGEBER Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. Walther-von-Cronberg-Platz 16 D 60594 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 94 41 80 97 Telefax: +49 69 94 41 80 19 Internet: www.firm.fm E-Mail: info@firm.fm Redaktion: Frank Romeike (V.i.S.d.P.), Frank Westhoff, Andreas Eicher E-Mail: redaktion@firm.fm Erscheinungsweise: 10 x im Jahr als Einhefter in der Zeitschrift RISIKO MANAGER Frank Romeike, verantwortlicher Chefredakteur und Mitglied des FIRM-Vorstands

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