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RISIKO MANAGER 02.2016

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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36 RISIKO MANAGER 02|2016 Torsten Hinrichs ist seit 2014 Chief Executive Hinrichs: Nein. Das ist für uns derzeit kein Thema, erst wollen wir uns in Europa etablieren. Mindestens für die nächsten zwei, drei Jahre bleiben wir auf Europa fokussiert. Scope Ratings ist von der ESMA als offiziell registrierte Credit Rating Agency (CRA) in der Europäischen Union zugelassen. Das reicht erst einmal. RISIKO MANAGER: Inwiefern unterscheidet sich Ihre Ratingmethodik von den anderen? Hinrichs: Wir unterscheiden uns analytisch vor allem dadurch, dass wir methodische Ansätze geschaffen haben, die die Realitäten auf den europäischen Kapitalmärkten besser abbilden und die Besonderheiten europäischer Emittenten stärker berücksichtigen als die Urteile der amerikanischen Ratingagenturen. Darüber hinaus verzichten wir auf einen mechanistischen Ratingansatz mit starren Bewertungsmethodiken. Stattdessen bilden sich Scope-Analysten zu jedem Emittenten eine individuelle und auf Fakten gestützte Meinung. RISIKO MANAGER: Was bedeutet dies zum Beispiel für Bank- und Unternehmensratings? Hinrichs: Wir haben als erste Ratingagentur die neuen Vorschriften zur Sanierung und Abwicklung von Banken (BRRD) vollständig in der Methodik abgebildet. Hinzu kommt, dass wir in der Analyse sehr stark auf prognostische Elemente abstellen, um den zukunftsgerichteten Charakter der Ratings zu stärken. Darüber hinaus hat Scope als erste Ratingagentur eine eigene Bewertungsmethodik für sogenannte Bank Capital Instruments geschaffen, die im derzeitigen regulatorischen Umfeld eine wichtige Rolle spielen. Analytisch relevant ist auch der Verzicht auf eine mechanistische Verlinkung von Länder- und Bankenratings. Einen Sovereign Cap gibt es bei Scope nicht. RISIKO MANAGER: … und bei Corporates? Hinrichs: Hier setzen wir auf einen regionalen Ratingansatz, der europäische Besonderheiten bei der Unternehmensfinanzierung und den Bilanzierungsstandards stärker berücksichtigt. Ein Beispiel: Europäische Unternehmen halten häufig mehr Liquidität vor als US-Unternehmen. Dies rechnen wir positiv an, da es ein Zeichen für umsichtiges Management ist und als Puffer gegen unvorhersehbare Krisen gesehen werden kann. Ein weiterer Aspekt sind Pensionsrückstellungen. Je nachdem, wie hoch das im Unternehmen angelegte Pensionsvermögen relativ zur jährlichen Pensionszahlung ist und wie transparent Unternehmen das Pensionskapital offenlegen, rechnen wir nur Teile der Rentenverpflichtungen als Schulden an. Begründen lässt sich dies damit, dass eine Ratingnote in der Regel die Ausfallwahrscheinlichkeit für die kommenden zwei bis drei Jahre widerspiegelt. Die Rückzahlungstermine der Rentenverpflichtungen liegen aber zu großen Teilen wesentlich weiter in der Zukunft. RISIKO MANAGER: Als Scope Ratings 2002 gegründet wurde, drehte sich lange Zeit alles ausschließlich um die Bewertung von Fondsprodukten. Hängt Ihnen diese Unternehmenshistorie heute etwas nach? Hinrichs: Im Gegenteil. Das Fondsgeschäft ist ein wesentlicher Geschäftsbereich und äußerst etabliert. Vermehrt betrifft dies übrigens auch Real Assets mit Debt-Strukturen. Schiffe, Flugzeuge, Immobilien usw. werden nicht mehr nur in geschlossenen Fonds, sondern auch in Anleihestrukturen gebracht. Dies ist eine ideale Plattform, um Officer (CEO) von Scope Ratings. Er ist seit 30 Jahren in der Finanzbranche aktiv und hat für Unternehmen in den USA, Europa und Asien gearbeitet. Vor seinem Wechsel zu Scope Ratings war Hinrichs seit 1999 als Geschäftsführer von Standard & Poor’s (S&P) für das deutschsprachige Europa, Skandinavien und Osteuropa verantwortlich. Zuvor war er 15 Jahre bei der Westdeutschen Landesbank tätig und hat dort in den Bereichen Neuemissionen/ Kapitalmarkt sowie Global Derivatives/Fixed Income und Global Treasury gearbeitet. Credit Ratings bei Investoren zu platzieren. Sicher: Fondsratings und Managerratings sind analytisch eine ganz andere Sache als Credit Ratings, aber wir versuchen, die Querverbindungen zu nutzen. Scope bewertet heute Finanzinstitutionen, Unternehmen, Emittenten aus dem öffentlichen Sektor, strukturierte Finanzprodukte oder Alternative Investmentfonds. Wir haben den Anspruch, alle relevanten Ratingsektoren abzudecken. RISIKO MANAGER: Bislang fehlen Ihnen hierfür allerdings noch Länderratings. Hinrichs: Auch wenn wir bislang darauf verzichten, explizite Länderratings zu veröffentlichen, so haben wir dennoch eine klare Meinung zur Bonität einzelner Staaten – schon alleine deshalb, weil sie im Rahmen von Bankenratings von Bedeutung ist. Richtig ist aber auch, dass Länderratings bislang auf der Prioritätsliste nicht ganz oben standen, sodass wir uns zuvorderst dem Aufbau anderer Ratingsegmente zugewandt haben. Grundsätzlich wäre ein weiterer Kapazitätsaufbau in Richtung Länderratings aber denkbar. RISIKO MANAGER: Herr Hinrichs, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. Interview: Oliver Everling | Stefan Hirschmann.

37 Personalien Kurznachrichten Risikomanager Tjiok wechselt zu Loancos Risikomanager Dr. Clifford Tjiok (Foto) ist neuer Commercial Director der Loancos-Gruppe. Tjiok arbeitete seit 1994 im Risk Management der Deutsche Bank AG in Frankfurt am Main und London sowie anschließend bei der Citibank in London. Danach bekleidete er verschiedene Führungsfunktionen auf der Finanz- und Risikoseite bei der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, bei EquityGate Corporate Finance und zuletzt bei Talanx Asset Management. Dort baute er als Chief Credit Officer und Leiter Risk Control & Credit Office die Marktfolge für Direktinvestmentaktivitäten in den Bereichen Infrastruktur und Unternehmenskredite auf. Loancos ist die Muttergesellschaft der Immofori AG und der Servicing Advisors GmbH, die als Spezialdienstleister für immobilienbesicherte Finanzprodukte tätig sind. Foto: Loancos GmbH. Neuer Chief Risk Officer für die KfW Dr. Stefan Peiß (46, Foto) ist zum 1. Januar 2016 Chief Risk Officer (CRO) und neues Vorstandsmitglied der KfW geworden. Er soll als Chefrisikomanager die Aufgabenbereiche Risikomanagement und -controlling, Transaktionsmanagement und Bestand Kreditservice übernehmen. Sein Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2019. Peiß verfügt über langjährige Erfahrungen und umfassende Kompetenz im Bereich Risikomanagement von Banken. Bereits in den vergangenen Jahren hat er als Bereichsleiter der KfW dazu beigetragen, das Risikomanagement und -controlling der Förderbank neu aufzustellen. Vor seiner Tätigkeit bei der KfW arbeitete er schon in verschiedenen leitenden Funktionen im Risikomanagement der Bayerischen Landesbank. Bei der BayernLB absolvierte er auch von 1989 bis 1991 eine Banklehre, ehe er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Betriebswirtschaftslehre studierte und dort am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Risikoforschung und Versicherungswirtschaft promovierte. Foto: KfW Bildarchiv, Gaby Gerster. Stabübergabe bei der Berliner Volksbank Daniel Keller (40) ist zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der Berliner Volksbank ernannt worden und verantwortet die Bereiche Finanzen, Recht und Compliance. Er übernimmt das Ressort Finanzen von Stefan Gerdsmeier, der die Bank zum Jahreswechsel verlassen hat. Vorstandsvorsitzender Holger Hatje lobte Gerdsmeier zum Abschied: Seiner Expertise verdanke die Bank ein hochprofessionelles und modernes Finanz- und Risikocontrolling. Keller leitete bei der Genossenschaftsbank unter Gerdsmeiers Führung bereits von 2009 bis 2013 den Bereich Finanzen und richtete in dieser Zeit den Sektor als integrierte Finanzfunktion aus. Zuletzt leitete er den Bereich Betriebsorganisation und verantwortete dabei unter anderem die Ausrichtung der Geschäftsprozesse auf die Anforderungen der digitalisierten Welt. Risikomanager Cole zu Vontobel David Cole (Foto), Chief Risk Officer und Finanzchef der Swiss Re, soll im April 2016 in den Verwaltungsrat der Vontobel Holding AG einziehen. Cole soll die Bank mit seiner umfassenden und internationalen Expertise in der Finanzbranche und im Risikomanagement unterstützen. Der Niederländer ist seit November 2010 bei der Swiss Re und wurde im März 2011 zum Group Chief Risk Officer ernannt. Seit 2014 ist er Chief Financial Officer. Vorher arbeitete er seit 1999 bei der niederländischen Bank ABN Amro und leitete dort u. a. das konzernweite Risikomanagement der Bank. Neben Cole sind auch Dr. Maja Baumann, Partnerin der Zürcher Rechtsanwaltskanzlei Reber, sowie Björn Wettergren, Partner der Etventure Holding, Zürich/Berlin, zur Wahl in den Vontobel-Verwaltungsrat vorgeschlagen. Baumann und Wettergren, die im Laufe ihrer Karrieren bereits für das Unternehmen tätig waren, repräsentieren die vierte Generation der Familien Vontobel und de la Cour, die seit Jahrzehnten für die Unabhängigkeit und die schweizerische Kultur von Vontobel stehen. Die Bereitschaft zur Übernahme der Verwaltungsratsmandate soll die enge Bindung der Familien zum Unternehmen unterstreichen. Neuer Risikochef für Euler Hermes Der bisherige Vertriebsdirektor von Euler Hermes in der DACH-Region, Ulrich Nöthel, wechselte zum 1. Januar auf die Position des Risikodirektors. Sein Vorgänger auf dieser Position, Thomas Krings, verlässt das Unternehmen zeitgleich auf eigenen Wunsch. Er hatte das Ressort 2011 übernommen. Nöthels Nachfolger im Vertrieb wird David Nolan. Der 56-jährige Nöthel (Foto) ist seit 2013 Vertriebsdirektor des Kreditversicherers im deutschsprachigen Raum. Als künftiger Risikodirektor leitet er die Bereiche Risk Underwriting (Kreditprüfung), Information & Grading (Informationsbeschaffung und Bonitätsbewertung) sowie Claims und Collections (Schaden und Inkasso). Nöthel ist seit 13 Jahren in verschiedenen leitenden Positionen bei Euler Hermes tätig und verfügt insbesondere über langjährige Expertise im Risiko-Ressort. Von 2010 bis 2013 verantwortete er diesen Bereich als Leiter Risk Underwriting bei der Euler Hermes Gruppe in Paris und war zuvor von 2002 bis 2010 acht Jahre Leiter Risk Management in Deutschland. Er berichtet weiterhin an den CEO der DACH-Region, Ron van Het Hof. Geschäftsmodelle im Fokus der Aufsicht Für die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelte europäische Bankenaufsicht ist im laufenden Jahr die Prüfung von Geschäftsmodellen und die Ertragskraft der Banken vorrangig. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Schwerpunkten für 2016 hervor. Die fünf Aufsichtsprioritäten sind Risiken im Zusammenhang mit Geschäftsmodell und Ertragskraft, Kreditrisiken, der Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung, Risk Governance und Datenqualität sowie der Liquiditätsausstattung der Institute. Für jede der Prioritäten plant die EZB eine Reihe von Aufsichtsinitiativen, wobei deren vollständige Umsetzung in manchen Fällen länger als ein Jahr dauern kann. Auf Ebene von Einzelbanken soll die aufsichtliche Tätigkeit auf das spezifische Risikoprofil jedes Instituts zugeschnitten werden. Paradigmenwechsel für die Risikokultur Nach mehrjähriger Vorbereitungsphase ist Solvency II zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Die Regularie stellt einen Paradigmenwechsel für die Risikokultur der Versicherungsunternehmen dar, verbunden mit einer Stärkung der Finanzstabilität im Markt und des Verbraucherschutzes. Das Regelwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die Versicherer durch eine ausreichend gute Kapitalisierung widerstandsfähig gegen mögliche Erschütterungen in der Branche zu machen. Das soll durch eine gute Unternehmensführung und Risikomanagement erreicht werden. Zahlen und andere wesentliche Informationen müssen die Versicherer ab sofort in einheitlicher Form veröffentlichen. Dadurch sollen die Aufseher in der Lage sein, Missstände schnell zu erkennen und mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Neue Merkblätter zur fachlichen Eignung Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat überarbeitete Fassungen ihrer Merkblätter zur Prüfung der fachlichen Eignung, Zuverlässigkeit und zeitlichen Verfügbarkeit von Geschäftsleitern sowie von Mitgliedern von Verwaltungs- und Aufsichtsorganen veröffentlicht. Zur Erleichterung der Anzeigenerstattung sind den Merkblättern eine Reihe von Formularen beigefügt, die ab sofort zu verwenden sind. Vergütungspraktiken im Retailbereich Von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) wurde der Entwurf von Vergütungsleitlinien für den Retailbereich zur Konsultation gestellt. Von den Leitlinien nicht erfasst werden sollen Kooperationen mit Kreditvermittlern. Eine Koppelung der Vergütung von Mitarbeitern an Absatzziele soll grundsätzlich zulässig sein.

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