Aufrufe
vor 2 Jahren

RISIKO MANAGER 02.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

12

12 RISIKO MANAGER 02|2018 Baseler Standard Neuer Baseler Kreditrisiko- Standardansatz (KSA) Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht seine finale Überarbeitung des Kreditrisiko-Standardansatzes (KSA) vorgelegt. Die Aufsicht beurteilt mit den Vorschriften, ob die Eigenmittel der Institute im Hinblick auf die eingegangenen Kreditrisiken angemessen sind. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die neuen Empfehlungen zur Eigenmittelunterlegung von offenen Positionen in diesem Risikobereich und stellt die Unterschiede zur derzeitigen Verfahrensweise in der EU-Verordnung Nr. 575/2013 dar. Weitere Bestandteile des neuen Baseler Standards sind ein Zuschlag für Währungsinkongruenzen, außerbilanzielle Positionen sowie Regelungen zur Kreditrisikominderung. Nachdem der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht das Zweite Konsultationspapier am 10. Dezember 2015 veröffentlichte [Basel Committee on Banking Supervision, 2015], wurde nach zweijähriger Verhandlungs- und Überarbeitungszeit am 7. Dezember 2017 der neue Standard zum Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) zusammen mit anderen neuen Regelungen der Öffentlichkeit präsentiert [Basel Committee on Banking Supervision, 2017a, S. 3-52]. Kreditbezogene Risikopositionen sind bankaufsichtlich zu berücksichtigen und mit Eigenmitteln zu unterlegen. Der neue Baseler KSA-Standard soll von den international tätigen Banken bis zum 1. Januar 2022 implementiert werden [Basel Committee on Banking Supervision, 2017b, S. 12]. Es ist davon auszugehen, dass durch den neuen Standard die diesbezüglichen Regelungen der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR)

Kreditrisiko 13 [EU-Kommission, 2013b], die auf Grundlage der CRD-IV-Richtlinie [EU-Kommission, 2013a] erlassen worden ist, geändert werden. Bislang hat die EU-Kommission keine diesbezüglichen Änderungsvorschläge veröffentlicht. Die Institute können zur Bestimmung der risikogewichteten Positionsbeträge für das Kreditrisiko in allen Geschäftsfeldern zwischen dem KSA und IRBA wählen. Zum einen können die Institute einen Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) anwenden, dessen Gewichte an externe Kreditbeurteilungen von Ratingagenturen anknüpfen. Damit Banken zukünftig nicht „blind“ auf die Einschätzung von Ratingagenturen vertrauen, müssen sie sich bei bestimmten Forderungsklassen im Rahmen eines Due-Diligence-Prozesses selbst eine Meinung von dem potenziellen Kreditrisiko bilden. Zum anderen können Institute zur Ermittlung der Risikogewichte einen risikosensitiveren Ansatz wählen, der auf institutseigenen Ratingverfahren (Internal Ratings-based Approach, IRBA) zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit und anderen Parametern (Loss Given Default, Konversionsfaktor und Laufzeit) einer Position sowie einer vorgegebenen „IRBA-Umrechnungsfunktion“ basiert. Auch zum IRBA-Ansatz werden vom Baseler Ausschuss neue Regelungen vorgegeben [Basel Committee on Banking Supervision, 2017a, S. 53-108]. Der vorliegende Beitrag stellt die neuen Baseler Regelungen zur Revision des KSAs zur Bestimmung der Mindesteigenmittelanforderung von Kreditrisikopositionen dar und aktualisiert die Ausführungen in Schulte-Mattler & Affeld (2016). Mindesteigenmittelanforderung jeweilige Bemessungsgrundlage eines Geschäfts, das heißt die Höhe der risikobehafteten Position, entsprechend ihrer Bonität in risikogewichtete Aktiva konvertiert. Außerbilanzielle Geschäfte werden zuvor mittels eines geschäftsspezifischen Konversionsfaktors oder mit separaten Methoden in äquivalente bilanzwirksame Kreditpositionen umgerechnet (Kreditäquivalenzbeträge oder Risikopositionswerte). Der Risikopositionswert dient als Grundlage für die Ermittlung der Eigenmittelunterlegung für das Kreditrisiko einer Aktivposition. Zur Bestimmung des gewichteten Risikopositionswerts wird der Positionswert mit dem Risikogewicht des Schuldners oder des Geschäfts multipliziert, wobei im KSA in den meisten Risikopositionsklassen das Gewicht für die Position auf verwenden darf. Die Anerkennung kann nur erfolgen, wenn die ECAI (External Credit Assessment Institution) mit ihrer Methodik der Bonitätsbeurteilung und den daraus resultierenden Ratings bestimmte bankaufsichtliche Anforderungen erfüllt. Der Baseler Ausschuss verwendet die Bonitätsbeurteilungskategorien, die von Standard & Poor´s verwendet werden. In Europa ordnet die European Banking Authority (EBA) den Kategorien verschiedener Ratingagenturen einer der aufsichtlichen Bonitätsstufen 1 bis 6 zu. KSA-Forderungsklassen Die Regelungen des neuen Standards ersetzen oder ergänzen die diesbezüglichen Absätze 50 bis 210 des Basel-II-Rahmenwerks Nach der Gesamteigenmittelunterlegungsnorm für Kreditrisiken darf das Verhältnis zwischen den Eigenmitteln eines Instituts und seinem mit dem Risikogewicht des Schuldners oder der Geschäftsart multiplizierten Positionswert täglich acht Prozent nicht unterschreiten. Die Summe der risikogewichteten Positionswerte darf also das 12,5Fache (Kehrwert von acht Prozent) der Eigenmittel nicht übersteigen. Mit dem Risikofaktor (Risk Weight, RW), auch Bonitätsgewichtungsfaktor genannt, wird die der Grundlage einer Bonitätsbeurteilung einer von der Aufsicht anerkannten Ratingagentur abgeleitet wird. Diese muss von der Aufsicht anerkannt worden sein, bevor ein Institut die Bonitätsbeurteilungen dieser Agentur für die Bestimmung der Risikogewichte von Adressrisikopositionen [Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2006]. Im Baseler KSA, genauer in den zu ändernden Absätzen des Basel-II-Rahmenwerks, werden die Forderungspositionen nunmehr in zwölf Risikopositionsklassen eingeteilt, denen je nach Risikogehalt der Position bestimmte Risiko- oder Bonitäts-

RISIKO MANAGER

RISIKO MANAGER 01.2019
RISIKO MANAGER 02.2019
RISIKO MANAGER 03.2019
RISIKOMANAGER_04.2019
RISIKO MANAGER 05.2019
RISIKO MANAGER 06.2019
RISIKO MANAGER_07.2019
RISIKO MANAGER 08.2019
RISIKO MANAGER 09.2019
RISIKO MANAGER 10.2019
RISIKO MANAGER 01.2018
RISIKO MANAGER 02.2018
RISIKO MANAGER 03.2018
RISIKO MANAGER 04.2018
RISIKO MANAGER 05.2018
RISIKO MANAGER 06.2018
RISIKO MANAGER 07.2018
RISIKO MANAGER 08.2018
RISIKO MANAGER 09.2018
RISIKO MANAGER 10.2018
RISIKO MANAGER 01.2017
RISIKO MANAGER 02.2017
RISIKO MANAGER 03.2017
RISIKO MANAGER 04.2017
RISIKO MANAGER 05.2017
RISIKO MANAGER 06.2017
RISIKO MANAGER 07.2017
RISIKO MANAGER 08.2017
RISIKO MANAGER 09.2017
RISIKO MANAGER 10.2017
RISIKO MANAGER 01.2016
RISIKO MANAGER 02.2016
RISIKO MANAGER 03.2016
RISIKO MANAGER 04.2016
RISIKO MANAGER 05.2016
RISIKO MANAGER 06.2016
RISIKO MANAGER 07.2016
RISIKO MANAGER 08.2016
RISIKO MANAGER 09.2016
RISIKO MANAGER 10.2016
RISIKO MANAGER 01.2015
RISIKO MANAGER 02.2015
RISIKO MANAGER 03.2015
RISIKO MANAGER 04.2015
RISIKO MANAGER 05.2015
RISIKO MANAGER 06.2015
RISIKO MANAGER 07.2015
RISIKO MANAGER 08.2015
RISIKO MANAGER 09.2015
RISIKO MANAGER 10.2015
RISIKO MANAGER 11.2015
RISIKO MANAGER 12.2015
RISIKO MANAGER 13.2015
RISIKO MANAGER 15-16.2015
RISIKO MANAGER 17.2015
RISIKO MANAGER 18.2015
RISIKO MANAGER 19.2015
RISIKO MANAGER 20.2015
RISIKO MANAGER 21.2015
RISIKO MANAGER 22.2015
RISIKO MANAGER 23.2015
RISIKO MANAGER 24.2015
RISIKO MANAGER 25-26.2015
 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.