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RISIKO MANAGER 02.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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42 RISIKO MANAGER 02|2017 buch muss unter CRR II die Rangfolge der Positionen in Form von sogenannten „Seniority Buckets“ berücksichtigen. Kaufund Verkaufspositionen dürfen nicht verrechnet werden, wenn die Verkaufsposition vorrangig zu der Kaufposition ist. Die CRR II stellt klar, dass Institute Positionen aus Derivaten und Kreditderivaten berücksichtigen müssen, wenn sie das Exposure gegenüber dem Emittenten des Basiswerts ermitteln. Die EBA soll hierzu einen technischen Standard entwickeln, der beschreibt, wie die indirekten Positionen, die aus den Derivaten resultieren, zu berechnen sind. Die Ausnahme von Forderungen gegenüber zentralen Kontrahenten aus Handelsgeschäften bzw. Forderungen an den Ausfallfonds von den Großkreditregelungen wird explizit auf qualifizierte CCPs begrenzt. Die CRR II führt eine neue Übergangsregelung für Forderungen an Zentralregierungen, Zentralbanken und sonstige öffentliche Stellen in der EU ein, wenn diese in einer EU-Währung, die nicht der Währung des Sitzlands entspricht, denominiert und refinanziert sind. Diese erhalten nach den unveränderten Vorschriften der CRR nur noch bis Ende 2017 ein KSA-Risikogewicht von 0 Prozent; die Nullanrechnung im Rahmen der Großkreditvorschriften läuft damit ebenfalls in 2017 vollständig aus. Durch die neu eingeführte Übergangsregelung gilt für diese Positionen jedoch ab 2018 eine gesonderte Obergrenze von 100 Prozent des Kernkapitals, welche um 25 Prozent-Punkte p. a. sinkt, sodass die reguläre Großkreditobergrenze von 25 Prozent ab 2021 vollständig wirksam wird. Positionen, die vor dem 22. November 2016 eingegangen wurden, sind weiterhin vollständig von den Großkreditvorschriften ausgenommen. Institute werden durch die CRR II verpflichtet, Kreditrisikominderungstechniken für Großkreditzwecke zu nutzen, wenn sie dies auch bei der RWA-Ermittlung tun und die zusätzlichen Anforderungen der Großkreditregelungen erfüllt sind. Bei finanziellen Sicherheiten ist unabhängig von der gewählten Methode das Exposure gegenüber dem Emittenten der Sicherheiten anzurechnen. Im Gegensatz zu den Baseler Vorgaben sind Immobiliensicherheiten weiterhin im Rahmen der Großkreditvorschriften anrechenbar. Die Meldevorschriften für Großkredite werden in zwei Bereichen angepasst. Einerseits wird die Verpflichtung zur Meldung aller Positionen über 300 Mio. EUR auf alle Institute ausgeweitet, die den Großkreditvorschriften unterliegen. Andererseits sind künftig die zehn größten Positionen gegenüber Schattenbanken zu melden. Die EBA soll technische Standards zur Definition von Schattenbanken entwickeln. Es ist zu erwarten, dass sie hierbei auf den Vorgaben der Leitlinie 2015/20 aufsetzen wird. 4. Weitere Änderungen Der Entwurf der CRR II enthält keine neuen Vorschriften im Bereich der Verbriefungen. Diese waren im Rahmen einer separaten Konsultation im September 2015 von der EU Kommission veröffentlicht worden. Es ist zu erwarten, dass sie ebenfalls Eingang in die künftig geltende CRR finden werden. Dies gilt sowohl für die Vorgaben zur Ermittlung der risikogewichteten Aktiva aus Verbriefungen als auch für die Vorgaben zu Einfachen, Transparenten und Standardisierten Verbriefungen, für die eine separate Verbriefungsverordnung konsultiert wurde, die neben dem Bankensektor auch für Versicherungen und den Asset Management Sektor gelten soll. Der Entwurf der CRR II setzt in weiten Teilen die Baseler Vorschläge für eine einheitliche und risikosensitive Behandlung von Beteiligungen an Fonds um. Dafür wird die Fondsdefinition leicht erweitert. Zudem wird nicht mehr zwischen OGAW- Fonds und AIFs bzw. Fonds mit besonders hohen Risiken unterschieden. Die Handelsbuchvorschriften werden um Kriterien für die Zuordnung von Fondsanteilen zum Anlagebuch oder Handelsbuch ergänzt. Die Behandlung von Fondsanteilen wird in beiden Büchern neu geregelt, wobei für Fondsanteile im Anlagebuch deutlich stärkere Anreize für die Anwendung des Transparenzansatzes vorgesehen sind als in der aktuellen CRR. Durch die neue Methodik zur Berechnung des risikogewichteten Positionswerts von Beteiligungen an Fonds wird zudem einer möglichen Hebelwirkung von Fonds Rechnung getragen. Die in Deutschland gängige Praxis, das durchschnittliche Risikogewicht eines Fonds auf Basis der zugrunde liegenden Vermögenswerte zu berechnen, wird zukünftig nur noch in leicht abgeänderter Form, und zudem mit einem 20-prozentigen Aufschlag auf die risikogewichteten Positionswerte möglich sein. Quellenverzeichnis sowie weiter führende Literaturhinweise: Neisen, Schulte-Mattler (2016): Martin Neisen und Hermann Schulte-Mattler, Neuer Baseler Standard für Marktrisiken, Die Bank, Heft 2 2016. Ohliger, Schulte-Mattler, Stemmer (2016): Matthias Ohliger, Herrmann Schulte-Mattler, Dirk Stemmer in „Basel IV“ (Neisen/Röth), 2016 S. 149 ff. Die im Text genannten Entwürfe der EU-Kommission und des BCBS wurden auf folgenden Webseiten veröffentlicht: BRRD http://ec.europa.eu/finance/bank/docs/crisis-management/161123-proposal-directive-unsecured-debt-instruments_en.pdf. BCBS 365: http://www.bis.org/bcbs/publ/d365.htm. CRD: http://ec.europa.eu/finance/bank/docs/regcapital/ crr-crd-review/161123-proposal-amending-directive_en.pdf. CRR: http://ec.europa.eu/finance/bank/docs/regcapital/ crr-crd-review/161123-proposal-amending-regulation_ en.pdf. Autoren: Friedemann Loch ist Director im Bereich Regulatory Management bei PwC. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit aufsichtsrechtlichen Themen in Deutschland sowie auf internationaler Ebene. Martin Neisen ist Partner im Frankfurter Büro und leitet die globale Basel IV-Initiative von PwC. Darüber hinaus verantwortet er den Bereich Regulatory Management in Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und der Türkei. Stefan Röth berät als Senior Manager und Prokurist bei PwC seit 2008 im Bereich Regulatory Management in allen Fragestellungen rund um das Bankenaufsichtsrecht.

Regulierung 43 EMIR-Besicherungspflicht Herausforderungen im Collateral Management Die neuen Anforderungen an die Besicherung von ungeclearten OTC-Derivaten bilden den letzten Teil der EMIR- Umsetzung und werden den OTC-Derivatemarkt bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich verändern. Für zahlreiche Marktteilnehmer stellt die kurzfristige Umsetzung der neuen Anforderungen bis Mitte Q1/2017 eine erhebliche Anstrengung dar – insbesondere aufgrund zahlreicher rechtlicher, operativer und technischer Herausforderungen. Die Anforderungen an die bilaterale Besicherung betreffen alle ungeclearten OTC-Derivate, die nicht der Clearingpflicht gemäß der EMIR-Derivateverordnung (European Market Infrastructure Regulation) unterliegen oder freiwillig gecleart werden. Durch eine künftige Ausweitung der clearingpflichtigen Produkte ändert sich auch der Anwendungsbereich der Besicherungspflicht. Die Besicherungspflicht bezieht sich auf Kontrakte gegenüber allen finanziellen Gegenparteien (Financial Counterparty, FC) und nicht-finanziellen Gegenparteien oberhalb der Clearingschwelle (Non-Financial Counterparty above the Clearing Threshold, NFC+). Sie bezieht sich ebenfalls auf Drittlandparteien mit Sitz außerhalb der EU, wenn diese in der EU als FC oder NFC+ klassifiziert würden. Ausgenommen von den neuen Verpflichtungen sind nicht-finanzielle Gegenparteien unterhalb der Clearingschwelle (NFC-) sowie Kontrahenten außerhalb des EMIR-Anwendungsbereichs (unter anderem die KfW sowie Bund, Länder und Kommunen). Im Rahmen der bilateralen Besicherung wird zwischen der Besicherung des Marktwerts (Variation Margin, VM) und einer über den Marktwert hinausgehenden Besicherung (Initial Margin, IM) unterschieden. Beide Aspekte sind bereits aus dem Clearing von OTC-Derivaten bekannt. Während die Variation Margin das aktuelle Wiedereindeckungsrisiko verringert, deckt die Initial Margin das potenzielle Wiedereindeckungsrisiko zwischen dem Ausfall eines Kontrahenten und der Liquidation des Portfolios ab. Der tatsächliche Eintritt der Besicherungspflicht ist jedoch abhängig von der Systemrelevanz der beiden Vertragsparteien

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