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RISIKO MANAGER 02.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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32 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung auch hier. Daher sollte nicht nur einseitig auf die Risikotragfähigkeit eines Unternehmens geschaut werden, sondern stets auch gleichzeitig auf das Risiko-Ertrags-Verhältnis. Risikominimierung erhöht zwar die Sicherheit, aber erst die wohldosierte Risikoübernahme eröffnet Geschäftschancen. Risk Governance tut beides: Sie sucht aktiv nach bislang unvorhergesehenen Risiken und verbindet sie gleichzeitig mit der Wertschöpfung des Unternehmens auf der strategischen Ebene. FIRM-Redaktion: Welche Rolle spielt eine „gelebte Risikokultur“ im Kontext Risk Governance? Wiedemann: Wenn man sich die jüngsten unternehmensbedrohlichen „Skandale“ in der deutschen Wirtschaft vor Augen führt, liegen ihre Wurzeln weniger in einer verkehrten Geschäftsstrategie als vielmehr in einer unzureichenden Risikokultur, die dezentrales Fehlverhalten mit letztlich unternehmensbedrohlichen Konsequenzen erst möglich gemacht hat. Die Risikokultur bringt die Gesamtheit der Normen, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Unternehmens in Bezug auf Risikobewusstsein, Risikobereitschaft und Risikomanagement sowie die damit verbundenen Kontrollen zum Ausdruck. Die Risikokultur, die unter anderem die Leitungskultur, die gespürte Verantwortlichkeit der Mitarbeiter, eine offene Kommunikation und den kritischen Dialog umfasst, beeinflusst die Entscheidungen des Managements und der Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit und hat daher unmittelbar Auswirkungen auf die Risiken, die sie eingehen. Sie ist, was sicherlich nicht überraschen dürfte, auch zentrale Ergebnisgröße der Risk Governance. In einer ersten Benchmarkstudie haben wir im vergangenen Jahr den Ausbaustand der Risikosteuerung und die Umsetzung der Risk-Governance-Aufgaben in deutschen regional tätigen Kreditinstituten (Sparkassen und Genossen schaftsbanken) überprüft. Wir konnten zeigen, dass die Erfüllung der aufgezeigten vier Aufgaben der Risk-Governance sich nicht nur positiv auf die Risikokultur auswirkt, sondern letztendlich auch eine Verbesserung der Unternehmenseffektivität und damit der nachhaltigen Rentabilität mit sich bringt. FIRM-Redaktion: Wie kann der gegenseitige Wissensaustausch zwischen Akademia und Praxis verbessert werden? Anders ausgedrückt: Warum dauert es häufig so lange, bis Forschungsergebnisse von der Industrie genutzt werden? Stein: Es ist ein bekanntes Muster, dass Unternehmen erst dann besonders engagiert handeln, wenn Krisen bereits eingetreten sind. So weit wollen wir es aber nicht kommen lassen – deshalb bieten wir als Wissenschaftler auch immer wieder Denkrahmen an, von denen wir überzeugt sind, dass sie Unternehmen nachhaltig nutzen. Risk Governance ist solch ein Denkrahmen, der insbesondere das Vorausschauende betont. Als eine der Risk Governance-Aufgaben adressieren wir beispielsweise ganz konkret das Thema Forschung und Entwicklung, denn der erste Schritt zur Veränderung ist, dass Unternehmen hier bei sich die möglichen Steuerungsdefizite und die blinden Flecke erkennen. Dies müssen die Unternehmen aber auch wollen. In Zeiten, in denen die Digitalisierung alle möglichen Prozesse verstärkt und beschleunigt, ist es noch weniger sinnvoll, erst aus Schaden klug werden zu wollen. Wiedemann: Darum formulieren wir auch ganz konkret, dass Risk Governance zuallererst eine Philosophie ist, die eine gewisse Denkhaltung und einen Anspruch an sich selbst zum Ausdruck bringt. Wir als Wissenschaftler werden uns aber zudem verstärkt darum bemühen, den Unternehmen den Bezug von Risk Governance zu ihrer Wertschöpfung möglichst konkret aufzuzeigen, um Befürchtungen abzubauen und Faszination aufzubauen. FIRM-Redaktion: Lassen Sie uns zum Abschluss noch einen Blick in die Kristallkugel werfen. Von welchen Entwicklungen wird die Risikolandkarte in den nächsten Jahren am stärksten verändert, und wie gestalten Sie diese Entwicklungen mit? Wiedemann: Die von uns aufgezeigten neuen Qualitäten von Risiken, also die zunehmende Komplexität von Risiken, die selbstverstärkenden Effekte, die Echtzeitproblematik und die Tsunami-Gefahr, dürften die Risikolandkarte in Zukunft am stärksten verändern. Je vernetzter Unternehmen, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft sind, desto vernetzter werden auch die Risiken. Wir wollen diesen Veränderungsprozess mit begleiten. Dafür haben wir die Internetseite www.riskgovernance.de eingerichtet, die als Informations- und Diskussionsplattform dienen soll. Zudem veranstalten wir regelmäßig Tagungen und Kongresse, um den Diskurs voranzutreiben. 2017 wird bereits die 5. Jahreskonferenz „Risk Governance“ in Siegen stattfinden. Das Fokusthema lautet „Roles and Actors in Risk Governance“. Univ.-Prof. Dr. Arnd Wiedemann ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanz- und Bankmanagement an der Universität Siegen. Er forscht unter anderem in den Bereichen Bankmanagement, finanzielles Risikomanagement für Unternehmen und kommunales Schulden- und Zinsmanagement. Univ.-Prof. Dr. Volker Stein ist Inhaber des Lehrstuhls für Personalmanagement und Organisation an der Universität Siegen. Er forscht im strategischen Personalmanagement, der interkulturellen Führung, der Bewertung von Humankapital und der Steuerung von Universitäten. Beide haben an der Universität Siegen die disziplinenübergreifende Forschergruppe „Risk Governance“ initiiert. Darüber hinaus sind sie Gründungsvorstände der Business School der Universität Siegen, die ein Executive MBA-Programm sowie Führungskräfteweiterbildung mit speziellem Fokus auf mittelständische Unternehmen anbietet.

33 Ausgabe 02/2017 Wissenschaft Nachwuchsförderpreis zur Compliance-Wirksamkeit Der Berufsverband der Compliance Manager (BCM) hat Björn Klugmann den Nachwuchsförderpreis in der Kategorie „Beste Masterarbeit“ verliehen. Klugmann hat im Sommersemester 2016 an der Rheinischen Fachhochschule Köln Hon.-Prof. Dr. Stefan Siepelt übergibt den sein Studium „Business Administration M.A.“ als Jahrgangsbester begehrten BCM Nachwuchspreis auf der festlichen Galaveranstaltung an den RFH-Masterabsolventen Björn Klugmann. absolviert. In seiner Masterarbeit, Bildquelle: Laurin Schmid/Quadriga. die er am Institut für Compliance und Corporate Governance (ICC) unter Themenstellung und Betreuung von Institutsdirektor Prof. Dr. Stefan Vieweg, CFA, anfertigte, untersuchte er die Informationsversorgung von Aufsichtsräten. In seiner Arbeit mit dem Titel „Compliance-Wirksamkeit: Problematisierung der Informationsversorgung des Aufsichtsrates durch den Vorstand (auf Grundlage einer Umfrage)“ hat Björn Klugmann in einer empirischen Primärerhebung die Betroffenen sehr erfolgreich selbst befragt, das heißt Aufsichtsräte, die typischerweise sehr zurückhaltend bei Befragungen sind. Die mit Online-Fragebögen durchgeführte Erhebung bei größeren Kapitalgesellschaften erfolgte zielgerichtet durch spezifische Forschungsfragen und Hypothesen. Inhaltlich fokussierte sich der Autor in seiner Untersuchung auf den Compliance-Aspekt der Informationsversorgung, also nicht auf die Informationsversorgung im Allgemeinen. Weitere Informationen unter: www.rfh-koeln.de Schweizer KMU: Hacker ein Schlüsselrisiko Die Schweizer KMU sind schlecht auf Hackerangriffe vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt die Zurich Versicherung in einer repräsentativen Umfrage unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Laut Umfrage gehen 12 Prozent der KMU davon aus, dass Hacker ein Schlüsselrisiko für sie darstellen. Gegenüber dem Jahr 2013 hat sich ihr Anteil mehr als vervierfacht. Dagegen ist der Anteil der KMU gesunken, die sich für zu klein und unbedeutend halten, um Opfer von Cyberkriminellen zu werden. Nur gerade 13 Prozent gehen davon aus, gar nicht erst ins Visier von Hackern zu geraten. Obwohl die Furcht stark zunimmt, sind die meisten Schweizer KMU schlecht gerüstet. Gerade einmal 2,5 Prozent der befragten Eigentümer und Geschäftsführer geben an, dass ihre Firma über voll funktionsfähige und aktualisierte Schutzmaßnahmen verfügen. Hochgerechnet auf die rund 562.000 KMU in der Schweiz, bedeutet das nach Informationen der Zurich-Umfrage: 548.000 KMU verfügen über keinen effektiven Schutz. „Diese große Diskrepanz zwischen dem Risikobewusstsein und dem Ergreifen von konkreten Maßnahmen zeigt, dass die Mehrheit der KMU völlig überfordert ist und sich gegenüber den Cyberkriminellen machtlos fühlt“, erklärt Christian La Fontaine, Spezialist für Cyberrisiken bei Zurich. Dies wiederum habe vor allem zwei Gründe: „Erstens fehlt in vielen Geschäftsleitungen ein Experte für IT-Fragen, Cyberrisiken wurden daher lange unterschätzt», sagt La Fontaine. «Zweitens sind effektive Maßnahmen nicht immer günstig. Lange zögerten KMUs daher, die notwendigen Budgets zu bewilligen.“ Weitere Informationen unter: www.zurich.ch Kurz notiert: SAFE-Beiratsmitglied beim IWF Tobias Adrian, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bei SAFE, ist seit Januar 2017 mit einer neuen Tätigkeit beim Internationalen Währungsfonds (IWF) betraut. Dessen Geschäftsführende Direktorin, Christine Lagarde, hat Adrian zum neuen Leiter der Abteilung Kapitalmarkt ernannt. Sein neuer Titel: Financial Counsellor and Director of the Monetary and Capital Markets Department. Adrian arbeitet seit 2003 an der Federal Reserve Bank von New York in verschiedenen Positionen, zuletzt als Senior Vice President and Associate Director of Research. „Herr Adrian hat eine umfangreiche Erfahrung im Einschätzen und Adressieren von Kapitalmarktangelegenheiten und darin, geld- und finanzpolitische Stabilisierungsmaßnahmen zu entwickeln“, erläuterte IWF-Chefin Christine Lagarde die Ernennung. Seine Analysen seien international hoch angesehen, und er habe zahlreich über die Themen Asset Pricing and Capital Markets, Geldpolitik und Finanzmarktthemen publiziert. Weitere Informationen unter: www.safe-frankfurt.de Chancen und Risiken bei M&A-Projekten erfolgreich steuern Das 7. Forum „Zukunftsorientierte Steuerung“ bringt internationale Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Militär am 16. März 2017 zusammen, um das vielseitige Potenzial von Simulationen für M&A zu beleuchten. Zudem bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, die Anwendung von Simulationen in Workshops live zu erleben und bei einem Get-together mit den Experten in einen regen Austausch zu treten. Veranstaltungsort ist die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Weitere Informationen unter: www.tuhh.de/maccs/zos/e/ forum/2017.html

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