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RISIKO MANAGER 02.2017

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36 RISIKO MANAGER 02|2017 Finalisierung von Basel III und erste Inhalte zu Basel IV EU-Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD Am 23. November 2016 hat die EU Kommission erste Entwürfe für überarbeitete Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD), Capital Requirements Regulation (CRR) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht [vgl. die Links in der Literaturansicht]. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU-Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017. Die geplanten Änderungen enthalten erstens die erwartete Finalisierung der Basel III-Regelungen. Hier sind einzelne Themenbereiche nicht bereits mit dem Inkrafttreten der CRR in 2014 abschließend geregelt worden. Dies betrifft beispielsweise die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Zweitens werden die Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben des Financial Stability Boards (FSB) zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken ergänzt. Und schließlich werden erste Bestandteile von " Basel IV", beispielsweise zu Kontrahenten- und Marktpreisrisiken, umgesetzt. Ein wichtiges Element aller Regelungen ist die deutliche Betonung der Proportionalität, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegenzukommen.

Regulierung 37 Die neuen Regelungen sollen voraussichtlich ab 2019 in Kraft treten und sind zum Teil mit Übergangsregelungen sowie Revisionsklauseln versehen, insbesondere für die auf Basel IV basierenden Bestandteile. Finalisierung von Basel III 1. Einführung einer verbindlichen Leverage Ratio von 3 Prozent Die überarbeitete CRR ergänzt die bestehenden Mindestkapitalanforderungen um eine verbindlich einzuhaltende Leverage Ratio in Höhe von 3 Prozent. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen. Eine verbindlich einzuhaltende Leverage Ratio begrenzt insbesondere Geschäftsaktivitäten in Vermögenswerten mit niedrigen Risikogewichten. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage-Ratio-Berechnung auszunehmen. Die überarbeitete Leverage Ratio nutzt den neuen Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR, siehe unten) zur Berücksichtigung derivativer Geschäfte, auch wenn diese nicht bilanziert werden. Die risikoreduzierende Wirkung von Sicherheiten wird hierbei jedoch nur eingeschränkt zugelassen. Unter bestimmten Bedingungen anrechenbar sind erhaltene Variation-Margin-Zahlungen; der Multiplikator innerhalb der SA-CCR Formel wird auf 1 gesetzt, wodurch der risikoreduzierende Effekt einer Übersicherung bzw. von negativen Marktwerten keine Berücksichtigung findet. Dies macht eine Parallelrechnung des SA-CCR für Zwecke der Leverage Ratio notwendig. Zusätzlich greift die CRR II verschiedene Punkte auf, die das jüngste Baseler Konsultationspapier zur Leverage Ratio (BCBS 365) adressiert hatte. Dies betrifft unter anderem die Berücksichtigung von Geschäften am Handelstag oder alternativ die Berücksichtigung von Zahlungsverpflichtungen bis zum Valutatag. Ein Offsetting von schwebenden Transaktionen ist nur für Barforderungen und Verbindlichkeiten bei „Delivery-versus-Payment“-Abwicklung zulässig. Bilanzielles Netting innerhalb einer Gruppe kann in der Leverage Ratio unter bestimmten Bedingungen berücksichtigt werden. Die Modifikationen an der Leverage Ratio werden zu weiterem Umsetzungsbedarf bei den Banken führen. Darüber hinaus ist die Leverage Ratio künftig von allen Banken verbindlich einzuhalten, während die neuen Ausnahmeregelungen nur selektiv, in Abhängigkeit des Geschäftsmodells einer Bank, wirken. Dies verstärkt die Bedeutung der Leverage Ratio als wichtigem KPI für die Steuerung von Banken. 2. Net Stable Funding Ratio (NSFR) Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine weitere wichtige Komponente der Basel-III-Reformen. Auf europäischer Ebene wurde sie im Rahmen der CRR als reine Meldeverpflichtung, ohne verbindliche Mindestquote, eingeführt. Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote vorsieht. Wie erwartet orientieren sich die Vorschläge der EU-Kommission stark an den Vorgaben der Baseler Papiere. Zudem wurden die Definitionen für Zwecke der NSFR weitgehend denen der LCR angeglichen. Grundsätzlich wird die NSFR als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (Available Stable Funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (Required Stable Funding, RSF) berechnet. Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den RSF-Faktoren, mit denen die Bestandteile der benötigten stabilen Refinanzierung gewichtet werden. Die Höhe der Faktoren folgt weitgehend den Definitionen und Haircuts, die im Rahmen der LCR anzuwenden sind. Abweichend von den Vorgaben des Baseler Ausschusses für die Behandlung von Derivaten sieht die EU-Kommission vor, entweder 20 Prozent der Bruttoverbindlichkeiten aus Derivaten anzusetzen oder das potenzielle künftige Exposure aus Derivaten mittels des neuen Standardansatzes für Kontrahentenrisiken (SA-CCR, siehe unten) zu ermitteln. Diese Vorgehensweise soll in 2022 einem Review durch die EU-Kommission unterzogen werden. 3. Weitere Änderungen Die aktuelle CRR enthält eine Privilegierung von Forderungen an kleine und mittlere Unternehmen, den sogenannten SME-Supporting Factor in Höhe von 76,19 Prozent. Hierdurch sollen die Auswirkungen des Kapitalerhaltungspuffers (Anstieg der Mindestkapitalanforderungen von 8,0 Prozent auf 10,5 Prozent) kompensiert werden. Die CRR II behält diese Regelung bei und erweitert sie auf zusätzliche Forderungen. Während aktuell nur Forderungen gegenüber KMU bis zu einer Höhe von 1,5 Mio. EUR privilegiert sind, sollen künftig auch Forderungen oberhalb von 1,5 Mio. EUR berücksichtigt werden. Hierzu erfolgt eine Aufteilung der Positionen: »» Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR erhalten weiterhin den Supporting Factor in Höhe von 76,12 Prozent (Bei dem im Kommissionspapier genannten, leicht abgesenkten Wert in Höhe von 0,7612 handelt es sich offensichtlich um einen redaktionellen Fehler, es wird wohl bei dem Faktor 0,7619 bleiben). »» Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen Supporting Factor von 85 Prozent. Die Formel für die Unterscheidung bezieht sich in einem ersten Schritt auf die Prüfung, ob der Betrag aller Forderungen gegenüber dem Kreditnehmer insgesamt den Betrag von 1,5 Mio. EUR übersteigt. Ist dies nicht der Fall, wird der Faktor von 0,7612 auf den risikogewichteten Exposurebetrag angewandt. Übersteigt das Gesamtexposure den Wert von 1,5 Mio. EUR, so wird für den übersteigenden Betrag ein Faktor von 0,85 angewendet. Eine Kappung der privilegierten Forderungen nach oben hin ist nicht vorgesehen solange die SME Definition der Komission eingehalten wird. Die Regelung soll sowohl

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