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RISIKO MANAGER 02.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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18 RISIKO MANAGER 02|2018 gerweise dessen Mutterunternehmen – hinsichtlich nachgeordneter Tochterunternehmen einer konsolidierten Regulierung und Aufsicht unterliegt. Forderungen gegenüber Versicherungen und anderen Finanzunternehmen, die keinen vergleichbaren Aufsichtsanforderungen unterliegen, werden wie Forderungen an Wirtschaftsunternehmen behandelt. 7. Wirtschaftsunternehmen Auch bei Forderungspositionen gegenüber Wirtschaftsunternehmen können weiterhin externe Ratings zur Bestimmung der Risikogewichte und damit der Eigenmittelanforderung verwendet werden. Diese Forderungsklasse umfasst neben Unternehmen Verbände, Personengesellschaften, Einzelkaufleute, Stiftungen, Treuhänder, Fonds und andere Unternehmen. Zu den Wirtschaftsunternehmen zählen auch Versicherungsunternehmen sowie andere Finanzunternehmen, die aufsichtlich nicht als Bank, Wertpapierhaus oder anderes Finanzinstitut gelten. Für nachrangige Forderungen und Eigenkapitalinstrumente gelten Sondervorschriften. Weiterhin dient dieser Bereich als Residualforderungsklasse. Das heißt, dass Forderungen, die keiner anderen Forderungsklasse zugeordnet werden können, der Kategorie „Wirtschaftsunternehmen“ zugeordnet werden. Bei Forderungen gegenüber Wirtschaftsunternehmen wird ebenfalls unterschieden, ob externe Ratings verfügbar und erlaubt sind. Sofern diese vorhanden sind, richten sich die Basisrisikogewichte nach dem externen Rating mit Risikogewichten von 20 bis 150 Prozent. Im Vergleich zum Zweiten Konsultationspapier wurde in der dritten Bonitätsstufe (BBB+ bis BBB-) das Risikogewicht von 100 auf 75 Prozent gesenkt. Auch in diesem Forderungsbereich dürfen die Ratings nicht unreflektiert Verwendung finden und müssen durch einen Due-Diligence-Prozess der kreditgewährenden Bank begleitet werden. Wird dabei ein höheres Risiko festgestellt, muss die Bank – analog der Vorgehensweise in der Forderungsklasse „Banken“ – als Risikogewicht mindestens das Basisgewicht der nächsthöheren Ratingklasse verwenden. Ein reduziertes Risikogewicht für kurzfristige Forderungen an Wirtschaftsunterneh-

Kreditrisiko 19 men, wie bei Bankenforderungen, ist nicht vorgesehen. Für Forderungen gegenüber ungerateten Kreditnehmern und für Rechtsgebiete, die aus regulatorischen Gründen die Verwendung externer Ratings nicht mehr zulassen, werden feste Mindestrisikogewichte vorgegeben. Unternehmensforderungen erhalten ein Risikogewicht in Höhe von 100 Prozent, wenn es kein Kreditnehmerrating gibt. Besitzen die Schuldner der Unternehmensforderungen ein Investment-Grade-Rating kann ein Satz in Höhe von 65 Prozent – anstatt des im Zweiten Konsultationspapier vorgesehenen Satzes von 75 Prozent – verwendet werden. Als Investment Grade gelten finanzstarke Unternehmen, die zwingend börsennotierte Wertpapiere begeben haben. Dies schließt Tochterunternehmen ein, wenn die Muttergesellschaft entsprechende Papiere begeben hat. Nicht geratete Forderungen gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen (Small and Medium Enterprises, SMEs) erhalten ein Risikogewicht in Höhe von 85 Prozent, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Als SMEs gelten weiterhin Unternehmen oder Unternehmensgruppen mit einem jährlichen Einzel-/Gruppenumsatz von 50 Mio. ¤. Neu ist – analog dem derzeitigen IRB-Ansatz – die besondere Würdigung von Spezialfinanzierungen, genauer Projekt-, Objektund Warenfinanzierungen, innerhalb der Forderungsklasse „Wirtschaftsunternehmen“ im KSA. Spezialfinanzierungen werden in der Regel einer Zweckgesellschaft (SPV), die speziell für diesen Zweck gegründet wurde, zur Verfügung gestellt. Üblicherweise besitzen diese Zweckgesellschaften wenige oder keine anderen Vermögensgegenstände als das finanzierte Objekt. Mit den Erträgen aus dem Finanzierungsgegenstand wird der Kredit zurückgezahlt. Andere Quellen zur Rückzahlung sind folglich gar nicht oder nur in geringer Höhe vorhanden. Spezialfinanzierungen dürfen nicht mit dem Erwerb einer Immobilie im Zusammenhang stehen, da für diese die Bestimmungen für grundpfandrechtlich besicherte Forderungen gelten. Sofern die zuständigen Behörden die Anwendung externer Ratings zur Bestimmung der Risikogewichte gestatten, werden diese nach dem „Issue-Specific-Rating“ (Emissionsrating) bestimmt. Die Zuordnung der Risikogewichte erfolgt analog den Unternehmensforderungen. Sofern für eine Spezialfinanzierungsrisikoposition ein derartiges Rating nicht zur Verfügung steht oder wenn die Verwendung von externen Ratings von der Bankenaufsicht nicht gestattet ist, erhalten Objekt- und Warenfinanzierungen ein Risikogewicht in Höhe von 100 Prozent (anstatt wie im Zweiten Konsultationspapier vorgesehen 120 Prozent). Projektfinanzierungen wird vor dem operativen Einsatz des Finanzierungsobjekts ein Risikogewicht von 130 Prozent zugewiesen (anstatt wie im Zweiten Konsultationspapier vorgesehen 150 Prozent). Mit Aufnahme der operativen Tätigkeit reduziert sich das Risikogewicht auf 100 Prozent. Projektfinanzierungen von hoher Qualität, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, erhalten in der operativen Phase sogar ein Risikogewicht von 80 Prozent. 8. Nachrangiges Fremdkapital, Eigenkapital und andere Kapitalinstrumente Die Risikopositionsklasse „nachrangiges Fremdkapital, Eigenkapital und andere Kapitalinstrumente“ differenziert bei Forderungen nach der Seniorität unabhängig von der Art und Bonität des Schuldners (Emittenten). Sie ist vergleichbar mit der Positionsklasse „Beteiligungen“ im derzeitigen KSA. Die Forderungsklasse umfasst alle nicht durch Schuldtitel gebildeten Risikopositionen, die einen nachrangigen Residualanspruch auf die Vermögenswerte oder die Einkünfte des Emittenten (Banken oder Wirtschaftsunternehmen) darstellen. Durch Schuldtitel gebildete Risikopositionen sowie andere Wertpapiere, Partnerschaften, Derivate oder sonstige nachrangige Instrumente mit ähnlicher wirtschaftlicher Substanz fallen ebenfalls in diese Risikoklasse. Dieser Positionsklasse werden insbesondere Anlagen in von Instituten emittierten Eigenkapitalinstrumenten zugeordnet. Dies können Aktien einerseits oder Nachrangdarlehen andererseits sein. Anstatt externer Ratings sind pauschale Risikogewichte vorgesehen. Nachrangige Fremdkapitalinstrumente (Subordinated Debt) sowie von Banken begebene aufsichtliche Kapitalinstrumente (wie Nachrangdarlehen) erhalten ein Risikogewicht in Höhe von 150 Prozent, und Eigenkapitalinstrumenten (Equity Holdings) in Form von Beteiligungen wird ein Gewicht von 250 Prozent zugeordnet, soweit die genannten Instrumente nicht bereits von den Eigenmitteln abgezogen worden sind oder nach den Vorschriften zum Abzug von Beträgen unter dem Schwellenwert mit einem Risikogewicht von 250 Prozent berücksichtigt werden [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2010, Absätze 87 bis 89]. Banken weisen spekulativen, nicht an einer Börse gelisteten Eigenkapitalinstrumenten ein Risikogewicht von 400 Prozent zu. Als spekulative, nicht an einer Börse gelistete Eigenkapitalinstrumente gelten Papiere, wenn diese zur kurzfristigen Verkaufsabsicht gehalten werden oder als Venture Kapital oder ähnliche Investments gelten, die eine hohe Volatilität aufweisen. Im Vergleich zum Zweiten Konsultationspapier wurden die Vorschriften verschärft. Dort war noch ein Risikogewicht von 250 Prozent genannt worden. Für bestimmte Beteiligungen kann die Bankenaufsicht ein Risikogewicht von 100 Prozent gestatten. Das reduzierte Risikogewicht darf jedoch nur zur Anwendung kommen, wenn die Summe dieser Beteiligungen 10 Prozent des Kern- und Ergänzungskapital nicht überschreitet. Alle anderen nachrangigen Forderungen und Kapitalinstrumente (außer Eigenkapitalinstrumente) erhalten ein Risikogewicht von 150 Prozent. Diese Regelung entspricht den Vorschlägen aus dem Zweiten Konsultationspapier. 9. Mengengeschäft Der Risikopositionsklasse „Mengengeschäft“ werden unverbriefte Forderungen zugeordnet, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. So müssen die Risikopositionen von einer natürlichen Person, einer Gemeinschaft natürlicher Personen oder einem kleinen oder mittleren Unternehmen (Regulatory Retail SMEs) geschuldet sein (Kreditnehmerkriterium). Die Risikopositionen können insbesondere revolvierende Kredite, Kreditlinien, Privatkredite, Leasingforderungen sowie Kredite und Kreditlinien für kleine Unternehmen sein

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